Test: iConnectivity iConnectAUDIO4+, Audio-MIDI-Interface

15. Juni 2015

Audio im Quadrat

Das iConnectAUDIO4+ von iConnectivity sorgte spätestens seit der Winter-NAMM dieses Jahres für Aufsehen. Die kanadische Hardwareschmiede ist schon seit geraumer Zeit mit hochwertigen MIDI-Interfaces mit besonderer Unterstützung für iOS-Tablets unterwegs. Nun haben sie ihr erstes Audiointerface samt MIDI-Schnittstelle am Markt, das vor allem mit dem Zauberwort „Konnektivität‟ lockt. Ob iOS, Windows oder OS X, für alle soll Platz am iConnectAUDIO4+ sein und zwar gleichzeitig! Wir schauen genau hin, was Mobile- und Desktop-Nutzer von dem Interface erwarten können. Denn die Erwartungen sind in Anbetracht der früheren Produktlinie schon ziemlich hoch gesteckt.

ICA4p

iConnectivity iConnectAUDIO4+

iConnectAUDIO4+

Das Audio4+ ist ein 4/4-Kanal USB 2.0 Class Compliant-fähiges Audiointerface, das Abtastraten bis zu 96 kHz/24 Bit ermöglicht. Die vier Audioeingänge sind als XLR-Kombos ausgeführt und können einzeln mit +48 V Phantomspeisung beschaltet werden. Die Audioeingänge 1 und 2 sind unsymmetrische HiZ-Eingänge, 3 und 4 sind symmetrische Line-Eingänge ohne HiZ-Unterstützung.

ICA4p-02-Front

Die Audioausgänge auf der Rückseite sind alle als symmetrische 6,3 mm Klinkenbuchsen ausgeführt. Das analoge Frontend ist im übrigen eine Eigenentwicklung von iConnectivity speziell für den verbauten AKM AK4627 Wandlehrchip. Ein Chip, der speziell für 4 Ins / 6 Outs AD/DA-Wandlung konzipiert wurde.
Noch ein paar Zahlen wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Die Signal-Rauschabstände für die symmetrischen Eingänge werden mit 111 dB angegeben. Für die unsymmetrischen Instrumenteneingänge gelten 95 dB Rauschabstand und die Mikrofonschaltungen liegen bei 110 dB mit einer möglichen Verstärkung um maximal 60 dB. Ein großer Klinkenausgang für einen unabhängigen Submix für den Kopfhörer mit einem Rauschabstand von 105 dB darf ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Die Ausgänge werden alle mit 115 dB Rauschabstand angegeben.

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Die Audioausgänge sind „umgekehrt“ von links nach rechts bezeichnet

Was das Audio4+ von anderen Interfaces unterscheidet, sind die drei Multi-Hosting USB-Ports. An die Typ-B-Buchsen können zwei Rechner angeschlossen werden, ob iOS, OS X oder Windows ist egal. Allerdings liefert nur ein USB-Port die 2,1 A, die für ein Laden des iPads notwendig sind. Der andere USB-Port liefert nur 1,0 A Ladestrom. Die USB1-Typ-A- Buchse ist eine Host-Buchse für ein USB-Class-Compliant-fähiges USB-MIDI-Gerät und liefert die spezifischen 500 mA Strom. Mit einem (stromversorgten) USB-Hub können bis zu acht MIDI-Controller genutzt werden. Für MIDI-DIN steht ein 1/1-Pärchen zur Verfügung und USB-MIDI liefert fette 28 Ports. Zehn für jeden Typ-B Port und acht für den Typ-A-Port. Das alles mal 16 MIDI-Kanäle.

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Forum
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    vssmnn  

    Endlich ein interessantes und innovatives Produkt aus dem Bereich der Interfaces.
    Und Schande über die klassischen „großen“ Hersteller, die es gerade mal schaffen, ihre Produkte alljährlich nur minimal zu pimpen und seit Jahren eigentlich den gleichen Kram anbieten.

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    TobyB  RED

    Hallo Markus,

    du bringst es auf den Punkt! Midi2+ und Midi4+ waren und sind geniale Adapter. Mit Audio4+ gibts dann noch mal einen Punkt obendrauf. Klanglich gibts nichts zu meckern, hier ist mein Benchmark Motu 828. Ich höre nur geringe bis keine Unterschiede. Die Minuspunkte kann ich nur bestätigen, insbesondere iConfig und das manuelle Speichern der Setups ist praxisfern. Persönlich hätte ich der Bedienungsanleitung auch einen Punkt abgezogen, da einige Funktionen sehr hinten rum beschrieben sind. Ich weiss, das es Jammern auf hohem Niveau ist. Aber zumindest Einsteiger würden es einfacher haben.

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      Markus Schroeder  RED

      Hi Toby,
      ja, den Minuspunkt für die Anleitung hatte ich tatsächlich vergessen.
      Was den Klang angeht, dass es (fast) mit einem MOTU 828 mithalten kann, nehm ich Dir jetzt mal so ab.
      Wie gesagt, fand ich den Klang meiner alten Saffire LE natürlicher.
      Ich hoffe Ich kann das 4+ nächstens mit dem neuen Babyface Pro gegenchecken.

      Aber bei den Hörtest spielen immer sehr viele Faktoren mit und nicht zuletzt die Hörgewohnheiten und objektiv kann das kaum werden. Außerdem hatte ich, wie gesagt 4 Tage für den Test. :)

      Markus

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        TobyB  RED

        Hallo Markus,

        man ist ja früh überhaupt noch ein Manual zu haben. Allerdings muss es dann sitzen. Ich für meinen Teil bin mit Midi4+ und Audio4+ in diesem Punkt unzufrieden, da ist noch Luft nach oben. Audio 4+ gegen das Babyface Pro. Da sollte das Babyface im Klang Punkten können, die technische Austattung würde es her geben. Aber ich warte mal deine Ergebnisse ab. Hörtest sind immer subjektiv und treiben Ingenieure und Techniker gerne mal an den Rand des Wahnsinns. Sind sind wohl nötig. Und in vier Tagen kann man mit so einem Ding nicht mal eben ne Messreihe abfahren. Insofern geht das ok. :-)

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    _dg

    Cooles Teil.
    Aber leider wurde im Test nichts über die Latenzen geschrieben.
    Wie isses denn mit Audio von Laptop zu Laptop oder vom iPad zum Laptop wenn das jeweils andere Gerät zbs als Synthesizer benutzt und per Midi gespielt wird?
    Oder wenn auf dem iPad eine Drummachine läuft und der Ausgang dann auf dem Laptop aufgenommen wird?
    Also ein paar praxis bezogene Tests wären doch sehr interessant gewesen…

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      Markus Schroeder  RED

      _dg, Du hast recht, völlig vergessen das Teil auszumessen.

      Im folgenden ein paar Loop Werte, Signal vom Rechner zum iPad und zurück.
      Audio:
      – Audiobus 2.1.13 (128 Frames): 702 samples, 15ms
      – Cubasis 1.9 (128 Samples): 450 Samples, 10ms
      – FX-App z.B. Turnado 1.3.1 (64 Samples) : Latenz: 309 samples, 7ms
      MIDI:
      – Cubasis, Ouput Latency 0ms, MIDI-Thru-Modus: 263 Samples, 5 ms

  4. Profilbild
    micromoog  AHU

    alles wäre so schön, wenn Apple nicht ständig mit ihren iOS-Updates „altes“ unter den Tisch fallen lässt.
    Oder liege ich falsch, dass z.B. die ersten iO-Docks mit iOS 8.xy nicht mehr funktionieren? Von Lightning mal abgesehen…

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      hi micromoog,
      ja, stimme ich Dir absolut zu,
      aber:
      Dass Apple „Altes“ radikal ausmustert ist ja schon jahrzehntelange Tradition. Bei den Docks von Behringer, Alesis wurde das in vollem Bewusstsein ignoriert. Sonst hätten sie upgradebare Firmware eingebaut bzw. diese auch gepflegt.
      Jedoch war der iOS-Markt damals (2011) auch noch relativ jung und die Hersteller mussten erst noch Erfahrungen sammeln. Mit dem Alesis Dock 2 und dem Focusrite iDock 2014/2015 sah das ja schon wieder anders aus.

      Ich bleib aber trotzdem beim CCK.
      M :)

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