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Test: Harley Benton DC-60 Junior Pelham Blue, E-Gitarre

17. August 2021

Vintage-Style SG für Low Budget

Test: Harley Benton DC-60 Junior Pelham Blue, E-Gitarre

Ich habe seit jeher eine Schwäche für SG-Modelle. Ob Omar Rodriguez Lopez, Josh Homme oder einfach Iommi und natürlich Angus Young – ich assoziiere mit dem Modell Originalität und Authentizität. Macht man einen Bogen um den Namen Epiphone, ist man im Niedrigpreissektor leider ohne große Alternative, wer eine feine Double Cut SG sucht.

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Als die DC-60 Serie von Harley Benton angekündigt wurde, habe ich mich also gefreut. Viel von der Kritik, die Thomann-Hausmarke abbekommt, ist durchaus nachvollziehbar. Es ist definitiv nicht alles Gold, was glänzt und die niedrigen Preise werfen berechtigte Fragen bezüglich der Herstellung auf. Aber HB machen es besser als die meisten anderen Niedrigpreismarken. Und sie schaffen es auch immer wieder, uns richtig zu überraschen. Die SC-Serie ist sehr stark, die CST Power Stratocaster ebenfalls. Das letzte Mal, als ich als Tester mit einer Harley Benton in Berührung kam, war das im Rahmen eines Jazzmaster Vergleichtests. Gegen die American Original konnte die Niedrigpreis Jazzmaster von Harley Benton nicht allzu viel ausrichten – aber es ist nichtsdestotrotz eine absolut famose Gitarre für den Preis. Die DC-60 Junior Pelham Blue von Harley Benton zu testen, schlägt also vielleicht in eine ähnliche Kerbe – oder nicht?

Harley Benton DC-60 Junior Pelham Blue – die Features

Die Beurteilung der Qualität einer Niedrigpreis-Gitarre ist so eine Sache. Wie weit muss man als Tester die Tatsache miteinbeziehen, dass die Produktionsumstände billiger Gitarren nicht immer würdige Standards haben? Wird es ausgeglichen durch die Tatsache, dass hochwertige Billiggitarren Musikern, die knapp bei Kasse sind, eine angemessene Ausstattung ermöglichen? Das Thema sprengt den Rahmen eines herkömmlichen Tests und kann hier nur am Rande betrachtet werden.

Also? Wir reden hier von 199,- Euro, was nicht heißt, dass man grobe Verarbeitungsmängel eher akzeptiert. Aber auf den ersten Blick stimmt alles: Keine Leimtropfen oder ungenaue Lackarbeit, saubere Bundarbeit und einmal mit dem Fingernagel über den Griffbrettrand – auch die Bundstäbchen sind kantenfrei. Das ist schon mal beachtlich – HB hat bei diesen kleinen Bearbeitungspunkten genau hingesehen. Und das für den Preis.

Test: Harley Benton DC-60 Junior Pelham Blue, E-Gitarre

Das Korpus aus Mahagoni wird von einem geleimten Mahagoni-Hals aufgeschlossen, der – zu meinem persönlichen Leidwesen – ebenfalls auf der Rückseite mit dem Nitrolack bearbeitet ist. Tut meiner Erfahrung nach dem Grip nicht unbedingt gut, aber da es sich um den saftigen aber sehr flachen und leicht bespielbaren C-Shape am Hals handelt, mit einem 305 mm Griffbrettradius, ist das zu verschmerzen. Alles sauber zusammengeleimt, die distinkten Maserungsstücke sind nicht erkennbar. Sei’s also drum – da die Bundstäbchen schon mal gut bearbeitet sind, ist die Bespielbarkeit schon mehr als angemessen. Darüber hinaus ist die DC-60 Junior leicht – wie man es von den SGs gewohnt ist. Das Amaranth-Griffbrett ist wiederum nicht unbedingt gewöhnlich. Für den Preis war ein Ahorn-Griffbrett nicht zu erwarten, auch wenn es meine Erfahrung ist, dass keine Hals-Griffbrett-Kombination so einen gebündelten, mittig-bissigen Rocksound produziert wie Ahorn-Ahorn. Aber das nur am Rande – Mahagoni-Amaranth-Kombinationen sind mir bislang nicht untergekommen. Zum Amaranth lässt sich lediglich sagen: Rau ist das Ganze, vielleicht ein bisschen zu rau für manche.

Test: Harley Benton DC-60 Junior Pelham Blue, E-Gitarre

Weiße Dots auf den Medium-Jumbo-Bünden – nichts Auffälliges hier, auch nicht am Sattel, der aus Graphit besteht. Mit Graphitsattel habe ich leider keine guten Erfahrungen gemacht – sie schnarren schnell und sind der Stimmstabilität nicht wirklich zuträglich. Ein gewundenes schwarzes Schlagbrett rundet die Gitarre ab.

Harley Benton DC-60 Junior Pelham Blue E-Gitarre

Die Hardware der Gitarre sehen wir uns der Reihe nach an – zuerst die gekapselten Wilkinson Locking-Mechaniken, die genau der Punkt sind, an dem gut und gerne gespart wird. Also lass ich erstmal ein paar ordentliche Zugkräfte wirken – ein paar Bendings auf der G-Saite sind da ein guter vorläufiger Test, den die DC-60 knapp besteht. Ich muss nach einer Weile definitiv nachstimmen, habe aber den Eindruck, dass sich das gute Stück akklimatisiert und meine Drop-D-Stimmung recht stabil hält. Der nächste Faktor der Stimmstabilität – der Wrap Around Steg, der für die SG-Vintage-Modelle typisch ist, ist an den Achsen ins Holz geschraubt worden, wirkt aber ein wenig schlampig verarbeitet. Ein wenig schief verläuft die Oberachse, wenn auch nur geringfügig.

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Test: Harley Benton DC-60 Junior Pelham Blue, E-Gitarre

Die  Roswell P90D AlNiCo-5 Dog Ear Singlecoil haben mich persönlich sehr neugierig gemacht. Gute P90 Pickups gehören zu meinen persönlichen Lieblingen – dieser etwas voluminösere, bissigere Singlecoil-Sound harmoniert einfach prächtig mit Overdrive und Fuzz. Die Gibson SG Classic kam mit den originalen Gibson P90ern daher und erzeugt in Kombination mit einem ZVex einen meiner persönlichen Lieblingssounds überhaupt. In der Hinsicht kann ich mir also nicht helfen – ich habe Erwartungen an die Roswell Pickups, die in der Vergangenheit zeigten, dass sie – lässt sich nicht anders sagen – eine „Mixed Bag“ sind. Die Vintage-Style-Pickups der Marke beispielsweise, die bei der Jazzmaster verbaut waren, konnten mich überzeugen. Für manche Singlecoils der Firma lässt sich leider nicht das Gleiche sagen. Aber ich bleibe aufgeschlossen und freue mich darauf, die Qualität der P90er Dogears an meinem Laney Amp, mit und ohne Pedale zu überprüfen sowie ihr Zusammenspiel mit den Volume- und Tone-Reglern zu erforschen.

Das ist der Sound der Harley Benton DC-60 Gitarre

Wir gehen den klassischen Weg und nehmen mit zwei Sennheiser Mikrofonen einen Laney-Amp ab. Mithilfe des Benson Germanium Fuzz schauen wir, wie gut die Gitarre verschiedene Verzerrungsgrade aufnehmen kann. Doch zunächst der Clean-Sound:

Ein bisschen hölzern und undynamisch sind sie, die Dogears. Der P90 ist von eigenwilliger Dynamik und hinkt den normalen Singlecoils in der Hinsicht hinterher, hat aber auch untenrum mehr Power. Das lässt sich auch nicht über die Dogears sagen – sie sind ein bisschen flach und komprimiert im Frequenzgang. Die Mitten schieben ordentlich, soviel ist schon mal deutlich.

Beim Crunch fällt das Urteil schon besser aus – die Dogears überraschen mich hier und ich wage zu behaupten, dass der Apfel hier nicht allzu weit vom P90-Stamm fällt. Auffällig ist aber, dass der Output ein bisschen höher sein könnte und Feinheiten beim Spiel, speziell, wenn sie auf dem Griffbrett passieren, ein bisschen schwach auf der Brust daherkommen.

Gain hochgefahren – und nachgestimmt. Tatsächlich dauert es wirklich, bis sich das gute Stück einigermaßen in Sachen Stimmung einpendelt, denn spätestens nach ein paar Durchläufen muss nachjustiert werden, speziell bei der tiefen E- und der G-Saite. Nichtsdestotrotz – der Sound ist warm, rund und hat ein angemessenes Attack, auch wenn man mit ordentlicher Verzerrung garniert. Klar, dieser hölzerne, leicht undynamische Charakter wird bei echten P90er durch einen gleichmäßigeren Frequenzgang aufgeweicht. Trotzdem – für den Preis ist das ein feiner, dreckiger Vintage-P90 Sound, wie ich ihn mir erhofft habe, der in Dimensionen der Dynamik erwartungsgemäß wahrnehmbar unter seinen größeren Soundbrüdern liegt.

Test: Harley Benton DC-60 Junior Pelham Blue, E-Gitarre

Wie reagiert die Harley Benton DC-60 Junior auf einen Germanium-Fuzz? Das Benson Germanium-Fuzz kostet mehr als die Gitarre, die ich in den Händen halte, trotzdem ergeben die beiden ein ansprechendes Paar. Der muffige, warm-mittige Germanium-Fuzz springt mit den Dogears besser an als mit so manchem hochwertigen Humbucker – das möchte man an dieser Stelle festgehalten haben.

Ein Pickup, keine Splitfunktion also, keine Bridge- und Neck-Position. Heißt das also ein Grundsound – und gut ist? Nein und hier kommen wir zur meines Erachtens stärksten Seite der Harley Benton DC-60 Junior, dem Tone- und der Volume-Regler. Beide arbeiten ausgezeichnet. Zugegeben, das Tone-Poti könnte einen etwas gleichmäßigeren Regelweg vertragen. Aber es ist ohne Frage ein völlig anderes Gesicht, das der Dogear zeigt, wenn man ihn eindunkelt – hat fast schon was vom Rhythm-Circuit einer Jazzmaster. Und auch beim Volume stelle ich erfreut fest, dass die Frequenzen gleichmäßig zurückgedreht werden. Nun – nicht ganz, ein bisschen länger überleben die Mitten und auch die Höhen haben mehr Raum als die Tiefen. Untenrum könnte, wie gesagt, mehr passieren, aber die Dogears erledigen ihren Job vielseitig und verlässlich.

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Fazit

Nerviges Nachstimmen, schwacher Output und untenrum ein bisschen zu flach – sagen wir, wie es ist. Doch für 199,- Euro bleibt mir leider wirklich nichts anderes übrig, als erneut ein bisschen den Hut zu ziehen. Wir werden die Dogears schon bald mit hochwertigen P90 Singlecoils vergleichen, aber es muss festgehalten werden, dass Harley Benton auch hier wieder ein herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis vorlegen. Für Leute, die wissen, was sie wollen – namentlich dreckigen P90-Vintage Rock, so puristisch runtergebrochen, wie nur möglich – ist die HB ein Anspielen absolut wert.

Plus

  • warmer, authentischer Grundsound
  • harmoniert gut mit Fuzz
  • Volume- und Tone-Regler arbeiten sehr gut
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • Stimmstabilität
  • Klangcharakter manchmal ein bisschen müde

Preis

  • 199,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    lala  

    Resonanzverhalten bei e Gitarren, huh was?
    man möge mich aufklären
    es gibt keinen Resonanzkörper, da sind ein paar schwingende seite und ein paar Tonabnehmer.
    wenn ich auf das ding drauf klopfe kommt da keine Hohlraum Antwort zurück …

      • Profilbild
        lala  

        und wieviel kann ich davon hören? ;)
        wenn ich vor nem klavier anfange rumzuschreien macht sich das akustisch krass bemerkbar,
        die e Gitarre kann ich lange anschreien, da tut sich nicht viel / nix ;)

        • Profilbild
          Sven Blau  

          *facepalm*

          Schrei mal lieber weiter deine Gegenstände an, vielleicht antwortet dir mal irgendwann jemand.

          Man kann auch einfach mal Sachen hinnehmen, danke sagen, oder sich einfach mal die Mühe machen, selber zu recherchieren.

          • Profilbild
            lala  

            du verstehst nicht wovon ich spreche
            ohne hohlraum ist es total irrelevant ob das holz da n bissl schwingt oder nicht, es gibt keine akustische Rückkoppelung.
            also danke für nix,
            Hauptsache mal irgendwas gesagt und dann noch rummotzen &_&.

    • Profilbild
      chardt  

      OK, ich kläre Dich auf, auch wenn Du das ja eigentlich gar nicht willst:

      Im Elfenbeinturm des Dr. Zollner haben Holz, Saite und Tonabnehmer eigentlich gar nichts miteinander zu tun, und das Holz ist einfach nur eine tote Masse.

      In der Realität schwingt die Saite, dies regt das Holz zum Mitschwingen an (falls Du das an einer E-Gitarre wirklich nicht bemerkst, dann nimm einen Bass). Das System Holz-Saite hat dann eben Resonanzfrequenzen und andere Wechselwirkungen, die relevant sind, d.h. die Schwingungen der Saite werden davon beeinflusst. So können etwa höhere Frequenzen verloren gehen, weil sie vom Korpusholz „aufgesogen“ werden, und auch das „Anschlagverhalten“, also der zeitliche Verlauf (-> Attack, -> Sustain), wird sehr stark durch Holzarten und Bauweise beeinflusst.

      Der Tonabnehmer nimmt dann die Schwingung der Saite auf, die eben durch den Korpus und Hals beeinflusst wurde, und das Ergebnis wird dann zum Verstärker übertragen. Und wenn aufgrund der Hölzer und Bauweise z.B. die höheren Frequenzen im Schwingungsspektrum der Saite reduziert sind, dann werden auch weniger höhere Frequenzen beim Verstärker ankommen als bei gleichem Tonabnehmer und anderem Holz / Bauweise.

      • Profilbild
        Fredi  

        Hallo chardt,

        Du schreibst:
        > [Saite regt das Holz zum Mitschwingen an, daher wird Saitenschwingung verändert]

        Das klingt nicht unplausibel, die Frage ist halt, wie stark dieser Effekt ist.
        Ich bin ja normalerweise immer der, der den Zollner ins Spiel bringt, diesmal ist dirkolbrich mir zuvorgekommen ;-)

        Es gibt ein nettes Experiment im Zollnerbuch, dass Deinen Effekt eigentlich zeigen sollte: die E-Gitarre wird mit einem Resonanzkörper gekoppelt und mal damit und mal ohne aufgenommen (sowohl akustisch als auch elektrisch): das entspricht einer Vergrößerung des Gitarrenkorpus.
        Der akustische Effekt ist klar hörbar – wen wundert’s? -, der elektrische kaum messbar. Das liegt offenbar auch daran, dass die mechanische Kopplung zwischen Steg und Korpus bei E-Gitarren nicht sehr hoch ist.

        > [im Elfenbeinturm des Dr. Zollner]

        Es ist halt einfach schade, wenn Leute wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren und niederreden. Natürlich dreht sich die Sonne um die Erde und nicht umgekehrt: das kann man ja schließlich jeden Tag sehen.

        Gruß
        Fredi

        • Profilbild
          chardt  

          Hallo Fredi,

          genau dieses Experiment mit dem „zusätzlichen Resonanzkörper“ zeigt mir, dass Herr Zollner keine praktische Ahnung hat. Ein passenderes Experiment: Nimm eine (nicht zu teure) Gitarre und spanne den Korpus in einen Schraubstock an einer massiven Werkbank ein. Wenn Du keinen Unterschied beim Sustain – akustisch /und/ verstärkt – wahrnimmst, dann kann ich Dir wirklich nicht mehr helfen. Der Resonanzkörper, den Zollner verwendet, würde höchstens das Sustain verkürzen.

          „Das liegt offenbar auch daran, dass die mechanische Kopplung zwischen Steg und Korpus bei E-Gitarren nicht sehr hoch ist.“

          Entschuldige, aber hast Du schon mal eine Gitarre in der Hand gehabt?

        • Profilbild
          Dimi Kasprzyk  RED

          Ich denke nicht, dass hier jemand wissenschaftliche Erkenntnisse niederreden will. Ich bin selbst kein Gitarrenbauer, aber es ist schon interessant, wenn gestandene Gitarrenbauer ihre Hand dafür ins Feuer legen würden, dass sich Zollner irrt. Da trifft experimentelle, gesicherte Untersuchung auf jahrezehntelang angehäuften Erfahrungsschatz. Eine spannende Diskussion, aber ich bin dann auch nicht bereit, jedem Gitarrenbauer mit dem Verweis auf Zollners Buch ins Wort zu fallen.

          • Profilbild
            Fredi  

            Hallo Dimi, hallo chardt,

            mir geht es ja nicht darum, dass das alles keine validen Einwände sein können. Und ich habe auch keinen Schmerz, wenn mir jemand zeigt, dass Zollner Unrecht hat.
            Aber dafür hätte ich halt gerne irgendwelche Messungen, nicht anekdotische Erfahrungen.
            Sucht mal nach Fleischer und Korpusschwingungen, da zeigt sich, dass bei einer E-Gitarre der Steg praktisch in Ruhe ist, die Energie wird teilweise abgeleitet über Halsschwingungen. Zitat:
            „Eine gut gefertigte E-Gitarre ist am Steg praktisch stets in Ruhe. […] Während bei der akustischen Gitarre Schall nur dadurch entstehen kann, dass Schwingungsenergie von der Saite in den Abstrahlkörper fließt, bringt bei der E-Gitarre eine Anregung des Korpus zum Schwingen keinerlei
            Nutzeffekt. Ein Mitschwingen des Korpus bewirkt lediglich, dass die Saitenschwingung in Folge des zusätzlichen Energieverlustes rascher abklingt, als dies bei einem unbeweglichen Abschluss der Fall wäre. Es ist daher als parasitär anzusehen.“
            Und ich habe in meinen Leben schon einige E-Gitarren in der Hand gehabt. Mich hat nur interessiert, was letztlich aus dem Lautsprecher herauskommt, nicht das, was ich am Korpus sowieso nicht hören kann, insbesondere wenn es kaum Einfluss auf den Sound hat…
            Gruß
            Fredi

              • Profilbild
                Fredi  

                TobyB,

                Du zählst nicht, Du hast doch nur virtuelle Gitarren (ohne Holz!!) in Deinen Synthesizern ;-)

                Nettes Video, danke für Deine Recherche!

                Gruß vom Ex-Spontibandkumpel
                Fredi

                • Profilbild
                  TobyB  RED

                  Fredi, irgendwann sporteln wir wieder! ;) Für das Video musste ich nicht recherchieren. Ich find die Reihe Handwerkskunst gut. Da gibts auch zu entdecken, wie man eine Trompete baut, ein Schlagzeug. Richtig krass, Geigenbauer und Mondphasenholz. Persönlich denke ich jeder muss für sich die richtige Kombination aus E Gitarre, Pickup und Co finden. Ist wie bei Synths. Mir passt auch nicht jede Kiste.

            • Profilbild
              chardt  

              Hallo Fredi, jetzt versteh ich Dich gar nicht mehr: In dem von Dir zitiertem Text steht doch gerade die Erklärung!
              „Ein Mitschwingen des Korpus bewirkt lediglich, dass die Saitenschwingung in Folge des zusätzlichen Energieverlustes rascher abklingt, als dies bei einem unbeweglichen Abschluss der Fall wäre. Es ist daher als parasitär anzusehen.“
              Genau: Der Korpus nimmt der Saitenschwingung gegenüber „idealen“ Verhältnissen etwas weg – und das macht den Klang (mit) aus!

              Und bitte erkläre uns Unwissenden, was es mit der „nicht sehr hohen mechanischen Kopplung zwischen Korpus und Brücke“ auf sich hat. Gerne darfst Du zur Erklärung die Telecaster-Brücke bemühen, oder auch die Tune-O-Matic.

              • Profilbild
                Fredi  

                Hallo chardt,

                Du schreibst:
                > Genau: Der Korpus nimmt der Saitenschwingung gegenüber „idealen“ Verhältnissen etwas weg – und das macht den Klang (mit) aus!

                Du hast schon in gewisser Weise recht, dass jede Energie, die woanders hin fließt, die Saitenschwingung bedämpft und damit ändert und das ggf. modellspezifisch. Das habe ich ja auch nicht abgestritten (siehe meine erste Antwort auf Dein Post).
                Es scheint nur so zu sein, dass der Einfluss auf die am Tonabnehmer abgenommen Schwingung sehr gering ist. Das Paper von Fleischer zeigt, dass ein großer Einfluss durch Eigenschwingungen des Halses kommt, während der Korpus kaum mitschwingt. Allerdings sind E-Gitarren-Hälse wegen des Stahlstabs doch recht steif.
                Es ehrt mich – war aber bestimmt von Dir ironisch gemeint – dass Du mir unterstellst, ich könne die Physik in den Veröffentlichungen durchdringen, ich plappere das in der Regel nur doof nach.
                Lustigerweise haben die Brücken durchaus Einfluss auf den Klang, aber nicht wegen der Kopplung mit dem Korpus, sondern wegen der unterschiedlichen Knickwinkel der Saite und auch des unterschiedlichen mechanischen Aufbaus, die die Saitenschwingung beeinflussen; das Zollner-Buch analysiert auch eine Tune-O-Matic und den einer Vintage-Strat.
                Vielleicht sollte Tyrell mal den Prof. Zollner anschreiben, ob er uns mal aufgleisen will.
                Gruß
                Fredi

          • Profilbild
            Codeman1965  

            @ Dimi:

            Danke für Deinen Artikel…!

            Und Hut ab vor Deinem Langmut, Diese Klampfen unter die Lupe zu nehmen und dann kein anderes Feedback zu erhalten als dieses unsägliche Pimmelfechten…

            Wie schon öfter liefert HB hier zumindest eine akzeptable Basis für den Hausgebrauch. Wer nicht zufrieden ist, kann mit ein wenig Aufwand noch mehr herausholen.

            (Nitro-) Lack auf dem Hals ist eigentlich unnnötig und eher lästig, aber auch da ist mit ein bisschen Nacharbeit eine Verbesserung möglich.

            Die perfekte Gitarre gibt es eigentlich nicht. Es sei denn, man hat einen Luthier, der kein Problem damit hat, wenn man ihm (mit Schlafsack und Isomatte) von A bis Z über die Schulter schaut… :-)

            Wer einfach Spaß am Musi-Machen hat, kann hier sicherlich zugreifen.
            Leute mit höheren/hohen Ansprüchen langen tiefer in die Tasche und werden anderweitig besser bedient.
            Die Welt ist bunt, ist für Jeden etwas dabei.

            Ich denke, bei einem 200-€-Paddel muss man nicht unbedingt eine Grundsatz-Diskussion lostreten… :-)

  2. Profilbild
    Christian Spohn  RED

    Saite wird angeschlagen, schwingt. Schwingung überträgt sich auf die Holzkonstruktion der Gitarre, die dann auch schwingt und diese Schwingung wieder auf die Saite überträgt und so weiter… Daher sind Holzkonstruktion, Holzsorten- und Qualitäten durchaus sehr wichtig für den Sound einer E-Gitarre, wobei aufgrund der Hebelwirkung hier der Hals gegenüber dem Korpus deutlich mehr Einfluss ausübt.

    • Profilbild
      Vati  

      Das stimmt nur, so lange die E-Gitarre nicht verstärkt wird also akustisch gespielt wird. Bei Verstärkerbetrieb ist die Schwingungsübertragung der Saite auf das Holz vernachlässigbar. Genau das will man ja auch bei einer EGitarre erreichen. Keine Verluste aufs Holz und alle Energie (Auslenkung der angeschlagenen Saite) in die Elektronik und Tonabnehmer .

      • Profilbild
        Christian Spohn  RED

        Naja… wodurch soll dieser Unterschied zwischen verstärktem und unverstärktem Betrieb denn entstehen? Das Schwingungsverhalten der Holzkonstruktion ändert sich ja nicht, sobald ein Verstärker angeschlossen wird.

    • Profilbild
      lala  

      „Holzkonstruktion, Holzsorten- und Qualitäten“

      da gehts wohl mehr darum das sich das holz nicht unter wärme/kälte/luftfeuchtigkeit verzieht,

      als um irgendwelche minimalen Schwingungen ;)

    • Profilbild
      lightman  AHU

      Erstaunlich, daß es über die Schwingungsübertragung der Saiten auf das Holz und das entsprechend im Klang wiederzufindende Feedback noch Diskussionen gibt.

      This just in: Die Erde ist eine Kugel!!11!

  3. Profilbild
    lambik  

    „Für den Preis war ein Ahorn-Griffbrett nicht zu erwarten, auch wenn es meine Erfahrung ist, dass keine Hals-Griffbrett-Kombination so einen gebündelten, mittig-bissigen Rocksound produziert wie Ahorn-Ahorn.“

    Bei einer SG würde ich – egal zu welchem Preis – i.d.R. kein Ahorn-Griffbrett erwarten ;-)
    Zum (Nicht-)Einfluss von Holzarten auf den elektrisch verstärkten Ton einer E-Gitarre ist eigentlich alles gesagt (ggf. nur nicht von jedem …)

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