Günstiger DJ-Controller mit Lernhilfe
Hercules DJControl Inpulse 200 MK3, so heißt der zuletzt erschienene DJ-Controller aus dem Hause Hercules, mit dem das Auflegen einfach zu erlernen sein soll. Wir haben bereits ein Modell zum Testen erhalten und möchten uns nun anschauen, wie sich der DJ-Controller in der Praxis schlägt.
Was ist es? Hercules DJControl Inpulse 200 MK3, kompakter 2-Kanal-DJ-Controller für Einsteiger mit Lernfunktionen.
- Einsteiger: Kompakter DJ-Controller mit übersichtlichem Layout und einfacher Bedienung.
- Lernhilfe: Beatmatch-Guide erleichtert den Einstieg ins Auflegen.
- Software: DJUCED und Serato DJ Lite sorgen für einen schnellen Start.
- Mobil: Leichtes Kunststoffgehäuse mit geringem Gewicht für den flexiblen Einsatz.
Inhaltsverzeichnis
Der Hercules DJControl Inpulse 200 MK3 im Überblick
Mit Abmessungen von 32 × 4,9 × 19,5 cm (L × H × B) und einem Gewicht von 0,9 kg ist der Hercules DJControl Inpulse 200 MK3 natürlich extrem portabel und kann in Verbindung mit einem Laptop überall eingesetzt werden. Die Audioauflösung des 2-Kanal-DJ-Controllers beträgt 24 Bit bei 44,1 kHz.
Selbstverständlich ist die Oberfläche des kompakten Geräts vollgepackt mit Funktionen. Klassisch aufgeteilt in zwei Track-Decks und eine mittig liegende Mixer-Sektion finden wir hier alles, was wir zum Auflegen brauchen.
Die Track-Decks verfügen abseits des Jogwheels, mit dem wir in Verbindung mit der Shift-Taste auch durch einen Track spulen können, über einen Pitch-Fader und neben den klassischen Bedienelementen wie Play/Pause, Cue und Sync auch über Performance-Pads. Platzbedingt gibt es hier jedoch nur vier Pads pro Track-Deck, angeordnet in einer 2×2-Matrix. Als Pad-Modi können wir zwischen Hot Cue, FX, Loop und Sampler auswählen. Zusätzlich befindet sich links unter dem Jogwheel ein Loop-Button, mit dem wir direkt einen Loop aktivieren können. Mit zwei weiteren Buttons können wir Songs im Stem-Zeitalter wahlweise in ein Acapella oder ein Instrumental umwandeln.
Die Mixer-Sektion besteht aus zwei identischen Kanalzügen. Neben dem Load-Button, mit dem wir den ausgewählten Track auf das jeweilige Track-Deck laden können, stehen uns ein 3-Band-Equalizer und ein bipolares Filter pro Kanal zur Verfügung. Damit können wir direkt zwischen High-Pass- und Low-Pass-Filter wechseln. Um Platz zu sparen, fungiert das Poti für das Höhenband in Kombination mit dem Shift-Button auch als Gain-Poti. Das ist klug gelöst, da innerhalb der DJ-Software meist ein Auto-Gain ausgewählt werden kann und das Gain-Poti dadurch nicht allzu häufig genutzt werden muss.
Ein Cue-Button zum Vorhören des Kanals und ein Volume-Fader runden den Kanalzug ab. Mittig finden wir einen Push-Encoder zum Durchscrollen unserer Musikbibliothek. Durch Drücken des Encoders können wir auch zwischen Playlists wechseln. Darunter befinden sich der Assist./Prep.-Button, auf den wir später noch eingehen werden, sowie Drehregler für die Lautstärke des Master- und Kopfhörer-Signals. Beim Hercules DJControl Inpulse 200 MK3 kann zudem das Master-Signal über die Kopfhörer ausgegeben werden.
Anschlusstechnisch haben wir auf der Vorderseite des Hercules DJControl Inpulse 200 MK3 einen 3,5-mm-Klinkenanschluss und auf der Rückseite einen Cinch-Anschluss als Main-Out. Den DJ-Controller könnt ihr über USB-C mit eurem Rechner verbinden. Allerdings gibt es hier in unseren Augen ein klares Manko: Das USB-C-Kabel ist auf der Seite des Hercules DJControl Inpulse 200 MK3 fest mit dem Controller verbunden. Das Kabel könnt ihr also nicht ohne Weiteres austauschen. Das ist unserer Meinung nach extrem ärgerlich, da USB-Kabel generell einfach zu tauschen sind.
Die verfügbaren DJ-Softwares für den DJ-Controller
Ein DJ-Controller dient natürlich dazu, eine DJ-Software zu steuern. Also bleibt die Frage, welche Software in Kombination mit dem Hercules DJControl Inpulse 200 MK3 verwendet werden kann. Ein Blick auf die Oberfläche nimmt die Antwort bereits vorweg. Einerseits haben wir die hauseigene Software DJUCED zur Auswahl, andererseits Serato DJ Lite.
Auch wenn wir hier nicht über die Vollversion sprechen, ist der Funktionsumfang von Serato DJ Lite beachtlich und gerade für Einsteiger eine klasse Software. Durch die Möglichkeit, Streaming-Dienste wie Apple Music, Tidal, SoundCloud Go+ oder Beatport Link anzubinden, bedarf es zu Beginn der DJ-Karriere noch keiner großen Musikbibliothek, um mit dem Auflegen anzufangen. Darüber hinaus kann der Controller auch mit Serato DJ Pro und DJUCED Pro verwendet werden, diese Programme kosten aber einen Aufpreis.
Der DJ-Controller in der Praxis
Der Hercules DJControl Inpulse 200 MK3 ist schnell aufgebaut und angeschlossen. Lediglich ein Cinch-Kabel am einzigen Ausgang anschließen, das USB-C-Kabel mit dem Laptop verbinden, die DJ-Software starten und auf der Vorderseite die DJ-Kopfhörer einstecken. Schon kann es losgehen.
Bei den kompakten Abmessungen und dem geringen Gewicht wird es kaum jemanden wundern, dass wir es hier mit einem Kunststoffgehäuse zu tun haben. Dieses macht aber einen soliden Eindruck. Auch die Potikappen bestehen aus Kunststoff und sind nicht gummiert, bieten dafür aber einen vernünftigen Widerstand. Die Volume-Fader und der Crossfader könnten für unseren Geschmack etwas leichtgängiger sein. Alles in allem ist das jedoch gerade im Hinblick auf Einsteiger, die einen preisgünstigen Einstieg suchen, völlig in Ordnung.
Das Auflegen mit dem Hercules DJControl Inpulse 200 MK3 geht einfach von der Hand. Wir finden uns sofort zurecht und können direkt mit dem Mixen loslegen. Trotz des schmalen Formfaktors haben die Potis einen vernünftigen Abstand, sodass man gut arbeiten kann. Lediglich der Pitch-Fader auf dem linken Track-Deck ist uns persönlich etwas zu nah am Volume-Fader. Ein versehentliches Betätigen des Pitch-Faders führt im schlimmsten Fall dazu, dass unser gerade noch synchron laufender Übergang unschön unterbrochen wird. Also ist hier Obacht geboten.
Beatmatch Guide – perfekt für Einsteiger
Für einen Übergang muss ein DJ einerseits das Tempo und andererseits den Takt des neuen Songs an den laufenden Titel angleichen. Um diese Einstellungen vorzunehmen, gibt es zum einen den Pitch-Fader, mit dem das Tempo angepasst werden kann, und zum anderen das Jogwheel, mit dem wir den Takt angleichen können.
Wie beim Fahrradfahren helfen Stützräder am Anfang dabei, ein Gefühl für die Sache zu bekommen. Genauso kann man den Beatmatch Guide verstehen. Sowohl unter dem Jogwheel als auch am Pitch-Fader des jeweiligen Track-Decks finden wir LEDs, die visualisieren, in welche Richtung Tempo oder Takt angepasst werden muss, damit der neue Song synchron mit dem aktuellen Titel läuft.
Über den Beatmatch-Guide-Button lässt sich diese Hilfe ein- und ausschalten. So kann man bei Unsicherheiten immer wieder auf dieses Feature zurückgreifen, um das eigene Gefühl für das Synchronisieren von Titeln zu schärfen. Wer es irgendwann nicht mehr braucht, kann es einfach deaktiviert lassen. Eine simple, aber sehr effektive Hilfestellung, die wir immer wieder bei Controllern aus dem Hause Hercules loben.
Die Pad-Modi sind simpel und übersichtlich gehalten. So können wir klassisch Hot-Cues setzen und triggern, Samples im Sample-Player starten und ausgewählte Effekte per Pad aktivieren. Dabei kommt es natürlich darauf an, welche Software ihr benutzt. In unserem Test haben wir auf Serato DJ Lite gesetzt und uns Reverb, Flanger und Echo auf die Pads gelegt. Darüber hinaus haben wir in der Software die Möglichkeit, statt des Filters pro Kanal auch ein Dub-Echo zu steuern.
Die Qualität von Stems ist natürlich von der benutzten Software abhängig und Serato DJ Lite macht hier einen sehr guten Job und Acapellas hören sich recht klar an. Im Idealfall analysiert ihr eure Songs gerade in Bezug auf Stems vor dem Gig, da dies einerseits rechenintensiv ist und teils auch etwas länger dauert. Dieses Feature ist lediglich für Songs verfügbar, die ihr besitzt. Bei gestreamten Songs kann die Option nicht verwendet werden.
Dann bleibt noch der Assist./Prep.-Button. Mit diesem können wir beim Durchscrollen unserer Bibliothek Songs markieren und einer temporären Playlist hinzufügen. Das kann gerade bei großen Listen praktisch sein, da man beim Durchsuchen Songs findet, die kurze Zeit später gut passen könnten.
Die Zielgruppe des Controllers
Die Zielgruppe des Hercules DJControl Inpulse 200 MK3 ist klar auf Einsteiger fokussiert. Der kompakte Umfang des Gerätes, die Verwendung der hauseigenen Software DJUCED oder Serato DJ Lite sowie der Beatmatch Guide machen den DJ-Controller zu einem passenden Modell für alle, die in die Welt des Auflegens einsteigen möchten und Lust auf eine haptisch kontrollierbare Lösung haben.
Der Kostenpunkt von Hercules DJControl Inpulse 200 MK3
Auch der Preis des DJ-Controllers ist sehr einsteigerfreundlich. Für 109,- Euro bekommt man hier eine breite Palette an Funktionen geboten. Mit Ausnahme umfangreicherer Anschlüsse oder einer größeren Effektkontrolle abseits des Kanalfilters und der Pad-FX kann das Gerät besonders durch seine Stem-Funktionalität überzeugen. Der Preis ist in unseren Augen mehr als fair und bietet vielen Menschen einen guten und günstigen Einstieg.




































Danke für den Test. Netter kleiner Controller für einen sehr angenehmen Preis. Wenn die Soundqualität gut ist, wäre der gut für zu Hause, da er wenig Platz braucht.