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Test: Harley Benton Nashville Nylon, Akustikgitarre

Solide Solid-Body Nylon-Akustikgitarre für Einsteiger

11. November 2025

Harley Benton Nashville Nylon Aufmacher

Ein Mix, den man nicht alle Tage sieht: Mit der Harley Benton Nashville Nylon wagt sich Thomanns Hausmarke an eine mutige Kreuzung aus E- und Konzertgitarre – mit überraschend stimmigem Ergebnis.

Bewertung

Harley Benton Nashville Nylon

Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Bewertung des Autors
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Kurz & knapp
  • Was ist es? Harley Benton Nashville Nylon – Solid-Body-Nylon-Gitarre mit E-Gitarren-Feeling.
  • Bauweise & Ausstattung: Mahagonikorpus und -hals, Fichtendecke, Jatoba-Griffbrett, 21 Bünde, Piezo-System mit 2-Band-EQ.
  • Klang & Charakter: Typischer Piezo-Nylonsound, ausgewogen, klar, aber weniger Resonanz durch fehlenden Korpus.
  • Spielpraxis: Sehr gute Bespielbarkeit durch schmalen Hals, ideal für E-Gitarristen, angenehme Ergonomie.
  • Fazit: Spannendes Crossover-Instrument mit solidem Klang, toller Optik und top Preis-Leistung (ca. 279,- Euro).

 

Harley Benton Nashville Nylon – Unboxing und Verarbeitung

Mit der Nashville Nylon hat Harley Benton ein wirklich spezielles Modell im Sortiment: ein Crossover zwischen einer Solid-Body-E-Gitarre und einer klassischen Nylon-Akustikgitarre.
Ob das funktioniert und wie die Gitarre klingt, erfahrt ihr hier im Testbericht.

Wie bei vielen anderen Modellen kommt auch die Harley Benton Nashville Nylon sicher verpackt in einem schlichten Karton daher. Nachdem ich die Gitarre aus ihrem Papp- und Plastik-Gefängnis befreit habe, schaue ich auf die spannende Kreuzung zwischen E- und Nylon-Akustikgitarre. Natürlich ist das Konzept nicht neu – schon Ende der 70er-Jahre gab es die ersten Solid-Body-Akustikgitarren.

Diese unterscheiden sich von ihren vollakustischen Schwestern vor allem durch eines: Sie besitzen keinen Klangkörper, der den Schall im Inneren verstärkt, sondern setzen – wie E-Gitarren – ganz auf eingebaute Tonabnehmer. In diesem Fall natürlich ein Piezo-System, wie man es auch von Akustikgitarren kennt.

Harley Benton Nashville Nylon im StudioGenau das ist auch bei der Harley Benton Nashville Nylon der Fall: Beim Auspacken fallen sofort die unechten F-Löcher auf, die der Gitarre einen coolen Look verleihen, aber rein dekorativ sind, da sich dahinter kein Hohlraum befindet.

Optisch überzeugt das Modell: Bei meinem Sicht-Check konnte ich keine Mängel in der Verarbeitung feststellen – keine Lackfehler, Kratzer oder unsaubere Übergänge. Der Korpus erinnert an eine Flachdecke einer Les Paul, während Hals und Kopfplatte eindeutig einer klassischen Nylon-Gitarre entstammen. Der natürliche Look mit sichtbarer Holzstruktur gefällt mir besonders gut.

Das erste Anspielen ohne Verstärkung ist anfangs etwas befremdlich – die Gitarre ist extrem leise, ähnlich wie eine E-Gitarre. Für späte Übungsstunden ist das allerdings ein Pluspunkt.

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Facts und Features

Der Korpus sowie der Hals bestehen aus massivem Mahagoni, die Decke aus Fichte und der Steg aus Walnuss. Das Griffbrett aus Jatoba – einem dichten Tropenholz, das häufig als Ersatz für Palisander oder Ebenholz verwendet wird – ist mit Pearl-Dot-Inlays versehen.

Die Gitarre hat 21 Bünde, einen Griffbrettradius von 400 mm, eine Mensur von 648 mm und eine Sattelbreite von 48 mm – Werte, die eher an moderne Westerngitarren erinnern. Dadurch fühlt sich das Instrument für Spieler mit kleineren Händen deutlich vertrauter an als eine klassische Nylon-Gitarre mit flachem Griffbrett und breitem Sattel.

Harley Benton Nashville Nylon Steg Detail

Das verbaute Tonabnehmersystem bietet eine einfache 2-Band-Klangregelung (Bass, Treble) und einen Lautstärkeregler. Ab Werk sind D’Addario Pro-Arte-Nylonsaiten aufgezogen. Ein Koffer oder Gigbag ist im Lieferumfang nicht enthalten.

Die Nashville Nylon im Praxischeck

Unverstärkt klingt die Harley Benton Nashville Nylon ähnlich wie eine E-Gitarre – nur eben mit Nylonsaiten. Das Spielgefühl ist angenehm und erinnert durch den schmalen Hals an eine E-Gitarre, was besonders Umsteigern entgegenkommt.

Harley Benton Nashville Nylon Rückseite

Angeschlossen zeigt sich: Der Sound erinnert stark an eine klassische Nylon-Gitarre, die per Piezo abgenommen wird. Natürlich fehlt der Gitarre der Resonanzkörper, was sich in einem etwas flacheren Tonbild zeigt. Der Piezo betont leichte Griffgeräusche, was Geschmackssache ist. Trotzdem liefert die Gitarre insgesamt einen ordentlichen, brauchbaren Sound für Bühne oder Studio – besonders, wenn man den Klang über EQ oder Effekte etwas formt.

Klangbeispiele

Für die Klangbeispiele habe ich die Gitarre über eine DI-Box direkt ins Interface gespielt. Der EQ stand in Mittelstellung, nachträgliche Bearbeitung erfolgte lediglich zur Lautstärkeanpassung. Mikrofoniert wurde die Gitarre nicht – ihr hört ausschließlich das Signal des eingebauten Tonabnehmers.

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Klangbeispiele
Fazit

Die Harley Benton Nashville Nylon überzeugt als spannende Mischung aus E- und Nylon-Gitarre mit solider Verarbeitung und angenehmem Spielgefühl – besonders für Gitarristen, die schmale Hälse bevorzugen. Klanglich reicht sie nicht an eine klassische Konzertgitarre heran, liefert aber einen sauberen Ton und ist ideal zum leisen Üben oder für den Bühneneinsatz.
Ein gelungenes Crossover-Instrument mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Plus

  • toller Look durch das natürliche Finish und die “F-Löcher”
  • Cutaway
  • gute Bespielbarkeit durch schmalen Hals

Preis

  • 299,- Euro
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Über den Autor
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Robin Rick RED

Gitarrist, Musiklehrer und Tonstudiobetreiber aus Leidenschaft

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    CDRowell AHU

    Wenn das Hals-Holz Jatoba gut getrocknet ist, dann ist die Gitarre mal ’ne echte Ansage!🫣

    Mir gefällt der Klang… Wurde nur eine gesamte Pegelanhebung vorgenommen?😘

    Gut, dass der Korpus nicht aus Jatoba ist, dann wäre das gute Stück sicher etwas lastig. Wirkt die Gewichtverteilung angenehm?🤔

    Inzwischen erfreut mich auch das Aussehen der HB-Initialien!😃👍

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      @CDRowell Mich würde nur die Farbteilung des Korpusdeckel der beiden Hölzer etwas stören. Aber die HB-Sachen werden immer besser wie generell die Thomann Eigenprodukte. Ich letztens auch einen Mic-halter gekauft (nicht für mich persönlich) und er verrichtet voll und ganz seinen Dienst.

      • Profilbild
        CDRowell AHU

        @Filterpad Ja, das sehe ich auch so. Besonders angenehm ist, dass Thomann sich wirklich um Preis/Leistung im Sinne der Musikmachenden kümmert.👍

      • Profilbild
        Robin Rick RED

        @Filterpad Hi @CDRodwell,
        ich habw bei den Testaufnahmen nur eine Pegel Anpassung vorgenommen. ist alles pur, ohne Bearbeitung und die beiden Tone Regler waren in Mittelstellung :)

        Zu der Gewichtsverteilung: Ich hab das gute Stück nur im sitzen ausprobiert – dabei ist mir das Gewicht nicht negativ aufgefallen. Man merkt aber dass man ne Solid Body in der Hand hat.

        • Profilbild
          CDRowell AHU

          @Robin Rick Danke für Deine Reaktion!

          Noch eine gemeine Frage:
          Spielen die Gitarristen in Nashville nicht überwiegend im Stehen? 🫣

          Honky-Tonks, Broadway, Country-Liveshows:
          Gitarrenspielende stehen fast immer.
          Show-Gründe:
          Präsenz, Bewegung, Optik.
          Steel Guitar ist die Ausnahme, die sitzt.

          • Tour- und TV-Acts aus Nashville:
          E-Gitarre, stehend, Gurt dran, fertig.
          Country-Rock, Pop-Country, Worship-Szene, meist stehend.

          • Songwriter-Rounds / Writers’ Nights:
          Gitarre wird oft sitzend gespielt, weil es ums Lied geht, nicht um die Show.
          Meist Akustikgitarre, Hocker, Mikro.

          Mein Wunsch für zukünftige Checks:
          Bitte im Stand sich der Gitarre annehmen

          • Profilbild
            Robin Rick RED

            @CDRowell Hallo,

            du hast natürlich völlig Recht – Schande auf mein Haupt!

            wird ab dem nächsten Test gemacht!

  2. Mehr anzeigen
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