Test: Gibson, Les Paul Classic Plus 60, E-Gitarre

Ein Binding sorgt auch hier für den typischen Look der Les Paul. Die Kopfplatte mit exakt 17° Neigung zum Hals gibt ebenfalls ein gewohntes Bild ab. Die original Gibson-Saiten werden von Vintage Mechaniken in Stimmung gehalten. Über den Kunststoffsattel geht es dann zur Tune-o-Matic Bridge mit einzeln verstellbaren Saitenreitern. Die Hardware ist komplett in Chrom gehalten. Alles in allem gibt es keine Überraschungen bei der Konstruktion. Bei einer Gitarre die das Wort „Classic“ im Namen trägt ja auch nicht unbedingt das, was man erwarten würde. Den einzigen Unterschied zur Standardausführung der „Paula“ findet sich bei den Pickups. Ein Ceramic 496R und ein 500T Humbucker aus dem Hause Gibson im „Open-Coil“-Look sind hier für die Klangübermittlung zuständig und unterstreichen mit feiner Linie den Rock-Charakter der Classic Plus. Der Dreiwege-Wahlschalter und die Potis für Lautstärke und Klang finden sich dann wieder an gewohnter Stelle.

-- Tune-o-Matic Bridge und Ceramic 496R Humbucker --

— Tune-o-Matic Bridge und Ceramic 496R Humbucker —

Umfassend betrachtet ist die Verarbeitung der Gitarre wirklich perfekt. Die Hölzer sind sorgfältig verleimt und ausgewählt, sodass die Gitarre schon von der Optik her einen wirklichen Spaßfaktor besitzt. Das weckt Hoffnungen, was die sonstigen Qualitäten der Les Paul Classic Plus 60 betrifft.

Klang & Handling

Klar, dass man auch hier die klassischen Les Paul Attribute erwarten sollte, und die findet man auch schon gleich beim trockenen Anspielen der Classic Plus. Ein mittig-warmer Grundsound mit ordentlicher Lautstärke und Durchsetzungskraft verlässt die Gitarre unplugged, und schon ist der Hang zu satten Powerchords und Sustain in Überlänge zu erahnen. Ein solches Klangverhalten hat natürlich seinen Preis, und den zahlt man über das Gewicht der Gitarre. Viel Klang kommt nur von viel Holz, und so kann es schon mal zu eingeschlafenen Beinen kommen, wenn man länger im Sitzen spielt. Wer öfter im Stehen spielt oder auf der Bühne steht, wird den Faktor Gewicht mit einberechnen müssen.

-- Die Kopfplatte mit original Gibson-Mechaniken --

— Die Kopfplatte mit original Gibson-Mechaniken —

Aber das ist nun mal das, was den Charakter dieses Modells ausmacht, und echte Fans werden es verkraften können. Auch an der Bespielbarkeit scheiden sich ja bekanntlich die Geister, und der ewige Diskurs wegen der Halsradien und deren Auswirkung auf den Klang und die Bespielbarkeit schwelt noch immer munter weiter. Aber dank des mittleren Radius und auch sonst einer vorzüglichen Bespielbarkeit wird die Classic Plus 60 wohl in beiden Lagern Freunde gewinnen können. Einzig die Erreichbarkeit der oberen Bünde ist ein wenig mau, da der massige Halsübergang und der dicke Korpus einiges an Fingerakrobatik erfordert, um die hohen Lagen zu erreichen.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    harrymudd  

    Klangbeispiele über ein Boss ME25 zu produzieren halte ich für nicht gerade sehr aussagekäftig – zumindest für sehr gewagt.
    Andere Tester geben sich hier mehr Mühe.
    So ist der Test leider wertlos und deshalb:
    Finger weg!

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      tilmann.seifert  RED

      Hallo harrymudd

      Auch wenn ich nicht verstehe, was es mit Mühe zu tun hat die Klangbeispiele über ein anderes Gerät aufzunehmen kann ich deine Bedenken verstehen. Natürlich ist eine wirklich aussagekräftige Beurteilung des Klangs nur über den individuellen Lieblingsverstärker möglch, aber letztendlich finden sich bei einem Solchen online-Test auch noch andere Hürden die das Hörvergnügen Beeinträchtigen könnten. z.B. die Boxen mit denen man sich das ganze zu Hause anhört. Ich Benutze das Me-25 wirklich gerne und finde auch dass die Geräte von Boss sich in sachen Klang nicht verstecken müssen. Auch wenn es sicherlich nicht mit einem guten Röhrenamp vergleichbar ist. Schade, dass dir deshalb der Ganze Test „wertlos“ erscheint, aber ich werde deine Anregung gerne für zukünftige Tests berücksichtigen und auch immer mal das direkte Signal der Gitarre aufnehem. Viel Spaß beim Lesen noch.
      Tilmann

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        harrymudd  

        hallo
        meine Kritik bezieht sich auf die Tatsache, dass viele, die sich eine Les Paul zulegen wollen, fragen wereden od sie so viel Geld für eine Gitarre ausgeben wollen. Und meiner Meinung nach gehen diese vielen kleinen Nuancen, die eine Les Paul von einer anderen Gitarre unterscheiden, bei der Wiedergabe über ein Boss ME525 verloren.
        Des weiteren gibt es in dem Test einige Unstimmigkeiten zur Beschaffenheit der Klampfe: das Griffbrett ist bestimmt nicht aus speziell wärmebehandeltem Palisander sondern aus Ahorn (Baked Maple) und weiterhin denke ich, dass es in einem solchen Test erwähnt werden sollte, dass der Korpus nicht mehr vollmassiv ist, sondern weight reliefed sprich im Korpus befinden sich zur Gewichtsreduzierung eingebrachte Hohlräume.
        Gibson selber erklärt dies auch auf seiner website.
        Ich finde solche Fakten gehören einfach in einen Testbericht, denn einfach nur die Prospektangeben runterleiern hilft niemandem.
        H.

  2. Profilbild
    oslp

    Wo kann man die kaufen? Die Suche im Internet war bis jetzt noch nicht sehr ergiebig…

    • Profilbild
      tilmann.seifert  RED

      Hallo oslp.

      Hmm. So wie es aussieht, gibt der Link am Ende des Artikels das nicht mehr her da die Gitarre nicht mehr im Sortiment ist… Frag doch ansonsten mal direkt bei Gibson an, ob sie die Gitarre noch im Programm haben. Wenn nicht findest du sie eventuell gebraucht bei gewissen Internetauktionsplattformen.

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