Test: Hartke, 210C HyDrive, Bassverstärker

6. September 2011

Hartke 210C HyDrive

1984. Was verbinden wir mit diesem Jahr? Orwells Buchtitel? Föhnfrisuren? Oder vielleicht doch das Jahr, in dem Larry Harkte das erste Hartke Bass-Cabinet für keinen geringeren als Fretless Master Jaco Pastorius gebaut hat. Wie auch immer, Hartke ist seitdem eine feste Größe für Bassisten und beschert uns kultiges Equipment, speziell die für Hartke-typische „Speaker-aus-Alu“-Optik. Daran hat sich nichts geändert, na ja, nicht ganz, denn Hartke kombiniert bei diesem Modell und den Modellen dieser Serie herkömmliche papiergefertigte Membrantechnik mit Hartke-typischer alugefertigter Membrantechnik. Auf diese Kombi waren wir doch sehr gespannt. Zum Test liegt Amazona nun der Hartke 210C HyDrive mit 250W vor.

Was versteckt sich hinter dieser Bezeichnung?

-- Der Hartke 210C HyDrive --

— Der Hartke 210C HyDrive —

Zunächst handelt es sich um einen Combo, d.h. Verstärker und Speaker sowie Hochtöner sind in einem Gehäuse gemeinsam verbaut. Die „210“ steht für 2×10 Zoll-Speaker und der Zusatz Hy steht für Neodymium Hybrid Cone Driver. Der Test wird zeigen, was die schicke Kiste zu bieten hat. Rein optisch setzt Hartke auf klassisches Design mit schwarzer Box, roadtauglich kantenverstärkt. Die oval gelochte Front ist passend zu den Speakern in grauer bzw. Aluoptik gehalten. Der Hochtöner passt sich diesem Farbkonzept an. Der Verstärker befindet sich mit gut 1 HE Höhenanteil im oberen Bereich des Combos. Das Verstärkergehäuse ist aus Kunststoff, schade dass nicht das stabilere Stahlblech verwendet wurde.

-- Der Combo als Monitor gekippt --

— Der Combo als Monitor gekippt —

Zum Verstärker

Wie immer folgen wir dem Signalverlauf, vom Input bis zu den Speakern.

Links am Verstärker findet sich der Klinkeninput. Normalerweise käme jetzt die Gain-Aussteuerung, doch dies sucht man vergebens, denn das Signal wird automatisch ausgepegelt. Der Level-Regler dient trotz dieser frühen Station im Signalweg quasi schon als Mastervolume. Die nächste Regelmöglichkeit ist ein Eingriff in die Dynamik des Bass-Signals. Der werksseitig voreingestellte Compressor kann stufenlos dem anliegenden Signal beigemischt werden. Der Compressor arbeitet sauber und wirkt nicht überengagiert, selbst wenn man ihn zu 100% zum Signal dazumischt. Ist der Compressor aktiv, leuchtet einen blaue Lampe.

Regler Nummer drei ist ein Shape-EQ, es können bestimmte, grobe EQ-Voreinstellungen getroffen werden. Durch Drücken der Shape-Taste bei gleichzeitigem Anwählen einer Kernfrequenz von 80 Hz bis 1 kHz wird eine bestimmt EQ-Stellung vorgegeben. Diese kann noch im weiteren Signalverlauf verändert bzw. feiner nachjustiert werden. Wer den Shape-Modus nicht mag, hat jedoch genügend Möglichkeiten, den Sound breit gefächert zu verändern. Die folgende Sektion ist von Hartke treffend mit Bass Attack Overdrive betitelt und umfasst drei Regler sowie den On-Schalter zum Aktivieren des Overdrive-Kanals, der übrigens kein eigener Kanal ist, sondern nur anteilig beigemischt werden kann. Der von 1-10 einstellbare Harmonics-Regler ist für den Grad der Verzerrung zuständig. Freunde von angezerrten Sounds kommen auf ihre Kosten, wer’s aber gerne in Richtung Metal-Schiene mag, der würde den Knopf gerne bis 13 stellen können. Trotzdem sind bei voller Zerre schöne Feedbacks möglich. Der Brite-Regler bietet noch zusätzlich eine Höhenabsenkung bzw. Anhebung. Der Mix-Regler vervollständigt die Overdrive-Sektion. Das mit Harmonics und Brite veränderte Signal wir mit dem Mix-Regler dem ursprünglichen cleanen Signal zugemischt und kann bis zu 100% das cleane Signal überlagern. Schön gelöst ist, dass das Signal nicht lauter wird, wenn der Overdrive Anteil beigemischt wird, das kennt man leider auch anders.

Der eigentliche klassische 7-Band-EQ kommt jetzt ins Spiel. Die Kernfrequenzen 80 Hz, 160 Hz, 315 Hz, 1,25 kHz, 2,5 kHz und 5 kHz können um +12 dB angehoben, bzw. um -12 dB abgesenkt werden. Erfreulicherweise reagieren die Frequenzbänder schon auf feinste Justierungen, so dass einer breiten Soundvielfalt nichts im Wege steht. 

-- Die Rückseite des 210c --

— Die Rückseite des 210c —

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    75631

    Also auf Grund der Soundfiles „Mik_Slap“ & „DI_motown“ würde ich den Amp auf keinen Fall kaufen!

    • Profilbild
      jochen_schnur  RED

      Hallo 75631, danke für dein Feedback. Bitte mit den Soundfiles nicht zu hart ins Gericht gehen, der Amp klingt im Raum deutlich besser. Man kann eben werkseitig nur bedingt eine Soundeinstellung vorschlagen, die dann mit allen angeschlossenen Bässen gut klingen soll. Ich hatten zum Test alle Einstellungvorschläge 1 zu 1 übernommen. Besser ist allerdings das „Angebot“ individuell auf den jeweiligen Bass einzustellen. Anbei findest du einen Link mit Sound von Stu Hamm, der die Serie spielt. http://v.y.....4Mjcy.html

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