Test: Harley Benton Powerplant

14. November 2008

Powerplant

So Jungs, heute mal etwas für die Freunde des Pedaltretens! Nein, nein, Amazona hat keine neue Rubrik für Mountainbikes eingerichtet, vielmehr handelt es sich um die selbstbewusste Zunft des elektrifizierten Saitenzupfers im Allgemeinen und den Vertretern der Sechssaitigen im Besonderen.

Ihr erinnert euch, Dekaden in die Richtung eures Geburtstages zurück gerechnet, kamen die ersten Bodeneffektgeräte auf den Markt, um den Klang der Gitarre bezüglich ihrer Parameter zu potenzieren. Dynamische, Modulations- und Raumeffekte bevölkerten erst vereinzelt, dann vermehrt den Bühnenboden und wurden im Laufe der Zeit gerade in der experimentierfreudigen Epoche der Siebziger auch von Bassisten und Keyboardern in ihr Setup integriert.

Was jedoch alle Pedale seiner Zeit mit einem variierenden Nerv-Faktor ausstattete, war der überaus zeit- und fummel-intensive Austausch des (der) 9V Block(s). Zudem war die Hochleistungs-Alkaline-Batterie mit ihrer langen Laufzeit in diesen Tagen ein frommes Wunschdenken, von entsprechenden Akkumulatoren wollen wir mal gar nicht reden!

Wenn du jetzt noch ein paar ordentliche Stromfresser im Signalweg hattest, wie seiner Zeit zum Beispiel diverse Flanger, welche dir zwei 9V Blöcke während nur einer Show leer nuckelten und nur mit Schraubendrehern zu öffnen waren, kann man sich leicht ausmalen, wie viel Zeit während einer Tour nur für den überaus nervigen Wechsel der Batterien drauf ging. Ich erinnere mich mich Graus, von der Umweltbelastung durch ausgesaugte Batterien ganz zu schweigen …

Also strickte man sich die wildesten Heimkonstruktionen aus den damals erstmals aufkommenden „Brettwanzen“ (Steckernetzteile). Kaum freute man sich wie verrückt, auf dass man überhaupt ein solches Gerät im lokalen Musikshop ergattert hatte, sank die Stimmung auf den absoluten Nullpunkt, da man versehentlich vom Verkäufer eine nicht-stabilisierte Version erhalten hatte, welche bei Aktivierung mit massivem 50-Hertz-Brummen ähnlich penetrant auf sich aufmerksam machte, wie eine sich vernachlässig fühlende Partnerin an einem Samstagabend.

Also wieder zurück zum Laden, Netzteil tauschen, aber dann! Kabel wurden gesplittet, verlängert, da wurden Feld-Wald-und-Wiesen-Lösungen ausprobiert, die einem Elektrotechniker die puren Verzweiflungstränen in die Augen treiben und diverse Spannungswandler in die ewigen Jagdgründe schickten.

Sich dieses Umstandes bewusst, fing die Musikalienindustrie damit an, ihre Bodenpedale mit Netzteil-Anschlüssen auszurüsten, welches, abgesehen von der damals noch ständig wechselnden +/- Belegung eine gewisse Standarisierung (endlich) zur Folge hatte. Im Laufe der Zeit kristallisierten sich drei Betriebsspannungen, 9V, 12V und 18V, heraus, andere Spannungen wurden/werden wenn überhaupt durch ein mitgeliefertes Netzteil kompensiert.

Was aber, wenn man in guter, alter Tradition 5 FX-Pedale oder mehr in seinem Live Setup sein Eigen nennt und diese allesamt mit Betriebsspannung aus einem Netzteil versorgen möchte? Wer wie ich versuchte, dieses Problem mit einem Netzteil pro Gerät zu lösen, kennt die Problematik, dass man vor lauter Brettwanzen (eine Wanze frisst den Platz von 2! Schuko-Steckdosen) nebst ihrer Verkabelung und Stromleisten knapp 50% des Platzes, welcher einem auf seinem Floorboard zur Verfügung steht, durch die abtörnende Stromversorgung verliert. Sorgt nicht für entspanntes Arbeiten und sieht auch nicht so toll aus!

Was also liegt näher, als eine zentrale Versorgungseinheit auf dem Floorboard zu platzieren, welche jedes Bodenpedal mit der nötigen Betriebsspannung versorgt? Die Thomann Hausmarke Harley Benton bietet für diesen Zweck die POWERPLANT an, welche eben diesem Zweck nachkommen soll.

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    AMAZONA Archiv

    Guter Bericht.Das Befestigungsproblem liesse sich einfach und ordentlich mit 2 Stücken Aluwinkel die mit entsprechenden Bohrungen versehen sind lösen

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