ANZEIGE
ANZEIGE

Test: HEDD Type 07 MK2, Nahfeldmonitor

1. Februar 2021

Lizenz zum klingen

hedd type 07 mk2 test

HEDD Type 07 MK2, Nahfeldmonitor

Type 07 MK 2 von HEDD Audio im AMAZONA.de Test. In Zeiten, in denen sich der Aktionsradius der meisten Menschen auf die eigenen vier Wände beschränkt, ist es umso wichtiger, diese so gemütlich wie möglich zu gestalten. Für mich gehört ein gutes Paar Lautsprecher dabei zum Existenzminimum. Um uns Soundtüftlern und Klangpuristen das Lockdown-Leben etwas zu versüßen, hat die Berliner Firma HEDD Audio (Heinz Electro Dynamic Designs) pünktlich zum Jahreswechsel ihre Type-Studiomonitorreihe runderneuert. Als erstes tritt der Type 07 MK2 zum Test an, ein aktiver Studiomonitor, der mit dem integrierten Lineariser, dem wahlweise offenen und geschlossenen Betrieb (CoP – closed or ported) und der phasen-linearen Einbindung der neuen HEDD-Subwoofer einige bahnbrechende Funktionen mit sich bringt.

Hedd Type 07 MkII Schrägansichtg

Hedd Type 07 MK2 im Seitenprofil

Von Adam bis HEDD

Klaus Heinz, der HEDD Audio zusammen mit seinem Sohn Frederik Knop gegründet hat, ist kein Unbekannter in der Szene. Zusammen mit Roland Stenz gründete er bereits im Jahr 1999 die Firma Adam Audio und machte sie zu einem der Weltmarkführer im Bereich Studiomonitore. Während Adam Audio 2014 Insolvenz anmelden musste und infolgedessen von einer Investorengruppe aufgekauft wurde, war Roland Stenz mit Eve Audio schon in eigener Sache unterwegs. Seit 2016 ist nun auch Klaus Heinz mit HEDD Audio wieder aktiv. Während sich Adam Audio immer mehr dem Einstiegssegment und damit der Produktion in China öffnet, bleibt Klaus Heinz nach eigener Aussage dem Produktionsstandort Berlin treu. Hier werden die Hochtöner sogar in Handarbeit gefaltet und zusammengesetzt. Denn das Aushängeschild der Lautsprecherentwicklungen von Klaus Heinz ist und bleibt der AMT-Hochtöner (Air Motion Transformer), der ursprünglich von Oscar Heil entwickelt wurde. Schon beim ersten Aufeinandertreffen der Beiden in den 80er-Jahren war Klaus Heinz von den technischen und klanglichen Vorzügen des Air Motion Transformers begeistert. Bis heute hat er ihn stetig weiterentwickelt und in seiner letzten Reinkarnation mit einem stärkeren Magneten und einem Waveguide ausgestattet.

ANZEIGE

Vergleich mit dem Vorgänger

Die grundsätzlichen Zutaten des Type 07 MK2 entsprechen denen seines Vorgängers. Der bewährte 7 Zoll Tiefmitteltöner mit einer besonders leichten Membran aus Honeycomb Composite und 1,5 Zoll großer Schwingspule ist weiterhin für tiefe und mittlere Frequenzen bis 2,3 kHz zuständig. Die besondere Steifheit der Membran, die durch spezielle Harze als Bindematerial erreicht wird, soll dabei für eine hohe Klarheit im Mittenspektrum sorgen.

Hedd Type 07 MkII Tieftöner

Tieftöner der Hedd Type 07 MK2 mit Honigwabenstruktur im Hochtonbereich kommt der, für Klaus Heinz typische und in Handarbeit gefertigte, HEDD AMT-Hochtöner zum Einsatz. Entgegen einiger Gerüchte handelt es sich dabei um keinen Bändchenhochtöner. Der sogenannte Air Motion Transformer basiert nämlich auf einer gefalteten Membran mit integrierten Aluminium-Leiterbahnen, die sich in einem starken Magnetfeld befinden. Der Klang wird dabei durch die Ausdehnung und das Zusammenziehen der Falten erzeugt, was aufgrund des Verhältnis von Membranbewegung zur Luftbewegung für eine sehr gute Transientenwiedergabe sorgt.

Hedd AMT - Makroansicht

Der AMT Hochtöner bewegt Luft durch Zusammenziehen und Öffnen der Faltenzwischenräume und kommt dabei auf ein hohes Verhältnis von Luftbewegung zu Membranbewegung von 4:1 – die Falten des AMT hier in Nahansicht

Das Besondere des HEDD AMTs ist zum einen die verhältnismäßig geringe räumliche Ausdehnung, die nur unwesentlich größer ist als bei einem Kalotten-Hochtöner. Damit wird die AMT-typische vertikale Bündelung vermieden und eine gleichmäßige Abstrahlung des Hochtons erreicht. Zusätzlich besitzt der HEDD-AMT einen Waveguide, von dem Klaus Heinz ursprünglich dachte, dass es Klangverfärbungen verursachen würde. Doch er scheint eine Form gefunden zu haben, die die Klangabstrahlung positiv beeinflusst, ohne den Klang zu verfälschen.

Hedd AMT mit Waveguide

AMT Hochtöner des Hedd Type 07 MK2 mit Waveguide

Als Verstärker kommen weiterhin zwei separate 100 Watt Class-D Endstufen von ICE zum Einsatz, die das Pärchen Type 07 auf eine maximale Lautstärke von 116 dB SPL bringen. Das Gehäuse ist in der Bauart und Größe ebenfalls gleich geblieben und besitzt weiterhin die charakteristischen Abrundungen an der Vorderseite. Doch während meine Type 07 eine gummierte Oberfläche besitzen, hat die Type 07 MK2 nun eine satinierte Lackbeschichtung, die nicht so griffig, aber dafür weniger empfindlich gegenüber Fingerabdrücken und Nutzungsspuren ist.

Wir können also zusammenfassen: Die Grundzutaten, die schon beim 2016 vorgestellten Vorgänger sehr gut waren, werden auch weiterhin in der Type 07 MK2 verwendet. Kommen wir nun zu den Neuerungen.

Integrierter Lineariser

Lineariser-Plugin

Der Lineariser, hier als Plugin, ist nun im DSP des Type 07 integriert

Für die ursprüngliche Type-Serie wurde das sogenannte Lineariser-Plugin entwickelt, das sich über die DAW oder eine systemweite Lösung wie Blackhole in den Signalweg einbinden lässt und den Lautsprecher in Frequenzgang und Phasengang auf Wunsch komplett linearisiert. Wie das im Detail funktioniert, erläutert Klaus Heinz wie folgend:

Es muss zunächst eine Messung im schalltoten Raum geben, die gewonnene Impulsantwort enthält sowohl die Frequenzgang- als auch die Phasengangabweichungen, also die Fehler an der jeweiligen Linearität gemessen. Sie wird dann als komplexe Multiplikation, als sogenannte Faltung im Zeitbereich auf die vorbeirauschenden Signalblöcke angewendet, und wenn man das als FIR oder Finite Impuls Response Filtering ausführt, kann man beide Linearitäten wieder herstellen. Es muss aber auf den letzten Nachzügler im Zeitbereich gewartet werden, bis man erfolgreich korrigieren kann, bei den MK2 Monitoren sind das ca. 12 ms.“

Der Nachteil des Lineariser-Plugins liegt in der Notwendigkeit eines PC oder Mac, um in den Genuss der Korrektur zu kommen. Auch bei der Nutzung eines nachgeschalteten Gerätes zur Raumkorrektur entstehen Probleme, da der Lineariser vor dem Lautsprecher an letzter Stelle im Signalweg liegen sollte.

Um diese Unannehmlichkeiten zu umgehen, wurde der Lineariser nun in den Lautsprecher integriert und kann damit in allen Studio-Setups gleichermaßen genutzt werden. Das Lineariser-Plugin für die MK1-Lautsprecher hat dabei eine Latenz von über 100 ms, der eingebaute Lineariser in den MK2-Lautsprechern hat dagegen nur eine Latenz von ca. 12 ms, was laut Klaus Heinz daran liegt, dass klassische Heimrechner aufgrund ihrer Architektur und Arbeitsweise prinzipbedingt eine höhere Latenz besitzen als ein ddizierter DSP. Die 12 ms sind laut Klaus Heinz schon fast live-fähig, wobei ich dem nur zustimmen würde, wenn keine weitere Latenz hinzukommt und auch dann nur bedingt. Für Timing-kritische Anwendungen kann der Lineariser abgeschaltet werden, womit die Latenz auf etwa 1 ms sinkt, was selbst für sehr Feinfühlige nicht mehr wahrnehmbar sein dürfte.

Phasenlinear – was bedeutet das?

Im Folgenden eine kurze Erläuterung zum Thema Phasen-Linearität. Einen linearen Frequenzgang können sich die meisten von uns gut vorstellen. Alle Frequenzen im menschlichen Hörbereich werden in gleicher Lautstärke abgestrahlt. Die folgendem Diagramme stammen vom Vorgänger des Type 07 MK2 jeweils mit und ohne aktivierten Lineariser. Für die aktuelle Lautsprecher-Generation sind leider noch keine Messdiagramme verfügbar, doch sie dürften sich nicht groß von denen des Type 07 unterscheiden.

Hedd Type 07 Frequenzgang

Frequenzgang des Hedd Type 07 mit und ohne Lineariser

Doch was bedeutet phasenlinear? Zuallererst besitzt der Type 07 zwei Wege, die sich in Hochton und Tief-Mittelton aufteilen. Damit nun der Hochton und der Tiefton gleichzeitig an unser Ohr gelangen, müssten die Schwingspulen (nicht die Membranen!) von Hoch- und Tieftöner auf einer gedachten vertikalen Linie liegen. Das lässt sich zum einen konstruktionsbedingt lösen, indem der Hochtöner in der Schallfront so weit nach hinten versetzt wird, bis die Schwingspulen übereinander liegen. Ein weiterer Weg führt über analoge Allpassfilter und eine elektrische Verzögerung des Hochtons oder alternativ über eine zeitliche Verzögerung in der Frequenzweiche des DSP.
Auch die Frequenzweiche selbst erzeugt je nach Steilheit der Filter unterschiedlich große Phasendrehungen. Dadurch werden die Frequenzbereiche zeitlich leicht versetzt und mit unterschiedlicher Phasenlage abgestrahlt, was zu Auslöschungen im Übergangsbereich der Treiber führt und allgemein zu einem undifferenzierteren, weniger durchsichtigem Klang führt.

Hedd Type 07 MkII Phase Response

Phasengang mit und ohne Lineariser

Um die Unterschiede zu hören, bedarf es einer gewissen Hörerfahrung, doch mit dem Lineariser wird die Ortbarkeit von Signalen im Stereo-Panorama aber auch in der Tiefe und in der Höhenausdehnung stark verbessert. Eine realistischere, plastischere Klangwiedergabe ist die Folge. Darüber hinaus kann man nun auch tatsächlich hören, wie ein Rechteck-Oszillator wirklich klingt, denn ein konventioneller Mehrweg-Lautsprecher ist dazu schlicht nicht in der Lage.

Hedd Type 07 MkII Square wave

Rechteckschwingungsform mit und ohne Lineariser

DSP statt analog

Hier sind wir nun beim größten Unterschied des Type 07 MK2 zu seinem Vorgänger angekommen, dem integrierten DSP (Digital Signal Processor). Während der Vorgänger, abgesehen von der nun weggefallenen HEDD-Bridge, noch komplett analog war, ist die aktuelle Lautprechergeneration um einen DSP herum aufgebaut. Das heißt, die Frequenzweiche, die integrierten Shelving-EQs und das Deskfilter werden nun über den DSP berechnet. Das digitale Innenleben wurde über einen italienischen DSP-Hersteller realisiert und laut Klaus Heinz solange feingetunt, bis im Blindvergleich mit den analogen Filtern kein nennenswerter Unterschied mehr zu hören war. Auch beim verwendeten AD-Wandler hat man bei HEDD keine Abstriche gemacht und setzt auf aktuelle 32 Bit Wandler und eine Abtastrate von 96 kHz.

Die Nutzung des DSP anstelle von analogen Komponenten bringt eine erhöhte Flexibilität mit sich, weshalb neben dem Onboard-Lineariser drei weitere nicht minder beeindruckende Features realisiert werden konnten.

CoP – Closed or Ported

In der Werksausführung besitzt der Type 07 MK2 weiterhin zwei runde Bassreflexöffnungen auf der Front zur Erhöhung des Basspegels. Die Bassreflex-Bauweise besitzt aber auch prinzipbedingte Nachteile in Form von eventuell auftretenden Strömungsgeräuschen und einer verlängerten Ausschwingzeit des Tieftöners. Der Bass ist damit zwar voluminös, aber nicht so trocken und differenziert, wie bei einer geschlossenen Bauweise.

Hedd Type 07 MkII - Stopfen und Schraube zum Verschließen der Bassports

Die Stopfen aus Plastik-Schaumstoffverbund verschließen im geschlossenen Betrieb die Bassreflexöffnungen, mit der Schraube können sie wieder entfernt werden

Der Type 07 MK2 bietet nun beides. Dafür liegen der Verpackung extra zwei Stopfen aus einem Schaumstoff-Plastik-Verbund bei, die fest in die Bassreflexöffnungen gestopft werden können und sie damit verschließen. Um sie wieder problemlos aus den Löchern entfernen zu können, besitzen die Stopfen Gewinde-Löcher und können mit der beiliegenden Schraube einfach herausgezogen werden. Zusätzlich muss auf der Rückseite der Box der CoP-Regler auf closed gesetzt werden. Damit werden die internen Filter an die geschlossene Betriebsweise optimal angepasst. Man bekommt hier meines Wissens zum ersten Mal einen Lautsprecher, der ohne Kompromisse wahlweise die offene oder geschlossene Betriebsweise mit all ihren Vorzügen ermöglicht.

ANZEIGE
geschlossene Bassreflexöffnungen

Geschlossene Betriebsweise mit verschlossenen Bassreflexöffnungen

Erweiterte Basswiedergabe

Doch der DSP macht noch mehr möglich. Ist man bereit ein wenig maximale Lautstärke zu opfern, was bei den potenziellen Lautstärke-Reserven kein Problem ist, bekommt man über eine weitere Filter-Einstellung, die als Extended Range bezeichnet wird, eine noch tiefere untere Grenzfrequenz von beeindruckenden 30 Hz (-3 dB) statt der auch so schon sehr guten 38 Hz (-3 dB). Vor allem in Kombination mit der geschlossenen Betriebsart ist das erweiterte Bassfundament ein Genuss – knochen-trocken, linear bis 30 Hz (-3 dB). In einem Zweiwege-System mit 7 Zoll Tieftöner ist das eine beachtliche Ingenieursleistung.

Phasenlinearer Betrieb mit HEDD-Subwoofer

Hedd Sub 08 und Sub 12

Hedd Sub 08 und Sub 12

Nicht dass der HEDD Type 07 MK2 das unbedingt nötig hätte, aber durch den DSP wird selbst eine phasen-lineare Kombination mit einem der beiden neuen HEDD-Subwoofer Sub 08 und Sub 12 möglich. Dazu Klaus Heinz:

„… je länger die Töne dauern, also je tiefer die Frequenzen, desto mehr Wartezeit benötigt man, desto größer wird das Delay. Die Subwoofer, die wir ebenfalls phasenlinearisieren, zeigen daher gut 30 ms Delay. Wenn man wie wir empfehlen, die Satelliten an die analogen Ausgänge anschließt, werden nicht nur 80 Hz Hochpassfilter wirksam, sondern auch weitere 20 ms Delay, so dass das gesamte Satelliten Sub-System phasenlinear spielt. Damit konnten wir den „Subeffekt“, die oft fehlende Integration in das Gesamtklangbild wirksam kompensieren.

Die Kombination aus Lautsprecher und Subwoofer ist mit Lineariser also eher was für Mix und Mastering, da hier die Latenz keine große Rolle spielt. Dafür bekommt man aber ein Lautsprechersystem, das phasenlinear bis 20 bzw. 16 Hz spielt und damit eine weitere Oktave im Bassbereich bis zur Grenze des menschlichen Hörspektrums abdeckt.

Anschlüsse und Bedienung des Hedd Type 07 MK2

Hedd Type 07 MkII - Rückseite

Hedd Type 07 MK2 – Rückseitenansicht mit Bedienelementen und Anschlüssen

Das Bedienpanel mit den Anschlüssen liegt komplett auf der Rückseite. Vergleicht man diese mit bekannten Lautsprechern, gibt es hier etwas mehr Bedienelemente als üblich, nämlich 9 gerasterte Regler in drei Reihen. Stehen alle Regler auf 12 Uhr, befindet sich der HEDD Type 07 im Werksmodus mit eingeschaltetem Lineariser. Im Folgenden gehe ich die Funktion der Regler von oben nach unten durch.

Hedd Type 07 MkII Bedienpanel

Bedienpanel des Hedd Type 07 MK2

Zuerst kommt der Lautstärkeregler mit einem Regelbereich von -12 bis +12, dann der Lineariser mit der Einstellung On/Off/(*). Die Sternchen-Einstellung lässt eventuell auf eine weitere, zukünftige Betriebsart des Linearisers mit kürzerer Latenz schließen. Auch das Lineariser-Plugin besitzt mehrere unterschiedlich-latenzbehaftete Arten der Linearisierung. Der dritte Regler schaltet zwischen den DSP-Settings für offene und geschlossene Betriebsart um. In der zweiten Reihe befinden sich die beiden Low- und High-Shelv-Filter mit einer maximalen Änderung von +/-4 dB sowie der Schalter zur Bestimmung der unteren Grenzfrequenz (Normal -38 Hz, Extended -30 Hz, for Sub – 80 Hz). In der dritten Reihe befindet sich der Eingangsauswahlschalter, mit dem zwischen dem AES-Eingang (links, rechts oder mono) und dem Analogeingang gewechselt werden kann. Daneben liegt der Regler für die Eingangsempfindlichkeit des A/D-Wandlers. Diese sinnvolle Einstellung findet man sonst bei DSP-bestückten Lautsprecher eher selten. Damit lässt sich der Pegel vor dem AD-Wandler erhöhen oder heruntersetzen. Meine Motu 828x beispielsweise liefert Pegel, die die Clipping-LED in Werkseinstellung recht früh aufleuchten lässt. Der Input Sens.-Regler sorgt durch Herabsetzten der Eingangsempfindlichkeit nun dafür, dass ich den vollen Regelweg wieder nutzen kann, ohne den Wandler des Lautsprecher-DSPs zu übersteuern, was bei 32 Bit ohnehin nur schwer möglich ist. Zu guter Letzt folgt das Deskfilter (Off/Small/Med./Large), das die Pegelerhöhung im Bereich von 150-200 Hz, die bei der Nutzung eines großen Mischpultes oder Produktionstisches entsteht, wieder ausgleicht.

Hedd Type 07 MkII

Lautsprecher – Made in Germany

Darunter befinden sich die Ein- und Ausgänge im XLR-Format. Von links nach rechts folgen auf den Analog-Eingang die digitalen Schnittstellen AES-In und AES-Through. Darunter befinden sich nur noch der Eingang für den Kaltgerätestecker und der An/Aus-Schalter.

Nutzung und Klang in der Praxis

Da ich den Vorgänger des Type 07 MK2 besitze, werde ich in diesem Teil des Testberichtes auch Klangvergleiche anstellen. Ich benutze den originalen Type 07 meistens zusammen mit dem Lineariser-Plugin. Es wird dabei direkt über Blackhole in das Betriebssystem (MacOS) eingebunden, so dass alles, was vom Rechner ausgespielt wird, über den Lineariser läuft. Spiele ich Instrumente über mein Interface ein, höre ich diese durch das Direkt-Monitoring natürlich nicht über den Lineariser. Auch sollte in dem Fall der Lineariser direkt über die DAW eingebunden oder komplett umgangen werden, da die DAW sonst die Latenz des Lineariser nicht berücksichtigt und das aufgenommene Audiomaterial dann nicht im Timing ist.

 

Vergleich Hedd Type 07 MkII

Vergleich alt gegen neu – während mein Type 07 noch mit einer Art gummierten Oberfläche daher kommt, besitzt der neue MK2 eine schöne Samt-Lackierung, die recht unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken ist

Vergleiche ich nun den originalen Type 07 unter Nutzung des Lineariser-Plugin mit dem Type 07 MK2 in Werkseinstellung, sind beide klanglich eigentlich nicht auseinanderzuhalten. Beide besitzen für ihre Größe ein fantastisches Bassfundament mit klaren Mitten, transparenten Höhen und einer ausgezeichneten Tiefen- und selbst Höhenstaffelung. Im linearphasigen Betrieb scheinen Bass und Hochton zusammenzurücken und zu einem Gesamtklang zu verschmelzen. Das lässt sich anhand einer Bassdrum sehr gut nachvollziehen. Mit Lineariser klingt der Bassanteil und der Klick der Bassdrum als ein Ganzes, während sie ohne Lineariser fast wie einzelne Signale wirken. Doch das fällt erst auf, wenn man den Unterschied einmal gehört hat.

Raumsignale und Einstellungen von Hall-Plugins lassen sich damit besser durchhören und beurteilen. Auch im Übergangsbereich der Treiber, wo die Präsenzen vieler Instrumente und Stimmen liegen, klingt es wesentlich klarer. Bei E-Gitarren, die viel Energie im Bereich zwischen 2 und 3 kHz besitzen, ist der Unterschied wirklich frappierend. Ohne Lineariser scheinen sich beim Original Type 07 einige Frequenzen regelrecht auszulöschen. In der Werkseinstellung entspricht der Type 07 MK2 klanglich also ziemlich genau dem originalen Type 07 mit Lineariser Plugin.

Schaltet man bei beiden den Lineariser ab, werden die Unterschiede größer, dann klingt die MK2-Variante vor allem im Bereich der Trennfrequenz (2,3 kHz) durchsichtiger und sauberer, was laut Klaus Heinz an dem im DSP verwendeten Filter liegt, das mit einer höheren Flankensteilheit von 48 dB pro Oktave arbeitet.

Dank der potenten Endstufen sind beide Reinkarnationen des Type 07 zu einer ausgezeichneten, dynamischen Spielweise in der Lage. Egal ob laute Schlagzeug-Pegelspitzen, Bassgewitter oder feine Anschlaggeräusche einer Akustik-Gitarre, hier wird nichts eingeebnet oder komprimiert dargestellt. Wer beim Einstellen von Kompressoren schon einmal das Gefühl hatte, im Dunkeln zu tappen, sollte sich über die dynamischen Grenzen der benutzten Lautsprecher Gedanken machen. Der Type 07 schafft es selbst bei hohen Pegeln anscheinend mühelos, die feinen dynamischen Unterschiede noch abzubilden. Mich hat ursprünglich ein Hörvergleich der HEDD Type 30 mit den Neumann KH310 auf die Lautsprecher der Berliner Firma gebracht. Diese Präzision der Type 30 im Mitten- und Hochtonbereich und die Dynamik selbst bei sehr hohen Pegeln hat die in Studiokreisen sehr geschätzte KH 310 recht alt aussehen lassen. An den Charakter der Hochton-Wiedergabe muss man sich bei einem Umstieg vom Kalotten-Hochtöner (engl. Dome-Tweeter) freilich erst gewöhnen. Doch das geht schnell und danach möchte man in der Regel so schnell nicht wieder zurück. Auch verzerrte E-Gitarren klingen über den AMT sehr natürlich und nicht so künstlich und anstrengend, wie oft bei Kalotten-Hochtönern üblich. Diese schöne Mittenpräsenz des Type 30 hat der Type 07 nicht ganz zu bieten und auch den Maximalpegel von 125 dB erreicht sie nicht, doch dafür spielt die Type 30 auch in einer höheren Preisklasse und ist wesentlich größer.

CoP – geschlossen oder nicht, das ist hier die Frage

Hedd Type 07 MkII

Hedd Type 07 MK2 – Frontansicht – closed

Betreibt man die Type 07 MK2 als geschlossene Box wirkt der Bassbereich naturgemäß etwas zurückhaltender, dafür aber auch präziser und trockener. Ich persönlich bevorzuge die offene Betriebsart, da ich körperlich-fühlbaren Bass sehr mag, doch da bin ich als Bassist eventuell vorbelastet. Vergessen wir aber nicht den Extended-Modus, der die untere Grenzfrequenz bis auf 30 Hz (-3 dB) bringt. Während die Erweiterung in der offenen Betriebsart teilweise etwas zu viel des Guten ist, finde ich sie bei geschlossener Box perfekt – schön trockener Bass ohne Matsch und Dröhnen. Das wäre meine bevorzugte Einstellung. Die Hörbarkeit dieser Basserweiterung setzt jedoch eine gewisse Raumgröße und den passenden Abhörplatz voraus. Denn auch Räume haben eine untere Grenzfrequenz, die eventuell über der der Lautsprecher liegt. Sonst hat nämlich nur der Nachbar etwas davon.

Mischen mit dem HEDD Type 07 MK2

Hedd Type 07 MkII

Hedd Type 07 MK2 im Studio

Musikhören ist mit den HEDD-Lautsprechern schon ein Genuss, sofern die Musik auch in hochwertiger Qualität und dazu auch gut produziert vorliegt. Hier treten nämlich nicht nur die guten Aspekte einer Musikproduktion in schönstem Glanze zu Tage, sondern auch ihre Unzulänglichkeiten, Fehler sowie Komprimierungs- und Codec-Artefakte.

Diese Eigenschaft kommt dem Mischprozess und der Musikproduktion klar zu Gute. Lautstärke-Entscheidungen, Kompressor- und Equalizer-Einstellungen sowie Hallräume und Delay-Fahnen lassen sich damit schnell und effektiv erledigen. Ich habe mir spaßeshalber ein paar alte Mischungen angehört und musste feststellen, wie schlecht gewählt manch eine Kompressor-Einstellung doch war. Mit heutigem Wissen hätte ich als junger SAE-Student womöglich anders gehandelt und lieber gleich auf ein Paar Lautsprecher wie den HEDD Type 07 gespart. Damit hätte ich mir viele falsche Mix-Entscheidungen und den Ärger mit mittelmäßigen Studiomonitoren erspart. Doch genau genommen gab es zu der damaligen Zeit solch einen Lautsprecher einfach noch nicht.

Die Type 07 MK2 besitzt zum Zwecke der Stromersparnis eine nicht-schaltbare, automatische Standby-Funktion. Nach ca. 30 Minuten wird der Großteil der Elektronik heruntergefahren. Wenn wieder ein ausreichend großer Eingangspegel detektiert wird, dauert es etwa 10-15 Sekunden, bis der Lautsprecher wieder Töne von sich gibt. Ich bin zwar kein großer Freund solcher Automatiken, aber der Zeitgeist will es anscheinend so.

Da es einige Leser sicher interessiert, hier meine Einschätzung zum Grundrauschen der Type 07 MK2. Bei einer Hör-Entfernung von 1 m bis 1,5 m kann ich bei geschlossenen Fenstern und kompletter Stille ein ganz leichtes Rauschen erahnen. In der Praxis hört man eher das Rauschen der Aufnahme als das der Lautsprecher. Hier gibt es also nichts zu beanstanden.

ANZEIGE
Fazit

Mit dem HEDD Type 07 MkII und den drei Geschwistern der neuen MkII-Studiomonitore ist Klaus Heinz ein Meisterstück gelungen. Der innovative Lineariser ist nun im Lautsprecher integriert und sorgt vom Computer unabhängig für frequenz- und phasenlineare Klangwiedergabe. Wer den Unterschied einmal gehört hat, möchte nie wieder anders Musik genießen.

Die wahlweise offene und geschlossene Betriebsart (CoP) ist ein zusätzliches Alleinstellungsmerkmal ebenso wie die Möglichkeit, ein phasenlineares Satelliten-Subwoofer System mit den entsprechenden HEDD-Subwoofern aufzubauen. Dass das nur bei sehr hohen Lautstärken überhaupt nötig ist, liegt an dem beeindruckenden Tiefgang, den die Type 07 im Normalbetrieb und vor allem im Extended-Range-Mode entfaltet. Die Firma HEDD aus Berlin zeigt hier eindrücklich, was sich mit Erfindungsreichtum und Leidenschaft für guten Klang alles erreichen lässt. Für die gebotene Leistung ist auch der aktuelle Preis von knapp 1.600,- Euro pro Lautsprecherpaar mehr als gerechtfertigt. Unbedingt anhören!

Plus

  • integrierter Lineariser
  • CoP - offene und geschlossene Betriebsart in einem Lautsprecher
  • phasenlineare Kombination mit Hedd Sub 08 und Sub 12 möglich
  • für die Größe außerordentlicher Tiefgang bis 30 Hz (-3 dB)
  • sehr gute Stereo-Ortung
  • schnelle Transientenwiedergabe
  • außergewöhnliche Tiefenstaffelung
  • druckvoll und dynamisch selbst bei hohen Lautstärken
  • äußerst flexibel einsetzbar
  • hochauflösender 32 Bit Wandler

Preis

  • 799,- Euro (Stückpreis)
ANZEIGE
Forum
  1. Profilbild
    martin stimming  

    Hey danke für den gut zu lesenden Test! Als kii three Besitzer hab ich eigentlich aufgehört bei Lautsprecher Neu-erscheinungen aufzuhorchen aber ein phasenlineares System für 1600 tacken erscheint mir sehr attraktiv!
    Um den Unterschied zu einem herkömmlichen phasenschweinereien-system zu beschreiben hätte ich auch den bassdrum-vergleich herangezogen – endlich ein kohärentes Signal auch über Lautsprecher und nicht nur in ein-membranigen Kopfhörern!
    Bezgl Latenz: es ist da einfach wichtig komfortabel umschalten zu können sodass man beim mixing und passiven hören den high precision modus hat und beim einspielen halt keine Latenz. Die kiis haben 80ms und im low-latency 3ms was mit entspanntem umschalten in der Praxis für mich kein Problem darstellt.
    Diese Speaker hier sind technischer Fortschritt in die richtige Richtung, das kann ich allein durchs Test-lesen erkennen :)

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Ja, mit dem Bassdrum-Vergleich ließ sich das am besten veranschaulichen… Eine Fernbedienung, wie die Kii-Control würde den Type 07 MK2 sicherlich auch gut stehen. Vielleicht kommt da noch was.

  2. Profilbild
    dr noetigenfallz  

    Liest sich sehr gut. Das Einzige, wo ich schon beim Lesen überlege, wie das in der Praxis aussieht, , ist, dass ich zum Ein- bzw. ausschalten der Linearizer Funktion immer hinten an beide Boxen müsste . Ich würde es besser finden, wenn man das von vorne machen kann. Bei mir im Studio wäre das etwas umständlich. Zumal ich das öfter mal nutzen müsste

      • Profilbild
        r.biernat  RED

        Genau aus diesem Grund behalte ich auch die MkI-Variante, da ich den Lineariser da komfortabel über das Plugin an- und abschalten kann. Das hat zwar auch Nachteile, aber damit kann ich leben. Eine App-Steuerung ist bei den neuen aktuell nicht möglich, das einzige was ich mir vorstellen könnte, wäre eine Fernbedienung über die rückseitigen Netzwerk-Anschlüsse, doch die sind eigentlich dem Service vorbehalten.

  3. Profilbild
    [P]-HEAD  AHU

    Ein sehr sehr interessante Studiobox. Die werde ich mir mal merken! Die Besonderheiten wurden in dem Artikel auch prima erklärt. Danke!

  4. Profilbild
    mar beso  

    Vielen Dank für den tollen Test!
    Ich warte ja noch sehnsüchtig auf die KS Digital A200mk2 um phasenlinear abzuhören. Die ist aber 3-Wege und eher im Vergleich zur HEDD Type 30 MK2 zu werten.
    Vielleicht kommt ja auch nochmal so ein Test?
    Aber eine Überlegung ist die 07 allemal…

  5. Profilbild
    lightman  AHU

    Wenn man mit aktivierter Phasenlinearzauberei abmischt, baut man sich dann nicht einen Mix mit Elementen zusammen, die man auf normalen Boxen hinterher gar nicht mehr wirklich verorten kann?

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Das könnte man meinen, doch die Mix-Elemente bleiben ja grundsätzlich die gleichen. Im Linear-Modus lässt sich das Geschehen im Mix einfach besser beurteilen, sprich Hallräume, EQ-Einstellungen etc. Du nimmst damit einen Großteil der Färbung des Lautsprechers aus dem Mischprozeß heraus, was meines Achtens die Übertragbarkeit auf andere Systeme verbessert. Es bleibt natürlich weiterhin die Färbung des Studio-Raums bestehen, die auch mit Raumkorrektur nur teilweise behoben werden kann. So summieren sich dann die Nichtlinearitäten und am Ende wird der Mix zum Rätselraten.

      • Profilbild
        ricochet

        … und die Färbung des Studioraums kann man ja noch mit Plugins wie Sonarworks Reference 4 beeinflussen.

      • Profilbild
        martin stimming  

        Genau, im Gegensatz zu einer room-correction wird bei linearphasigkeit ‚einfach‘ die Genauigkeit der Speaker verbessert was zu viel besseren Mix-Entscheidungen führt.
        Das ist ja keine Zauberei sondern vor allem ein klareres, präziseres Klangbild.

        (Mein Kommentar bezog sich nicht auf ricochet)

  6. Profilbild
    ricochet

    Ich habe derzeit die erste Generation der Type 20 im Einsatz und überlege mir ernsthaft einen Downgrade auf die Type 07 Mk2 zu machen, zumal mein Studioraum lediglich 12qm misst.
    Genug Leistung sollten die Type 07 ja haben, und klanglich werden die Unterschiede wohl auch nicht allzu gross sein.

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Genug Leistung haben sie auf jeden Fall und für 12 qm allemal. Doch die Type 20 sind ebenfalls sehr gut. Ich kenne die Type 30 und finde den Mittenbereich dort noch etwas knackiger und präziser, was wahrscheinlich am zusätzlichen 4″ Mitteltöner liegt, den die Type 20 auch haben.

      • Profilbild
        ricochet

        Die Type 07 sind eh nicht lieferbar im Moment, kann mir das also noch etwas überlegen.
        Und da ich bei Thomann bestellen würde, könnte ich das Pärchen auch ohne grosse Mehrkosten wieder zurückschicken, falls sie doch nicht gefallen sollten.

  7. Profilbild
    timpani808

    Ich hoffe es kommt noch ein Test zu den Type 20 mk2. Kann mich nicht zwischen denen und den KH310 entscheiden. Hat irgendjemand zufällig Erfahrungen mit beiden Monitoren gemacht?

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Also ich habe die KH 310 gegen die Type 30 MK1 im Vergleich gehört. Da hat die Type 30 die Nase vorn, klarere Mitten vor allem Hochmitten zwischen 1 und 3 kHz, transparentere Höhen und vor allem bei höheren Pegeln einfach mehr Power und Dynamik. Die Type 20 sind ja nicht wesentlich anders, ein Tieftöner weniger bei etwas kleinerem Gehäuse, dafür gleiche Endstufen-Leistung und gleiche Treiberbestückung. Hören ist aber immer sehr subjektiv, von daher ist ausprobieren keine schlechte Idee. Sie sind beide sehr gut.

  8. Profilbild
    Vito Mendes

    Danke für den super aufschlussreichen Test und den Vergleich zur Mkl Variante.
    Ich bin grade hin und her gerissen zwischen den C8 von KS Digital und diesen Freunden hier. Preislich sind sie aktuell grade mal 200€ auseinander aber was die Features an geht bin ich mir nicht sicher mit welchen ich die bessere Entscheidung treffe. Beide haben ihre eigenen Vorzüge.
    Da ich Positionierungstechnisch ziemlich eingeschränkt und gezwungen bin die Monitore auf den Tisch zu stellen freue ich mich bei den C8 über die kompaktere Bauweise und den Ständern mit den sie geliefert werden. Auch die Coaxiale Bauweise macht in suboptimaler Abhörumgebung im Nahfeldbereich mehr Sinn als herkömmliche Monitore soweit ich weiß. Dadurch können sie auch noch ein paar ms in der Latenz einsparen. Da bin ich mir aber nicht sicher ob das relevant ist. Die 07 hingegen gehen nochmal 8Hz tiefer und haben ihre Bassports vorne. Was glaube ich nochmal einen großen Vorteil ergibt bei wandnaher Positionierung.
    Wenn ich das richtig Verstanden habe haben die C8 im Gegensatz zu den 07 aber noch zusätzlich die Möglichkeit Anpassungen an den eigenen Raum mit der optionalen bzw. leihweise verfügbaren Remote Control vorzunehmen. Dann stehen einem nochmal 6 Bell Eq-Punkte zur Verfügung. Mit den 07 ist das so nicht möglich richtig?
    Schade das es hier in Berlin keinen Händler zu geben scheint der beide Hersteller im Sortiment hat dann könnte vielleicht der direkte Hörvergleich die Entscheidung herbeiführen.

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Lautsprecher auf dem Tisch sind wegen der nahen Reflektionsfläche generell eher ungünstig. Ich habe daher meinen Tisch aus mehreren kleineren, unterschiedlich-hohen Teilflächen gebaut. Von KS-Digital hatte ich die D60 mal zum Test. Die hatten auch ziemlich viel Power und waren nicht schlecht.
      Ich hab selbst lange Jahre auch koaxiale Lautsprecher benutzt. Das hat Vorteile aber auch Nachteile, dadurch dass der Hochton über die Bewegung des Tieftontreibers u.U. moduliert wird.

      • Profilbild
        Vito Mendes

        Danke für den Hinweis mit der Hochtonmodulation. Da habe ich so noch gar nicht drüber nachgedacht ist aber vollkommen einleuchtend. Als begeisterter C5 Nutzer dachte ich die C8 sind der nächste logische Schritt wenn man nach unten hin etwas mehr hören will aber da muss ich mein Blickfeld wohl nochmal erweitern. Über einen Tischumbau muss auch nochmal länger nachdenken. Vielen Dank auf jeden Fall für den Input.

  9. Profilbild
    Braincorporation

    Ich habe heute die Type07 in weiss bekommen (in Wien) und bin schwer begeistert. Hatte vorher 07er mk1, das Linearizer plugin in der daw hat aber genervt. Jetzt ist alles ‚in the box‘, das ist super. Der Linearizer bringt halt nochmals den Glitzer auf die Torte, möchte keine Monitore mehr ohne diesen haben. Der Klang und die Verarbeitung sind hervorragend. Im Mix fällt wirklich vieles auf, dass selbst mit brauchbaren Kopfhörern nie aufgefallen ist. 5 Sterne von mir!

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Das kann ich nur bestätigen. Selbst in Songs, die ich schon viele Jahre kenne, habe ich Details gehört, die mir vorher nie aufgefallen sind. Auch Hintergrundgequatsche und Stimmen in eigenen Aufnahmen. Das ist manchmal fast unheimlich;)

  10. Profilbild
    julian

    Hey, vielen Dank für den Artikel. Ich habe schon lange nach „dem richtigen“ Speaker für mein Studio gesucht und dank deines Artikels habe ich Sie jetzt bestellt :)
    Ich werde meine alten (HS8) als B-Abhöre behalten, da ich Sie nach den ganzen Jahren jetzt sehr gut kenne aber ich freue mich schon darauf wenn die neuen kommen.
    Gruss, J

  11. Profilbild
    Basti

    Danke für den Test!
    Kannst Du oder ein anderer Besitzer der Monitore mir bestätigen, dass die Latenz ohne Lineariser tatsächlich nur 1 millisekunde betragen soll? Ich habe seit drei Wochen ein Paar und messe volle 5ms bei analoger Quelle.

    Ich hatte eigentlich vorab geplant den HEDD Bass 08 dazu zu stellen, aber wenn der dank gleichem DSP nochmal 5ms draufschlägt ist das für meine VST Instrumente dann schlicht unbrauchbar.

    Auf Antwort seitens HEDD warte ich mittlerweile drei Wochen…

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Hi Basti,

      der Lautsprecher ist nicht mehr bei mir, daher kann ich das nicht nachmessen. Doch 5ms scheint mir etwas lang zu sein. Ich hatte testweise meinen Kemper direkt angeschlossen und konnte ohne Lineariser keine wahrnehmbare Erhöhung der Latenz feststellen. Wie und wo misst du denn?

      Bedenke auch, dass an deinem Abhörplatz die Latenz durch die Lautsprecher-Entfernung hinzukommt. Das sind knapp 3ms pro Meter Entfernung.

      Die geringstmögliche Latenz solltest du bekommen, wenn du die Hedd direkt per AES-Digitaleingang und nicht analog ansteuerst. Dann sparst du dir nämlich eine D/A- und eine A/D-Wandlung.

      • Profilbild
        Basti

        Nach meiner dritten – diesmal englischen – mail an HEDD habe ich sogar recht zeitnah Antwort erhalten:

        „The monitors will create 4,5ms, with the Bass added you end up around 6.9ms. We hope to be able to further reduce this value in future firmware updates“ – Dr. Frederik Knop, CEO

        Mit „Bass“ meint Herr Dr. Knop sicher einen HEDD Bass Sub, da ich nach deren zusätzlicher Latenz ohne Lineariser konkret gefragt hatte.

        • Profilbild
          r.biernat  RED

          Das widerspricht erst einmal dem, was mir Klaus Heinz geschrieben hat: „…ohne Lineariser® landet man bei knapp 1 ms.“
          Es kann natürlich sein, dass er dabei die reine DSP-Berechnung ohne die A/D- und D/A-Wandlung vor- und nachher meint. Meines Wissens brauchen aktuelle Wandler aber nur ca. 0,5-1ms pro Wandlung. Da müsste jemand mal nachmessen und die Latenzen über den Analog-Eingang mit der digitalen Übertragung per AES vergleichen.

          Die Antwort von Frederik Knop deckt sich wiederum ungefähr mit deiner Messung. Wie hast du denn die Latenz gemessen? Mikrofon direkt vor den Hochtöner und gleichzeitig das Eingangssignal vor dem Lautsprecher per DI-Box abgegriffen?

          • Profilbild
            Basti

            Gemessen habe ich über die Roundtrip Latenz am Audio Interface. Einmal vom Out direkt zurück zum Input um den Basiswert zu finden. Dann wieder Lautsprecher angeschlossen, freihändig ein Mikro davor und schließlich die Differenz berechnet.

            Den Aufbau habe ich dann mit einem Analogen Paar wiederholt und landete dort bei +200µs±100 zum Basiswert, womit die 5ms der HEDDs – zumindest ein Großteil davon – nur noch durch sie selbst erklärbar waren.

            Ich habe Analog/Digital in meiner Frage nicht genannt. Daher kann ich nur spekulieren welche Konfiguration Frederik Knop meinte. Da die komplette MK2 Reihe aber m.W.n. den selben DSP benutzt und der Sub statt 4,5 nur noch 2,4 millisekunden hinzu addieren soll, vermute ich, dass der Sub digital befüttert wird und der die Monitore analog ansteuert. Für ein vollständig Linearisiertes 2.1 System empfiehlt HEDDs jedenfalls ausdrücklich den Analog Out am Sub.

    • Profilbild
      julian

      Hi Basti, wie hast du die Speaker überhaupt bekommen? ;) Ich warte seit über einem Monat…
      Wenn ich Sie noch kriegen sollte (warte nicht ewig) messe ich mal nach.
      Gruss, J

      • Profilbild
        beni

        interessiert mich auch brennend. 1 ms waere fuer mich ok. zusaetliche 4,5 ms sind fuer tracking fuer mich einfach zuviel.

  12. Profilbild
    JayKay

    Hallo zusammen,

    ich habe heute seit einer Woche mein Paar Type 07mk2, davor hatte ich ein paar T5Vs. Leider werde ich aber nicht so richtig glücklich und habe mir hier eine schnelle Antwort erhofft, falls ich die beiden doch zurückschicken sollte.
    Eins vorweg, ich (19) habe bisher noch nie so teure Lautsprecher mein Eigentum nennen dürfen, daher bin ich aber auch sehr kritisch und pingelig was die neuen HEDDs angeht.
    Grundsätzlich finde ich den Klang fantastisch und wirklich beeindruckend mit wie viel Druck die HEDDs selbst 40Hz wiedergeben können. Auflösung und Dynamik ist einfach unglaublich.
    Aber nun zu meinen Problemen, leider hat einer meiner Lautsprecher bei 30/40/50 Hz (je nach Pegel) sehr komische, unangenehme „klapper“ Geräusche – also ab einer bestimmten Auslenkung der Membran stets ein Klicken/Klappern. Ich betreibe die zwar Lautsprecher im extended Mode, aber ich finde das Ganze nicht normal, zumal es auch nur einen der beiden betrifft. Was sagt Ihr dazu?
    Leider kann ich mich (bei dem Preis) auch nicht so richtig mit den Tief-/Mitteltönern in ihrer Verarbeitung anfreunden, meine beiden Exemplare sind sehr unsauber verklebt (jeweils innen und außen ist ein richtiger grün/gräulich schimmernder Kleberand). Ist das bei Euch auch der Fall?
    Zurückschicken oder nicht?

    Was sollte ich Eurer Meinung nach machen?
    Vielen Dank im Voraus :)
    Jay

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Hi Jay,

      also wenn das Haupt-Problem nur einen der beiden Lautsprecher betrifft, könnte ein technischer Fehler vorliegen, evtl. sogar eine Beschädigung des Tiefmitteltöners. Daher würde ich das reklamieren. Unsauber verklebte Tiefmitteltöner konnte ich bei meinen Hedds und auch beim Testmodell nicht feststellen. Vielleicht ein Indiz für ein Montagsmodell ? Dann solltest du tauschen oder mindestens reparieren lassen.
      Ich besitze selbst die Vorgänger, die ich als Vorführgerät eines Händlers erstanden habe. Von denen hatte anfangs einer das Problem, dass er von Zeit zu Zeit hochfrequente Nebengeräusche von sich gegeben hat. Der Lautsprecher wurde vom Hersteller in kurzer Zeit repariert und funktioniert jetzt wie er soll.
      Grüße
      Robert

      • Profilbild
        JayKay

        Hey Robert,

        danke für Deine schnelle Antwort. Ich weiß noch nicht genau was ich mache, da die HEDDs jetzt auch wieder nirgends lieferbar sind zwecks umtauschen z.B..

        Weißt du zufällig wie eine Genelec 8040 im vergleich klingt? Oder wenn man mal träumen darf, eine S2V? Sind die auch so Stark und Präzise was den Bass angeht bzw spielen ähnlich tief?

        Grüße
        Jay

        • Profilbild
          r.biernat  RED

          Hi Jay,

          ja die Lieferengpässe häufen sich immer mehr… Die Adam S2V sollten prinzipiell den Type 07 recht ähnlich sein und auch so tief spielen. Sie haben sogar noch mehr Endstufen-Leistung (300 Watt RMS) im Bassbereich, dafür keinen Lineariser und weniger Hochton-Verstärkungsleistung. Im DSP lassen sich Filter zur Raumkorrektur einstellen. Damit machst du bestimmt nichts falsch.

          Die Genelecs sind ebenfalls sehr präzise, gehen aber laut Datenblatt nicht so tief runter und haben eine etwas geringere Endstufenleistung. Nichtsdestotrotz ein voll professioneller Studiomonitor, der aber aufgrund des Hochtöners anders klingt als die Hedds oder Adams.

          Eventuell könnten auch die Monitore von KS Digital was für dich sein. Die spielen ebenfalls sehr dynamisch im Bass (ich hatte vor ein paar jahren mal ein Paar zum Testen da) und einige davon auch phasenlinear.

          Aber was hält dich davon ab, den Händler zu kontaktieren und die Hedds reparieren zu lassen oder zu fragen, wann sie welche bekommen und ob du tauschen kannst, wenn sie dir grundlegend gefallen?

          • Profilbild
            JayKay

            Hey Robert,

            nochmals Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
            Das ist eine wirklich gute Frage, die ich dir irgendwie nicht so richtig beantworten kann. Die HEDDs überzeugen mich zwar klanglich absolut. Aber das mit dem Umtauschen dauert laut Händler mindestens drei wochen doch darauf würden sie auch nix verwetten meinte der nette Mann. Da ich jetzt schon über drei Monate gewartet habe, ist meine Geduld ich sag mal „am Limit“.
            Grundsätzlich bin ich auch dadurch am zweifeln, da die HEDDs zwar gut aussehen, sich aber mit ihren „scharfen Kanten-Würfel-Design“ doch nicht so gut in mein Schreibtisch-Bereich integrieren wie ich gehofft hatte – es fehlt irgendwie ein bisschen die Schnittigkeit wenn du verstehst was ich meine.
            Ich werde einfach noch ein bisschen reinhören und dann entscheiden was ich mache…

            Auf jeden Fall Vielen Dank für die schnelle Hilfe! :)

            • Profilbild
              r.biernat  RED

              Hi Jay,

              manchmal muss man sich entscheiden, ob man ein schickes Life-Style Produkt möchte oder ob der Klang entscheidet;)
              Aus dem Grund würde ich meine Type 07 zumindest nicht hergeben…

              Wo du schon von deinem Schreibtisch schreibst. Stehen die Boxen auf Selbigem? Hast du die Lautsprecher vom Untergrund entkoppelt und bist du dir sicher, dass das Geräusch nicht von etwas anderem kommt, was durch die Boxen zum Schwingen oder Klappern angeregt wird? Das geht manchmal schneller als man glaubt. Als Bassist kann ich davon ein Liedchen singen.

              LG
              Robert

              • Profilbild
                JayKay

                Hi Robert,

                die Lautsprecher stehen auf Iso155ern und sollten damit ganz gut entkoppelt sein.
                Ich habe lange gesucht ob vielleicht etwas Anderes das Klappern erzeugt – aber es liegt definitiv am Lautsprecher. Dafür habe ich den Lautsprecher schlussendlich einfach mal selbst gehalten und „selbst“ entkoppelt.
                Leider war das Klappern dann immernoch eindeutig-unverändert wahrzunehmen und definitv vom Tief-Mitteltöner kommend.

                LG
                Jay

                • Profilbild
                  r.biernat  RED

                  Hi Jay,

                  dann hilft es nichts und zumindest der Tieftöner muss wohl getauscht werden. Bist du mit den ISO 155 zufrieden? Hatte selbst noch nicht die Gelegenheit zum Test. Ich nutze seit Jahren Sylomer aus dem Akustikbau.

                  LG
                  Robert

                  • Profilbild
                    JayKay

                    Hey Robert,

                    oh ja – sehr zufrieden sogar. Ich hatte davor ein paar 0815 Stands und da liegen Welten dazwischen. Mit den ISO habe ich so gut wie keine Übertragung von Körperschall-Schwingungen oder Vibrationen. Wenns zu Vibrationen oder so kommt dann erst ab (sehr) hohen Pegeln verursacht durch den Luftschall…
                    Die ISO200 passen eigentlich besser von der Größe her zu den Type 07, aber die 155er kosten schon ordentlich und die 200er nochmal fast das Doppelte – das wars mir dann nur für die Optik auch nicht wert :D

                    LG
                    Jay

                • Profilbild
                  Braincorporation

                  Hallo!

                  Ich habe auf einer meiner Hedd07mk2 am Tieftöner ebenfalls ein Klappern.
                  Dieses tritt gefühlt bei jeder 7. Kickdrum auf. Hört sich an wenn beim Rückschwingen der Membran ein Problem ist, wie ein schwaches delay… Klack-tack. Dieses Problem verschwindet wenn ich einen LowCut Filter vor die Kick setze. Bei Kicks mit geringeren Transienten verschwindet das Geräusch auch. Muss ich wohl reklamieren.
                  Das Grundrauschen der Hedds (vom Hochtöner) ,finde ich im Übrigen auch ganz schön deutlich hörbar.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE