Carlos Asensio Signature
Signature-Modell für moderne Gitarristen: Die Harley Benton ST-Modern Carlos Asensio CGM vereint zeitgemäße Features mit klassischem ST-Style – und das zum fairen Preis.
- Verarbeitung: Hochwertige Materialien, ergonomisches Shaping, durchdachtes Halsdesign mit Komfortfaktor.
- Sound: Klare ST-Single-Coils und kraftvoller Humbucker.
- Hardware: innovatives Vegatrem VT1.
- Preis-Leistung: Für nur rund 600 EUR ein überzeugendes Signature-Modell.
Inhaltsverzeichnis
Harley Benton ST-Modern Carlos Asensio
Harley Benton hat sich in den vergangenen Jahren vom reinen Preis-Leistungs-Geheimtipp zu einem ernst zu nehmenden Anbieter im Low-Budget-Segment entwickelt. Besonders in ihrer Modern-Baureihe beweist die Thomann-Hausmarke immer wieder, dass hochwertige Materialien, zeitgemäße Specs und attraktive Preise kein Widerspruch sein müssen. Die ST-Modern-Serie steht dabei für ergonomische Bauformen, spieltechnische Optimierungen und eine klare Ausrichtung auf moderne Spielweisen, ohne dabei den Bezug zum klassischen ST-Style zu verlieren.
Mit der ST-Modern Carlos Asensio CGM bekommt diese Linie nun ein Signature-Modell, das nicht auf plakative Optik oder extreme Sonderlösungen setzt, sondern vielmehr die persönlichen Vorlieben des spanischen Gitarristen Carlos Asensio in ein stimmiges Gesamtkonzept packt. Carlos Asensio ist bekannt für sein technisch versiertes und zugleich musikalisches Spiel, das sich stilistisch zwischen Fusion, Rock und modernen Instrumental-Sounds bewegt. Entsprechend sollte seine Signature-Gitarre sowohl feinfühlig als auch durchsetzungsstark sein – mit hohem Spielkomfort, flexibler Elektronik und zuverlässiger Stimmstabilität.
Wollen wir im folgenden Test mal schauen, inwieweit dieses Konzept aufgegangen ist und was man von einer Harley Benton E-Gitarre erwarten darf, die mit einem Verkaufspreis von knapp 600,- Euro die preisliche Speerspitze im aktuellen Sortiment des Herstellers einnimmt.
Facts & Features
Der Korpus der ST-Modern Carlos Asensio besteht aus amerikanischer Erle, einem echten Klassiker im ST-Universum. Während die Decke nur ein leichtes Shaping im hinteren Teil besitzt, ist man auf der Rückseite richtig in die Vollen gegangen. Neben der beliebten „Bierbauchfräsung“ wurde dort rund um den Hals-Korpus-Übergang ordentlich Material abgenommen, um der Greifhand beim Bespielen der oberen Lagen des Halses so wenig Widerstand wie nur irgend möglich entgegenzusetzen. Die Hochglanzlackierung in „Cactus Green Metallic“ verleiht der Gitarre eine eigenständige, aber nicht übertriebene Optik, die Vintage-Anleihen und zeitgemäßen Look stimmig verbindet.
Canadian Roasted Maple Neck mit Compound-Radius
Der geschraubte Hals aus geröstetem kanadischem Riegelahorn ist sicher eines der Highlights der ST-Modern Carlos Asensio. Das Roasting sorgt nicht nur für eine ansprechende dunklere Optik, sondern erhöht auch die Stabilität des Holzes und reduziert dessen Anfälligkeit für klimatische Schwankungen. In der Praxis fühlt sich der Hals angenehm trocken und „eingespielt“ an, ohne dabei roh oder unbehandelt zu wirken. Das Smooth-D-Profil ist moderat dimensioniert und bietet mit 20,5 mm am 1. Bund und 22,5 mm am 12. Bund eine gute Balance zwischen Substanz und Spielkomfort. Besonders positiv fallen die rechtwinklig abgerundeten Griffbrettkanten auf, die das Spielgefühl deutlich aufwerten und ein organisches Greifgefühl vermitteln.
Das Palisandergriffbrett mit Dot-Inlays wird durch Glow-in-the-dark-Side-Dots ergänzt – ein kleines, aber feines Detail für dunkle Ecken auf der Bühne oder im Proberaum. Der Compound-Radius von 12″ bis 16″ unterstützt sowohl komfortables Akkordspiel in den unteren Lagen als auch saubere Bendings ohne Schnarren in den höheren Registern. Zusammen mit der Mensur von 648 mm und der Sattelbreite von 42 mm ergibt sich ein komfortables und kontrolliertes Spielgefühl. Das könnte sicher noch ein Stück besser sein, wäre die Gitarre ab Werk besser eingestellt. Unser Testmodell besaß doch eine recht hohe Saitenlage, was den Spielfluss natürlich trübt. Das ist aber mit ein paar Handgriffen und etwas Know-how schnell behoben.
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Vegatrem VT1 – innovatives Vibratosystem
Ein zentrales Ausstattungsmerkmal der ST-Modern Carlos Asensio ist das verbaute Vegatrem VT1 Ultratrem STD Glossy Steel. Auf dem Papier positioniert sich dieses moderne Vibratosystem klar als Weiterentwicklung klassischer Vintage-Tremolos: Größerer Einstellbereich, geschmeidige Ansprache und verbesserte Stimmstabilität sollen die zentralen Vorteile sein. Auch konstruktiv wirkt das System durchdacht und hochwertig umgesetzt. Unterstützt wird das System von den sauber laufenden Staggered-ML-55-CR-Mechaniken mit graviertem Harley Benton Logo, die insgesamt einen soliden Eindruck hinterlassen.
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Pickups & Elektronik
Bestückt ist die Gitarre mit einem Tesla-OPUS-X-Humbucker in Stegposition sowie zwei Tesla-Time-Machine-57’s-Single-Coils in der Mittel- und Halsposition. Diese Kombination verbindet klassische ST-Klangfarben mit moderner Durchsetzungskraft. Der OPUS-X-Humbucker liefert einen sehr hohen Output und schiebt den Amp spürbar an, was ihn für druckvolle Rock- und Lead-Sounds prädestiniert.
Die beiden Time-Machine-57’s-Single-Coils zeigen sich von ihrer starken Seite: Clean gespielt liefern sie genau das, was man erwartet – klare, offene Höhen, eine saubere Ansprache und diesen typisch drahtigen „Strat“-Charakter. Auch leicht angezerrt bleiben sie transparent und dynamisch. Besonders in den Zwischenpositionen entstehen die bekannten hohlen, perligen ST-Sounds, die sich hervorragend für Funk, Pop, Blues oder rhythmische Cleans eignen.
Gesteuert wird die Elektronik über einen Volume- und einen Tone-Regler, einen 5-Wege-Schalter sowie einen Mini-Toggle für den Coil-Tap des Humbuckers. Letzterer erweitert das Klangspektrum um schlankere, single-coilartige Varianten und erhöht die Flexibilität spürbar, ohne die Bedienung unnötig zu verkomplizieren.
Die ST-Modern Carlos Asensio in der Praxis
In der Praxis zeigt die ST-Modern Carlos Asensio ein insgesamt modernes, spielfreundliches Handling. Das Smooth-D-Profil liegt angenehm in der Hand und dank des weit ausgeformten Hals-Korpus-Übergangs sind auch die hohen Lagen mühelos erreichbar – Soli oberhalb des 15. Bundes lassen sich ohne Verrenkungen spielen.
Klanglich zeigt sich ein differenziertes Bild: Der Tesla-OPUS-X-Humbucker liefert viel Output und schiebt den Amp kräftig an, verliert bei höheren Gain-Einstellungen jedoch etwas an Kontur, begleitet von einer gewissen Nebengeräuschneigung. Für moderates Gain, Rock-Sounds oder Lead-Linien funktioniert der Pickup sehr gut, für sehr präzise High-Gain-Anwendungen braucht es allerdings etwas Feinarbeit am Amp oder EQ.
Die beiden Time-Machine-57’s-Single-Coils präsentieren sich deutlich unkritischer und gehören klanglich zu den stärkeren Punkten der Gitarre. Clean gespielt liefern sie genau den erwarteten, typisch drahtigen ST-Sound mit klarer Ansprache, luftigen Höhen und guter Dynamik. Auch bei zurückgenommenem Volume-Poti bleibt der Sound stabil und transparent – ein „Zusammenbrechen“ oder Ausdünnen des Signals bleibt aus, was besonders bei dynamischem Spiel positiv auffällt. Die Gitarre reagiert insgesamt gut auf Anschlagsnuancen und Arbeiten mit dem Volume-Poti.
Klangbeispiele
Für die folgenden Klangbeispiele habe ich die ST-Modern Carlos Asensio zusammen mit einem Mesa/Boogie Studio 22 Combo verwendet. Vor dem Amp wurde ein AKG C3000 Mikrofon in Position gebracht.
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Spannende Entwicklung irgendwie…
HB hat ja bei Vielen noch das Billigheimer-Image, was ich (persönlich) nicht unterschreiben würde.
Habe hier immer noch zwei Instrumente, bei denen es wirklich keinen Grund zur Klage gibt…
Seit ’ner Weile sind sie wohl auf dem Weg, eine Klasse aufzusteigen, was hier auch wieder der Fall zu sein scheint.
Gute bis sehr gute Verarbeitung und ordentliche Pickups sind ja schon die halbe Miete, und Kleinigkeiten wie die Saitenlage kann man mal als gegeben hinnehmen. Gibt Schlimmeres…
Okay, „Cactus Green Metallic“ muss man wollen, aber ansonsten ist das ein solides Instrument.
Danke, Stephan, für den Test…! 👋🙂👍