Test: Gretsch G5422TDCWS, E-Gitarre

Konstruktion

Im Gegensatz zu den Modellen der ersten Stunde, hat man sich bei der Gretsch G5422TDCWS für eine Double-Cutaway-Form entschieden. Selbige generiert zudem ein Tiefe von nur 57 Millimetern im Hollowbody und gewährleistet damit eine bequemere Handhabung, als es die Vollresonanz-Modelle vorgeben. Als Korpusholz kommt das eher selten verwendete Linde zum Einsatz, während man bei einem Ahornhals mit Palisandergriffbrett durchweg alte Bekannte trifft. In Sachen Mensur setzt Gretsch auf die kurze Gibson-Variante, will heißen 62,2 Zentimeter.

Die gesamte Optik versprüht massives Vintage-Flair, angefangen bei den eingefassten F-Löchern über doppelseitiges Binding am Korpus bis hin zu den Pearloid-Hump-Block Griffbretteinlagen. Um den akustischen Charakter des Instrumentes zu unterstützen, wird die Brücke nur über den Saitendruck in ihrer Position gehalten. Hier ist bei hartem Anschlag und dünnen Saiten wahrlich Vorsicht geboten, allzu schnell haut man die Brücke aus ihrem Sweet Spot und verstümmelt Intonation oder Bespielbarkeit. Meines Erachtens sollte man nichts unter einem 011er Satz auf dieses Instrument aufziehen, 012er oder aber die ganz schwere 013er Seile sind willkommen.

Auch die offenen Stimmmechaniken wirken wie von einer akustischen Gitarre übernommen, was ihrer perfekten Gängigkeit und präzisen Handhabung aber keinen Abbruch tut. Ein Milchglas-artiges Scratchboard und ein lizensierter Bigsby Licensed B60 Vibrato unterstützen ebenfalls die anvisierte Kundschaft. Geht es um weiche, wabernde Akkordvibrati, ist der Bigsby nach wie vor erste Wahl, schwere Dive-Bombs quittiert er allenfalls mit einer aus dem Ruder laufenden Stimmung und aufgrund der Brückenkonstruktion schnell reißenden Saiten. Zudem verfügt die Gitarre über die klassische Reglertechnik, will heißen 2 x Volume, 1 x Master Volume, 1 x Master Tone.

-- Bigsby Vibrato System --

— Bigsby Vibrato System —

Da war doch noch was. Was war noch mal das alles übersteigende Markenzeichen von Gretsch Gitarren, der ultimative Inbegriff des Twäng-Sounds? Fachleute wissen längst was kommt, es handelt sich um die legendären von Ray Butts im Jahr 1954 entwickelten Filter Tron-Pickups, hier in der Black-Top-Ausführung. Kein Gretsch-Sound ohne Filter Tron-Pickups, so einfach ist das. Der erste doppelspulige Tonabnehmer seiner Zeit zeichnet sich durch einen hohlen, kehligen Klang aus, welcher in Kombination mit dem passenden Vollröhrenamp im Stil eines Fenders Bassman, Vibrolux oder Vergleichbarem den ultimativen Knack aus einem cleanen Sound holt.

Du willst kräftigen Crunch, womöglich High-Gain Leads und stehende Artifical Harmonics?  Bitte wechsel umgehend die Gitarre! Du willst einen der berühmtesten Clean-Sounds der Welt und jede Menge Esprit der Fünfziger und Sechziger? Hier bist Du richtig!

Klangbeispiele
Forum
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    vssmnn  AHU

    echt mal seit langer zeit eine Klampfe mit absolut spezifischem sound, die soundbeispiele stellen das sehr gut heraus. danke

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