Back to analog
HEDD Type 20 A-Core im AMAZONA.de-Test. Back to the roots scheint der aktuelle Slogan im HEDD-Hauptquartier zu sein bzw. back to analog. Denn nachdem die Studiomonitore Type 05 und Type 07 die neue A-Core Serie eröffnet haben, stellt der Berliner Lautsprecher-Hersteller pünktlich zur diesjährigen NAMM-Show das nächstgrößere Modell Type 20 A-Core vor. Rein analog, ohne digitalen Schnick-Schnack. Und somit auch ohne Latenz. Ich konnte den Lautsprecher schon vorab für euch testen und möchte im Folgenden zeigen, welche Vor- und Nachteile die Reduktion aufs Wesentliche für die Praxis beim Musik-Produzieren hat.
- Analog-Design: Keine DSP-Funktionen, keine App, keine Latenz – Fokus auf unmittelbares Arbeiten und maximale Direktheit.
- Klang: Sehr ausgewogen, impulstreu und druckvoll mit präziser Stereoabbildung und typischem AMT-Hochton.
- Leistung: 3-Wege-Konzept mit 900 W Gesamtleistung pro Box und hohem Maximalpegel ohne hörbare Verzerrungen.
- Zielgruppe: Ideal für timing-kritische Studioanwendungen und Analog-Puristen, zudem günstiger als der Type 20 MK2.
Inhaltsverzeichnis
Die Berliner Firma HEDD ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr. Spätestens nach den Erfolgen mit den verschiedenen Versionen des HEDD-Phone, dem ersten Kopfhörer mit breitbandigem AMT-Treiber, hat die Pro-Audio-Gemeinde den deutschen Lautsprecherhersteller um Klaus Heinz und Sohn Frederik Knop auf dem Radar. Klaus Heinz ist als Mitbegründer von Adam Audio zudem kein Unbekannter in der Szene. Sein besonderes Augenmerk lag schon früh auf dem von Oskar Heil erfundenen Air Motion Transformer, den Klaus Heinz stetig optimiert und weiterentwickelt hatte.
Das Besondere des HEDD AMTs liegt in der verhältnismäßig geringen räumlichen Ausdehnung, die nur unwesentlich größer ist als bei einem Kalotten-Hochtöner. Damit wird die für AMT typische vertikale Bündelung vermieden und eine gleichmäßige Abstrahlung des Hochtons erreicht. Auf dieser Basis hat HEDD seine Lautsprecher-Serie aufgebaut, vom kleinsten Type 05 bis zu den großen Tower-Mains, aber immer mit dem Signature-Sound des HEDD AMTs.
Heinz Electrodynamic Design steht von Beginn an für echtes Handwerk und ist dem Produktionsland Deutschland, entgegen dem allgemeinen Trend, treu geblieben. So wird z. B. der AMT-Hochtöner in der Berliner Manufaktur per Hand hergestellt.
HEDD A-Core – back to analog

HEDD Type 20 A-Core als Paar und außenliegender Hochmittelton-Einheit … entgegen der Empfehlung des Herstellers klingt auch diese Aufstellung gut und bringt ein breiteres Stereobild (Foto: R. Biernat)
Alles begann 2015 mit der ersten Studiomonitor-Serie, die grundsätzlich analog konzipiert war, aber mit einer digitalen Schnittstelle nachgerüstet werden konnte. Mit der MK2 Serie wurde dann der Weg ins Digitale beschritten. Dadurch konnten zwei Technologien direkt in den Lautsprecher implementiert werden, die bis dato einmalig waren.
Der Lineariser sorgt dafür, dass alle Frequenzen mit gleichem Phasengang abgestrahlt werden. Das heißt ohne die üblichen Phasendrehungen und -verschiebungen, die in Mehrweg-Lautsprechern durch den Abstand der Treiber und die Frequenzweichen entstehen. Selbst im Verbund mit einem der beiden angebotenen Subwoofer Bass 08 und Bass 12 ist durch den integrierten DSP ein linearer Phasengang bis in den Frequenzkeller gewährleistet.
Das CoP-Feature macht es möglich, den Lautsprecher wahlweise mit Bassreflexöffnung oder als geschlossene Box zu betreiben, was vor allem in der Basswiedergabe einen hörbaren Unterschied macht.
Warum sollte man also auf diese bahnbrechenden Funktionen verzichten wollen und einen rein analogen Lautsprecher vorziehen?
Latenz – der ewige Fluch des Musikers im digitalen Zeitalter
Nun ja, alles hat seinen Preis. Und der Preis für die digitale Signalverarbeitung im Allgemeinen und für die Linearisierung des Phasengangs im Speziellen ist Latenz, d. h. eine kurze zeitliche Verzögerung des Klanges.
Bei Audiointerfaces und auch bei Amp-Modellern wird viel über Latenz diskutiert, doch selten bei Lautsprechern. Im Allgemeinen wird eine Latenz bis drei Millisekunden als unhörbar angenommen, während bei etwa zehn Millisekunden die Grenze liegt, ab der Latenz beispielsweise beim Spielen von Instrumenten wirklich störend wird.
Mit eingeschaltetem Lineariser erreichen die MK2 Monitore von HEDD zehn Millisekunden, was zum Mischen in Ordnung, zum Einspielen von Instrumenten für mich aber zu viel ist. Ohne Lineariser soll die Latenz laut Hersteller nur eine Millisekunde betragen. Ich meine mich aber zu erinnern, dass in den Kommentaren zum HEDD Type 07 MK2, den ich ebenfalls hier für Amazona getestet habe, ein Nutzer von fünf Millisekunden berichtet hat. Doch das kann ich mangels Latenztest nicht bestätigen.
Wie dem auch sei, die neue A-Core Serie arbeitet rein analog und damit praktisch latenzfrei (die Latenz in der analogen Domäne liegt im unteren Nanosekunden-Bereich pro laufendem Meter Kabelweg). Das ist auch der Hauptgrund, warum ich im Studio weiterhin den Type 07 aus der ersten Serie benutze.
Abgesehen von der wichtigen Latenz-Thematik, ist es nicht auch beruhigend, dass in Zeiten der stetigen Digitalisierung ein Produkt einfach nur funktioniert? Ohne eine App herunterladen zu müssen und wertvolle Lebenszeit beim Konfigurieren zu verschwenden.
HEDD Type 20 A-Core ausgepackt
Von vorne gesehen gleicht der Type 20 A-Core dem Type 20 MK 2 wie ein eineiiger Zwilling: die gleiche seidenmatte Oberflächenbeschaffenheit, gleiche Treiber und die exakt gleiche Form.
Schaut man auf die Rückseite, zeigen sich die Unterschiede. Hatte der Mk 2 insgesamt neun Regler auf der Rückseite, besitzt die A-Core Variante nur drei, einen für die Lautstärke und jeweils einen für den Bass- und High-Shelving Filter zur Klanganpassung.
Ebenfalls auf der Rückseite liegen die zwei Eingänge, einmal Combo XLR/TRS und einmal Cinch für die HiFi-Enthusiasten unter uns. Dazu kommt ein kleiner Wahlschalter, um zwischen beiden Eingängen umschalten zu können. Wer also ein Audiointerface und gleichzeitig einen Plattenspieler rein analog anschließen möchte, hat hier die Möglichkeit.
Um die Lautsprecher z. B. für ein Studio mit Dolby Atmos Setup an Wänden oder der Decke anbringen zu können, gibt es an den Seiten M20-Aufnahmepunkte für den optionalen Haltebügel von HEDD. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit den kanadischen Entkoppler-Spezialisten von IsoAcoustics designt.
Treiber und Endstufen der HEDD Type 20 A-Core
Der aktive 3-Wege-Lautsprecher HEDD Type 20 A-Core ist mit einem 7 Zoll großen Tieftontreiber aus Honeycomb-Verbundmaterial ausgestattet. Er zeichnet sich durch eine hohe mechanische und thermische Belastbarkeit sowie großen, linearen Hub aus. Das ist wichtig, um die vom Hersteller angegebene untere Grenzfrequenz von 32 Hz (-3 dB) erreichen zu können, erst recht bei einem stattlichen Maximalpegel von 120 dB pro Lautsprecherpaar.
Die Trennfrequenz zum 4 Zoll großen Mitteltöner, ebenfalls aus Honeycomb-Verbundmaterial, liegt bei 250 Hz. Dieser wird zum AMT-Hochtontreiber wiederum bei 3,25 kHz getrennt. Die analogen Frequenzweichen besitzen jeweils eine Flankensteilheit von 24 dB/Okt.
Zur Verstärkung kommen ebenfalls wieder die bewährten Class-D-Endstufen von ICEpower aus Dänemark zum Einsatz, jeweils mit 300 W (RMS) pro Treiber und entsprechend 900 W Gesamtleistung pro Lautsprecherbox. Das ist für eine Monitorbox dieser Größe durchaus großzügig, für eine saubere Impuls-Wiedergabe bei hoher Lautstärke aber unerlässlich.
Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:
- 3-Wege-Studiomonitor (Woofer: 7 Zoll, Midrange: 4 Zoll, Hochtöner: HEDD AMT)
- Eingänge: XLR/TRS, Cinch
- max. SPL: 120 dB
- Verstärkung: 3x 300 W
- Frequenzgang: 32 Hz bis 40 kHz (-3 dB)
- Crossover-Frequenz: 250 Hz/3,2 kHz
- Gain: -/+12 dB
- High Shelf: -/+6 dB
- Low Shelf: -/+6 dB
- Maße: 308 x 180 x 245 mm
- Gewicht: 15,4 kg
Hörtest des HEDD Type 20 A-Core
Der Hörtest fand in einem neuen Hörraum von ca. 60 m³ Größe statt, den ich erst 2025 eingerichtet habe. Der Raum ist mit Breitband-Absorbern hinter und neben den Lautsprechern sowie Diffusoren an den Wänden moderat bedämpft. Hier lassen sich Nah- und Midfield-Abhörentfernungen realisieren. Als Interface kam von Antelope Audio das Discrete 8 Oryx zum Einsatz, dessen Testbericht in den nächsten Wochen folgt.
Im ersten Eindruck, nachdem ich die Type 20 A-Core mit meinen Type 07 getauscht hatte, war es kurz so, als würden noch immer die Type 07 dort stehen. Soll heißen, die klangliche Grundsignatur ist gleich bzw. sehr ähnlich und das ist auch gut so.
Was gleich aufgefallen ist, der Lautsprecher war noch ganz frisch und musste sich kurz einspielen. Was für manche vielleicht wie Esoterik klingt, fällt mir bei ganz neuen Lautsprechern vor allem im Bassbereich auf. Der klingt anfänglich meist etwas flach bzw. leicht unterrepräsentiert und gewinnt nach ein paar Stunden Musik merklich an gefühltem Volumen und an Offenheit.
Beim Musikhören fällt sofort die klare Transientenwiedergabe auf, die ich auch bei meinen Type 07 so schätze. Kurze Impulse werden klar und definiert wiedergegeben, egal ob leise oder bei hoher Lautstärke. Der Gesamteindruck ist stimmig und ausgewogen, die Mitten klar und die Bässe tief. Die Stereo-Ortung gelingt präzise und auch die räumliche Tiefe lässt sich sehr gut beurteilen. Die Unterschiede in Musikproduktionen kommen klar zum Vorschein und einzelne Elemente lassen sich ebenso gut beurteilen wie das Gesamtbild.
Der Hochtonbereich ist für AMT typisch klar und schnell, dabei aber nicht scharf oder aufdringlich und vor allem anders als bei einem Kalottenhochtöner. Klang lässt sich bekanntlich nur schwer in Worte fassen, doch mir gefällt der Klang des Air-Motion-Transformers sehr gut. Der Mittenbereich scheint mir sogar etwas definierter zu sein als bei den Type 07, was wohl dem separaten Mitteltontreiber zu verdanken ist. Auch der Bassbereich wirkt noch definierter und tiefer. Etwaige Strömungsgeräusche durch die Bassreflexöffnung konnte ich nicht ausmachen.
Es fällt beim praktischen Arbeiten leicht, z. B. die passenden Attack-Zeiten und Kompressionsgrade am Kompressor zu finden, genauso wie Balance im Mix. Das liegt daran, dass die Unterschiede vom Type 20 A-Core einfach sehr deutlich dargestellt werden. Du kannst nur das beurteilen, was du auch tatsächlich hören kannst und da sollte der Lautsprecher nicht der limitierende Faktor sein.
Der Type 20 fungiert im HEDD-Portfolio als Bindeglied zwischen dem Type 07 und dem Type 30, ist durch das 3-Wege-Design aber näher am größeren Type 30 angesiedelt. Er ist perfekt für diejenigen, denen der Type 30 mit seinem doppelten Tieftöner zu groß ist, die aber nicht auf das 3-Wege-Design und die Endstufenleistung verzichten wollen.
Und Leistungsreserven hat er definitiv ausreichend. Es ist schon eindrucksvoll, was passiert, wenn man den Pegel mal richtig hochfährt. Mit einem Mal steht der Klang lebensgroß vor dir und du siehst den Schlagzeuger vor dem geistigen Auge, wie er die Bassdrum tritt. Wo andere Lautsprecher den Klang bei hohen Lautstärken ausbremsen, kommt der Type 20 A-Core erst richtig in Schwung. Keine Spur von hörbarer Verzerrung oder Dynamik-Einschränkung, einfach nur laut.
Dabei lässt sich der Effekt des menschlichen Hörens bei unterschiedlichen Lautstärken, wie Fletcher und Munson ihn im letzten Jahrhundert dokumentiert haben, sehr deutlich spüren. Bei hohem Pegel springt einem der Bass förmlich entgegen, wo er vorher nur hörbar war. Das macht Spaß.









































Aus meiner Sicht sind DSPs an sich kein Problem, nicht die Latenz und auch nicht die Konfiguration. Es steht aber immer die Frage im Raum, welche Verrenkungen man nach 10 oder gar 20 Jahren machen muss, um sie „bequem per App“ oder mit sonstiger, nicht im Quellcode verfügbarer Software des Herstellers zu konfigurieren. Denn direkt am Gerät oder per Browser geht das meist nicht.
Wer auf so etwas verzichtet, bekennt sich zur Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. Das finde ich gut.
@bluebell Es ist nicht falsch es du sagst, allerdings haben zum Beispiel die KSD auch DSP und diese lassen sich meines Wissens nach nicht per Software konfigurieren. Entweder durch die Möglichkeiten auf der Rückseite oder durch den (sehr) saftig teuren Controller KSD-RC. Bei denen ist dass das Hauptaugenmerk. Durch das Revival der analogen Technik kann ich Firmen verstehen, darauf zurückzuführen. Ob das wirklich „genauer“ oder auch langlebiger ist, wäre wirklich interessant zu erfahren. Aber jede Firma soll bei ihren Wurzeln bleiben. Optisch machen sie HEDD jedenfalls ordentlich was her.
@bluebell Die Latenz wird dann ein Problem, wenn die Berechnungen sehr aufwändig sind. Das ist bei den HEDDs mit DSP der Fall. Für das reine Mischen kein Problem, beim Tracking schon (wenn man gleichzeitig über die Studioabhöre das Monitoring vornehmen möchte, wie z. B. beim Gitarren-Tracking mit dem Amp im Aufnahmeraum und dem Gitarristen in der Regie, Keyboard-Recording usw.)
Ansonsten ist das mit der Software in der Tat ein Problem. Hersteller müssten diese über viele Jahre aktualisieren. Bei manchen Produkten hat man Glück, weil OEM-DSP-Platinen verbaut werden. Da kann man dann die allgemeine Software des DSP-Modul-Herstellers nutzen. Viele Endstufen und PA-Lautsprecher beinhalten z. B. die AllDSP-Module und so kann man dann auch deren Software verwenden, von der es mittlerweile sogar eine Mac-Version gibt, während viele Hersteller immer noch nur die Windows-Variante zum Download anbieten.
@bluebell Im Zweifelsfall kann man immernoch einen alten Rechner vorhalten oder auftreiben. Ich benutze hier Lenovo Thinkstations von ungefähr 2012…sowas kriegt man hinterhergeschmissen.
@mort76 Mit virtuellen Maschinen kann man sich auch oft helfen, jenachdem wie kaputt die Programme sind. Manche Hersteller schaffen es, so an allen Standards vorbeizuprogrammieren, dass man echte Probleme bekommt, diese Machwerke auf virtuellen Maschinen zum Laufen zu kriegen.
Generell ist es gut, so wenig Abhängigkeiten wie möglich zu haben, gerade in der schnelllebigen IT-Welt. Apps für IPad oder Android sind das Übelste, weil Apple und Google ständig an Betriebssysteminterna rumspielen. Da muss der Programmierer einer App ständig übers Stöckchen springen. Und weil moderne Firmen kein internes Wissen mehr aufbauen, geben sie die Programmieraufträge nach Extern. Die beauftragte Firma existiert nach ein paar Jahren nicht mehr, und die beauftragende Firma hat vergessen, sich alle Quelltexte zu sichern.
Ich habe ein gutes Gefühl mit meinen DSP-losen KH120A. Der Nachfolger mit DSP reizt mich gar nicht.
Was Audiointerfaces angeht, habe ich mit dem MOTU UltraLite AVB ein Class Compliant Interface, dessen Interna per Webbrowser einzustellen sind. Das Scarlett 18i20 braucht eine Konfigurationssoftware alsa-scarlett-gui, die ich aus dem frei verfügbaren Quelltext auf meinen Maschinen kompilieren kann. Das ist nicht optimal, aber annehmbar für mich.
Wenn Fletcher und Mundson bzw. ihre Kurve zitiert wird,…dann richtig.
Bei höherem Abhörpegel wird der Bass dann nämlich subjektiv leiser relativ zu den Mitten, und nicht der Bass mehr lauter als der Rest.
@MusicChest Korrekt. Bei geringer Lautstärke werden die Mitten evolutionsbedingt stärker wahrgenommen als der Rest. Bei höheren Lautstärken gleicht sich das zwar aus, dennoch dominieren die Mitten. Eine Bassdominanz gibt es nicht.
@MusicChest Nach meinem Verständnis ist es gerade umgekehrt, deshalb werden bei gehörrichtiger Lautstärkeregelung (uralte Bezeichnung, später nannte man es Loudness) bei geringer Lautstärke Bässe und Höhen angehoben, bei höherer nicht mehr .
@bluebell Das ist richtig, das ist die Korrektur, die wir vornehmen. Aber physiologisch ist es anders herum: Nicht die Bässe werden bei höherer Lautstärke lauter, sondern die Wahrnehmung verschiebt sich. Das ist vermutlich das, was MusicChest meinte (vermute ich zumindest).
@MusicChest Da muss ich dich korrigieren. Wie Markus und bluebell schon geschrieben haben, ist es grundsätzlich so, dass die Höhen und Bässe vom menschlichen Gehör leiser wahrgenommen werden. Erst ab ca. 85dB hören wir relativ linear, weshalb das oft als optimale Abhörlautstärke angesehen wird. Aus diesem Grund wird in Hifi-Verstärkern oft eine Loudness-Funktion integriert, die Bässe und Höhen anhebt, damit es auch bei niedriger Lautstärke gut klingt.
Die Fletcher-Munson Kurve zeigt genau das, nämlich dass die Bässe und Höhen einen höheren Pegel brauchen um für uns als gleich laut wahrgenommen zu werden.
Ich habe absolut nichts gegen Software und Dsp. Es bietet Großartige Eingriffsmöglichkeiten
und finde mein Flex Balanced schon sehr fein.
Ich habe mich so entschieden da ich viel intelligenter finde wenn man die Sache trennt bzw Modular betreibt.
Ich verstehe die bedenken mit Software Support in der Zukunft absolut.
Sprich wenn die Hersteller die Dsp Möglichkeit getrennt vom Monitor im eigenen Gehäuse liefern würden wäre es sicherer.
Es wird dann leicht teuerer, Ja. Aber viel zukunftssicherer.
Mein setup ist Aktive Monitore+ MiniDsp Flex Balanced.
Das bedeutet, wenn nach ein paar Jahren die Firma MiniDsp nicht existieren sollte kann
ich bestimmt einen anderen Dsp Prozessor als Ersatz Finden.
In Monitoren wo alles zusammen integriert is steigt zwangsgemäß das Risiko das
man irgendwann Probleme bekommen könnte weil irgend eine Software Firma die für die Updates zuständig wäre nichtmehr existiert.
In meinem setup habe ich dadurch immer gut klingende und Funktionierende Monitore, auch wenn das Dsp nichtmehr funktionieren sollte.
Weiss nicht ob ich richtig liege da es nur meine Meinung ist. Die Zeit wird es wohl zeigen
@pytrel Die Funktionstrennung ist aus meiner Sicht immer eine gute Sache, gerade dann, wenn man langlebige Geräte (Lautspecher, Verstärker, Mikrophone) von den schnelllebigen Geräten (alles mit Software, also Streamer, DSP etc.) trennt.
Ich lese gelegentlich HiFi-Magazine, und da gibt es durchaus Frust, wenn ein hochwertiger Verstärker mit eingebautem Streamer keine Software-Updates mehr bekommt und der Streaming Anbieter am Protokoll (API) rumgespielt hat.
Die hier vollkommen korrekt genannten Nachteile einer DSP-Steuerung haben mich bis dato davon abgehalten, neue DSP-Monitore zu erwerben. Trotz all der möglichen Vorteile schwebt immer das „Damoklesschwert der Digitaltechnik“ über digitalen Studiomonitoren.
Leider bietet meine Lieblingsfirma GENELEC keine rein analogen Modelle mehr an und setzt voll und ganz auf Digitaltechnik. Daher wären die HEDDs durchaus eine Alternative für mich. Muß ich mir wirklich mal anhören.
@SoundForger2000 Das ist m.E. auch verständlich. In der PA-Technik gibt es im unteren bis mittleren Preissegment eine ähnliche Bewegung. Bei aktiven Lautsprechern mit DSP nimmt der Hersteller die Abstimmung vor, die ggf. vom Kunden in kleinen bis großen Bereichen verändert werden kann. Bei passiven Lautsprechern ist die Möglichkeit der Korrektur von Herstellerseite aus beschränkt. Sie liegt in der Hand der Kunden und ohne Umgehung der passiven Weiche ist für diesen ein Time Alignment zwischen den Treibern von außen nicht möglich. Professionelle passive Boxen hatten früher (und heute) deshalb Bi-Amping Eingänge.
Aus dem Karton heraus klingen aktive Lautsprecher mit DSP deshalb deutlich besser als ihre passiven Kollegen, weil das Processing schon erfolgt. Nun ist nicht jeder Musiker ein Systemtechniker und kann mit einen DSP Controller und zwei bis drei Endstufen aus einer passiven Bi-Amping Box das Maximum herausholen. Deshalb sind aktive Lautsprecher mit DSP so beliebt: Sie klingen ohne Eingriffe gut und je nach Modell kann man trotzdem noch eingreifen und korrigieren. Das verkauft sich für die Hersteller im Low- und Mid-Preissegment einfach besser.
@SoundForger2000 Oder du kauftst wie ich einfach alte Modelle. Es gibt genug Leute die meinen daß „rein analog“ ausgedient hat und günstig verkaufen. Ich stimme einfach nach Geschmack ab und teils ohne es zu wissen fallen beim Hörtest die mit DSP regelmäßig durch. Die Adam A7V haben mir als einzige Ausnahme gut gefallen, dennoch habe ich ein Paar „alte“ A7X gekauft, wenn man 5 Jahre alt nennen darf.
Ach ja, danke für den Test, zumindest optisch geile Dinger, muss mal wieder in den Store nach Kölle.
@Kazimoto Danke…und du hast recht, die sehen schon ziemlich gut aus. Meine Type 07 haben noch die alte Gummibeschichtung, die mittlerweile echt bescheiden aussieht und sich auch kaum reinigen lässt. Dennoch wäre das für mich kein Grund, die Lautsprecher zu verkaufen, denn sie sind technisch und klanglich einfach top. Und gute Lautsprecher werden eigentlich nie alt.