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Test: Harley Benton MiniStomp Green Tint, Verzerrerpedal

Auf den Spuren des Tubescreamers

28. Oktober 2025

Harley Benton MiniStomp Green TintHarley Benton schickt mit dem MiniStomp Green Tint ein winziges, grün leuchtendes Pedal ins Rennen – inspiriert vom legendären Ibanez Tube Screamer.

Kurz & knapp
Was ist es? Harley Benton MiniStomp Green Tint, kompakter Overdrive im Stil des Ibanez Tube Screamer, extrem günstiges Gitarrenpedal.
  • Verarbeitung: Metallgehäuse, solide Buchsen und sauber rastender Fußschalter trotz Mini-Baugröße.
  • Sound: Klassischer Tube-Screamer-Ton mit mittigem Schub, dynamisch und überraschend rauscharm.
  • Funktionen: Drei Regler (Drive, Tone, Level) plus Boost/Normal-Schalter für mehr Ausgangspegel.
  • Preis-Leistung: Für rund 20,- Euro ein erstaunlich brauchbares Overdrive-Pedal mit professionellem Charakter.

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Harley Benton MiniStomp Green Tint

Kaum ein Overdrive-Pedal hat die Gitarrenwelt so geprägt wie der Ibanez Tube Screamer – und ebenso groß ist bis heute die Zahl an Nachbauten, Modifikationen und Interpretationen des legendären „grünen Frosches“. In genau diese Tradition reiht sich der Harley Benton MiniStomp Green Tint ein, der Teil der hauseigenen MiniStomp-Serie ist. Diese Pedale verfolgen das Ziel, bewährte Klassiker in einem extrem kompakten Format zu erschwinglichen Preisen anzubieten – und beim Green Tint reden wir tatsächlich von einem Preis knapp unter 20,- Euro (!). Kann so etwas funktionieren oder ist so ein Pedal überhaupt sinnvoll einsetzbar? Im folgenden Review werden wir es herausfinden.

Facts & Features

Das Gehäuse des Green Tint besteht aus stabilem Metall, was in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Die drei Potis Gain, Tone und Level sollen die klassischen TS-Style-Einstellungen von mildem Boost hin zu warmem Overdrive erreichen. Der Fußschalter rastet sauber ein, die Buchsen sitzen fest und ein True-Bypass sorgt dafür, dass das Signal im ausgeschalteten Zustand unbeeinflusst bleibt. Mit seiner winzigen Baugröße lässt sich der Green Tint problemlos auch auf überladenen Boards unterbringen.

Strom erhält das Pedal über ein 9-Volt-Netzteil (Mitte negativ), Batteriebetrieb ist aufgrund der Größe nicht vorgesehen. Nettes Extra: Harley Benton legt ein selbstklebendes Velcro-Pad bei, mit dem sich das Pedal sofort auf einem Board befestigen lässt. Auch eine kurze, aber brauchbare Bedienungsanleitung für den schnellen Einstieg findet sich im Karton.

Die Funktionen der Potis und Schalter

Das Harley Benton MiniStomp Green Tint bleibt der klassischen Tubescreamer-Bedienlogik treu und ist entsprechend selbsterklärend. Drei Regler steuern das Geschehen: Drive regelt den Verzerrungsgrad von leichter Röhrenkompression bis zum Overdrive, Tone bestimmt die Höhenbalance und kann den Sound von warm-mittig bis zu bissig-präsent formen, während Level die Ausgangslautstärke kontrolliert und so Lautstärkeanpassungen beim Aktivieren ermöglicht. Zusätzlich gibt es einen kleinen, robusten Metallschalter (Boost/Normal): In „Normal“ liegt das Pedal im klassischen TS-Bereich, mit Boost erhöht sich der Output und der Mitten-/Drive-Bereich deutlich.

Aktiviert wird das Pedal per Metallschalter, der True-Bypass bietet und das Signal im ausgeschalteten Zustand unverfälscht durchleitet. Leider ist es kein Softklick-Typ, das sollte man in dieser Preisklasse auch nicht erwarten. Eine weiße Status-LED signalisiert den aktiven Betrieb, während die Klinkenbuchsen für Ein- und Ausgang typisch für ein Pedal dieser Bauart seitlich platziert sind. An der Stirnseite wäre es natürlich besser, aber das ist bei einem solchen Layout und vor allem bei der Größe wohl kaum realisierbar. Die einfachen Bedienelemente ermöglichen schnelle Anpassungen an das verwendete Equipment, ohne dass man lange tüfteln oder gar die Bedienungsanleitung zur Hand nehmen muss.

Praxis-Check – klein, grün, gut!

In der Praxis überrascht das Harley Benton MiniStomp Green Tint mit einem Sound, der manch deutlich teurerem Overdrive-Pedal Konkurrenz macht. Schon bei moderaten Drive-Einstellungen liefert es den typischen Tubescreamer-Charakter: mittiger Schub, sanfte Höhenabsenkung und eine angenehm weiche, röhrenähnliche Kompression, die Singlecoils fülliger und Humbucker definierter wirken lässt. Dabei bleibt das Grundrauschen erstaunlich gering – selbst bei weit aufgerissenem Drive-Regler fällt es nur minimal auf, was für ein Pedal in dieser Preisklasse doch sehr überrascht.

Harley Benton MiniStomp Green Tint

Die Dynamik überzeugt ebenfalls: Dreht man das Volume-Poti an der Gitarre zurück, bleibt der Ton transparent und musikalisch, anstatt wie bei vielen günstigen Pedalen dünn oder leblos zu werden. Kräftiger Anschlag erzeugt sofort mehr Sättigung und harmonische Obertöne, was das Pedal sehr lebendig und reaktionsfreudig wirken lässt. Gerade in Kombination mit einem clean eingestellten Amp entsteht so ein klassischer Blues- oder Classic-Rock-Sound, der sich bestens für Soli oder rhythmisches Spiel eignet.

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Ein echter Pluspunkt ist der kleine Boost/Normal-Schalter. In der Normal-Stellung liefert der Green Tint das bekannte Tubescreamer-Verhalten – leicht angezerrt und mit schöner Betonung des Mittenspektrums. Schaltet man auf Boost, wird das Signal spürbar lauter und offener. Diese Zusatzreserven können genutzt werden, um den Eingang eines Röhrenamps anzublasen, sodass dieser noch stärker in die eigene Sättigung geht. Dadurch wird das MiniStomp nicht nur zu einem klassischen Overdrive, sondern auch zu einem „Boost-Tool“.

Besonders spannend ist das Verhalten mit unterschiedlichen Gitarren: Mit einer Strat oder Tele bringt der Green Tint mehr Body und Wärme in Singlecoils, während er bei mit Humbuckern bestückten Gitarren den Bass leicht strafft und den Ton definierter macht. So bekommt man immer einen sounddienlichen Overdrive, der sich auch hervorragend als Klangbasis für weitere Effekte eignet. Kurz: Wer den legendären Tubescreamer-Ton sucht, bekommt hier für rund 20,- Euro eine erstaunlich brauchbare Version mit Zusatzfunktionen, lebendiger Dynamik und überraschend niedrigem Eigenrauschen.

Das Harley Benton MiniStomp Green Tint ist damit nicht nur ein günstiges Einsteigerpedal, sondern kann auch ein ernstzunehmender Overdrive für den professionellen Einsatz sein. Verblüffend!

Harley Benton MiniStomp Green Tint

Klangbeispiele

Für die folgenden Klangbeispiele habe ich das Harley Benton MiniStomp Green Tint vor den Eingang meines Hughes & Kettner Transistor-Amps geschaltet. Der Verstärker befand sich im unverzerrten Modus, man hört also einzig und allein die Zerre des Green Tint. Abgenommen wurde das Signal mit einem AKG C3000 Mikrofon, als Gitarre diente eine Harley Benton Guitar Max Fusion.

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Fazit

Mit dem MiniStomp Green Tint liefert Harley Benton ein winziges, aber ernst zu nehmendes Overdrive-Pedal, das den legendären Tubescreamer-Sound erstaunlich authentisch umsetzt. Für gerade einmal rund 20,- Euro bekommt man röhrenähnliche Dynamik, sehr geringes Eigenrauschen und ein robustes Metallgehäuse im Mini-Format. Der zusätzliche Boost/Normal-Schalter sorgt für Flexibilität und macht das Pedal sowohl als Overdrive als auch als Clean- oder Solo-Boost nutzbar. Damit ist der Green Tint weit mehr als ein Einsteigerpedal – er ist ein kleiner Geheimtipp für Gitarristen, die klassischen Overdrive zu einem Spottpreis suchen!

Plus

  • erstaunlicher Klang
  • röhrenähnliche Dynamik und Kompression
  • geringes Rauschspektrum
  • solide Potis & Schalter
  • unglaubliches Preis-Leistungs-Verhältnis

Preis

  • 19,90 Euro
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Kundenbewertung:
(94)
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    moinho AHU

    Lieber Stephan, liebe Redaktion, liebe Gemeinschaft,

    da gibts ja geradezu einen Preiskrieg bei ganz billigen „808er-Clones“ (die Pedale ;).
    Neben dem hier vorgestellten fällt mir der Behringer TO800 (aktuell „30-Tage-Bestpreis“ für 23€) ein.

    Rein von der Papierform ist der Behringer größer, hat ein Plastikgehäuse und keinen Boost-Schalter. Aber: wie sind die beiden Billigheimer so im Vergleich, hat sich das mal jemand angeschaut?

  2. Mehr anzeigen
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