Der Journalisten- und Podcast-Multitracker
Die klassischen DAWs sind für die Produktion von Wortbeiträgen eher ungeeignet. Sie sind meist viel zu komplex, zu kompliziert, zu wenig auf die Belange von Radiojournalisten, Podcastern und andere Wortproduktionen ausgerichtet. Wie ich aus eigener 30-jähriger Radio-Erfahrung weiß: Zuweilen muss es auch mal schnell gehen. Themenkonferenz um 11 Uhr, Anruf des Tagesredakteurs um 11.30 Uhr, der einen Beitrag zu einem tagesaktuellen Thema für 13.30 Uhr bestellt – das ist zwar nicht die Regel, kommt aber immer wieder mal vor. Da bleibt dann keine Zeit, sich mit der Software und umständlichem Editing herumzuschlagen. Hier kommt Hindenburg PRO ins Spiel: eine spezielle DAW, entwickelt von Radiojournalisten für Radiojournalisten und andere Wortakrobaten. Geht das Konzept auf?
Was ist es? Hindenburg PRO ist eine spezialisierte DAW für Radiojournalisten, Podcaster und andere Wortproduktionen, entwickelt mit Fokus auf schnelles und unkompliziertes Storytelling.
- Fokus auf Sprache: Multitrack-Audioeditor ohne überflüssige Musik-DAW-Funktionen, optimiert für Radio-, Podcast- und Sprachproduktionen.
- Praxisfeatures: Auto-Level, Magic Levels und EBU-R128-Lautheitsstandard erleichtern Pegelkontrolle und reduzieren Nachbearbeitung.
- Transkription: Integrierte Spracherkennung in 99 Sprachen mit Text-Audio-Verknüpfung für schnelles Editieren direkt über das Transkript.
- Schneller Workflow: Sehr schlanke Software, schneller Start und viele radiotypische Funktionen für effizientes Arbeiten unter Zeitdruck.
- Fazit: Ein durchdachtes Storytelling-Tool mit vielen praxisnahen Funktionen für Wortproduktionen, das trotz Abo-Modell zu den besten Lösungen seiner Art zählt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Hindenburg PRO?
- Entstehungsgeschichte und Namenserklärung
- Die Versionen und Preise von Hindenburg PRO
- Download, Installation und Benutzeroberfläche
- Clipboards, Sounds und Favoriten
- Aufnahme, Effekte und Editing in Hindenburg PRO
- Transkription und Datenschutz
- Export und Publizieren
- Alternativen zu Hindenburg PRO
Was ist Hindenburg PRO?
Hindenburg PRO versteht sich selbst als „Story Telling Tool“, ist also eine DAW speziell für Sprachproduktionen. Vom äußeren Erscheinungsbild ist es ein Multitrack-Recorder ohne Begrenzung der Spurenzahl. Die Abtastrate ist auf 44,1/48 kHz begrenzt – eine bewusste Design-Entscheidung, denn diese Werte sind in Radio/Wort-Produktionen der Standard. Die Unterstützung höherer Abtastraten wie 96 kHz würde die Rechenlast und die Dateigröße erhöhen, ohne einen nennenswerten Vorteil für sprachbasierte Produktionen zu bringen, sagt Gründer Nick Dunkerley.
Um Hindenburg PRO möglichst schlank und unkompliziert zu halten, verzichtet es bewusst auf viele Funktionen, die man aus DAWs für die Musikproduktion kennt. So gibt es bei Hindenburg PRO keine MIDI-Unterstützung und auch ein Mixer mit allen Spuren fehlt – alle diesbezüglichen Einstellungen erfolgen in den jeweiligen Spuren. VST3/AU-Plug-ins dagegen werden unterstützt.
Fünf Effekte gehören mit dazu (Compressor, Equalizer, Noise Reduction, Loudness Meter und BBC Meter), eigene können ebenfalls eingesetzt werden. Hindenburg PRO läuft auf Windows-PCs (ab Win10), auf dem Mac ab macOS 11 und kann auf zwei Rechnern installiert werden. Mit dem Hindenburg Field Recorder gibt es auch eine Hindenburg Recording App für iOS (4,99 Euro).
Entstehungsgeschichte und Namenserklärung
Die Idee zu Hindenburg kam Nick Dunkerley – damals selbst Radio Journalist und Sound-Engineer beim dänischen Rundfunk (DR) – bei einem Aufenthalt in Tansania, wo er als Berater für ein Community-Radio-Projekt tätig war. Er stellte fest, dass die lokalen Journalisten zwar großartige Geschichten zu erzählen hatten, aber dabei nicht selten an der komplizierten Technik scheiterten. So entstand der Plan, ein Tool zu entwickeln, dessen Technik möglichst simpel gehalten ist und dessen Fokus auf dem Wort und nicht auf der Produktion liegt.
2008 gründete Dunkerley dann zusammen mit dem Software-Entwickler Preben Friis in Kopenhagen Hindenburg Systems. 2009 kam die erste Hindenburg-Version auf den Markt, die anfangs noch Hindenburg Journalist hieß. Aktuell ist heute „Hindenburg PRO Version 2“ – genauer: Version 2.05, Build 2732.
Der ungewöhnliche Name „Hindenburg“ bezieht sich auf die berühmte Hindenburg-Katastrophe von 1937, wo der Zeppelin LZ 129 „Hindenburg“ in Lakehurst (USA) bei der Landung abstürzte. Allerdings nicht auf den Absturz an sich, sondern auf die legendäre, hochemotionale Live-Berichterstattung des Reporters Herbert Morrison, die seitdem als einer der wichtigsten Momente der modernen Radio-Reportage und Wendepunkt der Rundfunkgeschichte gilt. Seine Reportage wurde mit Hilfe eines sperrigen „Presto Direct Disc Recorder“ auf vier Presto Green Seal-Schallplatten aufgenommen, die dann später in Chicago ausgestrahlt wurden. So ist der Name laut Dunkerley auch als „Hommage an alle Audio-Erzähler weltweit“ gedacht.
Die Versionen und Preise von Hindenburg PRO
Hindenburg PRO gibt es in drei Versionen, die sich aber lediglich in der Zahl der enthaltenen monatlichen Transkriptionsstunden und auf das Angebot aus der Soundly-FX-Bibliothek unterscheiden. In Bezug auf die Bearbeitungsfunktionen dagegen sind alle Versionen identisch.
Hindenburg PRO ist ausschließlich im Abo erhältlich: Hindenburg PRO Standard (ohne Transkription und mit dem Soundly-Basic-Paket) kostet monatlich 12,- Euro (bzw. 8,33 Euro im Jahresabo), Hindenburg PRO Plus (20 Transkriptionsstunden monatlich, Soundly Basic) gibt es für 15,- Euro im Monats- bzw. 12,50 Euro im Jahresabo, während das größte Paket, Hindenburg PRO Premium (50 Transkriptionsstunden monatlich, Soundly Premium) mit 30,- Euro bzw. 25,- Euro zu Buche schlägt. Für Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die mehrere Lizenzen benötigen, gibt es spezielle Tarife.
Außerdem gibt es Hindenburg PRO auch immer wieder mal im Bundle mit Drittanbieter-Hardware. Aktuell zum Beispiel bei Arturia, wo man beim Kauf eines Interfaces wie dem MiniFuse 2 (aktuell 138,- Euro) Hindenburg PRO für ein Jahr als kostenlose Zugabe inklusive einmalig 100 Transkriptionsstunden erhält. Das lohnt sich dann natürlich. Transkriptionsstunden können auch beliebig in Paketen zu 15 Stunden (7,50 Euro), 25 Stunden (12,50 Euro) oder 60 Stunden (25,- Euro) nachgekauft werden.
Wer Hindenburg PRO erst einmal testen möchte, kann das 30 Tage lang ohne Einschränkung (und mit 30 Stunden Transkription) machen.
Download, Installation und Benutzeroberfläche
Der Download von Hindenburg PRO erfolgt über die Hindenburg-Website und dauert tatsächlich nur wenige Sekunden, da die Datei nur knapp 4 MB groß (bzw. klein) ist. Ok, dann wird sicherlich einiges nachgeladen, kennt man ja, denkt sich erfahrene Tester. Aber nichts da, auch die installierte Datei überspringt nur knapp die 5 MB-Hürde. Lediglich das, ebenfalls überschaubar große, Transkriptionspaket wird später noch nachgeladen und installiert.
Entsprechend flott ist auch der Programmstart: Kein Scannen von Plug-ins, kein minutenlanges Hochfahren, kein überladener Projekt-Auswahlbildschirm – anklicken und eine Sekunde später ist man auch schon auf der sehr aufgeräumten, ja fast schon spartanischen Benutzeroberfläche (übrigens auch auf Deutsch), auf der kaum Farben das Auge vom Wesentlichen ablenken.
Der Hintergrund ist wahlweise schwarz oder weiß, die Schrift entsprechend weiß oder schwarz, dazu noch das Rot der Record-Buttons und das Blau der Track-Namen und der Wellenformen, damit ist die Farbpalette dann auch grundsätzlich erschöpft. Allerdings kann ich später die Wellenformen zur besseren Unterscheidung und Sortierung mit 18 unterschiedlichen Farbtönen versehen.
Zentral befindet sich die große Arbeitsfläche mit den Kanälen/Tracks mit ihren Wellenformen, rund herum angeordnet wie ein Bilderrahmen sind die Infos und Bedienelemente. Links neben dem jeweiligen Track befindet sich der dazugehörige Tracker-Header mit allen Steuerelementen. Mit dabei sind Lautstärkeregler, der bei Aufnahmen zum Input-Gain wird, Panning, Mute/Solo, Record-Aktivschaltung, Effektslot und Kanaleingang. All das wird flankiert von einer Kanal-Pegelanzeige „Da braucht man ja gar keinen Mixer mehr!“ – richtig, deswegen gibt es auch keinen.
Oben im „Bilderrahmen“ haben wir die üblichen Pulldown-Menüs, dazu die Symbole zum Anklicken für die wichtigsten Befehle für all die, die sich die vielfältigen Funktionen des Multitool-Mauszeigers oder die kilometerlange Shortcut-Liste nicht merken wollen, sowie die Leiste mit den Zeitangaben, in die ich auch Marker oder Kapitelangaben einfügen kann. Auf der rechten Seite befindet sich eine Leiste, die ich frei mit verschiedenen Inhalten befüllen kann, auf die ich im nächsten Abschnitt zu sprechen komme.
Unten schließlich die Transport-Buttons inklusive Vari-Speed-Wiedergabe. Damit kann ich meine Session mit bis zu dreifacher Geschwindigkeit abhören – praktisch, wenn ich noch eben schnell einen Beitrag durchhören will, ob alles drin ist, aber nicht mehr minutenlang Zeit habe. Die daneben untergebracht (Main-) Pegelanzeige kann ich branchenüblich umschalten. Zur Auswahl stehen „Digital QPPM“, „BBC PPM“, „Peak“, „VU“ und „EBU R128“. Letzteres ist seit 2012 der Standard in den deutschen Sendeanstalten.
Eine Zeitanzeige rundet das Angebot ab. Hier werden auch die Zeiten der Ein- und Ausgangsmarkierung und die Zeit dazwischen angezeigt, was recht praktisch ist.
Clipboards, Sounds und Favoriten
Kommen wir kurz zurück zu der frei befüllbaren Leiste auf der rechten Seite. Ein wichtiger Bestandteil sind die Clipboards, die in der deutschen Version vielleicht etwas irreführend „Gruppen“ heißen. Hier kann ich Clips aus meinem Projekt ablegen – entweder reinkopieren, importieren oder per Drag & Drop hinüberschieben. Die Zahl der Gruppen ist nicht begrenzt, zudem kann ich auch noch Untergruppen anlegen und alles mit eindeutigen Namen versehen.
Wer Beiträge oder Podcasts mit mehreren Personen in Arbeit hat, dazu jede Menge Trailer, Jingles und O-Töne, hat so die Möglichkeit, die Flut an Clips sortiert abzulegen und bei Bedarf auf das Bearbeitungsfenster zu ziehen, statt dort alles hin und herschieben zu müssen und dabei die Übersicht zu verlieren. Hier hilft dann auch die angesprochene Möglichkeit, Clips farbig zu markieren und bereits in ihrem Clipboard vorzuhören.
Während die Gruppen/Clipboards projektbezogen sind, kann ich in der Ablage „Favoriten“ projektübergreifend Inhalte ablegen und sie zusammen mit dem Template abspeichern, in dem z.B. auch die Spurzahl und technische Einstellungen, die immer wieder benötigt werden, abgelegt sind. So muss ich nicht – z.B. für eine wöchentliche Podcast-Reihe – Sachen wie Musikbett, Intro und Outro jedes Mal neu laden, sondern habe sie gleich parat.
Die Sounds sind ein weiteres kleines Fenster, das ich in die Seitenleiste heften kann. Darüber habe ich dann online Zugriff auf eine Auswahl von Effekten von Soundly. Der Umfang unterscheidet sich hier je nach gebuchtem Hindenburg-Paket. Wenn ich also mal eben eine Strandatmo brauche oder ein Hundegebell: Hier gibt es das Passende in stets mehreren Variationen über die Suchfunktion. Die allerdings Englisch nur spricht, aber das sollte keine Hürde sein.
Aufnahme, Effekte und Editing in Hindenburg PRO
Hindenburg PRO ist ein Multitracker, heißt, ich kann jedem Kanal ein anderes Mikrofon, Interface oder auch einen Loopback-Eingang zuweisen. Darüber lassen sich Gesprächspartner via Zoom oder Teams aufzeichnen oder ein Musikbett einspielen. Dann einfach alle Spuren, auf denen aufgenommen werden soll, scharfschalten, Record drücken (auch Punch-in-Aufnahmen sind möglich) und die Wellenformen erscheinen auf ihren Spuren.
Beende ich die Aufnahme (oder ziehe einen Clip ins Fenster), passiert etwas Ungewöhnliches: Die Pegelspitzen sämtlicher Aufnahmen bewegen sich wie von Geisterhand alle auf eine einheitliche Linie, so dass ganz automatisch sämtliche Aufnahmen gleich laut sind. Autolevel nennt Hindenburg dieses Feature, das mir zeitraubendes Anpassen in der Nachbearbeitung erspart.
Diese automatische Pegelanpassung basiert auf dem EBU-R128-Lautheitsstandard. Erkennt Hindenburg PRO Musik, wird diese ein wenig weiter abgesenkt als die Wortbeiträge. Und natürlich kann ich den Pegel anschließend in beiden Fällen auch noch von Hand ganz einfach und schnell mit der Maus anpassen.
Nun kennen wir ja das Problem des Übersprechens. Hat man mehrere Gesprächsteilnehmer an einem Tisch sitzen, jeder mit einem eigenen Mikro, so bleibt es nicht aus, dass deren Wortbeiträge auch – dann etwas leiser – in den Mikrofonen der anderen landen, was zu nervigen Halleffekten führen kann. Muss ich das sonst Spur für Spur und Clip für Clip per Hand korrigieren, kommt bei Hindenburg PRO das Feature Magic Levels zum Einsatz. Das analysiert auf Knopfdruck eine Aufnahme, stellt fest, wer gesprochen hat, um dann den Volumelevel auf den anderen Spuren deutlich abzusenken.
An einfachen Effekten sind ein 3-Band-Equalizer, ein Kompressor und eine Noise Reduction mit dabei, alle mit einer vereinfachten, kinderleichten Bedienung. Kompressor und Noise Reduction kommen sogar mit nur einem Regler aus, funktionieren aber trotzdem sehr ordentlich. Außerdem gibt es mit dem BBC-Meter und dem Loudness-Meter (einstellbar auf ITU +9, ITU +18, EBU +9 und EBU +18) zwei Messgeräte aus dem Broadcast-Bereich. Die kann ich entweder für jeden Kanal einzeln oder – für die Summe – im Master-Kanal aufrufen. Letzterer enthält keine Audiodaten, sondern ist allein dafür da, Summen-Effekte zu verwalten. Eigene VST-Plug-ins können ebenfalls eingesetzt werden.
Hat man einmal die perfekte Einstellung für seine Stimme (oder die von häufig anwesenden Mitstreitern) gefunden, kann ich ein Voice Profile anlegen. Dazu lasse ich einen Clip von Hindenburg PRO analysieren, bei Gefallen abspeichern und dieses Profil beim nächsten Mal auf den betreffenden Kanal anwenden. Auch das erspart einiges an Arbeit.
Die umfangreichen Editing-Funktionen sind ebenfalls eng an die Radiopraxis angelehnt. Dazu gehören Multitrack-Bearbeitungen, Region- und Reverse Cuts, Ripple-Edit, schnelle Überblende-Effekte und Fades mit dem Multitool-Mauszeiger, Replace, Einfügen, Löschen oder Verschieben von Clips, schnelles Ducking, Erstellen von Kapiteln (mit Titelbildern und URLs) und vieles mehr. Zum Glück gibt es zu fast jeder Aktion ein erklärendes Kurzvideo, ein Benutzerhandbuch ist in Vorbereitung. Es dauert aber schon ein wenig, bis man die wichtigsten Shortcuts und Arbeitsabläufe drauf hat.
Transkription und Datenschutz
Audioclips mit Wortbeiträgen können mit Hindenburg PRO aus dem Programm heraus in Textform transkribiert werden. Das geschieht offline, es werden also keine sensiblen Daten auf Server übertragen. Auch sonst werden keine Audiodaten oder Sessions übermittelt. Wie bei vielen anderen Programmen auch, muss man mit Hindenburg PRO nur in größeren Abständen einmal kurz online sein, um Lizenzstatus und die verbliebene Zahl an Transkriptionsstunden checken zu lassen.
Aber warum werden Transkriptionsstunden dann extra abgerechnet, wenn die doch auf dem eigenen Rechner erfolgen? Nun, bei den Spracherkennungsmodellen handelt es sich um eine lizenzpflichtige Technologie, die Hindenburg zugekauft hat. Daher fallen Lizenzgebühren für deren Nutzung an, weshalb auch die Transkriptionsstunden begrenzt sind.
Die Transkriptionen können in 99 Sprachen erfolgen und funktionierten im Test erstaunlich fehlerfrei und schnell. Es können einzelne Abschnitte, aber auch ganze Sessions oder Dateien transkribiert werden. Der Text erscheint dann sowohl über der Waveform, aber auch in einem gesonderten Textfenster. Markiere ich hier z.B. einen Halbsatz, tauchen die Markierungen auch in der Waveform auf. Lösche ich den Halbsatz im Text raus, wird auch der betreffende Teil aus der Wellenform gelöscht.
Das Manuskript lässt sich als Text (.txt), aber auch als Untertitel (.srt) sowie als .JSON, .VTT und im html-Format exportieren, und kann auch (auch teilweise) ins Clipboard kopiert werden. Das ist auch für YouTuber interessant, da in Hindenburg PRO auch die Tonspuren von Videos bearbeitet, aufgewertet, eventuell noch mit weiteren Tonspuren versehen und als Transkript/Untertitel ausgelesen werden können. Die Videos selbst werden dabei aber ohne weitere Editiermöglichkeiten nur angezeigt.
Transkribiert man mehrere Tracks mit mehreren Sprechern, sortiert Hindenburg PRO das und weist die Texte sehr übersichtlich den einzelnen Sprechern zu. Das funktioniert sogar, wenn alle Sprecher auf einer Spur in einem Clip versammelt sind. Hindenburg PRO kann auch dann die Sprecher unterscheiden und ihnen die richtigen Textstellen zuordnen. Wenn ich dann noch auf „Nach Sprechern teilen“ klicke, werden die Clips der verschiedenen Sprecher auf eigene Tracks geschoben und können so auch individuell weiter bearbeitet werden. Klasse.
Export und Publizieren
Die fertige Session kann in den Formaten WAV (optional im Broadcast Wave Format), mp3 (mit ID3 Tags), mp2, AAC (LC und HE), Aif, m4a, FLAC und OPUS exportiert werden, Videos zudem in mp4 und MOV. Vor dem Export kann ich die Samplerate, aber auch die Lautstärke angeben, mit der exportiert werden soll. Bei Letzterem habe ich die Wahl zwischen -14, -16, -18, -23 und -24 LUFS. -14 LUFS ist zum Beispiel gängig für YouTube-Videos, -16 LUFS bei Podcasts, -23 und -24 LUFS bei Radiostationen. Will ich eine Session nach Pro Tools oder Wavelab exportieren, lässt sich diese obendrein als AAF bzw. AES31 speichern (nicht exportieren).
In all diesen Fällen landet meine Arbeit auf meinem Rechner. Sie lässt sich aber über die Upload-Funktion auch direkt auf eine Plattform schicken. Zur Verfügung stehen hier Podcast-Plattformen wie Podigee, Buzzsprout, Podbean oder RSS.com, aber auch die Soundcloud ist mit dabei. Eigene Hoster lassen sich ebenfalls einbinden, auch kann ich meine Arbeit an FTP-Server schicken – etwa für einen Upload zu einem Radiosender. Die Möglichkeiten sind da fast grenzenlos und sehr praxisorientiert. Ebenfalls praktisch für Radiojournalisten: Das Programm erstellt mir automatisch eine exportfähige Liste der verwendeten Musiktitel, die im Sendebetrieb wegen der Abrechnung mit der GEMA Pflicht ist.
Alternativen zu Hindenburg PRO
Ebenfalls in Richtung Podcast-Unterstützung gehen Steinberg WaveLab Cast 2 (70,- Euro) und die DAW Reaper mit der Erweiterung Ultraschall (Reaper 60,- Euro, Ultraschall kostenlos). Beide sind preislich deutlich günstiger und besitzen auch einige Podcast-spezifische Features. Ultraschall kommt z.B. mit einem Storyboard, Ducking, Ripple-Edit, Normalisierung der Lautheit auf -18 LUFS, n-1 Schaltung, StudioLink-Integration oder einer variablen Abspielgeschwindigkeit.
Wavelab Cast 2 – eine abgespeckte Version von Wavelab Pro – setzt auf Klangveredlung, hat Uploads zu fünf gängigen Podcast-Hostern und einfache Podcast-Setups im Angebot und bietet sich mit der Bearbeitung von Tonspuren aus Videos auch für YouTuber an. Hindenburg PRO ist aber mit all seinen speziellen Wort- und Radio-Features sehr viel näher an der Praxis, ist deutlich schlanker und besser bedienbar (vor allem Reaper benötigt viel Einarbeitungszeit) und hat mit dem Transkriptionsangebot ein Standalone-As im Ärmel.
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Diese automatisch generierten Texte sind der Horror wenn man das wirklich lesen muss. 🤭
@plumperquatsch Du meinst die von Hindenburg transkribierten Texte? Die waren im Test eigentlich fast fehlerfrei und wirklich nicht schwer zu lesen.
@m.steinwachs Wenn man die Texte vor der VÖ noch einmal kontrolliert, ist das ja ok. Allerdings muss ich auch sagen, dass die Mehrzahl der in Videos eingeblendeten Transkriptionen dermaßen schlecht ist, dass ich mir oft wünschen würde, der Ersteller hätte darauf verzichtet. Dem ist es aber egal, weil er das nur tut, um dem TikTok Algorithmus Futter zu geben, weil irgendwer gesagt hat, dass er von irgendwem gehört hat, wie derjenige irgendwem erzählt hat, dass man das machen muss, wenn das Video viral gehen soll.
Und so hat jetzt jeder automatisch generierte Texte mit vielen Fehlern (aber Highlighting), die einfach nur nerven.
Wenn ich das richtig verstehe, kann man bei Hindenburg PRO diese aber editieren, oder?
@Markus Galla Ja,,die in Echtzeit übersetzten Videos von YouTube sind meist eher nur Anhaltspunkte einer Übersetzung.
Aber die Transkriptionen hier in Hindenburg sind erstaunlich gut, hätte ich auch nicht gedacht. Bis auf einige Eigennamen – oder Passagen, wo die Sprecher durcheinander oder undeutlich geredet haben – waren da kaum Fehler drin.
Und ja, man kann die auch nachträglich noch editieren.
Danke für den Test.
Ich finde es cool dass es Konkurrenz für die Platzhirsche David Systems Digas gibt.
Kannst du noch was zu den Exportfunktion und Importfunktionen sagen?
Lassensich mehrere Ziel Ordner anlegen?
Da der Broadcast, Journalismus sowohl vom DAW Teil des Produktes als auch vom MAM /PAM Content Verwaltung lebt.
@Kutscher Du kannst deine kompletten Sessions, aber auch einzelne Kapitel, in den Formaten WAV, mp3, mp2, AAC, AIF, AAF/AES31, FLAC und OPUS oder im Hindenburg-Format exportieren. Das sind auch die Formate für den Import. Das Manuskript lässt sich als Text (.txt), aber auch als Untertitel (.srt) sowie als .JSON, .VTT und im html-Format exportieren. Die Zielordner kannst Du bei jeder Aktion neu festlegen.
„nur im Abo erhältlich“ -> was passiert denn, wenn man auf „PERPETUAL“ drückt (Screenshot oben)?
Edit: Habe mal nachgeschaut.
Hindenburg PRO
Version 2, Perpetual
Thank you for considering purchasing Hindenburg PRO, Perpetual. If you are unfamiliar with the term ‚perpetual,‘ it means that you buy it once and there are no recurring costs.
Transcription
We are unable to offer transcription services with the perpetual version, as this feature requires a monthly subscription. You are always welcome to purchase subscription packages, which can be acquired through your account.
30-Hour Transcription for Starters
Once you have purchased Hindenburg PRO, Perpetual, you will have 30 hours of transcription available in your account. Please bear in mind that this will automatically expire after the first month. So, to be clear: you get 30 hours of transcription for the first month.“
@MatthiasH Danke für den Hinweis, das werde ich noch ergänzen (sobald der Redakteur aus dem Osterurlaub zurück ist) – das „perpetual“ ist mir da gar nicht aufgefallen. Es gibt tatsächlich wohl auch die Möglichkeit, Hindenburg PRO für einmalig 400 Euro (aktuell) zu erwerben, plus 30 Transkriptionsstunden für den ersten Monat.
Das ist aber eher weniger lohnenswert, sofern man auch transkribieren möchte: 25 Stunden Transkription kosten 12,50 €. Da kämen zu den 400 € noch einmal 150 € im Jahr. Die Plus-Version mit 20 Stunden monatlich gibt es für 15 € – also 180 € jährlich, also nur 30 € mehr. Heißt: Erst nach 14 Jahren wäre man mit der Perpetual-Lizenz dann besser dran. (wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe).
Perpetual lohnt sich also nur, wenn man keine Transkripte benötigt. Was aber vermutlich auf die wenigsten zutreffen dürfte, nehme ich an.
Ein installiertes und funktionsfähiges Programm – in diesem Fall sogar eine optisch ansprechende und viele Funktionen bietende DAW – mit 5 MB ist sehr erstaunlich. Wie haben die das nur gemacht??
@Langsuan Das habe ich mich auch gefragt. Ich habe meinen PC komplett scannen lassen, aber tatsächlich nicht mehr gefunden als diese paar MB. Sofern Hindenburg da nicht noch unter anderem Namen irgendwo in den Tiefen der Platte was versteckt hat, ist es tatsächlich nicht mehr. Dafür spricht auch, dass das Programm auch innerhalb einer Sekunde präsent ist.
@m.steinwachs Vielen Dank für die Antwort und für den Test – für diese Anwendung sieht es nach einem sehr interessanten Tool aus. Vor allem die Nischen finde ich bei Euch immer spannend – was es alles gibt ; )
Die Hindenburg Berichterstattung kenne ich ganz gut, hatte sofort eine Assoziation dazu, obwohl es ein schreckliches Unglück war und das Ende der zivilen Luftschifffahrt bedeutet hat. Ich persönlich hätte meine Software aus Marketingsicht nicht so benannt, aber gut 😅
Muss zur Nutzung Internet aktiv sein? Aber eigentlich bekommt man mit 5 MB nichtmal eine iFrame-artige Umgebung installiert – ein Mysterium.
Ich habe Freunden, die in dem Bereich unterwegs sind, Deinen Test weitergeleitet und sie schauen sich die Lösung interessiert an – danke!
@Langsuan Man muss – wie bei vielen anderen DAWs auch – in bestimmten Zeiträumen einmal online gewesen sein. Vermutlich um den Lizenzstatus zu überprüfen. Alle 30 Tage, wenn ich mich recht erinnere. Ansonsten kannst Du das offline nutzen.
Und wegen des Speicherbedarfs werde ich bei Hindenburg noch mal nachfragen, ob sich da noch irgendwas außerhalb des Hauptordners versteckt.
@m.steinwachs Nachtrag: Ich habe nachgefragt. Ja, um die 5 MB für die PC-Version, 5-10 MB auf dem Mac. Lediglich das optionale, von Hindenburg zugekaufte Transkriptionsmodell, das ja bei Bedarf nachgeladen wird, hat dann 1,5 GB. Aber die Software selbst ist tatsächlich so schlank.
@m.steinwachs Danke für die Nachfrage ; )
öLangsuan „Ich persönlich hätte meine Software aus Marketingsicht nicht so benannt, aber gut“ –
Es gibt einen ziemlich guten Grund dafür:
https://hindenburg.com/blog/why-hindenburg/
:-)