Vorher aber noch ein paar Worte über den akustischen Grundsound der Harley Benton L-600 Pearloid. Verblüffend für diese Preisklasse, muss man einfach sagen! Das Instrument besitzt bereits trocken angespielt ein ausgesprochen ausgeglichenes Frequenzspektrum mit einem kräftigen Höhenbild und einem guten Schuss Sustain. Sollte man nicht erwarten! Ebenso wenig wie die gute Bespielbarkeit direkt ab Werk, bespannt ist die Gitarre übrigens mit einem Satz der Stärke 10 von D’Addario.
Der Hals lässt sich auf seiner vollen Länge gut bespielen, das Profil erweist sich als etwas schlanker, als es die Original Paulas in aller Regel besitzen und dürfte daher auch ungeübte vor keine Probleme stellen.
Eine Les Paul, sei es eine Originale oder auch eine Kopie, gilt ja schon traditionell als nicht gerade sehr flexibel im Sound. Was sie kann, das kann sie allerdings gut und genau so ist es auch bei den Wilkinson Pickups unseres Testmodells, die den durchaus akzeptablen akustischen Grundsound der Gitarre recht gut rüberbringen, in ihrer Flexibilität aber dann doch eher bescheiden agieren. Dicke Blueslinien mit dem Frontpickup oder knackige Riffs mit dem Humbucker am Steg sind natürlich immer drin – und dabei mit einem äußerst niedrigen Nebengeräuschpegel und einer weitestgehend matschfreien Tonabnahme. Und nicht zu vergessen mit einem guten Schuss Vintage!
Leider zeigt sich aber der Humbucker am Steg deutlich lauter als sein Kollege am Hals, was sich beim Schalten zwischen den beiden Positionen doch deutlich bemerkbar macht. Sehr schön ist wiederum, dass dieses Vintage-lastige Klangbild sowohl in der Dynamik als auch im Frequenzspektrum kaum an Fülle verliert, wenn man das Volume runterregelt. Somit macht die Harley Benton L-600 Pearloid auch im Zusammenspiel mit einem guten Röhrenamp wirklich Spaß!































