Test: HK-Audio Elements EA600, E435 Top, E1110 SUB, Beschallungs-Anlage

16. Januar 2020

Elementare Power

Seit einigen Jahren ist die von vielen Musikern bestaunte „Elements-Beschallungs-Anlage“ von HK Audio nun im Handel. Der Hersteller umschreibt sein Produkt wie folgt:

„HK Audio ELEMENTS verbindet weltweit als erste Beschallung moderne Line-Array-Technik mit der einfachen Handhabung ultrakompakter PA-Systeme. Anspruchsvolle Musiker, Verleiher, DJs, Installateure wie auch Präsentatoren bei Firmenveranstaltungen schätzen die Eleganz und dezente Optik.“

Zeit also, sie einmal einem ganz besonderen Test zu unterziehen. Dazu habe ich eine Band ins Studio geholt, die bei ihren Auftritten selbst eine Anlage von HK-Audio verwenden und somit die Möglichkeit besteht, nicht nur die Einschätzung des Autors, sondern auch deren Meinung zu dem Klassiker der saarländischen PA-Schmiede einzuholen.

HK-Audio Elements: Volle Palette voller Power

Als mich der Produktmanager von HK-Audio fragte, welche Größe ich denn gerne zum Test hätte, war ich ganz bescheiden: Die Größte bitte! Denn ich wollte die „Elements“ unbedingt in allen Variationen zusammenstecken und mit der Band dann in der dicksten Ausführung austesten. So bekam ich dann also eine niegel-nagel-neue „Elements“ vor das Studio gestellt: 8 Subwoofer, 8 Top-Teile, 2 Verstärkermodule und alle Stangen und Ständer. Das sind dann halt die Freuden eines Testers.

Regelmäßige Leser meiner Testberichte wissen vielleicht, dass mein Studio im 1. Stock residiert und somit erst mal zünftiges Schleppen angesagt ist. Aufgrund des geringen Gewichts der einzelnen Teile war das diesmal allerdings problemlos ohne fremde Hilfe zu schaffen.

Was sind die einzelnen Audio-Elements?

Wer die HK AUDIO Elements noch nicht kennt, hier eine kurze Erklärung. Die „Elements“ ist eine Baukastenanlage, bei der jedes einzelne Element mit jedem anderen in fast beliebiger Zusammenstellung betrieben werden kann. Somit besteht die Möglichkeit, zu Anfang eine kleinere Anlage zu kaufen und bei größer werdenden Aufträgen und somit meist auch wachsender Saalgröße weitere Lautsprecher dazuzunehmen. Im Prinzip funktioniert das ähnlich wie Lego, und es sind erstaunliche Aufbauvarianten möglich. Durch das „E-Connect“ genannte Verbindungssystem werden die Topteile und das Ampmodul sowie die Distanzstange untereinander ohne Kabel miteinander verbunden, was den Aufbau extrem vereinfacht.

Das Verstärkermodul HK Audio EA600

Mit diesem Verstärkermodul kann man die kleinste Einheit des Systems aufbauen, indem man das Modul auf dem Sockel befestigt und mit Hilfe der Distanzstange ein Topteil darauf aufbaut. An dem Verstärkermodul selbst befindet sich eine XLR-Klinke-Combobuchse für den Signaleingang, ein „Through“-Ausgang zum Durchschleifen an weitere Verstärker, ein Schalter zum Wechseln der Eingangsempfindlichkeit zwischen -10 und +4 dB sowie einem Wahlschalter zum Anpassen der aufgesetzten Topteile.

Mit diesem lässt sich das Ampmodul den angeschlossenen Lautsprechern anpassen, die da wären: eins, zwei, drei oder vier Topteile ODER einen passiven Subwoofer plus bis zu zwei Topteile ODER auch nur zwei passive Subwoofer. Zum Betreiben des/der passiven Subwoofer existiert ein zusätzlicher Ausgang in Form einer Speakon-Buchse. Die Ausgangsleistung dieses nur 2,75 kg „schweren“ Weltergewichts beträgt satte 600 Watt an 4 Ohm.

HK Audio E435 Mid/High-Unit (Topteil)

Dieser Linienstrahler besteht aus 4 untereinander angeordneten Lautsprechern, die eine absolute Eigenentwicklung sind und von dem renommierten Lautsprecher-Hersteller Celestion exklusiv für die „Elements“ hergestellt  wird. Das Topteil kann entweder direkt auf das Verstärkermodul aufgesetzt oder aber über eine Distanzstange auf Höhe gebracht werden. Die nötigen Audioverbindungen ergeben sich automatisch beim Aufstecken. Das Gewicht beträgt lediglich 2,35 kg.

HK Audio E 110 Sub A (Aktiver Subwoofer)

Der aktive Subwoofer hat prinzipiell die gleichen Anschlüsse wie das Ampmodul, bietet aber logischerweise nur eine Anpassung für entweder ein oder zwei Topteile, da dies hier das Maximum darstellt. Eingebaut ist ein 10 Zoll-Basslautsprecher sowie die 600 Watt starke Endstufe.

Über das „E-Connect“-System können sowohl Distanzstange als auch das Topteil direkt auf dem Subwoofer befestigt werden. Interessanterweise befindet sich der Anschluss an zwei Seiten, so kann der Sub sowohl senkrecht als auch flach liegend betrieben werden. Das Gewicht beträgt nur 19 kg und ist somit selbst für eine Person kein Problem.

HK-Audo E 110 Sub (Passiver Subwoofer)

Dieser hat ein geändertes Anschlussfeld zum aktiven Bruder, wir finden hier lediglich zwei Speakon-Buchsen und nur einen E-Connect-Anschluss auf der schmalen Oberseite, ansonsten ist es die identische Optik. Der passive „Brüllwürfel“ ist noch leichter als sein aktiver Zwilling, denn er bringt es auf lediglich 16,5 kg.

Ausbaustufen der HK Audio Elements PA-Anlage

Ich habe im Laufe des Tests verschiedene Varianten aufgebaut, die mir sinnvoll erschienen sind oder mich einfach interessiert haben. Den resultierenden Klangeindruck versuche ich bei jeder Ausbaustufe zu beschreiben. Die angegebenen Preise sind die derzeitig gängigen Ungefähr-Straßenpreise. Für Genaues fragt ihr dann euren Händler.

1 Topteil (mono)

Das ist die kleinste Ausbaustufe: 1 Ampmodul treibt ein Topteil an. Geeignet für kleine Sprachbeschallung und Akustikgitarre/Gesang-Gigs in kleinen Bars. Kostenpunkt ca. 1000 Euro.

1 Topteil mit aktivem Sub (mono)

Hier treibt statt des Ampmoduls der aktive Subwoofer das Topteil an. In dieser Kombination ist kein Standfuß nötig, die Distanzstange wird direkt auf den Subwoofer gesteckt. Klingt bei Musik sofort viel amtlicher, beim Bar-Gig kann nun ruhig auch ein Kontra- oder E-Bass mitspielen. Kostenpunkt ca. 1220 Euro.

4 Topteile bzw. 2 + 2 Topteile (mono)

Das ist die höchste Ausbaustufe für ein einzelnes Ampmodul ohne passiven Subwoofer: Entweder 4 Tops übereinander oder zwecks größerer Breitenstreuung 2 links und zwei rechts. Kostenpunkt für die 4er-Säule ca. 1800 und für die 2 + 2-Kombi 2100 Euro.

2 Topteile bzw. 1 + 1 Topteile mit passivem Sub (mono)

Auch diese Kombinationen sind mit nur einem Ampmodul realisierbar. Das zweite Topteil auf separatem Ständer sorgt bei Bedarf für eine bessere Breitenstreuung. Kostenpunkt ca. 1850 bzw. 2100 Euro.

1 + 1 Topteile bzw. 2 + 2 Topteile (stereo)

Das ist die kleinste Stereo-Ausbaustufe: Jeweils ein Ampmodul auf jeder Seite treibt ein Topteil an. Gut für stereophone Hintergrundmusik oder kleinere Akustik-Gigs. Kostenpunkt ca. 2000 Euro. Verdoppelt man die Tops, wird der Sound schon hörbar kräftiger und strahlt weiter nach hinten, dies kostet dann ca. 2600 Euro. Ein nennenswerter Bassbereich ergibt sich aber noch nicht.

1 + 1 Topteile mit 2 passiven Subwoofern (stereo)

Ein Ampmodul pro Seite versorgt jeweils einen passiven Sub sowie ein Topteil. Damit lässt sich in kleinerem Rahmen schon ein fetzig singender Alleinunterhalter mit seinem Keyboard vernünftig beschallen, auch akustische Duos und Trios setzen sich damit bis ca. 50 Personen gut in Szene. Der Bass ist in dieser Kombination sehr ordentlich wahrnehmbar, mir war er fast zuviel. Kostenpunkt ca. 3100 Euro.

3 + 3 Topteile bzw. 4 + 4 Topteile (stereo)

Für diese Kombination wird auf jeder Seite ein Ampmodul verwendet. Diese Kombination bietet bei 3 Tops pro Seite eine hohe Lautstärke und gutes Durchsetzungsvermögen im mittleren und hohen Frequenzbereich, und mit jeweils 4 Topteilen lassen sich selbst die Bassfrequenzen zumindest nun erahnen. Die 3 + 3-Version ist für Akustikbesetzungen ohne Schlagzeug eine denkbare Ausbaustufe, mit 4 + 4 Tops werden die Anschlaggeräusche eines E- oder Akustik-Basses bereits zufriedenstellend abgebildet, das „unten drunter“ ist aber nicht vorhanden.  Kostenpunkt ca. 3200 bzw. 3800 Euro.

3 + 3 Topteile mit 2 aktiven und 2 passiven Subwoofern (stereo)

Diese Kombination ist definitiv mein persönlicher Liebling, auch einige meiner Musikfreunde empfanden bei einem Vergleichshören der verschiedenen Kombinationen diese Ausbaustufe als absoluten Hammer. Pro Seite versorgt ein Ampmodul die 3 Topteile, jeweils ein aktiver Sub befeuert einen passiven. Hiermit kann so gut wie alles von 50 bis 350 Leuten beschallt werden, nur die harten Jungs der Schwermetall-Fraktion sowie ausgesprochene Power-DJs werden Sehnsucht nach noch mehr haben. Durch das Aufmontieren der Tops auf die Subwoofer ist ein bombensicherer Stand gewährleistet, und der benötigte Platz auf der Bühne ist äußerst gering. Gesamtpreis dieses Kompakt-Traumes ca. 5500 Euro.

2 + 2 Topteile mit 4 aktiven und 2 passiven Subwoofern (stereo)

Zu sehen ist hier nur eine Seite des aufgestellten Stereosystems, damit man die Teile auch mal aus der Nähe betrachten kann. Jeweils ein aktiver Subwoofer pro Seite treibt zwei Tops an, ein weiterer einen passiven. Diese Kombination hat einen deutlich erhöhten Bass im Gesamtklangbild und dürfte für Leute, die bevorzugt die tieferen Frequenzen hören wollen, eine interessante Alternative sein. Gesamtpreis ca. 5650 Euro.

4 + 4 Topteile mit 2 aktiven Subwoofern (stereo)

Wer in größeren bis großen Räumlichkeiten beschallen will, aber definitiv einen eher dezenten Bass bevorzugt, sollte sich diese Kombination überlegen. Jeweils ein Ampmodul pro Seite treibt vier Tops an, und diese Säulen stehen jeweils in einem aktiven Subwoofer. Gesamtpreis ca. 5000 Euro.

4 + 4 Topteile mit 4 aktiven und 4 passiven Subwoofern (stereo)

Dies ist die maximale Größe, die auch die Bandmitglieder hier im Studio getestet haben. 2 Ampmodule treiben insgesamt 8 Topteile an und 4 aktive Subwoofer befeuern vier passive. Ein wirklich gigantischer Sound für auch große Veranstaltungen bis 500/600 Personen. Wer diese Ausbaustufe hat, besitzt quasi die eierlegende Wollmilchsau, da er jede passende Zwischengröße für die jeweilige Veranstaltung auswählen kann. Gesamtpreis ca. 9300 Euro.

Wie und mit wem wurde getestet?

Als „Testkaninchen“ hatte ich im Vorfeld eine Band gesucht, die außergewöhnlich gut aufeinander eingespielt ist und reichlich Bühnenerfahrung hat. Ich habe mich dann für „Pete Louis & die scharfen Karpfen“ entschieden, da sie eine große musikalische Bandbreite haben und seit sehr vielen Jahren erfolgreich auf der Bühne stehen. Im Gegenzug bekam die Band von mir drei professionell aufgenommene und gemischte Titel ihrer Wahl zu einem sehr günstigen Preis.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Für die Tests hier bei Amazona.de suche ich stets gute Bands, Duos Trios, Einzelmusiker etc., die mir als „Testmusiker“ zur Verfügung stehen. Im Gegenzug biete ich eine professionelle Tonaufnahme/Mischung mit allen Schikanen zu einem außergewöhnlich günstigen Kurs. Bitte kontaktiert mich bei Interesse.

Die „Elements“ wurde also in ihrer größten Ausbaustufe in meinem Studioraum aufgebaut, und nachdem die Aufnahmen der Band „im Kasten“ war, wurde der Rough-Mix dieser Aufnahme auf die Anlage eingespielt. Diese Vorgehensweise würde in etwa einem Live-Mix für die PA entsprechen, da hier noch nichts summenkomprimiert oder sonst wie studiotechnisch nachbearbeitet ist.

Die Band: „Pete Louis & die scharfen Karpfen“

Die Truppe verstand ihr musikalisches Handwerk bestens, und wir hatten eine Mordsgaudi während der Aufnahmen. Ich möchte sie euch kurz vorstellen und mich an dieser Stelle auch nochmals bei der Band für die hervorragende Zusammenarbeit bedanken. So macht testen Spaß!

(Auf den Bildern sind zu sehen: Bandleader, Gitarrist u. Lead-Sänger Pete Louis, Ulli Hegele: Saxophon u. Backing-Vocals, Alfred Boser: Bass u. Backing-Vocals, Peter Klostermair: Piano u. Backing-Vocals, Wolfgang Walter: Drums u. Backing Vocals und Bella Louis: Lead- und Backing-Vocals)

 

Interessant ist, dass die „Karpfen“ auch eine Anlage von HK-Audio ihr Eigen nennen und natürlich sehr gespannt waren, wie sich denn nun die „Elements“ gegenüber ihrer nicht eben schmächtigen, eigenen Stage-Anlage schlägt.

Auch interessant, dass ihre hier im Studio aufgenommene Eigenkomposition „Boogie Friends Boogie“ im Rahmen eines Wettbewerbs bereits auf dem Radiosender Bayern 1 gespielt wurde. Der Link zur Seite des Senders mit diesem Titel findet ihr auf der Website der Band.

Wie klang die „Elements“ im Studio?

Wir haben das die Tage zuvor eingespielte Material auf die Anlage geführt und dann in verschiedenen Lautstärken angehört. Dazu haben wir keinerlei EQ-Korrektur der Stereosumme vorgenommen, um den tatsächlichen Klangcharakter der Anlage festzustellen. In einem Studioraum ist dies aufgrund des relativ ausgewogenen Frequenzspektrums auch problemlos möglich, live kommt man in problematischen Räumen so einfach leider nicht davon.

Die „Elements“ besitzt in dieser höchsten Ausbaustufe bereits bei dezenter Zimmerlautstärke eine angenehme Kraft, die sich zu einer regelrechten Klang- und Kraftorgie bei höheren und hohen Lautstärken entwickelt. Interessant ist, dass die Anlage bei allen Lautstärken sehr transparent wiedergibt und niemals „plärrt“ oder „schreit“. Sie erinnert stets eher an ein gigantisches Studiomonitor-System denn eine herkömmliche PA. Dabei vertuscht sie nichts oder verschluckt wichtige Frequenzbereiche und klingt stets nobel.

Wörtlich beschrieb Bandleader Peter Mayr den Klang der aufgebauten Anlage folgendermaßen:

  • die Bässe kommen über die Subwoofer kurz und knackig
  • die Mitten und Höhen sind (leider) fast so ehrlich wie bei einer Studio-Abhöre
  • das Klangbild ist sehr homogen

Wie klang die „Elements“ auf der Bühne?

Am Veranstaltungsort angekommen machte euer Autor erst mal große Augen (Ohren?), denn obwohl die kpl. Anlage zur Verfügung stand, entschied sich Chef-Karpfen Pete Louis für nur die halbe Anlage, sprich: 4 Subwoofer mit 2 Topteilen. Das erschien mir persönlich ein wenig knapp, da ich durch die Studioaufnahme wusste, wie kräftig die Jungs es abgehen lassen können und hier immerhin um die 150 Leute auf Beschallung warteten. Umso erstaunter war ich, wie souverän die „Elements“ bereits in dieser Konfiguration aufspielte, und die „Karpfen“ spielten beileibe keine leise Dinnermusik: „Hasi“ Walters Schlagzeug kickte satt an, und Alfred Bosers Bass knurrte schön über die Subs in die tanzende Menge, während Ulli Hegeles Saxophon vollmundig und „Bob“ Klostermaiers Piano-Solos schön crisp an unsere Ohren drang. Der röhrige Gesang von Pete Louis kam wunderbar rund und ohne nervende Frequenzen aus der „Elements“, und Bellas wunderschöne Stimme klang brillant und ohne jede Schärfe.

Zudem gastierte auch noch ein dreiköpfiges Karaoke-Trio, bei dem Bella ebenso mitsang und dessen Performance ebenso bestens von der Anlage wiedergegeben wurde.

Die Musiker spielten von 20:00 bis 2:00 in der Frühe, und die Stimmung war bestens. Dies ist in erster Linie natürlich der wirklich hervorragend aufeinander eingespielten Truppe zu verdanken, dennoch muss man auch hier den Top-Sound der „Elements“ erwähnen, der dem Publikum sichtlich sehr gut gefallen hat. Es gab nie den Wunsch, die Anlage leiser zu stellen, obgleich sie mit gutem Dampf gefahren wurde.

Wie klingt die „Elements“ gegen die „Premium Pro“?

Ich selbst besitze von HK-Audio aus der Premium Pro-Serie zwei Pro 10X-Topteile plus einem Subwoofer Pro 210 Sub A. Nun hat es mich natürlich gereizt, wie die beiden Anlagen im Vergleich zueinander klingen und dies in meinem Studio ausgetestet.

Dazu habe ich die „Elements“ pro Seite mit einem Verstärkermodul und 2 Topteilen sowie jeweils einem passiven Subwoofer gegen meine eigene Anlage antreten lassen. Diese Ausführung entspricht in etwa deren Leistung.

Es lässt sich feststellen, dass HK-Audio einen hörbaren „Familiensound“ besitzt, denn die Anlagen sind sich vom Klangcharakter durchaus ähnlich. Allerdings klingt die „Elements“ stets edler und bleibt auch bei hohen Lautstärken elegant, während die Premium Pro mehr „Rotz“ im Sound hat. Auf näherer Distanz wird meine Premium Pro-Anlage bei höherer Lautstärke doch etwas schreiend, während die „Elements“ immer noch angenehm bleibt. Zudem ist bei der „Elements“ der Lautstärkeunterschied zwischen Boxennähe und größerer Entfernung merklich geringer, was ungemein angenehm ist.

Um es bildlich auszudrücken: Die Premium Pro zeigt ihre Muskeln im verschwitzten T-Shirt während diese bei der „Elements“ stets im feinen Zwirn daherkommen. Was einem besser gefällt, muss ein jeder selbst auschecken.

Was sonst noch auffiel

Interessant ist, dass ich (und auch einige meiner Testhörer) stets ein besonderes „Klangwohlgefühl“ hatte, nachdem ich pro Seite von zwei auf drei Topteile aufgestockt hatte. Anscheinend ist der Linienstrahler dann besonders ausgewogen, und wenn anstatt zwei insgesamt vier Subwoofer mit ins Spiel kamen, wurde es einfach nur noch „megageil“, wie die Jungen sagen würden. Die Kombination aus insgesamt 4 Subwoofern und 6 Topteilen ist mein persönlicher Klangfavorit.

Das Aufstocken auf vier Tops pro Seite brachte keinen hörbaren Klanggewinn mehr, aber die Reichweite nach hinten erhöht sich nochmals. Je mehr Subs dann noch ins Spiel kommen, umso gewaltiger rappelt es natürlich unten rum, das muss aber jeder selbst auschecken, wie viel „WUMMS“ er da braucht.

Was gibt es zu meckern?

Es gibt nur einen Kritikpunkt, den die Band und ich festgestellt haben: Wenn man vier Topteile zusammen mit dem Verstärkermodul auf dem EF 45-Fußteil montiert, wird die Säule merklich wackliger und lässt die Befürchtung aufkommen, dass sie bei unsanfter Berührung durch z.B. einen angetrunkenen Gast umfallen könnte. Hier fänden wir es besser, wenn die ausziehbaren Füße länger wären.

Nachtrag der Redaktion:

Diesen Test von Siggi Schöbel haben wir aus dem Archiv ausgegraben und rundherum erneuert, da die Elements heute noch sehr beliebt und auch erhältlich ist.

Fazit

Darf ein Test-Autor begeistert sein? Ja, er darf. Und wenn ausgefuchste Bühnenprofis mit jahrzehntelanger Erfahrung sich dieser Begeisterung anschließen, kann man ja so falsch kaum liegen. Unserer Meinung nach sucht die „Elements“ ihresgleichen. Sie ist vom klanglichen Niveau in der obersten Klasse anzusiedeln und durch das Stecksystem à la Lego in extrem kurzer Zeit am Start. Das Gewicht ist verglichen zur erreichbaren Leistung geradezu lächerlich gering, und der benötigte Platz sowohl auf der Bühne als im Transportfahrzeug setzt Maßstäbe. Durch die problemlose Ausbaufähigkeit kann man mit einer kleineren Anlage beginnen und dann bei Bedarf zukaufen. Der einzige kleine Wermutstropfen bezüglich der Standfestigkeit der kompletten Säule führt zu keiner Abwertung, da die positiven Eigenschaften und die Praxistauglichkeit bei weitem überwiegen.

Plus

  • überragende Klangqualität
  • sehr gute Verarbeitung
  • ungewöhnliche Flexibilität
  • vielfältig einsetzbar von Minibeschallung bis Festzelt
  • simpler Auf-/Abbau in jeder Ausbaustufe

Minus

  • Standfuß mit 4 Topteilen etwas wacklig

Preis

  • je nach Ausbaustufe von ca. 1000,- bis knapp 10000.- Euro
Forum
  1. Profilbild
    elektrock  AHU

    Hab mich in letzter Zeit oft gefragt wie es wohl dem Onkel Sigi geht???
    Siehe da, da steht er mit Weizen Bier im feschen Studio!
    Toller Testbericht und sehr schöne Fotos,…..breites grinsen beim lesen :D
    Grüße.

  2. Profilbild
    PLan9  

    Ich war mal sehr interessiert an diesen Boxen. Sehr kompakt und leicht zu transportieren. Auch eine gute Skalierbarkeit. Ich habe mir die in Köln Musik Store angehört. Aber klanglich konnten die nicht überzeugen. Etwas mager vom Sound. Es waren allerdings nur jeweils 2 Bassboxen mit jeweils einem Top. Eine in etwa gleich grosse MAUi hat mir da besser gefallen. Ok, wenn da 4 oder 6 Bassboxen im Spiel sind klingt die Elements vielleicht auch besser. Aber für den Preis, nö.

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