Test: Hotone IR Cab, Lautsprechersimulator

Die Endstufenmodelle

Die Röhrenbestückung der virtuellen Endstufe kann aus folgenden Möglichkeiten ausgewählt werden: EL84 SE, EL84 PP, 6L6 SE, 6L6 PP, EL34 SE, EL34 PP, KT88 SE, KT88 PP. Dabei stehen die Bezeichnungen SE für „single ended“ (also eine einzelne Röhre in der Endstufe) und PP für Push-Pull (was einem im Gegentakt arbeitenden Röhrenpärchen entspricht).

Die Anschlüsse des IR Cab

An der Stirnseite des Geräts finden wir folgende Anschlüsse: Input (6,3 mm Klinke) – Output (6,3 mm Klinke) – Kopfhörer (6,3 mm Stereoklinke) – Aux In (6,3 mm Stereoklinke) – Netzteilanschluss (Hohlstecker Buchse 5,5 x 2,1 mm – Minuspol innen) und einen USB-Anschluss zur Vernetzung mit dem Computer.

 

Hotone IR Cab Stirn

— Stirnseite des Hotone IR Cabs. USB, AUX IN und Kopfhöreranschluss —

Der Sound des Hotone IR Cab

Die Hörbeispiele haben folgende Komponenten im Signalweg: Gitarre – Overdrive – Hotone IR Cab – Apogee Duett – Mac mit Logic, d.h. auf einen Verstärker wurde hier ganz verzichtet. So könnte z. B. auch das Setup im (Heim-) Studio aussehen. Das mit einem Looper aufgenommene Riff wird mit diversen Veränderungen einiger Parameter wiedergegeben, um einen direkten Vergleich zu ermöglichen.

Beginnen wir mit einem Riff und einem Marshall 4 x 12″ Boxenmodell. Im Laufe des Hörbeispiels werden die Lautsprechermodelle umgeschaltet.

 

Hier kommt gleichfalls dasselbe Boxenmodell zum Einsatz. Wir hören das Riff mit den verschiedenen Endstufenvarianten:

 

— Kleines aber sehr gutes OLED-Display und blaue Beleuchtung —

Schließlich hören wir das Riff und spielen ein bisschen mit der Position des Mikros. Im Laufe dieses Beispiels werden zunächst die Z-Achse (Abstand des Mikros vom Lautsprecher), später die X-Achse und schließlich die Y-Achse verändert. Auch diese Maßnahmen führen zu komplett verschiedenen Ergebnissen im Klang. Absolut angenehm ist hierbei, dass sich die gewünschten Veränderungen bequem und intuitiv mit den korrespondierenden Potis durchführen lassen.

 

Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:

Stratocaster SSH – Boss RC-3 Looper– Analogman Prince of Tone Overdrive – Hotone IR Cab – Apogee Duett – Mac mit Logic.

Fazit

Die Abnahme mit einem physikalisch anwesenden Mikrofon ist vermutlich niemals vollständig zu ersetzen, aber das Hotone IR Cab kommt der Realität klanglich ausgesprochen nahe und ist deswegen sicherlich, nicht zuletzt auch aufgrund des kleinen Preises, eine Angst einflößende Konkurrenz, für die sich auf dem Markt tummelnden Mitbewerber. Auch das gestochen scharfe Display, die große Flexibilität und ausgesprochen intuitive Bedienung sorgen für Pluspunkte in der Gesamtwertung. Angenehm ist hierbei, dass es genug Regler gibt, um schnell zum gewünschten Ergebnis zu kommen. So muss man keine Zeit in nervigen Untermenüs verschwenden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist aufgrund der gebotenen Features und dem wirklichkeitsnahen Klang des Hotone IR Cabs nur als großartig zu bewerten.

Plus

  • realitätsnaher Sound
  • ausgezeichnete Bedienung
  • tolles Display
  • sehr gute Verarbeitung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • -

Preis

  • Ladenpreis: 125,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    ThomasGeorgi

    Danke für das übersichtliche Review!

    Ich habe eine Frage: Der Mooer Radar liefert einen TRS output, mit dem Signale symmetrisch übertragen werden. Das hat sicherlich den Vorteil, dass wenn mein Pedalboard 10m vom Mischpult entfernt steht, mein Signal nicht an Höhen verliert.

    Der Hotone Binary IR hat das nicht. Ist mir das nicht eine Einschränkung oder ist das sowieso nur „esoterisch“?

    Und kann ich das teil in jeden Instrument Input des Mischpults schicken oder brauch ich dafür einen Hi-Z, wie man es von Soundkarten kennt?

    PS: Ich bin so ein Typ, wo hinter jeder längeren Kabelstrecke ein Buffer hängt (vom Looper). Dort kann ich den Buffer zwecks A/B Vergleich ein und ausschalten. Dabei hör ich schon Unterschiede bzw gefällt mir auch das gepufferte Signal weitaus besser…..

    • Profilbild
      Johannes Krayer  RED

      Hallo Thomas,
      wenn die Kabellänge sich in relativ geringen Längen bewegt, wird man noch keinen Unterschied hören. Man könnte einen geringen evtl. auftretenden Soundverlust beim Mischen auch wieder auffangen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in meiner Signalkette ein Buffer nicht immer von Vorteil ist. Selbst mit edlen Buffern (Klon, JHS) war mir das resultierende Signal sogar machmal zu höhenreich und etwas unnatürlich. Das ist echt Geschmacksache. Ich verwende aber meist nur zwei Kabel von 5-6 Metern Länge. In einigen Effektpedalen meines Boards sind sogar Buffer eingebaut. Mein Delay hängt mit kurzen Patchkabeln im schaltbaren und gepufferten Effektloops meines Koch Twintone. Ich bin generell eher dazu geneigt, lieber mehr zu üben, als mich zu sehr in esoterischen Shären aufzuhalten, trotz dem ich eigentlich auch Tonfreak bin.

      Schönen Abend,

      Johannes

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