Test: Ibanez ES2 Echo Shifter Analog Delay, Effektgerät für Gitarre

21. Oktober 2014

Eimerketten statt Algorithmen!

Eher im Schatten der überaus erfolgreichen Gitarren- und Bassserien des Musikinstrumenten-Giganten Ibanez stehen die Effektgeräte des japanischen Herstellers. Dabei waren es zu Beginn der 80er Jahre ja gerade Effekte, zumeist in Pedalform, die reißenden Absatz fanden. Unvergessen aus dieser Ära ist dabei natürlich das froschgrüne Verzerrerpedal Tubescreamer TS9, das ja nun durch den Hersteller selbst vor nicht langer Zeit eine Wiedergeburt erlebte. Überhaupt scheinen Fußbodenpedale so langsam die Rackgeräte in den Hintergrund zu drängen und auch unser heutiger Kandidat fühlt sich am wohlsten auf einem Pedalboard – das Ibanez ES2 Echo Shifter Analog Delay. Ein analoges Echopedal, das neben seiner eigentlichen Aufgabe auch ein paar audiophile Besonderheiten bereithält.

Front

— Ibanez ES2 Echo Shifter Analog Delay —

Facts & Features

Wie eine kleine Konsole schaut es aus, das ES2. Das in „Vintage-White“ lackierte Stahlblechgehäuse besitzt die Maße von 120x160x65 mm und wurde leicht nach vorn angewinkelt, um eine bessere Ablesbarkeit der Bedienelemente zu ermöglichen. Seitenteile aus schwarz gefärbtem Holz unterstützen die Retro-Optik, genau wie die Potis und Schalter auf der Bedienfront. Dabei fällt als erstes der zentral angebrachte Schieberegler auf, mit dem sich die Echogeschwindigkeit regulieren lässt. Das Ibanez ES2 Echo Shifter Analog Delay bietet Delays von 30 bis zu 1000 ms an, also für die meisten Fälle mehr als ausreichend. Der Regler an sich läuft weich und präzise, Schade ist nur, dass er recht fragil ist und schon im Neuzustand ordentlich in seinem Sitz wackelt. Zudem ist er gegenüber ungewollten Fußtritten nicht gut, nämlich gar nicht geschützt.

DT Poti

— Etwas wackliger und ungeschützter Kandidat: der Delay Time Regler —

Und zutreten möchte man ja auf die beiden Metallschalter, die zum einen für die Aktivierung des Effekts und zum anderen für die manuelle Eingabe der Delay-Geschwindigkeit per Fuß zuständig sind. Zwei entsprechende, kräftig strahlende LEDs überwachen diese beiden Funktionen, die TAP-LED blinkt zudem im Tempo der gewählten Geschwindigkeit.

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Als überzeugter Fan der kleinen Tretminen freue ich mich über jeden neuen Zuwachs dieser Gerätefamilie, und insbesondere, wenn es um Delays geht.
    Beim Lesen der Überschrift hab ich mich dann auch noch auf ein analoges gefreut, aber schier unglaublich ist die Dreistigkeit von Ibanez, ein digitales Delay als analog zu etikettieren.
    Solange der Sound stimmt, ist das zwar frech, aber nicht tödlich.
    Schlimmer ist in der Tat das Layout der Oberfläche: Mit dem Fuß sollte man das Ding wirklich nicht bedienen (allenfalls mit einem bestrumpften großen Zeh), denn der Schieberegler ist im Nullkommanix weggetreten, im wahrsten Sinne des Wortes.
    Schade eigentlich; broken by design.

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      Atarkid  AHU

      Was das Design angeht, da geb ich dir recht. Sieht aus, als stünde das Teil für gewöhnlich neben einem Moog ^^…

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        TobyB  RED

        Hallo AtariKid,

        den gleichen Flash hatte ich auch grade, ich dacht ich seh Moog ;-)

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      harrymudd  

      ne ne das ist schon analog – verbaut sind 2 V3205D 4096 Stage Low Noise BBD Analogue Delay Lines – wie früher, als man ‚eins‘ rein sprach und ‚ein‘ heraus kam:)

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        AMAZONA Archiv

        Ich bin jetzt chiptechnisch nicht so fit; aber schon alleine die Tatsache, dass es einen Tap-Taster gibt, weist doch daraufhin, dass es eine Clock gibt, die das Delay steuert. Und das hat dann meiner Auffassung nach mit einem analogen Delay nix mehr zu tun….
        Ich lasse mich aber auch gerne eines Besseren belehren; ich freue mich ja, wenn ich was lernen kann. :)

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          TobyB  RED

          Hallo Gevatter Andreaz,

          siehe hier http://ewr.hu/biz/V3205.pdf

          Man müsste das Ding mal zerlegen, theoretisch kann die Mimik CV fressen und müsste sich z.b. mit EHX Clockwork vertragen. Ich denk mal drüber nach :-)

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          harrymudd  

          BBD Delays besitzen immer ein Taktsignal. Du musst dir die Funktion folgendermaßen vorstellen: BBD heißt ja auf neudeutsch Eimerketten-Echo. also setzen wir unser Signal was reingeht mit Wasser gleich. Es wird in den ersten Eimer gefüllt, dann in den zweiten und so weiter bis es im Letzten ankommt. Dabei vergeht eine gewisse Zeit. Nun gehört zu so einem Eimer-Echo immer auch ein Sklaventreiber in Form ein (Arbeits-)Takt-Generators, der bestimmt, wie schnell das Wasser (Signal) von einem in den anderen Eimer umgefüllt wird. Je schneller desto weniger Zeit vergeht, bis das Wasser (Signal) im letzten Eimer ankommt. Also Takt hoch->Delayzeit kurz, Takt niedrig -> Delay lang.

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    TobyB  RED

    Hallo Stephan,

    Ich gebe dir Recht mit den Oszilations und Modulationsmodi, wenn Ibanez hier anderen Herstellern folgen würde und einen Expression oder gar CV In spendiert hätte, würde die Tretmine in der Nutzbarkeit um 100% aufgewertet, so ist es eine Standardtretmine. Der Fader ist wirklich etwas praxisfern, solange man keine spitzen Schuhe anhat bleibt man an den Schaltern hängen. Was eigentlich schade ist, der Sound ist gut. Aber bei dem anvisierten Preis wäre mehr drin gewesen.

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    volcarock  

    Ich habe das ES2 im linken Kanal meines Pedalboards, rechts des EHX DMM TT1100.
    Und eines kann ich mit Sicherheit behaupten. Es klingt gut bei dezenten Standardanwendungen oder abgedrehten FX-Sounds mit aktivierter Oszillation-Taste.

    Allerdings sind die Echowiederholungen sehr gleichmäßig und digital/steril verglichen mit dem Memory Man.

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      TobyB  RED

      Hallo Volcarock,

      sehr abgefahrenes Outboard (Y). Ich nutze beide den Memory Man und den Ibanez ES2(noch unmodifiziert). Ich mag ihn, auch wenn er stellenweise zu steril klingt. Aber das geht schon in Ordnung. Wie syncst du die beiden? Tappen? Der DMM TT1100 hat doch den Taptaster als Klinke nach aussen geführt. Syncst du mit dem Fuss? Ich habe oben beim ES 2 noch unmodfiziert geschrieben, da ich den ein bischen umbauen werde, so das ich den mit den anderen EHX Pedalen via 8 Step Program und oder Expression Pedale steuern kann. Dann geht die Korg Minitribe mal so richtig ab ;-)

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        volcarock  

        Hallo Toby, als ich den ES2 neu hatte war ich total begeistert und empfand den Sound an sich auch sehr warm und analog.
        Nur seit ich permanent auf einem Ohr den ES2 und auf dem anderen den DMM habe ist mir das so extrem aufgefallen.
        Ich tappe beide mit dem Fuß, aber könnte ich alternativ den Tap-Klinkeneingang auch mit einer Kick oder Clock syncen?
        Deine anvisierte Modifikation am ES2 klingt sehr viel versprechend! Wenn ich nur auch basteln könnte ;-)
        BTW sehr coole Trance-Mucke in deinem SC-Feed

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        rio  

        @TobyB: Wurde denn am ES2 was modifiziert – bzw. kann man dazu was nachlesen?

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          TobyB  RED

          Hallo Rio,

          das war hier so ein Gedankenspiel. Gut das du mich dran erinnert hast. :-) Ich hab die Idee noch nicht umgesetzt. Ursprünglich bin ich drauf gekommen, weil du bei den EHX Pedalen, den Expression In hast der CVs und einen oft einen Bypass(der GATE annimmt) frisst und teilweise DIP Schalter auf der Platine womit du den Parameter festelegen kannst. Hier beim ES2 hast du halt keine Eingänge dafür und du müsstest das modden, Gate oder Impuls auf Tap und zB. CVs auf Mix und Depth. Im Winter ist ja wieder Lötzeit, dann geh ich das mal an. :-)

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            rio  

            Aja – also mit CV den Clock triggern, wäre fast interessant für mich. Meld dich gern, wenn du dahingegend was probierst.

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              TobyB  RED

              Hallo Rio,

              ich schreib dann eine Leserstory :-) Mit EHX Pedalen geht sowas von Haus aus, mit dem 8 Step und einigen FX kanst du schon was machen. :-)

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    BJack  

    „Oscillation/Modulations Modi mit fragwürdigem Einsatzgebiet“
    Das trifft es wirklich :D

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