Test: Hammond, SK1 & SK2, Orgel

1. Februar 2012

Orgel - On the road

Hammond – der Name steht für satte und fette Orgel-Sounds und in den meisten Fällen auch für schwere Geräte, die den nächsten Bandscheibenvorfall näherrücken lassen. Mit der neuen SK1 will der amerikanische Hersteller nun zeigen, dass es auch anders geht. Leicht ist das Instrument auf alle Fälle, aber ob der Sound dann noch stimmt …

Hammond SK1

Hammond SK1

Gehäuse & Anschlüsse

Packt man das SK1 zum ersten Mal aus, fällt sogleich das geringe Gewicht von grade einmal 7 kg auf. Da ist man als Live-Keyboarder auch heutzutage eigentlich noch andere Dimensionen gewöhnt. Die Maße mit 90 x 30 x 10 cm sind ebenfalls sehr gering ausgefallen, so dass die Schlepperei zwar kein Ende hat, aber auf ein Minimum reduziert wird. Entscheidet man sich stattdessen lieber für die zweimanualige Ausführung SK2, sind es immer noch erschwingliche 16 kg. Der Aufbau der Orgel ist sehr übersichtlich. Alle Bedienelemente sind oberhalb der Tastatur untergebracht. Neben einigen Drehreglern fallen sofort die neun Zugriegel auf der linken Seite auf, die echtes Orgel-Feeling aufkommen lassen. Mittig zentral findet man das Display, über welches die wichtigsten Einstellungen vorgenommen werden. Optisch ist das SK1 eher im Retro-Bereich anzusiedeln, was für eine Hammond Orgel absolut in Ordnung geht. Schließlich geht es hier nicht um die Top-Workstation mit Touch-Display, sondern um eine Orgel. Dass in dem SK1 jedoch noch einiges mehr steckt, werden wir gleich sehen. Die Basis der SK1 ist übrigens die gleiche wie bei den anderen Hammond Modellen XK-3c und New B-3 auch. Das erlaubt natürlich auch die ein oder andere Klangbearbeitung.

Zugriegel

Zugriegel

Master, Leslie, Vibrato & Chorus

Master, Leslie, Vibrato & Chorus

Alle Anschlüsse der SK1 befinden sich auf der Rückseite. Neben den obligatorischen Line-Ausgängen L/R, dem externen Netzteil, einem Kopfhöreranschluss, MIDI In/Out, den Buchsen für Sustain-, Expression-Fußschalter/Pedal findet sich dort auch ein 8-poliger Anschluss für ein Hammond Leslie. Über ein einziges Kabel können hier sowohl Orgel- als auch nicht Orgel-Sounds getrennt voneinander übertragen werden, so dass man am Aux-Weg des Leslies alle Nicht-Orgel-Sounds anliegen hat. Abgeschlossen wird die Rückseite mit einem USB-Anschluss über den zukünftig Sound-Updates von Hammond nachgeliefert werden können.

Anschlüsse

Anschlüsse

Die Tastatur ist Orgel-typisch leicht gewichtet und mit Anschlagsdynamik ausgestattet. Die Polyphonie ist auf maximal 63 Stimmen begrenzt. Die Farbe des Tastatur ist leicht gelblich, so dass auch hier der Retrolook fortgeführt wird.

Klangbeispiele
Forum
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    Martin Andersson  RED 1

    Klingt spannend, werde mir diese neue Hammond bestimmt näher anschauen. Dennoch würde ich dem (etwa gleich teuren) Nord Electro 3 den Vorzug geben. Die B3 klingt (gemäß Audiobeispielen) bei beiden Instrumenten sehr edel, doch bei den Pianos kann die SK1 schlicht nicht mit dem roten Schweden mithalten. Bin ehrlich gesagt etwas erstaunt über die schlechte Qualität der Piano Sounds der SK1; wäre wohl besser gewesen, sie gleich wegzulassen.

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      vssmnn  

      na ich weiss ja nicht, was an dem teil fürs geld so toll sein soll.
      Für weniger gibts es nen Kurzweil, dessen KB3 orgeln klingen meiner meinung nach besser, und man bekommt amtliche pianos + sonstige sounds mit.
      einzig als eyecatcher 2-keyboard köpnnte ich es mir vorstellen.. aber eihentlich schade ums geld

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    t.bechholds  AHU

    Danke für den schönen Test !… Die Dinger sind ja aber sowas von häßlich … auch wenn sie gut klingen, au backe. Da noch ein Clavia drunter und man glaubt, man ist zu Gast bei Ken & Barbie !

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    Key-Star

    Es lohnt auf jeden Fall, sich näher und ausführlich mit Sk 1 bzw. Sk 2 zu beschäftigen – der Drawbar-Sound spielt auf ganz hohem Niveau, und wenn man sie an ein echtes 147er anschließt, kann sie im Blindtest kaum einer von einer echten B 3 unterscheiden. Und für den kleinen Gig überzeugt im Band-Kontext die Lesliesimulation allemal. Zu den Extra Voices: Es gibt heute ja schon Leute, denen gefällt der Klang eines echten Steinways nicht mehr, weil er anders klingt, als sie es von irgendwelchen Phantomen oder Motiven her kennen, also, die Rhodes-, Wurlitzer- und Clavinetsounds in den Sk 1 und 2 sind wirklich hervorragend – vor allem, sie lassen sich auf der wirklich guten Hammond-Tastatur ohne große Umstellung spielen wie auf den Originalinstrumenten. Also, unbedingt selber testen, am besten an einem Röhrenverstärker.

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      TiehSsieh

      Hallo, ist schon ein paar Jahre her, aber falls Du das hier ließt, wäre ich Dir sehr dankbar, wenn Du mir sagst, wie ich den 8 Pol Ausgang der SK1 mit meinem 147er Leslie synchronisieren kann!!!!
      Vielen Dank
      TiehSsieh

  4. Profilbild
    pianojazz1

    Da ich sowohl die Clavia- als auch die Hammond-Produkte sehr gute kenne (von meinem Electro III habe ich mich nach zwei Jahren schlagartig verabschiedet, als ich die XK-3c angespielt habe; das Nord Stage spiele ich hingegen als E-Piano seit Jahren), möchte ich auf einige grundsätzliche Schwierigkeiten des Vergleichs der SK1 mit Clavia oder anderen Konkurrenten hinweisen: 1) Hammond-Instrumente verfügen über den besten Orgel-Sound auf dem Markt, im Fall der SK1 nicht nur in Bezug auf Hammond-Sounds, das ist nicht verwunderlich, denn schließlich ist die Hammond die „Mutter“ und die Langzeiterfahrung des Herstellers nicht zu toppen 2) die Hammond-Tastaturen sind unvergleichlich hochwertig und vermitteln ein Top-Spielgefühl, v.a. für Orgelsounds, funktionieren aber wie im Fall der SK1 auch bei anschlagdynamischen Sounds sehr gut 3) die Bedienung mit Zugriegeln ist durch Slides auf Plastikknöpfen nicht zu ersetzen – die Bedienung der Clavia-Orgeln ist zwar möglich, macht aber wenig Spaß und hat nichts mit Hammond-Feeling zu tun 4) Hammond ist nun mit seinen „Light-Produkten“ in direkte Clavia-Konkurrenz eingestiegen und liefert meines Erachtens das insgesamt hochwertigere und wertbeständigere Produkt. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, die Sounds durchwegs von sehr guter Qualität. Der Verweis auf klangliche Abstriche im Vergleich zu Workstations, Wurlitzer oder Fender-E-Pianos, B3s oder Steinway-Flügeln sind unsinnig, da sie nicht dem Konzept des Instruments entsprechen. Wer Hammond spielen möchte, sollte dies auf Hammond-Orgeln tun. Wer ab und zu ein paar andere Sounds braucht, ist mit der SK1 bestens bedient und wem die Qualität noch nicht reicht, dem steht über Midi alles von Soundmodul bis Software-Plugin offen. Die Bedienung des Clavia Nord Electro III mit Minidisplay macht nicht wirklich Spaß, denn für abgespeicherte Sample-Sounds muss man sich Zahlen merken – das erinnert an längst vergangene Keyboard-Zeiten. Problematisch ist zudem die Qualität der Samples – wird hier über die Hammond-Qualität lamentiert, dann sollte auch die äußerst durchwachsene Sample-Qualität von Clavia gesprochen werden. So schlechte Brot-und-Butter-Sounds liefert sonst kein Hersteller, schon gar nicht, wenn er unter der Camouflage eines Edel-Produktes rangiert.

  5. Profilbild
    Goofy

    Klingt nicht schlecht die Kiste – aber die ‚Zugriegel‘ sind der gleiche Lacherfolg wie bei Clavia. Wie soll bei so einer Verarsche denn Hammondfeeling aufkommen. Vom Sound her sind beide Kandidaten meiner Meinung nach auf Augenhöhe.
    Bezüglich der Zugriegel lobe ich mir da meine alte Korg CX-3 aus den 80’ern und meine Viscount DB-3. Klar haben die nicht den ‚originalen‘ Hammondsound, aber mit ’ner Gitarren-Multitretmine und dem Roland RT-20 klingen die Kisten auch ganz OK – jedenfalls für mich. Und der Preis für beide war vor ‚Urzeiten‘ einfach zum ‚Zuschlagen‘.

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