Günstiger Vintage-Kompressor
Der Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 ist ein monophoner Röhrenkompressor in Anlehnung an die berühmten Altec Kompressoren der Abbey Road Studios.
- Klangcharakter: Warm, musikalisch und rund, mit gemütlichem Regelverhalten und schönem Sättigungseffekt
- Bedienung: Einfache Handhabung mit sechs Attack- und Recovery-Stufen plus DC-Threshold für flexible Klangformung.
- Modifikation: Der „Seawell-Mod“ entfernt die Eingangsdämpfung und ermöglicht deutlich stärkere Kompression und Sättigung.
- Einschränkungen: Keine Features wie Bypass, Sidechain, Mix-Blende oder Stereo-Link, aber sehr guter Klang fürs Geld.
Inhaltsverzeichnis
- Heritage Audio Lang P.Lane Type 436
- Historische Einordnung des Heritage Audio Lang P.Lane Type 436
- Heritage Audio P.Lane Type 436 auf den ersten Blick
- Technische Details des Röhrenkompressors
- Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 in der Praxis
- Die Pad-Schaltung und der „Seawell Mod“
- Type 436 vs. Type 436 „Seawell-Mod“
- Klangbeispiele
Schon vor ein paar Jahren erwarb Heritage Audio die Firmenrechte des amerikanischen Unternehmens Lang Electronics Inc. und bietet seitdem günstige Nachbauten von Studioklassikern der 1950er- und 1960er-Jahre unter dem Lang-Label an, wie zum Beispiel den PEQ-2 oder den Silverr47 Vorverstärker.
Mit dem Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 hat der Hersteller nun, neben dem Herchild 670, einen weiteren legendären Beatles-Kompressor in sein Sortiment aufgenommen, der allerdings wesentlich preiswerter ist.
Historische Einordnung des Heritage Audio Lang P.Lane Type 436
Im Jahre 1959 erwarb EMI von der American Altec Lansing Corporation mehrere Modelle des Typs 436B, einem einfachen Röhrenkompressor, der für Telefon-, Rundfunk- und Beschallungsanwendungen konzipiert wurde. Als die Geräte anschließend in den EMI-Studios in London zum Einsatz kamen, störte vor allem das langsame und unveränderbare Regelverhalten. Die hauseigenen Techniker Len Page, Bill Livy und Mike Bachelor begannen daher einige Modifikationen vorzunehmen.
Weil die Umbauten sehr umfangreich ausfielen und die Kompressoren anschließend deutlich von den Originalen abwichen, erhielten sie die neue Kennzeichnung RS124. Zu den Modifikationen zählten unter anderem der Austausch von Röhren und Potentiometern, eine Überarbeitung des kompletten Schaltungsdesigns sowie eine einstellbare Ausregelzeit (Recovery) und eine veränderte Attack-Phase, die sich aber wohl erstmal nicht variabel gestalten ließ. Zur Lösung dieses Problems fertigten die EMI-Techniker drei Modelle mit unterschiedlichen, aber festgelegten Einregelzeiten, die anschließend anhand der Seriennummern 60070B, 60050A und 61010B unterschieden werden konnten.
Genau diese drei Modelle erlangten Kultstatus, da sie – neben den Fairchild-Kompressoren – häufig bei den Produktionen der Beatles Alben in den 60er-Jahren zum Einsatz kamen. Sie wurden vornehmlich zur Aufnahme von Bass, elektrischen und akustischen Gitarren verwendet, ebenso aber auch für den Mixbus oder die Submixes beim Speisen der 4-Spur-Bandmaschinen.
Jahrzehnte später erhielt die Firma Chandler Limited exklusiv von den Abbey Road Studios den Auftrag zur Fertigung eines Nachbaus, der alle Funktionen der unterschiedlichen RS124 Modelle vereinte. Den Testbericht dazu findet ihr hier: Test: Chandler Limited RS124
Losgelöst von dieser offiziellen Neuauflage kursieren aber schon lange die Pläne der EMI-Modifikationen im Internet und immer wieder tauchen auch entsprechend modifizierte Altec Originale auf dem Gebrauchtmarkt auf. Somit war es für Heritage Audio möglich, eine eigene Version zu entwickeln.
Heritage Audio P.Lane Type 436 auf den ersten Blick
Der Heritage Audio P.Lane Type 436 ist in einem 19 Zoll breiten Stahlblechgehäuse mit einer Tiefe von 20,5 cm und zwei Höheneinheiten untergebracht, das Gewicht beträgt rund 4,5 kg. Von allen Seiten betrachtet, macht das in China gefertigte Gerät einen robusten Eindruck. Sein knapp 2 mm dickes Frontpaneel ist in dem typischen 50er-Jahre „Rundfunkgrau“ lackiert und beherbergt eine überschaubare Anzahl an Bedienelementen:
Der verchromte Hebel auf der rechten Seite dient zum Einschalten des Gerätes, eine rote Lampe in Juwelenform signalisiert die Aktivität. Mit einem schönen, großen Chickenhead-Regler auf der linken Seite lässt sich die Lautstärke des Eingangssignals wie auch das Maß der Kompression festlegen, das wiederum von dem VU-Meter in der Mitte angezeigt wird.
Attack und Recovery sind mit jeweils sechs wählbaren Regelzeiten ausgestattet, die – wie bei jedem Röhrenkompressor – abhängig vom Eingangsmaterial, der Kompressionsrate und Kompressionskurve immer etwas variieren. Recovery verfügt zusätzlich über eine Hold-Funktion, um größere Pegelsprünge zu vermeiden – hierzu aber später noch mehr. Wie die Vorbilder aus der damaligen Zeit hat der P.Lane Type 436 ein äußerst gemütliches und träges Kompressionsverhalten. Die kürzeste Attack-Phase liegt daher bei ca. 15 ms – wohlgemerkt, die ursprüngliche Einregelzeit der Altec Originale umfasste vor den Modifikationen der EMI-Techniker 50 ms.
Die schnellste Ausregelzeit beträgt wiederum rund 300 ms. Laut Heritage Audio erzeugen die Schaltregler von Attack und Recovery in jeder folgenden Position eine ungefähre Verdopplung des vorhergegangenen Wertes.
Auch der DC-Threshold-Drehschalter verfügt über sechs Positionen, mit denen sich die Kompressionskurve zusätzlich formen lässt. Dabei handelt es sich um eine Heritage Audio eigene Entwicklung, die von dem Herchild 670 übernommen wurde und weder bei den modifizierten Originalen, noch bei der Version von Chandler zu finden ist.
Mit dem „Output Attenuator“, auf dem ebenfalls ein großer Chickenhead-Regler wie am Eingang sitzt, lässt sich schließlich noch das Ausgangssignal anheben oder absenken.
Auf der Rückseite sind alle Anschlüsse des Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 eingelassen, dazu gehört eine Kaltgerätebuchse für das interne Netzteil und symmetrische Ein- und Ausgänge im XLR- und 6,3 mm Klinkenformat.
Technische Details des Röhrenkompressors
Als Vorlage zur Entwicklung des Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 diente für Peter Rodriguez, C.E.O. und Chefentwickler von Heritage Audio, nicht der Chandler RS124, sondern ein unmodifiziertes Altec Original, sowie ein 436B, den er selbst in einem bereits modifizierten Zustand kaufte. In der offiziellen Produktbeschreibung wird auch ein 436C als Referenz genannt, das ist ein späteres Modell, das Anfang der 60er-Jahre erschien und bereits von Werk aus mit einer Recovery-Regelung ausgestattet war.
Ein Blick in das Innere zeigt, dass Heritage Audio den P.Lane Type 436 ganz klassisch in THT-Bauweise fertigen lässt, sprich alle Elemente werden mittels Durchsteckmontage auf der Leiterplatte befestigt.
Ein großer Ringkerntransformator soll für eine kontinuierliche 220 V Spannung sorgen, was grundsätzlich für Röhrengeräte sehr wichtig ist. Dabei kann er wohl Netzspannungen bis 235 V problemlos kompensieren.
Die Röhrenbestückung besteht aus einer Siemens N.O.S. 6AL5 für das Kompressionssteuersignal und einer modernen JJ E88CC in der Ausgangsstufe.
Des Weiteren kommt eine N.O.S. 6HP5 im Eingang zum Einsatz, deren OTK-Qualitätsstempel lediglich verrät, dass sie aus Sowjet-Zeiten stammt. Die genaue Herkunft lässt sich, wie bei vielen alten russischen Röhren, nicht genau bestimmen.
Auf dem Frontpaneel sind zwei kleine Schrauben eingelassen, eine zum Justieren des VU-Meters (Zero) und eine weitere für die Feinabstimmung der 6HP5 Röhre (Bal.). Diese Funktion muss aber wohl erst genutzt werden, wenn die 6HP5 einige Jahre in Betrieb war und irgendwann leichte Nebengeräusche wahrnehmbar sind.
Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 in der Praxis
Die Haptik des Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 ist sehr gelungen, alle Bedienelemente haben einen gesunden Abstand zueinander und vor allem die großen Ein- und Ausgangsregler lassen sich bequem betätigen.
Auch das jeweils in sechs Positionen unterteilte Regelverhalten von Attack und Recovery benötigt keine allzu lange Eingewöhnungsphase. Für die meisten Signale eignen sich die ersten drei Positionen, die drei hinteren Stellungen sind durch ihr sehr langsames Verhalten doch eher für spezielle Fälle bestimmt.
Die von den EMI-Technikern entwickelte Hold-Funktion der Recovery-Regelung hat Heritage Audio auch bei dem P-Lane Type 436 übernommen. Mit ihrer Hilfe lassen sich laute und kräftige Überbetonung verhindern, die entstehen, wenn das Eingangssignal auf den Kompressor trifft und dieser sich erst einmal auf die gewählte Pegelreduktion einstellen muss. Die Anwendung der Hold-Funktion wurde auch schon ausführlich in dem Test des Chandler RS124 erklärt und an dieser Stelle weitestgehend übernommen:
Zunächst muss der Anfang des Eingangssignals kurz in einem Testlauf abgespielt werden, bis die Nadel des VU-Meters in etwa den Durchschnittswert der angestrebten Pegelreduktion erreicht hat. Genau in diesem Moment wird die Hold-Funktion aktiviert und das Playback gestoppt. Die Nadel bleibt nun auf der gewünschten Position stehen und verhindert bei einem erneuten Abspielen des zu bearbeitenden Materials ein „Einschwingen“ des Kompressors.
Natürlich muss bei der eigentlichen Aufnahme dann sofort die Hold-Position wieder gelöst und die entsprechende Release-Zeit angewählt werden. Der Einsatz der Hold-Funktion ergibt selbstverständlich genauso bei leiseren Passagen oder Pausen des Eingangssignals Sinn. Jedoch setzt die dafür erforderliche Schaltungsprozedur etwas Geduld und Übung voraus, um ein Gefühl für die Arbeitsweise des Kompressors zu entwickeln. Grundsätzlich ist der Bedarf der Hold-Funktion allerdings nur bei stärkerer Kompression mit längeren Release-Zeiten notwendig.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei dem DC-Threshold um eine Heritage Audio eigene Entwicklung, die von dem Herchild 670 übernommen wurde. Mit den sechs wählbaren Einstellung lässt sich die Kennlinie und das Ratio-Verhalten verändern. Die klangliche Spannweite reicht von einem sehr weichen Ansprechverhalten bis hinzu äußerst kräftigen, fast Limiter ähnlichen Ergebnissen. Diese Funktion stellt eine große Bereicherung dar und erhöht die Flexibilität des Lang P.Lane Type 436 enorm.
Im Gegensatz dazu hat Heritage Audio auf eine ganze Reihe an gängigen und modernen Features verzichtet: Es gibt keine Bypass-Schaltung, kein Sidechain-Filter, keinen Sidechain-Eingang und auch keine Blende für Parallelkompression, die gerade bei extremeren Pegelreduktionen und Sättigungseffekten wünschenswert wäre. Ebenso fehlt auch eine Link-Funktion, um zwei Geräte für Stereo-Anwendungen zu koppeln.
Die Pad-Schaltung und der „Seawell Mod“
Schon bei den ersten Audio-Tests, für die ein bereits aufgenommenes Signal aus Logic durch den Lang P.Lane Type 436 geschickt wird, fällt auf, dass ein äußerst hoher Eingangspegel von Nöten ist, um überhaupt höhere Kompressionswerte zu erzielen. Bei der Verwendung eines Audiointerfaces mit einer regulären Kalibrierung von +4 dBu lassen sich selbst bei einem voll aufgedrehten Eingang des Kompressors kaum Reduktionsraten von 10 dB erreichen. Das hängt natürlich immer von der Beschaffenheit des Signals, der Einstellung der Regelwerte und des DC-Thresholds ab, dennoch ist dieses Verhalten, gerade im Vergleich zu dem RS124 von Chandler, sehr ungewöhnlich.
Auf Nachfrage beim Hersteller zeigt sich, dass dieses Problem bereits bekannt ist. Die Erklärung von Heritage Audio lautet, dass der Type 436 in erster Linie für Aufnahmezwecke konzipiert wurde und daher befinde sich eine Pad-Schaltung im Eingang, die das Quellsignal absenkt. Dieses Dämpfungsglied ließe sich allerdings leicht von der Platine entfernen, wenn denn höhere Kompressionsraten und Sättigungseffekte erwünscht sein.
Heritage Audio bezeichnet diesen kleinen Umbau als „Seawell Mod“, da der YouTuber Josh Seawell als erster die Modifikation in einem Video auf seinem Kanal zeigte.
Angesichts dieser etwas ungewöhnlichen Voraussetzungen für einen Test hat Heritage Audio anschließend AMAZONA.de ein modifiziertes Gerät für einen Vergleich zu der normalen Version zur Verfügung gestellt. Sowohl der Hersteller als auch der deutsche Vertrieb S.E.A. weisen allerdings daraufhin, dass es sich um keine offizielle Modifikation handelt.
Peter Rodriguez erläutert das Problem in dem folgenden Video und erklärt, wo und wie der Widerstand entfernt werden kann:
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Type 436 vs. Type 436 „Seawell-Mod“
Bei dem Vergleich des normalen und des modifizierten P-Lane Type 436 bietet die Version ohne Pad-Schaltung wie erwartet deutlich mehr Spielraum für kräftigere Einsätze. Wenn der Eingangspegel bei beiden Geräten angeglichen wird, entspricht Position 10 der normalen Ausführung in etwa Position 5,5 der modifizierten Variante, das heißt, es steht beim Aussteuern grob die Hälfte des Regelweges mehr zur Verfügung. Dadurch lassen sich wesentlich stärkere Kompressionen realisieren, mit denen aber auch immer ein deutlich hörbarer Sättigungseffekt bzw. Overdrive einhergeht. Diese Röhrenverzerrung hat allerdings einen sehr angenehmen Charakter, erzeugt schöne Obertöne und sorgt für eine zusätzliche Verdichtung des Signals.
Grundsätzlich kann die Absenkung der Pad-Schaltung auch durch einen höheren Eingangspegel kompensiert werden. Manche Audiointerfaces lassen sich entsprechend kalibrieren oder es wird zusätzlich ein Line-Preamp vor den Eingang gesetzt. Streng gesehen ist dieser Weg natürlich etwas widersinnig, da eine entbehrliche Verstärkung von Nöten ist, die anschließen sofort wieder abgesenkt wird. Das Entfernen des Widerstands stellt dann auf die Dauer doch eine einfachere Lösung dar.
Wenn der Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 wiederum für schwächere Kompressionen und Aufnahmeanwendungen verwendet werden soll, so wie es Heritage Audio ursprünglich geplant hat, lassen sich diese Zwecke auch mit der modifizierten Version problemlos realisieren. Kommt das Eingangssignal aus einer DAW, kann es selbstverständlich nach Belieben abgesenkt werden. Auch bei einer Mikrofon- oder Line-Aufnahme reagiert der Type 436 meistens im unteren Regelbereich des Inputs sehr entspannt, im Zweifelsfall besitzen viele Vorverstärker aber auch eine zusätzlich Ausgangsregelung zum Reduzieren des Signals.
Somit bleibt nur die Erkenntnis, dass der Lang P.Lane Type 436 ohne das Pad wesentlich flexibler und farbenfroher nutzbar ist, wodurch sich aber auch keine klanglichen Einschränkungen gegenüber der unmodifizierten Version ergeben.
Klangbeispiele
Alle Klangbeispiele sind wahlweise im WAVE-Format (44,1 kHz, 24 Bit) oder als MP3s (320 kBit/s) aufrufbar. Sie wurden in Logic mit einem RME Fireface 800 aufgezeichnet und nicht weiter bearbeitet. Lediglich die Lautstärken der Ausspielungen sind aufeinander angepasst.
Grundsätzlich verleiht der Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 dem Eingangssignal einen runden und warmen Charakter, ganz im Stil der 50er- und 60er-Jahre. Sein gemütliches Regelverhalten sorgt für eine angenehme und entspannte Kompression, die sich für unterschiedliche Anwendungen gut eignet. Dank des „Seawell-Mods“ lassen sich mit dem Type 436 aber auch wesentlich drastischere Ergebnisse erzielen.
Drums – unmodifziert vs. modifiziert
Gleich bei dem ersten Beispiel soll der Unterschied zwischen der normalen und modifizierten Version des Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 demonstriert werden. Dafür dient eine Schlagzeugaufnahme von Christoph Eggener, die er für den Test des Undertone MPDI-4 und MPEQ-1 eingespielt hat.
Um sehr plakativ die Differenz des klanglichen Potentials zu zeigen, werden beide Geräte mit voll aufgedrehtem Input verglichen. Während die normale Version in dieser Einstellung eine maximale Pegelreduktion von 0,5 bis 3 dB erreicht, sind es bei der modifizierten Variante 6 bis 9 dB, außerdem ist die bereits beschriebene Röhrensättigung deutlich wahrnehmbar. Da das Ergebnis des modifizierten Type 436 schon etwas extrem ausfällt, ist anschließend nochmal eine abgeschwächte Ausspielung mit nur 4 bis 7 dB GR zu hören:
Einstellungen:
1. At 2, Re 1, DC 6, GR 0,5-3 dB
2. At 2, Re 1, DC 6, GR 6-9 dB
3. At 2, Re 1, DC 6, GR 4-7 dB
Vocal – Chandler Limited RS124 vs. Lang P.Lane Type 436
Weiter geht es beim Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 mit einer Gesangsaufnahme von Isis Zerlett, die schon für den Test des Chandler Limited RS124 genutzt wurde und nun für einen Vergleich mit dem Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 herhalten soll. Dabei fällt schnell auf, dass die Regelzeiten der beiden verwandten Geräte sehr unterschiedlich reagieren, so dass der Abgleich per Gehör erfolgt, wobei das Maß der Pegelreduktion identisch ist (3 – 6 dB GR).
Die Resultate sind erstaunlich nah bei einander und erst bei einer hohen Abhörlautstärke über hochwertige Studiomonitore fällt dann doch ein Unterschied in der Ansprache und Kontur auf:
Vocal – DC-Threshold
Anschließend wird nun anhand der Gesangsaufnahme noch das Verhalten des DC-Thresholds dargestellt. Um die Spanne der Klangmöglichkeiten zu zeigen, steht der DC-Regler bei dem ersten Beispiel auf Position 1 und bei dem zweiten auf Position 6:
Einstellungen:
1. At 2, Re 2, DC 1, GR 6-10 dB
2. At 2, Re 2, DC 6, GR 6-10 dB
Westerngitarre – Regelzeiten
Als nächstes kommt die Aufnahme einer Westerngitarre zum Einsatz, um das gemächliche Regelverhalten des Type 436 ein Stück weit einschätzen zu können.
In dem ersten Beispiel arbeiten Attack und Recovery relativ langsam, bei dem zweiten deutlich schneller:
Einstellungen:
1. At 3, Re 3, DC 1, GR 2-5 dB
2. At 1, Re 1, DC 1, GR 2-5 dB
Roland TB-03 – Sägezahn Acid-Sequenz
Nach den akustischen Instrumenten und dem Gesang soll nun der Lang P.Lane noch seine Fähigkeiten in Verbindung mit elektronischen Klangerzeugern unter Beweis stellen.
Für die Zweck wird die Sequenz einer Roland TB-03 zunächst leicht und dann kräftiger bearbeitet. Gerade der Sättigungseffekt haucht dem kleinen, digitalen Synthesizer deutlich mehr Leben ein und verleiht ihm eine schöne klangliche Fülle:
Einstellungen
1. At 2, Re 1, DC 4, GR 1-3 dB
2. At 2, Re 1, DC 4, GR 8-10 dB
Moog DFAM – FM-Bass
Das letzte Beispiel des Heritage Audio Lang P.Lane Type 436 ist ein FM-Bass des Moog DFAM. Wie zuvor bei der TB-03, wird die Aufnahme erst gemäßigt und dann stärker bearbeitet. Auch hier ist der musikalische Charakter des Type 436 gut zu hören, die Ergebnisse klingen ebenfalls etwas lebhafter.
Einstellungen
1. At 1, Re 2, DC 6, GR 1,5-4 dB
2. At 1, Re 2, DC 6, GR 6-10 dB

















Jaja, so ein Bypass-Schalter geht schon ganz schön ins Geld, erfordert riesige Entwicklungskosten, und hätte ja auch gar keinen Platz mehr auf der Frontblende gefunden :-D
Aber vielleicht gibt es ja in Zukunft mal eine neue Revision, in der es auch ein Seawell Schalterchen gibt?
@Metaphistopheles Keine Ahnung was dies gekostet hätte und vielleicht wäre er dann preislich über 1k, was das Kaufverhalten eventuell verringert. Aber so einen Bypass finde ich ebenfalls unerlässlich um die Unterschiede überhaupt wahrzunehmen. Bei einem Equalizer vielleicht nicht unbedingt notwendig, aber gerade bei dezenten Kompressoreinstellungen nahezu unverzichtbar. Gut, man könnte ihn ein paar mal aus,-und einschalten. Aber das tut ihm bestimmt nicht gut. Das Klangergebnis ist aber positiv unaufällig. Warm und doch dezent kräftiger. – Sehr gut!
@Filterpad Technisch ist ein echter Bypass völlig trivial. Man nimmt einen Schalter von Typ „2xUm“, lötet den einen Umschalter vor den Eingang, und den anderen hinter den Ausgang der Platine. Fertig und kostet einen Hersteller vielleicht 5€.
Ich hab noch meinen alten Behringer Kompressor („Composer“) aus den 90ern im Schrank, das „Billiggerät“ hatte das sogar als automatisches Relais realisiert – bei Stromausfall klackt es und das Signal wird vom Eingang direkt zum Ausgang verbunden.
Daher wundert es mich, wenn „namhafte“ Hersteller heute diese 5€ einsparen, und die Anwender haben dann entweder immer einen färbenden Kompressor im Signalweg, oder müssen die Umleitung selbst in Hw oder Sw realisieren und höhere Komplexität im Aufbau akzeptieren…
@Metaphistopheles Sofern man den Kompressor als sog. „Externes Plugin“ an einer DAW wie Cubase Pro betreibt ist das mit dem fehlenden Bypass-Schalter kein Weltuntergang. Ich erwische mich regelmäßig dabei, dass ich oft den Bypass-Schalter des externen Plugin Fensters der DAW verwende anstatt den Bypass Schalter der eingeschleiften Hardware zu betätigen. 😁