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Test: IK Multimedia Amplitube, Software für Gitarre

12. März 2003

Gitarren PlugIn

In den letzten Jahren sind Verstärkersimulationen wie der Pod von Line6 oder der V-Amp von Behringer fester Bestandteil von Studioproduktionen geworden. Die Firma IK Multimedia bietet nun einen virtuellen Amp als Digidesign-, ProTools- bzw. VST-Plugin an. Kann nun der Computer alle Gitarrenamps ersetzen?

Erster Kontakt

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Nach der unproblematischen Installation der IK Multimedia Amplitube Software war ich doch etwas nervös – brauche ich in Zukunft für meine Gitarrenparts nur noch den Rechner hochzufahren und meine Gitarre in die Soundkarte einzustecken? Die Firma IK Multimedia sagt „ja“: 1260 Gitarrenverstärker als Plugin in einer Box – plus Effekte. Und tatsächlich: Nach dem Neustart meines Rechners kann ich das VST-Plugin unter Logic Audio öffnen.
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Der Aufbau von Amplitube

Amplitube ist eine virtuelle Gitarrenanlage mit integrierten Effekten. Mit aktueller Soft- und Hardware (niedrigen Latenzen) ist es kein Problem, direkt in den Computer hinein, in realtime processing durch die Software durch und auf die Lautsprecher bzw. die Aufnahmespur zu spielen. Was sich dem modernen Gitarristen auf dem Bildschirm zeigt, sieht im Grunde aus wie ein altes Röhren-Topteil, allerdings mit mehr Knöpfen und Reglern, als man es gewohnt ist.

In der rechten unteren Ecke kann man zwischen den verschiedenen Ansichten Stomp, Amp und FX wählen. Diese zeigt die Amp-Sektion.

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Stomp
Das Fußeffektmodul beinhaltet 5 Effekte: Wah-Wah, Chorus, Delay, Flanger und ein Overdrive. In der Signalkette befinden sich diese Fußschalter an erster Stelle. Das bedeutet, dass das Eingangssignal zunächst mit diesen Effekten versehen wird (wenn man das entsprechende Pedal „drückt“) bevor es dann von der Röhrensimulation weiter bearbeitet wird. Der Klang dieser Effekte hat mir auf Anhieb gut gefallen. Besonders die tiefe Soundmodulation von Chorus und Flanger ist bei dieser Software-Lösung offensichtlich besser gelungen als bei manchem digitalen Multieffektgerät. Auch die Auto-Wah Funktion arbeitet sehr dynamisch und lässt sich einfach bedienen.

 

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Für die exakte Einstellung von Parametern eignet sich diese Ansicht eher nicht, da auf Skalierungen verzichtet wurde. Will man z.B. für das Delay eine genaue Reglung der Wiederholungszeit vornehmen, so kann man in den Control-Modus wechseln und alle Parameter dezimal eingeben.

Bei der aktuellen Logic-Version ist die Darstellung etwas unübersichtlich, da man nicht alle Beschriftungen lesen kann. Aber so oft gehe ich wohl sowieso nicht aus der „schönen Ansicht“ heraus – ich bin ja Gitarrist.

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Amp
Das Herzstück von Amplitube ist die Amp-Sektion. Hier erwartet den ambitionierten Soundgestalter eine sehr umfangreiche Verstärkersammlung: Man hat die Wahl zwischen 7 Pre-Amps, 5 Röhrenverschaltungen bzw. Röhrentypen, 4 Endstufen und 9 Boxentypen. Hinzu kommen ein Tremolo und ein Reverb, außerdem kann man ein Mikrofon virtuell „vor“ dem Verstärker positionieren und dessen Lage, Entfernung und Typ bestimmen. Auch hier hat man wie in allen Modulen eine Anzeige vom Eingangspegel und ein integriertes Noise-Gate.

Um einen Eindruck von verschiedenen Sounds zu gewinnen, kann man Gebrauch von einem der zahlreichen Presets machen die mitinstalliert sind oder sich durch testen der einzelnen Regler an seinen Ton heranarbeiten. Die verschiedenen Preamps klingen sehr unterschiedlich und bestimmen die Grundcharakteristik des Sounds. Von einer Vintage Clean Vorstufe bis hin zu einem total verzerrtem Fuzz-Sound ist alles möglich. Die Röhrenauswahl verändert weniger extrem den Klang, ist aber nützlich um den bei Röhren so geschätzten, feinen Unterschied nachzuempfinden.

 

Zusammen mit der Cabinet-Auswahl, die für mich am markantesten den Ton beeinflusst, hat man eine breite Palette an Sounds. Je nach Preamp-Typ hat man Einfluss auf Gain, HI, Mid, LO, Presence und Volume des Gitarrenverstärkers. Gain– und Presenceregler sprechen dabei besonders effektiv an und ermöglichen alle Einstellungen zwischen Hendrix und New Metal. Wenn man an Presence dreht, dann soll auch Presence kommen, und das tut‘s.

Die EQ-Sektion des Amps ist zum Glück nicht die einzige in Amplitube enthaltene. Ich habe jedenfalls immer noch das FX-Modul mit seinem parametrischen EQ hinzugenommen, bis ich mit dem Klang zufrieden war.

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