Test: Ibanez RG3521, E-Gitarre

7. Januar 2014

Und ewig lockt die Powerstrat

Mit der Ibanez RG3521 hat der japanische Konzern einmal mehr einen Vertreter seiner extrem erfolgreichen Produktlinie auf den Markt gebracht. Kurioserweise verbindet der Großteil der Musiker die Produktlinie mit der Musikrichtung „Metal“, obwohl weder eine ausgefallene Korpusform noch etwa Blitz, Donner oder Fantasy-Attitüden das Instrument schmücken.

Wahrscheinlich reicht bereits ein tiefschwarzes Finish nebst einer säuselnden Reminiszenz an die glorreichen Achtziger aus, um den geneigten User in die Welt des High-Gains, Sweepings und Tappings zu entführen. Angefangen hat das Ganze ursprünglich vor über 30 Jahren, als damals Ex und jetzt wieder van Halen-Frontmann David Lee Roth sich für seine Soloband den Zappa-Zögling Steve Vai als Gitarristen sicherte, welcher zusammen mit Billy Sheehan am Bass und Greg Bissonette am Schlagzeug das wohl heißeste Metal-Trio seiner Zeit darstellte.

Ibanez erkannte als erster die Zeichen der Zeit und ließ Steve Vai freie Hand in der Zusammenstellung seines Traum-Instruments. Dieser war schon seit Jahren auf der verzweifelten Suche nach einem Hybrid-Modell, welches die Vorzüge von Stratocaster und Les Paul möglichst intensiv in einem Modell vereint, musste aber stets selber zu Säge, Leim und Stemmeisen greifen, um die von ihm bevorzugte Stratocaster Form zu mehr Druck mittels Humbuckern und Floyd-Rose-Vibrato zu pimpen. Heraus kam die Basis der RG-Serie, welche in mannigfaltigen Ausführungen neben „Vai-spezifischem Kasperletheater“ wie zum Beispiel dem Monkey-Grip, auch gemäßigtere Varianten für den breiten Geschmack im Lager führte. Der Erfolg war daraufhin nicht mehr aufzuhalten. Das Konzept einer windschnittigen Version der Strat, gepaart mit outputstarken Pickups und einem Hals, welcher seiner Zeit an Schlankheit nicht zu unterbieten war, schlug ein wie eine Bombe und ist bis zum heutigen Tag das umsatzstärkste Pferd im Stall der asiatischen Firma.

Top

— Die Ibanez RG3521 —

Geliefert wird die Ibanez RG3521 übrigens in einem sehr hochwertigen Hardshell-Koffer, der unter anderem ein komplettes Gitarren-Tool, ähnlich eines Schweizer Armeemessers, alle wichtigen Inbus-, Kreuz- und Schlitzschraubendreher enthält. Vorbildlich!

Konstruktion

Vom ursprünglichen Stratocaster Design hat Ibanez das Grund-Shaping übernommen, inklusive der Bauchfräsung respektive Armauflage. Hinzugekommen ist jedoch eine abgerundete Variante an der Halsverschraubung, welche unter Zuhilfenahme des Versetzens der versenkten Befestigungsschrauben am Halsfuß eine deutlich entspanntere Spielweise in hohen Lagen gewährleistet. Farblich hat man sich für ein Metallic-Schwarz entschieden, welches unzählige kleine Splitter ähnlich eines wolkenlosen Sternenhimmels enthält und seiner internen Bezeichnung „Galaxy Black“ alle Ehre macht. Die Lackierung ist perfekt aufgetragen, Makel im Bezug auf die Verarbeitung sucht man vergeblich.

Klangbeispiele
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