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Test: Harley Benton ST-80FR MN HH Lime Sparkle, E-Gitarre

80s Retro-Style-Strat

26. Oktober 2025

 Harley Benton ST-80FR AufmacherDie Harley Benton ST-80FR MN HH Lime Sparkle bringt 80er-Jahre-Optik, moderne Features und Shred-taugliche Ausstattung zum erstaunlich kleinen Preis.

Kurz & knapp
Was ist es? Harley Benton ST-80FR MN HH Lime Sparkle, auffällige Superstrat im 80er-Jahre-Look mit Floyd-Rose-Vibrato und Humbuckern
  • Design: Extravagantes Lime-Sparkle-Finish, gerösteter Ahornhals und fluoreszierende Side-Dots
  • Hardware: Stimmstabiles Floyd Rose 1000, Tesla-Humbucker und Chrom-Hardware ab Werk
  • Spielgefühl: Kräftiges C-Halsprofil, Compound-Radius, kleinere Mängel bei Saitenlage und Bundpolitur
  • Klang: Druckvolle Rock- und Metal-Sounds, solide Performance für Shred und Vibrato-Action

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Harley Benton ST-80FR MN HH Lime Sparkle

Harley Benton hat sich in den letzten Jahren von der Hausmarke für Einsteiger zu einem ernstzunehmenden Anbieter für ambitionierte Musiker entwickelt. Die ST-Serie war dabei stets ein Herzstück des Sortiments und mit der ST-80FR MN HH Lime Sparkle präsentiert der Hersteller nun ein Modell, das klassische ST-Gene mit modernen Features und auffälligem Look verbindet. Allein der Name verrät schon, worum es geht: ein traditionell anmutender Superstrat-Korpus, kombiniert mit Humbuckern, echtem Floyd-Rose-Vibrato und einem Metallic-Finish, das direkt aus der Ära von Eddie Van Halen, Steve Vai oder George Lynch stammen könnte.

Wer sich in den 80ern mit Gitarrenmusik beschäftigt hat, erkennt sofort die Anleihen an die angesagtesten Modelle jener Zeit, die traditionelle Designs mit heißeren Pickups und in aller Regel mit einem FR-System kombinierten. Auf dem Papier wirkt das wie eine perfekte Mischung aus Retro-Ästhetik und moderner Fertigungsqualität. Kann die Harley Benton ST-80FR MN HH Lime Sparkle uns zurück in die guten alten Zeiten von toupierten Haaren und bunten Spandex-Hosen versetzen? Der folgende Testbericht wird es zeigen!

Facts & Features

Der Korpus der Harley Benton ST-80FR besteht aus amerikanischer Linde. Dieses Holz war in den 80er-Jahren nicht nur bei Fender Japan, sondern auch bei diversen US-Superstrat-Herstellern beliebt, weil es ein ausgewogenes Frequenzbild mit soften Höhen liefert und sich hervorragend für High-Gain-Sounds eignet. Verschraubt ist der Body mit einem gerösteten kanadischen Riegelahorn-Hals, dessen Maserung durch die Hitzebehandlung noch stärker hervortritt und sich stabiler verhält als unbehandeltes Holz.

Auch das Griffbrett besteht aus geröstetem kanadischen Ahorn, was durch die dunklere Optik einen schönen Kontrast zum knalligen Korpus-Finish bildet. Die auffällige Lime-Sparkle-Metallic-Lackierung greift zudem den extravaganten Look der 80er-Jahre auf und verleiht der Gitarre eine optische Präsenz, die sofort ins Auge fällt. Die Lackierung wurde bis in die kleinste Ritze sauber aufgetragen – da gibt es mal gar nichts zu meckern.

Die abgerundeten Griffbrettkanten sind eine Seltenheit in dieser Preisklasse und vermitteln das Gefühl eines gut eingespielten Instruments. Ebenso auffällig sind die fluoreszierenden Side-Dots, die auf dunklen Bühnen oder in verrauchten Proberäumen – ganz wie in den Clubs der 80er – jederzeit Orientierung bieten. Das asymmetrische C-Halsprofil mit 20,5 mm am ersten Bund und 23,5 mm am 22. Bund liegt ergonomisch in der Hand, sodass auch längere Sessions ohne Ermüdung möglich sind.

Der Compound-Radius des Griffbretts von 12″ bis 16″ bringt genau das, was man sich von einer modernen Superstrat erwartet: Akkordfreundlichkeit in den tiefen Lagen und flache Saitenlage für schnelle Läufe und Bendings oben. Zumindest dann, wenn man das Instrument einer gründlichen Einstellung unterzieht. Unser Testmodell glänzt jedoch nicht gerade mit einem idealen Setup: Die Saitenlage ist unangenehm hoch, zudem wurde die Politur der Bundoberflächen vernachlässigt – es schabt und schleift deutlich bei Bendings oder Slides. Also liegt die Feinabstimmung in der Hand des ersten Besitzers. Dank des auf zwei Bolzen sitzenden Vibratoblocks ist das aber kein Hexenwerk. Apropos Vibratoblock: Damit auch Up-Bendings gelingen, wurde eine Fräsung unterhalb des Blocks in die Decke eingearbeitet.

Harley Benton ST-80FR MN HH Lime Sparkle Vibrato

Damit gelingen auch Dive-Bombs: Fräsung in der Decke unterhalb des Vibratoblocks

Das verwendete Vibratosystem auf der Harley Benton ST-80FR ist ein Floyd Rose 1000 – ein in Korea gefertigtes Lizenzmodell des originalen Floyd Rose. In den 80er-Jahren war dieses Vibrato das Nonplusultra für Shredder und Hardrock-Gitarristen – Dive-Bombs, Flutters, Harmonic Screams – und bis heute Standard, wenn es um stimmstabile Vibrato-Action geht. Ergänzt wird das System durch Jinho-J-02-Mechaniken mit 15:1-Übersetzung, die zusammen mit der Klemmsattel-Lösung des Floyd Rose für maximale Stimmstabilität sorgen. Die gesamte Hardware ist in Chrom gehalten, was einen stimmigen Kontrast zum knalligen Lime-Sparkle-Hochglanz-Finish bildet. Ab Werk wird die Gitarre mit Elixir-Saiten der Stärke .010–.046 ausgeliefert – ein gängiges Standard-Setup für Rock und Metal.

Die ST-80FR MN HH Lime Sparkle in der Praxis

In der Praxis präsentiert sich die Harley Benton ST-80FR als typische moderne Superstrat mit 80er-Anleihen, die allerdings – wie erwähnt – nicht ganz ohne Nacharbeit auskommt. Das asymmetrische C-Profil des Halses ist deutlich kräftiger als bei vielen aktuellen Shred-Gitarren und bietet reichlich „Fleisch“ in der Hand. Das vermittelt Stabilität und Kontrolle bei Akkorden und Vibratos, verlangt kleineren Händen jedoch ein gewisses Umgewöhnen ab. Wer flache D- oder Slim-Profile gewohnt ist, wird hier mehr Masse spüren – ein klassischer 80er-Touch, der manchen Spielern entgegenkommt, anderen aber zu wuchtig sein wird.

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Die werkseitige Saitenlage unseres Testinstruments fällt vergleichsweise hoch aus und limitiert zunächst flüssige Läufe oder schnelles Tapping. Ein sorgfältiges Setup mit Halsstab-Justierung und Vibrato-Feinabstimmung wäre daher angeraten, um das volle Potenzial der Gitarre auszuschöpfen. Auch die 22 Medium-Jumbo-Edelstahlbünde sind sauber eingesetzt, zeigen aber noch leichte Rauigkeit an den Flanken und hätten eine gründlichere Politur vertragen können. Von daher wird es eine Weile dauern, bis alles sanft und geschmeidig im wahrsten Sinne des Wortes „von der Hand“ geht – aber das habe ich weiter oben bereits erwähnt.

Positiv fällt auf, dass die Regler und der 3-Wege-Schalter solide wirken und in der Praxis ein gutes Feedback vermitteln. Die beiden Potis laufen frei von Spiel auf ihren Achsen und auch der Schalter rastet satt in seinen drei Positionen ein. Da es kein Coil-Tap gibt, ist die Auswahl auf Steg-Humbucker, beide Humbucker seriell oder Neck-Pickup beschränkt. Das sollte aber reichen – und seien wir ehrlich: Wer kauft sich eine Metal-Superstrat, um damit Clean-Sounds zu spielen?

Harley Benton ST-80FR MN HH Lime Sparkle_Hals-Korpus

Ergonomisch geformter Hals-Korpus-Übergang

Das Floyd Rose 1000 Vibrato arbeitet stimmstabil und lässt sich präzise dosieren. Einziger Nachteil ist, dass der Vibratohebel eingeschraubt wird. Damit hat der Benutzer die Wahl zwischen einem fest angezogenen Hebel, der nach der Benutzung im Weg ist, oder einem zu locker eingeschraubten „Jammerhaken“, der mit deutlichem Spiel nervt. Es gibt sicher Spieler, die so etwas nicht stört bzw. die sich damit abgefunden haben. Mich persönlich nervt das aber immer wieder aufs Neue.

Trocken (also ohne Verstärker) angespielt, klingt die Harley Benton ST-80FR eher nüchtern und mit begrenzter Dynamik. Das ist in dieser Preisklasse und bei der Konstruktion nicht ungewöhnlich, sollte aber nicht unerwähnt bleiben. Die beiden Tesla-Plasma-X-Humbucker geben sich jedoch redlich Mühe, dieses Manko zu kaschieren – und das gelingt ihnen sehr gut. Die beiden Humbucker bieten druckvolle, durchsetzungsfähige Sounds von klassischem Hardrock bis zu High-Gain-Metal, ergänzt um durchaus brauchbare Clean-Sounds. Und das mit erfreulich geringen Nebengeräuschen und nur wenig Verlust an Dynamik, wenn man das Volume an der Gitarre absenkt. Unterm Strich liefert die ST-80FR damit eine solide Basis für 80er-Jahre-Riffs, Soli und Vibrato-Exzesse – erfordert aber Setup-Feinarbeit, um wirklich glänzen zu können.

Harley Benton ST-80FR MN HH Lime Sparkle Headstock

Harley Benton ST-80FR MN HH Lime Sparkle Headstock

ST-80FR MN HH Lime Sparkle – Klangbeispiele

Für die folgenden Klangbeispiele habe ich die Harley Benton ST-80FR MN HH Lime Sparkle zusammen mit meinem Orange Micro Dark und einer daran angeschlossenen 1×12″-Celestion-Vintage-30-Box betrieben. Vor der Box wurde ein AKG C3000-Mikrofon in Position gebracht. Effekte wurden – wie immer – keine verwendet.

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Fazit

Mit der ST-80FR MN HH Lime Sparkle präsentiert Harley Benton eine auffällige Superstrat im 80er-Jahre-Look, die zu einem sehr attraktiven Preis ein umfangreiches Ausstattungspaket bietet. Der kräftige Hals, das stimmstabile Floyd-Rose-1000-Vibrato und die Tesla-Humbucker liefern eine solide Grundlage für klassische Hardrock- und Metal-Sounds. Kleinere Schwächen, wie die hohe werkseitige Saitenlage oder die nicht ausreichend polierten Bünde, trüben den Gesamteindruck etwas, lassen sich jedoch mit überschaubarem Aufwand beheben. Wer eine optisch auffällige, technisch gut bestückte Gitarre im Stil der 80er sucht und bereit ist, etwas Feintuning zu investieren, findet hier ein spannendes Arbeitsgerät mit großem Spaßfaktor.

Plus

  • gute Verarbeitung
  • kraftvolle Pickups
  • stimmstabiles Floyd Rose Vibrato

Minus

  • etwas müder akustischer Grundsound
  • Werkssetting (Bünde und Saitenlage) unseres Testinstruments

Preis

  • 449,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    VerMona74 AHU

    Moin, interessant. Ich hätte den TA jetzt nicht ganz getraut. Schade, dass man, wenn man es selbst nicht kann, das Servicepaket bei Thomann gleich mitbuchen sollte.

    Na mal sehen
    V.
    PS. Hübscher Amp im ersten Bild

  2. Profilbild
    Eibensang

    „Wer kauft sich eine Metal-Superstrat, um damit Clean-Sounds zu spielen?“

    Haha, da fühl‘ ich mich angesprochen: Ich tu‘ das! Und wurde mit diesem außergewöhnlichen Bedürfnis bestens bedient mit der MAX Fusion Signatur HO Strat aus demselben Hause, die – anders als das obige Modell – auch Coil Split bietet, und zwar außergewöhnlich guten, der kaum in der Lautstärke abfällt.

    Nebenbei empfinde ich die oben angemerkten Mängel schon ein bisschen kritisch: Neulinge (oder auch Erfahrenere, die keine geschickten Bastlerinnen sind) könnte das überfordern. Und fast 500 Euro sind für diese Marke doch schon „Hochpreisregion“, da sind wir von Harley Benton doch bereits oft schon Besseres gewohnt, was Fertigungsqualität (selbst günstigerer Modelle) betrifft?

    (Mal abgesehen von gelegentlichen Ausreißern, also Mängelexemplaren, die auftreten können, da bei solchen Kampfpreisen halt keine Qualitätskontrolle zu haben sein wird, die über gelegentliche Stichproben hinausgeht. Was, wie ich vermute, von der Rücknahmegarantie doch gut aufgefangen wird. Ich selber hatte bisher immer Glück und bekam bespielbare Instrumente.)

    Die Klangbeispiele lassen es abermals vermuten: Offenbar sind die Tesla Tonabnehmer um einige Klassen besser als die in früheren HB-Modellen meist verbauten von Roswell. Womit Thomanns Hausmarke erneut um einen Aspekt angezogen hat (im Qualitätsvergleich mit der Pi mal Daumen jeweils meist etwa doppelt so teuren Markenkonkurrenz).

    • Profilbild
      Numitron AHU

      @Eibensang Metallica haben zb cleane Passagen.
      würde nie eine Gitarre kaufen, mit der man nur verzerrt spielen kann.
      aber jeder wie er mag.

      • Profilbild
        Eibensang

        @Numitron Schon klar, die meisten Metalacts spielen mal ein cleanes Intro oder eine gezupfte Passage zwischenrein. So, wie ich bei einem von 15 Stücken im abendfüllenden Konzert auch mal Hi Gain brauche, oder bei 4 von 10 leichten Crunch.

        Die Ansprüche unterscheiden sich dann entsprechend. Es ließe sich auch sagen, ich habe noch keine halbwegs brauchbare E-Gitarre in der Hand gehabt, die sich nicht auch verzerren ließe (lächel). Aber je nachdem, was du am meisten brauchst und was deinen Stil und dein Repertoire prägt, reicht es dir nicht, wenn was „auch“ geht, es muss dann schon bestimmte Qualität aufweisen und dir haptisch/ergonomisch entgegenkommen, hier wie dort.

        So ist mir das Verhalten einer E-Git bei Hi Gain tatsächlich nicht so wichtig wie ihre Vollmundigkeit oder klangliche Vielfalt im Clean- und leichten Crunch-Bereich. Und für einen Metalhead ist es vermutlich umgekehrt!

  3. Mehr anzeigen
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