Test: Harley Benton Drum n’Loop, Effektgerät

22. März 2018

Spiel mit dir selbst!

Früher war alles besser. Einen Dreck war es, zumindest, wenn es um Hilfsmittel für das persönliche Trainingsprogramm in Sachen Fingerübungen etc. ging. Ich habe mir in den Anfangstagen meiner Karriere noch in einer Verzweiflungsaktion ein rudimentäres Schlagzeugspiel beigebracht, um mir selber Tracks einzuspielen, zu denen ich üben konnte. Drumcomputer, Harddiskrecording, Loop-Librarys? Alles Fehlanzeige, nur ein nerviges Metronom mit dem Namen Dr. Beat, Spaßfaktor gleich null!

Dank Digitaltechnik sind solche Kraftakte kein Thema mehr. Um gezielt „mit sich selbst zu spielen“ (Brüller!), eröffnen Looper aller Leistungsklassen eine bunte Mischung aus Live-Performance und persönlichem Übungsassistenten, gerne auch mit intern verbautem Drumcomputer. Um eben einen solchen Looper handelt es sich bei dem Harley Benton Drum n’Loop, der in der Basisklasse unterwegs ist und mit einem Ladenpreis von 99,- Euro unterhalb des dreistelligen Abgabepreises bleibt.

Harley Benton Drum n’Loop Aufsicht

— Harley Benton Drum n’Loop —

Das dreifache Lottchen

Dass es sich bei Harley Beton um eine der Hausmarken des Musikhauses Thomann handelt, dürfte hinlänglich bekannt sein. Dass das gleiche Produkt allerdings gleichzeitig von drei verschiedenen Herstellern in exakt dergleichen Ausführung angeboten wird, ist eher ungewöhnlich. So ist der Drum n’Loop auch als Rowin Beat Loop und Fame Beat Loop im Umlauf, lediglich die farbliche Ausführung variiert. Von daher: choose you color!

Harley Benton Drum n’Loop – Facts und Features

Wie bereits erwähnt, verfügt der Harley Benton Drum n’Loop über einen intern verbauten Drumcomputer mit 40 verschiedenen Drum Beats, welche natürlich in ihrer Geschwindigkeit verändert werden können. Bis zu 30 Loops können gespeichert werden, wobei eine Loop-Länge bis zu 5 Minuten lang sein kann. Die gesamte Aufnahmezeit beträgt bis zu 50 Minuten.

Im Lieferumfang sind neben dem Looper an sich zusätzlich noch ein Zweifach-Fußschalter, ein Stereoverbindungskabel und ein Mikro-USB-Kabel enthalten. Seine Betriebsspannung erhält der Drum n’Loop über das USB-Kabel, ein Netzteil für den Bühnenbetrieb sucht man vergeblich. Theoretisch kann man natürlich auch sein iPhone-Netzteil oder vergleichbare 5-Volt-Netzteile auf seinem Floorboard verbauen, ich kann allerdings in Sachen Roadtauglichkeit nur tunlichst davon abraten!

Harley Benton Drum n’Loop Rückseite

— Harley Benton Drum n’Loop Rückseite —

Der Aufbau des Drum n’Loop ist schnell abgehandelt. Neben zwei Fußschaltern (Stop/Clear und Play/Record) verfügt das Produkt über zwei Endlosregler mit Push-Funktion für die Menüführung. Rechtsseitig am Gehäuse befindet sich die Eingangsbuchse für das Instrument nebst der Anschlussbuchse für den mitgelieferten externen Fußschalter, linksseitig befinden sich zwei Klinkenausgänge für ein Rechts/Links-Stereobild. An der Stirnseite sitzen, neben dem USB-Eingang und der Anschlussbuchse für ein externes Netzteil, zusätzlich ein Kopfhörerausgang und ein AUX-In für das Zuspielen externer Klangquellen.

Das verwendete Metallgehäuse nebst der Fußschalter vermittelt einen sehr stabilen Eindruck und lassen auf eine lange Lebensdauer schließen. In Sachen Fußarbeit ist gegebenenfalls ein wenig Feingefühl gefragt, da sich die Multifunktionsendlosregler in der Flucht der Fußschalter befinden und bei unkontrolliertem „Getrampel“ gerne einmal durch die Fußspitze eine ungewollte Schaltfunktion vornehmen. Hier hätte ein Schutzbügel aus Metall eine sinnvolle Funktion bekleidet.

Harley Benton Drum n’Loop Seitenansicht

— Harley Benton Drum n’Loop Seitenansicht —

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Wenn man mal den Drum-Part ignoriert, dann erhält man hier einen günstigen Looper der Einsteiger-Klasse. Da stellt sich mir die frage, ob man nicht mit den Looper-Funktionen diverser FX-Geräte genau so gut bedient wird. Ich nutze z.B. den Digitech RP155 Multi-FX, dessen Loops zwar nur max. 20sec lang sind, aber sonst ähnliche Funktionen wie der HB aufweist. Mit 150,-€ war der RP155 auch nicht sehr teuer, und die FX (die man auch bequem am PC editieren kann) sind auch im Loop-Mode verfügbar. Ach ja, eine Preset-Drumbox ist auch noch drin. Der aktuelle Nachfolger RP360 ist noch 30,-€ billiger und hat jetzt 40sec-Loops.

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