Test: Harley Benton, HBB 400 TBK, E-Bass

16. August 2011

Harley Benton 400TBK

Die Szenerie: Die neu gegründete Band braucht dringend einen Bassisten. Jemand fühlt sich zum Bassisten berufen. Ein Bass muss her. Was ist zu tun? So, oder so ähnlich könnte es sich abspielen: 3x 50,- Euro Taschengeld zusammensparen, beim Musikhaus des Vertrauens anrufen und einen nagelneuen Einsteiger-Bass bestellen. Für so manchen Neu-Bassisten ein durchaus denkbares Szenario. Die Produktpalette der Bässe, die für unter 150,- Euro angeboten werden, ist recht überschaubar. Aber auch 149,- Euro wollen sinnvoll in ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis investiert sein. Dieser Testbericht wird die Features und Möglichkeiten des HBB Harley Benton 400 TBK Basses der Musikhaus Thomann-Eigenmarke genau beleuchten.

-- HBB Harley Benton 400 TBK --

— HBB Harley Benton 400 TBK —

Im Laufe des Tests werde ich immer mal wieder auf die speziellen Anforderungen im Einsteigerbereich hinweisen, wenn die Erfahrung oder die Vergleichsmöglichkeiten fehlen, ist es sinnvoll, wenn man sich der Erfahrungswerte anderer bedient, um schneller ans gewünschte Ziel zu kommen.

Der Harley Benton Viersaiter E-Bass wird ab Werk im dezenten Schwarz ausgeliefert, man kann die durchschimmernde Holzmaserung sehen, die Optik passt also schon mal. Design und Form des Basses sind in Richtung „Allgemeinverträglichkeit“ gewählt. Und doch sind Form und Features immer etwas anders als bei vergleichbaren Bässen anderer Marken. Von vorn betrachtet weist die Schnittstelle Hals/Korpus einen doppelten Cutaway auf, d.h. der Bass ist bis in die hohen Lagen gut mit der Greifhand bespielbar. Stichwort hohe Lagen. Der HBB Harley Benton 400 TBK hört auf die Bezeichnung Long Scale. Vierundzwanzig Bünde ermöglichen das Spielen über zwei Oktaven pro Saite, dadurch ist der an fünf Punkten verschraubte Hals natürlich etwas länger als bei Bässen mit weniger Bünden. Für Normalgewachsene sicherlich kein Problem, wer es gerne kompakter mag, wäre bei Bässen mit kürzeren Hälsen besser aufgehoben, das muss immer individuell ausprobiert werden. Die Kopfplatte des HBB 400 TBK ist leicht asymmetrisch gefertigt, die geschlossenen Die-Cast Mechaniken sind pärchenweise verteilt, E- und A-Saite sind von oben, D- und G-Saite von unten zu stimmen, das kennt man teilweise auch von anderen Modellen. Die Verarbeitung ab Werk ist einwandfrei, man kann keine scharfen Kanten oder verzogenes Holz erkennen, so ist es recht.

-- Korpusrückseite --

— Korpusrückseite —

Für den Klang am relevantesten sind jedoch Holz, Pickups und die Elektronik. Hier geht’s ins Detail:

Der HBB 400 TBK ist insgesamt aus drei verschiedenen Holzarten gefertigt. Der Korpus ist aus Lindenholz, das in der Beschaffung im Vergleich zu anderen Holzarten am günstigsten ist, also förmlich nach Verwendung schreit. Lindenholz sagt man neben eines relativ geringen Gewichts auch die Klangeigenschaft für warme, aber knörrige Sounds nach, entscheidend ist die Kombination mit den Hölzern des Halses, das Gesamtpaket macht schließlich den Sound aus. Der Hals ist eine klassische Kombination als Ahorn mit Palisander-Griffbrett, das bedeutet, klanglich eine gute schnelle Ansprache mit einem schönen Sustain. Genau diese Holz-Kombination wurde zum Beispiel auch beim Flea Bass Street verwendet.

Um den Klang des Holzes optimal wiederzugeben, braucht es noch eine vernünftige Tonabnehmerbestückung und natürlich auch eine gute Elektronik. Die Elektronik ist aktiv, das bedeutet, sie muss per 9V-Blockbatterie gespeist werden. Die Batterie ist mit der restlichen Elektronik sauber verarbeitet und im dafür vorgesehenen Fach rückseitig am Korpus zu finden. Merke: Ein steckengelassenes Kabel in der Bass Input-Klinkenbuchse macht die Batterie leer. Also immer drauf achten, nach dem Spielen das Kabel wieder zu entfernen! Leider kann der Bass nicht passiv geschaltet werden, wenn also die Batterie mal den Dienst versagt, muss schnell reagiert werden, meist zerrt das Signal dann recht unnatürlich oder ist schlicht und einfach ganz verschwunden. Die aktive Elektronik beschert dem Bass einen gesunden Output, ein Grundrauschen kann ich nicht bemerken, das musste man bei manch anderem Modell leider schon feststellen, auch hier ist beim Harley Benton alles in Ordnung.

Weiter geht’s zu Vorderseite. Die Pickups und deren Regelung kommen jetzt ins Rampenlicht. Der HBB 400 TBK hat eine Kombibestückung zweier klassischer Pickup-Typen. Richtung Hals findet sich ein sogenannter P-Pickup, der üblicherweise bei Precision-Bässen heimisch ist und aus zwei versetzt angebrachten Tonabnehmern besteht. Hinten, Richtung Steg, findet man den J-Pickup, der bei Jazz-Bässen verbaut ist. Eine Kombi beider Pickups bietet schon ab Werk eine möglichst breite Soundpalette für den Bass. Das Instrument ist somit klanglich schon mal gut aufgestellt.

-- Korpus und Pickups --

— Korpus und Pickups —

Klangbeispiele
Forum
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      jochen_schnur  RED

      Hallo redfred,
      der Test ist ja schon etwas länger her und der Bass nicht mehr hier bei mir. Generell gilt bei aktiven Bässen: Solange das Instrument keinen Push Pull Poti oder eine ähnliche Schaltung hat der den Betrieb von aktiv auf passiv schalten kann, geht nix mehr, sobald die Batterie alle ist. Da kommt dann gar kein Output mehr zum Amp.
      Zur letzten Sicherheit bitte immer nochmal beim Händler nachhaken.

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