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Test: Hitman Mako HD-17, E-Drums

15. November 2019

Einsteiger Kit für Trommler

Mit Hitman Electronic Drum Series gibt es seit Kurzem einen weiteren Anbieter im Segment der Einsteiger E-Drums. Uns stand das Hitman Mako HD-17 Kit zum Test zur Verfügung, ein preisgünstiges Set, das aus einem 5-teiligen Drumkit samt Rack und Soundmodul besteht.

Auspacken und Aufbauen des Hitman Mako Kits HD-17

Das Hitman Mako HD-17 Kit kommt in einer eher ungewöhnlichen Kartongröße ins Haus: mehr breit als hoch. Der flache Quader enthält alle Komponenten und weist sogar noch leere Kartonagen für optionale Dinge wie etwa einen Drum-Hocker auf. Zur Bestätigung des Lieferumfangs sind diese entsprechend als leer gekennzeichnet. Die Verpackung ist effizient, leicht und schützt ausreichend beim Transport – das sieht alles gut aus.

Beim Öffnen kommt bereits das Grund-Rack samt Klammern im zusammengebauten Zustand zum Vorschein. Die Seitenarme sind nach innen geklappt und die aufeinander liegenden Parts sind mit einer Kunststoffummantelung vor Beschädigungen geschützt. Nur noch die Beckenhalter sind zu montieren, dann ist das Rack bereits fertig! Alle Innenkartons sind beschriftet und clever zu einander positioniert. Das Rack, die Klammern und Beckenarme sind vollständig in Schwarz designt. Die Fixierungen offenbaren sowohl Vierkantschrauben als auch Handgriffe zum Kontern – während des Tests ist hier nichts verrutscht. Die Höheneinstellungen sind wie bei den meisten Starter-Sets nur begrenzt für erwachsene Körpermaße geeignet.

hitman mako hd 17

Auffällig ist die Ausführung bei den Beckenarmen. Zum einen sind diese als schmale vierkantige Metallstangen ausgelegt – trotz dieser Bauart machen sie einen stabilen Eindruck. Zum anderen weisen zwei der 3 Beckenarme einen leichten Knick auf. Mittels des Knicks werden das Ride- und Crash-Cymbal leicht nach vorne geneigt und können in der Höhe und zur Seite gedreht werden. Weitere Möglichkeiten zur Anpassung gibt es hier jedoch nicht.

Hitman Mako Beckenhalter

Das hält sich auch bei den anderen Einzelteilen in Grenzen. So weisen etwa die Tom-Pads fest integrierte gerade Halterungen auf. Die Schlagflächen der 8“ Tom-Pads sind gummiert, wenngleich sich diese recht weich anfühlen – Respekt! Und die Verarbeitung macht auch einen guten Eindruck. Die kompakte und leichte Ausführung wäre auch durchaus eine gute Variante als zusätzliches Trigger-Pad in einem akustischen Drum-Set. Ich vermute jedoch, dass dies nicht einzeln angeboten wird, schade.

Hitman Mako Tom Pad Schlagfläche

 

Hitman Mako Tom Pad Rückseite

Die Becken-Pads sind standardisiert ausgelegt, auch wenn die Kartonagen verschiedene Beschriftungen führen (wie Crash, Ride und HiHat). Alle Pads haben 10“ und eine etwa 40 % zusätzliche Kunststoffschicht als Schlagfläche.

Hitman Mako Cymbal Pads

Sie sind als Mono-Pads ausgelegt und haben eine recht starre Oberfläche. Das ist bei der HiHat nicht weiter tragisch, an ein Mitschwingen beim Crash oder Ride ist hingegen nicht zu denken. Leider gibt es beim Ride auch keinen zweiten Sound. Unschön ist die Verarbeitung der Mittenaufnahme ausgefallen, wenngleich dies keine Auswirkung auf die Funktion hat.

Hitman Mako Cymbal-Pad Mittendorn

Das 8“ Snare-Pad ist sogar mit einem Mesh-Head ausgestattet und fällt demnach insgesamt schwerer und wertiger als die Tom-Pads aus. Beim Betrachten fällt ein leichter Schatten in der Mitte des Pads auf, der sich beim näheren Betrachten als Endpunkt des Trigger-Kegels entpuppt. Hoffentlich lassen sich die Youngsters davon nicht verleiten, immer mittig auf die Snare zu schlagen – das wäre wohl der Lebensdauer des Triggers nicht wirklich zuträglich. Das Pad wird mit einem typischen L-Rod gehalten und auch hier wackelte binnen des Tests nichts.

Hitman Mako Snare Mesh-Pad

Das Kick-Pad macht einen stabilen Eindruck, auch wenn auf der Unterseite zwei Fixierschräubchen eine scharfkantige Oberfläche aufweisen. Somit ist hier etwas Vorsicht geboten.

Die Fußmaschine und das HiHat-Pedal kommen mit dem Hitman Logo daher und reagieren tadellos im Spiel. Der Schlegel der Fußmaschine verfügt über eine Hartgummi- und eine Filzbeschichtung auf der Rückseite. Nutzt man die Filzseite stellt sich sofort eine weiße Markierung auf dem Kick-Pad dar. Somit ist fraglich wie schnell sich diese durch das Spielen abnutzt. Der 90°-Aufschlagwinkel ist nur durch zusätzliches Einschieben der Pedalklemme über den Wulst des Kick-Pads möglich. Fixiert man es am ersten Anschlag vor dem Wulst, sind es 120° und damit schlecht nutzbar. Die Klettunterseiten sind hilfreich und haften gut am Teppich.

Hitman Mako Kick-Pad mit Fußmaschine

Hitman Mako HH-Pedal

Das Soundmodul des Mako HD-17 wird mittig auf der Querstange des Racks platziert. Dies schränkt aber leider die Positionierung der beiden Tom-Pads daneben etwas ein. Leider ist auch keine andere Position am Rack möglich, da der Kabelbaum auf diese Position ausgelegt wurde.

hitman mako hd 17

Alle Kabel sind beschriftet und für die dauerhafte Fixierung liegen Klettbänder bei. Als Zubehör finden sich noch ein paar Sticks, ein USB-Anschlusskabel, ein Vierkantschlüssel und ein kleiner Sechskantschlüssel.

Layout und Aufbau des Hitman HD-17 Drum-Moduls

Schlicht in Schwarz mit blauweiß leuchtendem Display und großen gummierten Tasten ist das Soundmodul des Hitman Mako HD-17 Kits ausgeführt. Alles lässt sich gut bedienen und rückseitig alle Komponenten anschließen (das externe Netzteil, 2 Stereo-Ausgangsbuchsen, eine USB-Buchse als PC-MIDI-Schnittstelle, eine serielle Anschlussbuchse für den Kabelbaum sowie Aux-Eingang und Kopfhörer, beide als 3,5 Stereo-Miniklinke ausgelegt). Die Tasten sind eindeutig zu verstehen. Benachbarte Tasten haben mitunter durch gleichzeitiges Drücken eine weitere Funktion. Auch ohne Anleitung kommt man schnell mit der Auswahl der Kits und den Einstellungen zurecht.

Hitman Mako Soundmodul Rückansicht

Apropos Anleitung – dem Test liegt eine knapp 50-seitige Bedienungsanleitung in Deutsch und Englisch bei und erklärt alle Funktionen kurz, knapp und verständlich. Positiv zu erwähnen ist auch der Anhang mit der Auflistung der Kits und Soundfiles. Leider ist dies heutzutage kein Standard mehr, genauso wenig wie die gedruckte Anleitung selbst.

Das Modul weist gängige Funktionen auf. So stehen 30 Songs zum Mitspielen zur Auswahl, hierbei kann die Schlagzeugspur und die Spur mit den Begleitinstrumenten in ihrer Lautstärke verändert oder auch stummgeschaltet werden.

Die Editierfunktionen sind übersichtlich. So können neben den 40 voreingestellten Kits zehn weitere als User-Kits gespeichert werden. Die Lautstärke der einzelnen Pads ist einstellbar, ebenso die Effekte Reverb und Chorus. Die Trigger sind hinsichtlich der Empfindlichkeit in 8 Stufen einstellbar, der Schwellwert kann in 50 Stufen festgelegt werden. Die Anschlagsdynamik kann aus 4 Velocity-Kurven ausgewählt und der Crosstalk-Wert in 80 Abstufungen vorgenommen werden.

hitman mako hd 17

Drum-Kits können von einem Speicherplatz auf einen anderen kopiert werden, die Effekte komplett für alle Kits abgeschaltet und der Ruhemodus auf Wunsch nach 30 Minuten aktiv werden. Ein Metronom mit 8 verschiedenen Taktarten und Lautstärkeanpassung darf natürlich ebenso wenig fehlen. Das Tempo ist von 20 bis 240 bpm einstellbar. Durch 4 rhythmische Schläge auf ein Pad kann das Tempo „getappt“, also eingetrommelt werden.

Die Aufnahme- und Wiedergabefunktion macht ein individuelles Spiel zu den Lieblingssongs möglich.

Mako HD-17 – Let’s hit the Hitman!

Beim ersten Spielen reagieren die Pads vernünftig. Allein der Crash-Sound ist für ein homogeneres Klangbild doch zu laut eingestellt. Schlage ich das HiHat-Becken an und trete und löse ich das Pedal, so gibt es ordentliche Sound-Reproduktionen. Allein bei schneller Spielfolge auf dem Becken werden die Sounds schnell abgeschnitten. Dies ergibt unschöne kurze Beckenklänge.

Beim Durchklicken der Kits fallen recht viele elektronische bzw. künstlich klingende Sounds auf. Die Bezeichnungen 8-oh und 9-oh verbergen hingegen bekannte Klangbilder. Auch wenn die Vielzahl an Sounds imponiert, darf man nicht vergessen, dass etwa bei den Toms diese immer in 3er-Gruppen als High-, Mid- und Low-Variante vorliegen – denn eine Einstellung der Tonhöhen gibt es nicht. Es gibt obendrein ein paar nette Percussion-Sounds wie Agogo, Conga, Triangle, Timbale, Tambourine, Shaker, Woodblock und Cowbells. Jedoch werden auch eine Menge Rimshot-Varianten der Tom-Sounds darunter geführt.

hitman mako hd 17

Fazit

Das Spielen auf dem Hitman Mako HD-17 Kit geht durchaus in Ordnung – Toms und Pedale reagieren vernünftig und die Hardware ist stabil. Allein die Abstimmung der HiHat-Klänge beim Anschlagen des HiHat-Beckens sollte noch optimiert werden.

Die Vielzahl der Sounds mag sicher ein Marketing-Argument sein – die Auswahl ist hierbei allerdings sehr elektrolastig. Das mag dem Junior fürs Erste sicher Spaß bereiten, realistische Klänge sind hier doch für eine längere Freude sinnvoller. Dann gerne auch weniger an der Zahl. Wenn man in Betracht zieht, dass das Mako Kit ein Einsteiger E-Drum-Set ist und bereits für knapp drei große Hunderter zu erstehen ist, kann es dem Junior oder dem Hobby-Trommler durchaus gute Laune bereiten.

Plus

  • stabiles und bereits zusammengebautes Rack
  • Gummipads und Pedale mit verlässlichem Triggerverhalten
  • Mesh Snare-Pad

Minus

  • Ride-Becken nur als Mono-Pad
  • Position des Soundmoduls ist festgelegt
  • überwiegend künstlich klingende Sounds

Preis

  • 285,- Euro
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