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Test: GEWA G5 E-Drum Set Pro BS, E-Drums

15. Oktober 2021

Mehr als der kleine Bruder...

GEWA G5 E-Drum Set Pro BS, E-Drums test

GEWA G5 E-Drum Set Pro BS, E-Drums

Im letzten Jahr brachte GEWA Music mit dem G9 sein lange angekündigtes Profi E-Drum Kit mit Workstation auf den Markt. Nun wurde mit dem GEWA G5 das Portfolio der E-Drum Produktreihe quasi um einen „kleinen Bruder“ erweitert. Grund genug, uns das GEWA G5 in der Pro Ausführung mitsamt dem G5 Drum-Modul einmal genauer anzusehen.

GEWA G5 Pro E-Drum-Set – Lieferumfang

Angeliefert wird das GEWA G5 auf einer kleinen Palette mit insgesamt 7 Kartonagen und stolzem 80 kg Gesamtgewicht. Ich starte mit dem Auspacken des „Package 3 of 5“ – nämlich der Kick-Drum in 18“ x 14“ Größe. Es erscheint eine gut verarbeitete Bass-Drum aus Holz in „Black Sparkle“. Die Spannreifen sind ebenfalls aus Holz gefertigt und tragen Spannschellen mit Inbusschrauben. Der Kessel ist mit einem Mesh-Head als Schlagfell sowie einem „regulären“ Resonanzfell als Frontfell ausgestattet. Tippt man dieses mit dem Finger an so wird ein sauberer Kesselklang hörbar. Das Schlagfell trägt mittig und innenseitig eine tropfenförmige Verstärkung des Gewebematerials.

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Großflächige Verstärkung beim Schlagfell der GEWA G5 Kick Drum

Nach dem Auspacken der Kick-Drum vermisse ich den Drum-Riser, denn die Kick-Drum trägt eine entsprechende Halteklemme im Bodenbereich des Kessels. Ich finde einen leicht abgewinkelten, schwarzen Rod mit Anschlussfläche für das Pedal, der optisch einer Walflosse ähnelt. Auch wenn dies ungewöhnlich aussieht, funktioniert dies einwandfrei mit der Halterung an der Kick-Drum und mit der Klemme am Pedal. Bedenken habe ich nur, dass ich diese beim Auf- und Abbauen vermutlich allzu gerne suchen müsste.

Die Ausleger rechts und links des Kessels fixieren die Kick-Drum gut auf glattem Boden bzw. mittels der Dornen auch gut auf einem Teppich. Ein kleines Detail fällt mir ins Auge: Die Flügelschrauben sind gegeneinander versetzt an der Mittelnarbe angebracht – so lassen sich diese gut drehen.

Drop Clutch des GEWA G5 Pro Kits

Das „Package 5 of 5“ trägt die Bezeichnung „Rack“ – jedoch keine Sorge: stattdessen befinden sich der Snare Drum Ständer, der Hi-Hat-Ständer, das Pedal für die Bass-Drum, ein Modul-Stand sowie ein Tom Cymbal-Stand darin. Zwei weitere Tom-Cymbal-Stands werden separat mitgeliefert – schließlich verfügt das Set auch über 3 Toms und 3 Becken.

Eine schöne Sache ist der zusätzliche Ständer ausschließlich für das Drum-Modul, so kann dies flexibel positioniert werden. Die Schrägstellung wird durch ein U-förmiges Rod ermöglicht.

gewa g5 e-drums test

Gewa G5 Pro Kit

Im „Package 2“ finden sich laut Kartonagenbeschriftung die drei „Pads“: von 10“ über 12“ bis hin zu 14“ Größe je ein Tom in 5,5“ Tiefe sowie passend dazu eine 14“ x 5,5“ Snare Drum in sauber verarbeiteter Kesselbauweise. Alle Trommeln tragen oben und unten jeweils Mesh-Heads und verfügen über 6 bzw. 8 Stimmschrauben. Durch das Resonanzfell scheint ein großes GEWA-Logo hin durch, das auf der mittig platzierten Trigger-Einheit aufgebracht ist. Ebenso tragen die Kessel das Logo, das hier im Zusammenspiel mit dem Finish jedoch weniger prominent auffällt.

Die Hardware besteht aus Chrom und die Rims tragen jeweils eine kurze schwarze Gummilippe zur Abdeckung des Metallrings. So können Schläge auf den Rims bzw. zweite Sounds ausgelöst werden. Zum Stimmen der Felle sollten diese jedoch abgenommen werden, da der Inbus-Stimmschlüssel nicht in die vorhandene Aussparung der Gummilippe hindurch passt. Auch dann nicht, wenn ich die Lippe verschiebe. Das könnte besser gelöst werden.

Die Kessel tragen Einzelspannböckchen aus Chrom und analog zur Kick-Drum das gleiche Finish. Die Snare verfügt hingegen über zwei Gummilippen (einmal für den Rimshot und einmal für den Rimclick) sowie über mittig platzierte Doppelspannböckchen mit langen Stimmschrauben, was dem Kessel eine durchgehende Hardware-Optik verleiht.

Gewa G 5 Pro Tom in Black Sparkle.

Das „Package 1 of 5“ enthält das Drum-Modul, die Cymbals und die Essentials. Darin sind die beiden „CP 14 Electronic Cymbals“ jeweils in einem separaten schwarzen Karton zu Hause, genauso wie die „HC 14 HiHat“ und das „CP 18“ Ride-Cymbal enthalten.

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Alle Bezeichnungen der Pads weisen bereits auf die Durchmesser in Zoll hin. Ebenso liegt jedem Modell eine kurze Bedienungsanleitung in acht Sprachen bei. Diese sind inhaltlich sinnvoll gestaltet und bieten die wichtigsten Informationen zur Montage als auch zur Funktionsweise. So erfahre ich hier, dass die Fläche einen piezokeramischen Sensor in sich trägt und der Rand & Choke sowie die Bell durch das Zusammenspiel mit dem FSR Schalter bzw. FSR Switch – MIDI-Velocity vom Piezo Signal her realisiert wird. Somit wird für die 3-Zonen-Funktion am GEWA Modul nur ein Stereokabel benötigt.

Alternativ verfügen die Pads noch über eine weitere Klinkenbuchse um bei anderen Verwendungen das 3-Wege-Triggering zu ermöglichen. Ob die Becken-Pads auch mit anderer Hardware verwendbar sind, zeigt die Kompatibilitäts-Übersicht. Dort finden sich die hilfreichen Angaben zum Gewinde- bzw. Stangendurchmesser, der notwendigen Gewindelänge, dem Klemmbereich/Auflagefläche und dem Mindestdurchmesser des Beckendorns. Das ist vorbildlich und zeigt die „Offenheit“ hinsichtlich Kombinationen von Komponenten.

Becken-Pads beim GEWA G5 Pro BS Kit

Für das Drum-Modul hat man sich etwas Besonderes ausgedacht: auf der Oberseite der schwarzen Box im Querformat schimmert das GEWA-Logo und die Kanten sind mit zwei roten Verschluss-Siegeln versehen. Entfernt man diese so öffnet sich die Box per Klappmechanismus nach oben hin. Bei dieser „Präsentation“ fällt der Blick direkt auf das komplett in schwarz gehaltene Drum-Modul sowie auf weiteres Zubehör: etwa auf einen kleinen roten Umschlag mit einer Drum-Modul ID-Card, auf eine fixierte Lasche mit den Schnellstartanleitungen in drei Sprachen sowie einem Bogen mit Stickern und darüber ein GEWA 16 GB USB-Stick. Neben dem Modul befindet sich die Modulhalterung und unterhalb des Moduls ein separates Fach für die mitgelieferten Netzstecker.

Das GEWA G5 Modul präsentiert sich elegant

Optisch schlicht trägt das Modul an der vorderen Kante den Hinweis „Made in Germany“ – sowie die Kopfhörer- als auch USB-Buchse. Alle sonstigen Bedienelemente befinden sich auf der flachen Oberseite. Diese verfügt überwiegend runde vertiefte Buttons mit silbernen Rändern. Davon gibt es 13 kleine und drei große sowie einen Navigationsbutton. Die Beschriftungen sind silbern auf die schwarze Oberfläche aufgebracht und gut lesbar. Beim Drücken der Buttons erleuchten diese. Die drei Drehregler in der Mitte der Bedienoberfläche befinden sich unter dem monochromen Display und steuern Werte und Auswahllisten. Anhand der Maße der Oberseite hätte das Display auch gerne noch etwas größer ausfallen können. Viele Funktionen können direkt über die einzelnen Buttons aufrufen – somit wird die Anzahl der Untermenüs welche nur über das Display aufzurufen sind deutlich „verschlankt“ und die Bedienung erleichtert.

GEWA G5 Drum-Modul

Auf der Rückseite befinden sich die insgesamt 12 Anschlussbuchsen für die Drum-Komponenten als auch die Ausgangswege wie den Masterausgang R/L, die vier Direct Outs, die MIDI-DIN-Anschlüsse IN und OUT, der Anschluss für einen Fußschalter sowie der USB-Ausgang, der MIX IN für das Play-A-Long und die Buchse für den Stromanschluss.

GEWA G5 Drum-Modul – Rückseite

Wie lässt sich das GEWA G5 E-Drum Kit aufbauen?

Das Kick-Pedal verfügt über eine Bodenplatte (ihr ahnt es schon – auch in schwarz) sowie einer löchrigen Trittplatte. Dies reduziert das Gewicht derselben und sieht optisch auch ordentlich aus. Der beigelegte Two Way Beater wird mit zwei Inbusschranken montiert und bietet ein ausgewogenes Verhältnis und Spielbarkeit.

GEWA G5 Pro Kit – HiHat-Ständer

Die HiHat-Maschine steht dem Kick-Pedal in nichts nach. Die Funktion des Pedals ist sicher, wenngleich es hier keine Bodenplatte gibt und auch keine Verstellbarkeit der Seitenbeine. Den einzelnen Fixierdorn auf der Rückseite der Säule muss ich schon recht weit ausfahren um auf dem Drum-Teppich Grip zu bekommen. Höhentechnisch kann man sowohl niedrige als auch höhere Beckeneinstellungen realisieren.

Der Zusammenbau der HiHat-Pads mit der Clutch und die Montage des Controllers unterhalb der Pads gelingt dank der beiliegenden Anleitung gut. Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Beschreibung der Montage ist sicherlich gut gemeint, kann jedoch auch etwas verwirren. Ich bin eher der Freund von mehreren Abbildungen der einzelnen Schritte (ähnlich einer Möbelbauanleitung) anstatt nur einem Gesamtbild mit allen Komponenten und vielem Text dazu. Wenn jedoch das Verständnis vorhanden ist, welches Teil welchen Namen trägt, dann funktioniert das auch.

GEWA G5 HiHat-Controller mit Becken-Pads

Der Snare-Ständer lässt sich tief und auch hoch einstellen und ist stabil. Die Schrägstellung ist mit Rasterung versehen, welche jedoch feingliedrig ist und somit auch geringe Veränderungen der Schräge zulassen. Die Fixierung der drei Korbausleger erfolgt durch die klassische Bauweise mit Drehknauf und funktioniert tadellos. Alle Hardware-Komponenten sind doppelstrebig in stabiler Qualität ausgelegt.

Bei den Beckenständern kommen mittlerweile immer mehr die Ausführung mit versenkbarem Ausleger in Mode. So auch hier – wobei es sich bei den Ständern auch um kombinierte Tom- und Beckenständer handelt. Zwar lassen sich somit alle Einstellungen für Tom und Becken separat vornehmen, jedoch bin ich weniger der Fan solcher Kombis. Grund dafür sind auch hier die Einschränkungen durch die Einstellung des Auslegers, der steile Positionen bzw. Winkel des Beckenarms eben nicht zulässt. Ebenso ist aufgrund der Position des Toms der Standort des Beckenständers ein gutes Stück „vorgegeben“. Dennoch gelingt mir der Standard Rechtshänder-Aufbau mit allen Komponenten. Die Einstellung des dritten Toms als Stand-Tom reicht mir in punkto Niedrigkeit gerade noch aus: tiefer geht es nicht mehr. Kleines Manko dabei: Nun steht das L-Rod recht weit über den Kesselrand des 3. Toms nach oben heraus.

GEWA G5 HC14 HiHat

Das Aufstecken der Becken-Pads auf die Haltedorne stellt sich recht einfach da. Zur Fixierung der Becken in „korrekter“ Position dient ein eckiges Plättchen, welches in die Mittenaussparung der durchgehend schwarzen Pads eingedrückt wird. So kann der Haltedorn des Beckenständers passend eingesetzt werden. Wichtig hierbei, dass das symbolisierte „G“ auf der 6-Uhr-Position des Pads eben auch dort seinen Platz findet.

Die für ihre Größe recht leichten Pads verfügen über wenige Schwingungen beim Spiel. Das überrascht, denn beim Auspacken machte ich den Anschlagstest mit dem Finger: hierbei war ein kurzes Vibrieren am Pad zu spüren und zu auch hören. Offenbar wird dies durch die Fixierung in der Mittenaussparung jedoch gut eliminiert. Eine durchgehende Verdickung am Rand bietet ein passables „Abstoppen“ der Sounds.

Die Oberflächen sind mit feiner Punkt-Struktur und großen Rillen versehen und laut Marketing-Abteilung der Paiste 2002 Serie nachempfunden. Das Muster der gleichmäßig verteilten Rillen kommt mir irgendwie bekannt vor – wir fällt jedoch leider nicht mehr ein woher. Die großen Rillen stellen sich beim Bespielen glücklicherweise nicht als Nachteil heraus. Das Auftreffen des Stickkopfs wird nicht beeinflusst. Die Kuppe ist bei allen Ausführungen (14“ Crash, 14“ HiHat sowie 18“ Ride) recht groß und glatt und auch etwas weicher ausgeführt. Das ist in Hinblick der 3-Zonen-Funktion eine gute Sache, denn so kann die Kuppe gut mit dem Schaft des Sticks gespielt werden. Das Auftreffen des Sticks ist allerdings auf der festen Oberfläche recht deutlich hörbar, hier gibt es leisere Pads auf dem Markt. Und bei der HiHat ist dies aufgrund der zwei Pad-Konstruktion mit Hohlraum noch einmal etwas lauter als bei den anderen Becken-Pads. Schade, denn die Mesh-Heads der Trommeln sind im Vergleich dazu angenehm leise – auch bei hoher Spannung. Das bedeutet also keine halbgeschlossenen Kopfhörer, sondern nur geschlossene Ohrmuscheln beim Spiel.

Gewa G5 Pro Cymbal Pad

Um die Halterung an das Drum-Modul zu montieren drehe ich dies um. Nun liegt es jedoch auf der Bedienoberfläche und ich bemerke, dass das gesamte Gewicht des Moduls auf den mittleren drei Drehreglern lastet und ich suche mir vorsichtshalber eine andere Unterlage bzw. lege es auf meine Oberschenkel zur Montage der Halterung. Mein Tipp: aufpassen!

Genauso wie das Modul sind auch die Halteplatte samt der Schrauben schwarz – recht unkomfortabel, wenn diese mal zu Boden fallen. Wer sucht schon gerne schwarze kleine Gegenstände in meist dunkler Umgebung? Genauso gut könnten diese auch in Chrom-Ausführung gehalten sein; das passt dann einfach zur Klemmbuchse auf der Platte.

Triggersensor beim GEWA G5 Pro Kit

Der Kabelbaum hat modulseitig eine steife Zusammenfassung der einzelnen Kabel für etwa 15 cm. Dies bündelt zwar alle einzelnen Kabel zu einer Peitsche, erlaubt einen Austausch eines einzelnen Kabels allerdings nicht. Alle Stecker tragen ausschließlich Zahlen. Von 1 bis 8 sowie 11 und 12 reichen die Beschriftungen – ganz ohne Instrumentenkennungen, das überrascht mich. Ich erinnere mich nicht daran in der Schnellanleitung eine Zuordnungstabelle zu den Komponenten gesehen zu haben. Somit bleibt nur ausprobieren. Nach dem Verkabeln von rechts außen nach links hin stecke ich alle Kabel der Reihe nach ein. Mal sehen, ob das so von den Längen auf der anderen Seite des Kabelbaums so passt. Nun bleibt nur die Bezeichnungen der Eingangsbuchsen zu lesen und das andere Kabelende zu finden und in das entsprechende Instrument zu stecken. Okay, es stellt sich heraus, dass nur 2 der 11 Stecker aufgrund der Längen bzw. Verwendungszwecke zu tauschen sind. Das nennt man wohl Glück gehabt. Dennoch wäre hier eine kleine Hilfe willkommen, zumal es auch gerade und abgewinkelte Stecker gibt. Die Stecker sitzen überall satt und die Verarbeitungsqualität des Kabelbaums ist gut.

Gewa G5 E-Drums: Praxistest – ready to play?

Naja, fast. Allein die HiHat-Kalibrierung sollte noch vorgenommen werden. Diese ist denkbar einfach: einmal die HiHat mit dem Fuß schließen und bestätigen, dann einmal maximal öffnen und bestätigen, kurz überprüfen ob das Display die Bewegung der HiHat-Becken darstellt und „fertig ist die Laube“.

Gewa G5 Modul – Ansicht des Displays HiHat-Kalibrierung (links) und HiHat-Lautstärken (rechts)

Beim Spiel bemerkte ich schnell, dass die Trigger-Einstellungen weniger passend für die Komponenten waren. Dies war durch die falsche Auswahl der Trigger-Bank zum gelieferten Setup begründet. Mein Tipp: hier beim Laden des Trigger-Setups genau checken, ob die angeschlossenen Komponenten das Studio Setup (also das mit den dünnen Pads) oder das Pro-Setup (also die Trommeln in Kesselbauweise) sind. Nach dem Umstellen auf das Pro-Setup brachte das Verarbeiten der Triggersignale im Modul eine deutlich bessere Klangreproduktion des Spiels.

Wie lässt sich das GEWA G5 Drum-Modul bedienen?

Bereits beim Einschalten des Moduls erhalte ich den Hinweis auf die eingestellten 30 Minuten „Power Off Time“. Die Tasten und Regler sind bei Aktivierung beleuchtet. Diese kann im Menü in drei Helligkeitsstufen verändert werden. Die Unterscheide fallen gering aus oder anders gesagt: es gibt keine zu helle oder zu dunkle Einstellung.

Die Bedienung fällt leicht und kann intuitiv erfolgen. Die Tasten sind logisch beschriftet und passend gruppiert. Nur für speziellere Fragestellungen habe ich in der BDA nachgeschlagen. Gut sind auch alternative Bedienmöglichkeiten, so kann eine Auswahlliste z.B. entweder per +/- Tasten oder per Drehregler navigiert werden. Die symbolisierten Darstellungen für die Funktionstasten innerhalb der Untermenüs sind auch gelungen und gut zu verstehen.

Gewa G5 Modul – Ansicht des Displays Standardansicht (links) und Drum-Kit-Liste (rechts)

Welche Einstellungen bietet das GEWA G5 Drum-Modul?

Kurz und knapp gesagt: alles was sinnvoll und komfortabel ist. In der Oberklasse gehören ein interner Mixer zur Einstellung der Lautstärkenverhältnisse mittlerweile genauso zum guten Ton wie die individualisierte Definition der Einzelausgänge.

Praktisch sind viele weitere Aspekte: So kann der Master-Out unabhängig vom Kopfhörerausgang geregelt werden, der Mix-In-Kanal zum internen Drumkit geregelt oder aber die Verteilung im Stereoklangbild erfolgen, der Modus bei Mixer von einzelnen Komponenten auf Instrumentengruppen umgestellt werden, Aufnahmen als WAV-Datei direkt auf den USB-Stick erfolgen, Tempi zum jeweiligen Kit gespeichert und in punkto Taktart und -intervall, Click-Sound und -Volume eingestellt oder mittels Tapping eingespielt werden, Setlisten erstellt und benannt werden, pro Pad Kompression und vollparametrische Equalizer in 3 Bändern sowie neben der Sensibilitätseinstellung der Trigger-Sensoren auch Anpassungen für Komponenten anderer Hersteller erfolgen.

Gewa G5 Modul – Ansicht des Displays Volume-Mixer (links) und HiHat Settings (rechts)

Das GEWA G5 bietet vier verschiedene Effektmodule: Ambience bietet den Zugriff auf die Umgebungssamples der Aufnahmen im Funkhaus Studio Berlin. Halleffekte können als Instrument Reverb und Room Reverb hinzugefügt werden und die Multi Effects Sektion bringt Echo Effekte und Frequenzmodulation mit sich.

Was bietet das GEWA G5 Drum-Modul für Sounds?

Hinsichtlich der Sounds unterscheidet sich das G5 Modul nicht vom großen Bruder G9 – es liegen 400 Sounds in 40 Presets vor. Der User kann 128 eigene Sets erstellen und ablegen. Alle Einstellungen werden jeweils zum aktuellen Kit gespeichert. Das bedeutet wenn ich etwa im Mixer die Lautstärkenverhältnisse der Komponenten untereinander verändere, dann gilt dies nur für das aktuelle Kit und bleiben bis zu einer Änderung in diesem Kit gespeichert. Nachtteilig ist dies beispielsweise dann, wenn mir für meine Spielweise bei allen Kits eine Komponente zu leise oder im PAN zu „seitenlastig“ ist. Ich habe keinen Weg gefunden dies „generell“ anzupassen, sondern habe dies dann in jedem Kit angepasst. Das wäre noch eine tolle Verbesserung, wenn ich einzelne Einstellungen für mehrere oder alle Kits übernehmen könnte.

Gewa G5 Modul – Ansicht des Displays Recording Funktion (links) und Click Einstellungen (rechts).

Wie spielt sich das GEWA G5 E-Drum-Kit?

Das Spiel auf dem GEWA G5 macht von Anfang an Laune. Die Reproduktion von Ghost-Notes als auch die Power bei kräftigen „Hieben“ auf den Pads erfolgen prompt. Das Laden der Sounds geht schnell von statten, beim Wechsel der Kits gab es keine Wartezeiten.

Das GEWA G5 Drum-Modul hat sehr ausgewogene, professionelle und vor allem lebendig klingende Akustik-Sounds an Bord. Die Bandbreite reicht von Vintage-Sounds über Pop- und Metal- bis hin zu Break-Beat-Klängen. Auch die Percussion-Abteilung mit Latin- und African-Sounds klingt sehr sauber. Gut gefallen hat mir auch das Cajon.

Es gibt für viele Stilrichtungen die passenden Instrumente: offene klingende Tom-Sounds mit feinen Becken beim Jazz Set, ein im positiven Sinne schön matschig klingendes FAT Kit, dunkel und mit viel Raum klingende Drum Vintages, kurz und knackige Funk- und Fusion-Sounds, klare Rimclicks und interessante Elektro-Sounds.

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Fazit

Mit dem GEWA G5 gibt es nun einen „kleineren Bruder“ zur Top-Serie. Und es braucht sich nicht zu verstecken. Schon deshalb nicht, weil die 400 Sounds identisch zum G9 Modul sind: die Qualität ist hervorragend. Alle Komponenten sind wertig und bieten Qualität, von der Hardware über die Kessel mit den Mesh-Heads bis hin zu den Becken-Pads.

Das GEWA G5 Modul erlaubt durch die separaten Buttons den direkten Zugriff auf viele Einstellungen – natürlich gibt es dennoch Untermenüs. Der mittlere Drehregler bei unserem Modul stand etwas höher nach oben als die beiden äußeren – und funktionierte dennoch tadellos. Laut Vertrieb ist dies nicht so gedacht. Wir sehen es einfach mal als kleine Individualisierung bei der durchweg hohen Qualität an. Wenn dieses Kit „ins Portemonnaie“ passt, dann ist dies definitiv einen Test und eine Empfehlung wert.

Plus

  • qualitative hochwertige Sounds
  • stabile Hardware
  • gute Triggereigenschaften und Sound-Reproduktion
  • separater Ständer für das Drum-Modul

Minus

  • Kabel nur mit Zahlen beschriftet
  • Becken-Pads im Verhältnis zu den Mesh-Heads recht laut

Preis

  • 3.890,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    ctrotzkowski  

    Hi Christian

    gut geschriebener Test.

    Frage jedoch: War bei den Klangbeispielen ein Summen-Kompressor beteiligt? Auf meiner Abhöre klingen die meisten der Beispiele irgendwie platt im Sinne von „zu gleichmaßig“ in Lautstärke / Intensität.

    Beispiel: Das Jazz Kit wirkt nicht wirklich realistisch zurückhaltender als die beiden vorausgehenden Poprock Drumkits. Ein 2box Drumit löst die Dynamikunterschiede dann doch um Welten feiner auf, ebenso wie ein Roland aus gleicher Preisklasse. Es sei denn – wie gesagt – dass die Aufnahme das irgendwie zu nah „zusammengeschoben“ hat.

    Gruß,
    Carsten

    • Profilbild
      Christian Herrmann  RED

      Hallo Carsten,
      danke für die Blumen und Deine Frage.

      Die von Dir genannten Sounds klingen „im Gerät“ also z.B. im Kopfhörer nicht komprimiert und lebendig gemäß der Spieldynamik. Ich habe im Sound Module keine Kompression aktiv eingestellt – meines Wissens war dort auch keine aktiviert. Die Aufnahmen stammen direkt aus den zwei Outputs und wurden dann hinsichtlich des Signalpegels angepasst/normalisiert. Sollte es ggf. hierbei zu einer Komprimierung gekommen sein so ist dies keine Absicht.

      Viele Grüße
      Christian

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