Test: Harley Benton HBS300TBL, E-Gitarre

26. Juli 2011

Mega-Low-Cost-Superstrat

Die sogenannte „Super-Strat“. Ein Typ Gitarre, der die Vorzüge seines Urahnen, der Fender Stratocaster, in vielen Punkten verbessert und perfektioniert hat. Angefangen vom Shaping des Bodys, welches zu einem besseren Handling des Instrumentes beiträgt, über die Ausstattung mit einer Vielfalt von möglichen Pickup-Konfigurationen, bis hin zum stimmstabilen Vibrato-System hat sich dieser Typ Gitarre für viele Musiker als erste und zudem sehr zuverlässige Wahl herausgestellt. Anbieter dieses Typ Instrumentes gibt es eine Menge, Hersteller wie ESP, Schecter oder Ibanez beispielsweise bieten eine breite Palette von Superstrat-Type Gitarren in unterschiedlichsten Preisklassen und Ausstattungen. Doch unser heutiges Testmodell im Preis zu unterbieten, dürfte wahrlich für jeden Hersteller eine Herausforderung darstellen, denn die Harley Benton HBS300TBL geht zu einem Preis von nur knapp über 100,- Euro über den Ladentisch und soll ein vollwertiges „Superstrat-Feeling“ bieten. Schauen wir also mal, was man für so ein kleines Geld erwarten darf!

-- Die Harley Benton HBS300TBL --

— Die Harley Benton HBS300TBL —

Ausstattung/Verarbeitung

Dass man für eine Gitarre mit einem Verkaufspreis von nur 129,- Euro keinen Gigbag erwarten kann, sollte klar sein. Und so wird die HBS300TBL ganz schlicht in einem Pappkarton geliefert, in dem sich neben einem Inbus-Schlüssel zum Justieren des Halses auch ein Kabel befindet, welches sich aber auf Grund seines dünnen Durchmessers nicht unbedingt zur (professionellen) Nutzung empfiehlt. Für die ersten Versuche am Verstärker ist das sicher in Ordnung, aber auf Dauer sollte der frischgebackene Besitzer der Gitarre sich besser nach einem hochwertigeren Kabel umsehen. Das Instrument selbst besteht aus einem vierteilig verleimten Body, über das verwendete Tonholz kann man nur mutmaßen, es dürfte sich aber vermutlich um eine Eschen- oder Erlen-Konstruktion handeln. Der Korpus mit seiner gewölbten und mit einem Ahorn-Furnier ausgestatten Decke ist sehr flach und besitzt deutliche Anleihen an die „Saber-Serie“ von Ibanez aus den 80er Jahren, welche ja bis heute ein Verkaufsschlager im Programm des japanischen Großherstellers darstellen. Das Finish der Gitarre ist ein durchscheinendes Blau, im Fach-Chinesisch auch „Translucend Blue“ bezeichnet, welches das gesamte Instrument umschließt. Die Qualität muss man angesichts des Preises als okay bezeichnen, hier und da zeigen sich beim genaueren Betrachten jedoch Schleifspuren und ein paar Unsauberkeiten in der Verarbeitung des Lackes.

Dezente Shapings an beiden Cutaways unterstützen die Bespielbarkeit des Ahorn-Halses, der mit seinen zweiundzwanzig Bünden in den Korpus eingeleimt wurde. Im aufgeleimten Palisander-Griffbrett wurden die Jumbo-Bünde sauber eingelassen und makellos abgerichtet, hier stört keine scharfe Kante die linken Hand beim Flitzen über den Hals. Als Positionspunkte werden bei der HBS300TBL sogenannte „Arrow-Inlays“ verwendet, welche ebenfalls an die Gitarren von Ibanez erinnern und optisch dennoch gut zum Gesamtbild der Instrumentes passen. Nicht ganz so schön designt wurde die Kopfplatte, welche mit ihrer spitzen Form und der glänzend-schwarzen Lackierung rein von der Optik betrachtet nicht so ganz zum Rest der Gitarre passen will, aber das ist wohl eher Geschmackssache. An ihr angebracht finden sich die sechs No-Name-Mechaniken mit Mini-Buttons, die einen recht vernünftigen Eindruck machen. Da die HBS300TBL ja ein Floyd Rose License-Vibrato inklusive eines Klemmsattels  besitzt, ist deren Funktion ohnehin nicht so ausschlaggebend. Dennoch lassen sie sich leicht drehen und besitzen keinerlei Spiel in ihren Achsen.

-- Headstock mit Tunern und dem Top Lock-Klemmsattel --

— Headstock mit Tunern und dem Top Lock-Klemmsattel —

Klangbeispiele
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