Test: Gibson Les Paul Standard T 2017 BB

Pickups und Elektrik der Gibson Les Paul Standard T 2017 BB

Auch hier geht es auf den ersten Blick recht unspektakulär bzw. sehr vertraut zu. Für die zwei in der Decke eingeschraubten Burstbucker Humbucker steht, wie üblich bei einer Paula, je ein Volume- und ein Toneregler zur Verfügung. Alle vier Potis sind aber als Push-Pull-Varianten ausgelegt, was recht vielseitige Schaltungsmöglichkeiten ergibt. So werden beim Anheben der Volumepotis die Doppelspuler in den Singlecoilmodus versetzt, die Tonepotis erfüllen hingegen zwei unterschiedliche Aufgaben. So bewirkt ein Herausziehen des Tonepotis für den Burstbucker am Hals eine Phasenumkehrung der Spulen („Out of Phase Sound“), ein „Must-have“ in den 70er Jahren und bekannt durch seinen hohlen und nasalen Klang.

Das Anheben des Tonepotis für den Steghumbucker schaltet diesen dagegen direkt auf den Klinkenausgang der Gitarre, somit wird die komplette elektrische Schaltung umgangen und dem Sound des Burstbuckers mit einem Stück mehr Ausgangsleistung freie Bahn gegeben. Sozusagen der letzte Kick, wenn im Solo doch noch ein wenig Gain fehlt.

potis

— Vier Mal Push/Pull, bitte! —

Die Potis sind von hervorragender Qualität, trotz des Push-Pull-Mechanismus sitzt alles bombenfest und absolut frei von Spiel. Auch das Anheben der Regler gelingt recht einfach, wenngleich die Gold eingefärbten Plastikknöpfe doch recht klein ausgefallen sind und durch ihre glatten Oberflächen nicht immer sicher zu greifen sind. Ein Lob gilt es noch für den Dreiwegeschalter auszusprechen, denn er ist ebenso solide ausgefallen wie die komplette Hardware der Gibson Les Paul Standard T 2017 BB.

Zwischenzeugnis

Eine Gibson, wie sie im Buche steht: grundsätzlich hochwertig verarbeitet, in manchen kleinen Details dann aber doch wieder nicht. Doch die wenigen Mängel, wie etwa der scharfkantige Sattel oder das nicht ganz so sauber verarbeitete Binding am Halsfuß, täuschen nicht darüber hinweg, es hier mit einem Premiuminstrument zu tun zu haben. Optik und Haptik spielen hier auf einem hohen Niveau, aber wie spielt sich das Instrument selbst?

Klangbeispiele
Forum
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    Claudia

    Nun denn,das Hersteller wie Gibson für so einen Preis solche Mängel abliefern dürfen,ist
    eine Frechheit.
    Demnächt fangen die Mittelklasse Gitarren bei 5000 Euro an,dann kann man noch unsauberer arbeiten.Eine Custom Gitarre gibt es dann ab 20.000 Euro.
    Klar,das die Hersteller verkaufen wollen.Dann
    kamm man natürlich kein schlechtes Urteil abgeben.
    Vielleicht so ähnlich: Der hals ist leicht verzogen,die Pickups haben Nebengräusche,
    die Potis Kratzen das Vibrato und die Mechnaiken sind absolut nicht stimmstabil,
    aber mann hat ja für 2500 Euro eine tolle PRS als Gegenwert !

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    berniejo

    Leider ist die Hardware nicht vom oberen regal. Die Groover mechaniken werden für Gibson extra in China gefertigt da Gibson die USA version zu teuer ist. Weiterhin ist die Bruecke gegossen ( cast ), wo weis kein Mensch. Im moment wollen zwei mitarbeiter von Gibson ein Buch schreiben über das Management von Gibson, mal gespannt.

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      Stephan Güte  RED

      Woher weißt Du das, mit den Grovers aus China? Oder die gegossene Brücke? Bitte mal ein paar Links dazu. Ich glaube das nämlich nicht :)

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    AMAZONA Archiv

    Als die Preise immer weiter fielen, habe ich mir eine Less+ vom ungeliebten 2015er Jahrgang geleistet, mit allem, was an diesem Jahrgang bemängelt wurde: Auto-Tuner, breitem Hals, Coil-Split und noch dazu dünnerer Korpus. Auch ich hatte über die Auto-Tuner gemeckert, denn damals wollte ich gerade eine „richtige“ LP von Gibson kaufen und da kam mir die Entwicklung dazwischen. Ich muss aber sagen, ich bin SUPER-zufrieden. Sie ist inzwischen meine Lieblingsgitarre und zwar einschließlich meiner Akustik-Gitarren. Durch den breiten Hals ist sie super zum Picken. Sogar die Tuner habe ich entgegen meiner ursprünglichen Absicht draufgelassen, denn man kann sie einstellen, so dass die Gitarre nicht mehr dauernd schief klingt. Inzwischen bedaure ich meine damalige Meckerei, denn einige der inzwischen zurückgenommenen Gibson-Modernisierungen waren wirklich sinnvoll. Auch den breiten Hals hätte ich persönlich gern als dauerhafte Option gehabt.

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    Eisbär

    Tradition verpflichtet:-)

    Habe mir aus fünf Koffern beim großen T. eine Traditional 2016 rausgesucht….Tradition steckt ja auch in Traditional!

    Sieht super aus, keine Mängel….passt also. Klang wie eine Paula, halt erstmal für jeden am Anfang ….unaufgeregt, ist aber immerhin eine original Gibson, super…fühlt sich super an. Alle anderen vier hatten wie erwartet Verarbeitungsmängel satt.
    Dann zu Andreas Kloppmann gefahren, das Teil auf den OP Tisch gelegt und siehe da:
    Verkabelung viel zu lang und ins Bohrloch zurück gestopft und geknickt!
    Drei Potis Schrott (220K) obwohl es 500K sein sollten…
    Kondensatoren völlig leblos im Soundgesamtbild eingelötet…ich war stinksauer, aber immerhin in guten Händen…

    Also alles raus! neue Pickups, Kabel, neue Potis, neue Kondensatoren….denn die Bauweise und die Hölzer einer Paula sind nunmal bodenständig und durchweg zu gebrauchen bei Gibson, wie ich und Andreas finden.

    Es sind halt die anderen Dinge die auch entscheiden über den Gesamtklang….Das wird Gibson auch wissen:-)
    Deshalb zur Custom VOS, CC greifen weil die Schrott in die Traditional verbauen? Never Ever! Ich erkenne hier vielmehr ne Verkaufsstrategie von Gibson.

    Aber ne Gibson muss man halt haben, basta! Macht es wie ich oder das Meckern hört nie auf. Zum Klang nach dem Umbau sage ich lieber nichts, muss man erleben..ansonsten gebe ich Claudia recht!

    Rockige Grüße

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