Korrektes Hören
IK Multimedia ARC On Ear ist ein Standalone-Korrektursystem für Kopfhörer, das Mischungen über Kopfhörer erleichtern soll. Das Besondere: Es ist kein Plug-in notwendig und ARC On Ear funktioniert komplett autark. Wie schlägt sich das System im Test?
- Klangkorrektur: Über 200 Kopfhörermodelle werden per DSP und EQ individuell angepasst.
- Studioprofile: Simuliert verschiedene Lautsprecher- und Studioumgebungen für flexibles Abhören.
- Hardware: Kompakte Bauweise, Akku-Betrieb und einfache Bedienung direkt am Gerät.
- Ermüdungsfrei: Kalibrierung sorgt für längeres, angenehmes Hören ohne schnelle Ermüdung.
- Fazit: Hochwertige Lösung für mobile Musiker, einzig der fest verbaute Akku ist ein kleiner Nachteil.
Inhaltsverzeichnis
IK Multimedia ARC On Ear Kopfhörerverstärker
Kopfhörerkorrektur – warum sie benötigt wird
Das Hören über Kopfhörer unterscheidet sich maßgeblich vom Hören über Lautsprecher. Das hat gleich mehrere Gründe:
- Raumeinflüsse fehlen
- Das räumliche Hören ist durch die fehlenden Rauminformationen kaum möglich
- Einflüsse des Kopfes auf Laufzeit und Phase sind nicht vorhanden
- Im-Kopf-Lokalisation bei der Kopfhörerwiedergabe
- Frequenzbereiche werden unterschiedlich stark wahrgenommen, weil eine schnelle Ermüdung des Gehörs bei der Kopfhörerwiedergabe einsetzt
- Zu stark betonte Frequenzbereiche begünstigen ein schnelles Ermüden des Gehörs
Eine Mischung, die über Kopfhörer erstellt wurde, klingt deshalb in der Regel bei der Lautsprecherwiedergabe komplett anders. In Zeiten, in denen eine Kopfhörerwiedergabe eher selten und die Lautsprecherwiedergabe von Musik die Regel war, hat man auf Kopfhörermischungen deshalb besser verzichtet. Zu groß war die Gefahr, dass der Mix später auf Lautsprechern schlechter klingt.
Mittlerweile hat sich das Verhältnis aber umgekehrt: Die Lautsprecherwiedergabe wird immer seltener und stattdessen hört man heutzutage mehr Musik mit kleinen In-Ear-Kopfhörern (im besten Fall) oder gleich auf dem Lautsprecher des Smartphones. Außerdem natürlich nach wie vor im Auto über die dort verbauten Lautsprecher. Kleine smarte Lautsprecher sind ebenfalls weit verbreitet.
Tonmischungen werden außerdem oft unterwegs erstellt oder in nicht für eine Tonmischung optimierten Räumen. Tonmischungen in einem darauf spezialisierten Regieraum haben Seltenheitswert.
Es liegt also nahe, sich mit dem Thema Kopfhörermischung und Kopfhörerkorrektur zu befassen. Dabei stellen sich gleich mehrere Probleme:
- Wie kompensiere ich die fehlenden Raumeinflüsse, um Verfälschungen bei der Effektmischung zu vermeiden?
- Wie vermeide ich Ermüdungsprozesse?
- Wie vermeide ich die Im-Kopf-Lokalisation?
- Wie kann ich sicherstellen, dass der Frequenzgang des Kopfhörers halbwegs linear ist?
Genau hier kommt die Kopfhörerkorrektur ins Spiel. Kopfhörerkorrektur ist nicht neu. Hersteller wie Sonarworks, Waves und andere bieten so etwas seit Jahren für die gängigsten Kopfhörermodelle als Plug-in an. Der Nachteil: Ein solches Plug-in sitzt im Master-Kanal der DAW und muss beim späteren „Printing“ des fertigen Mixes ausgeschaltet werden. Arbeitet man im Wechsel mit Kopfhörern und Lautsprechern, muss auch stets an das Deaktivieren des Plug-ins gedacht werden.
Manche Plug-ins lassen sich (zumindest beim Mac) ins System einklinken, sodass auch der System-Sound darüber wiedergegeben werden kann. Das ist wichtig beim Gegenhören von Referenz-Tracks, damit auch diese mit der Kopfhörerkorrektur wiedergegeben werden.
Die Kopfhörerkorrektur mit Plug-in ist beim Direct Monitoring nicht aktiv. Der Kopfhörer klingt beim Tracking anders als beim Mixing.
Externe Korrektur per DSP
Eine externe Korrektur per DSP wäre also naheliegend, möchte man nicht mit einem Plug-in arbeiten. Ein Kopfhörerverstärker mit integriertem DSP für die Korrektur und verschiedenen Anschlussmöglichkeiten wäre durchaus sinnvoll. Genau hier setzt IK Multimedia ARC On Ear an. Mit ARC Studio hat der italienische Hersteller bereits ein Hardware-Lautsprecher-Korrektursystem im Programm und dessen Konzept nun auf das Kopfhörer-Korrektursystem ARC On Ear übertragen.
Zum Lieferumfang gehört die recht kleine Hardware, ein Transport-Case, ein Miniklinken-Kabel (inklusive 6,3 mm Adapter) sowie ein USB-C-Kabel.
Um dem Gedanken der Mobilität Rechnung zu tragen, wurde außerdem ein Akku mit bis zu vier Stunden ununterbrochener Laufzeit integriert. Leider lässt sich dieser nicht, wenn ich das richtig sehe, vom Anwender selbst wechseln.
Anschlussseitig stehen USB-C und ein 3,5 mm TRS-Eingang zur Auswahl: Sehr gut, denn so kann man den Kopfhörerverstärker auch mit anderen Geräten abseits des Computers verbinden. Über USB-C findet auch die Steuerung des IK Multimedia ARC On Ear statt sowie Firmware-Updates.
Der verbaute DAC (32 Bit ESS SABRE®) unterstützt Sampling-Rates von 44,1, 48, 88,2, 96, 176,4 und 192 kHz. Mit einem Frequenzgang von 10 Hz bis 80 kHz (±1 dB) dürften auch Fledermausohren auf ihre Kosten kommen. Der maximale Ausgangspegel wird mit +19 dBu angegeben.
Die Dynamik des Kopfhörerverstärkers hängt vom angeschlossenen Kopfhörermodell und dessen Impedanz ab:
- Dynamic Range (32 Ω, 1 kHz): 107,9 dB
- Dynamic Range (150 Ω, 1 kHz): 112,7 dB
- Dynamic Range (300 Ω, 1 kHz): 116,9 dB
Da der Kopfhörerverstärker in der Regel für Tracking wie Mixing eingesetzt wird, ist natürlich auch die Latenz von Bedeutung. Bei ausgeschaltetem Phase-Align liegt diese bei sehr niedrigen 1,35 ms. Bei eingeschaltetem Phase-Align, was nur für das Mixing von Bedeutung ist, steigt sie auf 21 ms an.
Vielleicht noch wichtig zu wissen: Der IK Multimedia ARC On Ear Kopfhörerverstärker arbeitet mit macOS und Windows zusammen, sofern es sich um moderne 64-Bit-Systeme handelt. Auch ein iPhone oder iPad „spricht“ problemlos mit der Hardware. Die Konfiguration des Lautsprechermodells und der Hardware geschieht über eine eigens entwickelte Control-Software für Windows und macOS, die nach der Registrierung heruntergeladen werden kann.
Frequenzgangkorrektur für mehr als 200 Modelle
IK Multimedia ARC On Ear unterstützt über 200 Kopfhörermodelle aus allen Preisklassen: Consumer-Modelle sind genauso enthalten wie professionelle Studiokopfhörer.
Alle Kopfhörer wurden aufwändig vermessen und Daten zur Kalibration ermittelt, die dann in die ARC On Ear Control Software eingespeist wurden. Diese sind aber keineswegs in Stein gemeißelt, sondern können vom Anwender nach Belieben über einen 3-bandigen EQ angepasst werden. IK Multimedia ARC On Ear verwendet dazu aufwändige FIR-Filter.
Neben der reinen Frequenzgangkorrektur des Kopfhörers gibt es auch eine Phasenkorrektur, die sich über den Phase-Align-Schalter ein- und ausschalten lässt – mit den oben beschriebenen Latenzeffekten. Hier wird die Phase des Kopfhörers der Phase des EQs zur Frequenzkorrektur angeglichen.
Über einen einfachen Software-Regler lässt sich außerdem die Tonalität des Kopfhörers fließend zwischen Warm, Flat und Bright verändern.
Studio- und Lautsprechersimulation
Neben der reinen Kopfhörerkorrektur gibt es noch zwei weitere Anpassungsmöglichkeiten, die für das Mixing von Songs relevant sein können:
Die Studiosimulation simuliert das räumliche Abhören über Lautsprecher und das sich daraus ergebende Stereobild. Hier lässt sich die Breite des Stereodreiecks und damit des Stereobildes bestimmen. So kann man das Stereoklangbild verbreitern oder bis zur monofonen Wiedergabe einengen.
Natürlich spielt auch der Lautsprecher, über den die Musik wiedergegeben wird, eine Rolle. Erneut gibt es hier mehrere Profile von günstigen HiFi-Lautsprechern bis hin zu teuren Studio-Referenzlautsprechern, zwischen denen der Anwender wählen kann. Auch wenn hier explizit auf die Nennung von Modellen oder Herstellern verzichtet wird, geben die Bilder in der Auswahl genügend Hinweise auf das jeweilige Modell.
Auch Smart-Speaker und Fernsehlautsprecher stehen zur Auswahl.
Bis zu fünf eigene Profile lassen sich speichern und schnell wechseln.
Die Simulation der Studioumgebung findet übrigens nicht per Impulsantwort statt, sondern per Physical-Modeling.
Konfiguration der Hardware
Das in der IK Multimedia ARC On Ear Control Software erstellte Preset wird sofort in die Hardware übertragen und bleibt auch aktiv, wenn die Software geschlossen wird.

In der Control-Software lässt sich eine Abhörsituation wie im Studio nachbilden und als Preset speichern
Die Hardware verfügt über einige Bedienelemente zur Steuerung:
Ein großer digital gesteuerter Lautstärkeregler, ein CAL-Button zum Ein- und Ausschalten der Kopfhörerkalibrierung, ein Studio-Button zum Ein- und Ausschalten der virtuellen Studioumgebung sowie ein FN-Button, dessen Funktion sich frei innerhalb der Control-Software belegen lässt, zum Beispiel DIM, Mute oder Play/Pause. Fünf LEDs signalisieren das gerade ausgewählte Preset.
Außerdem finden wir neben den bereits erwähnten Anschlüssen auf der Rückseite einen Betriebsschalter sowie eine Anzeige für die Ladeaktivität des Akkus (weiß = wird geladen, aus = geladen). Beim Einschalten signalisieren außerdem die fünf Preset-LEDs zu Beginn kurz den aktuellen Ladestand.
Praxistest
Für den Test habe ich über mehrere Stunden mit Pausen mit meinem uralten Beyerdynamic DT-770 (250 Ohm Version) gehört und einem Yamaha HPH-MT5 (51 Ohm). Dabei wurde regelmäßig über die Hardware zwischen dem nicht-korrigierten und dem kalibrierten Signal sowie der virtuellen Studioumgebung hin und her geschaltet.
Zunächst einmal klingt der Kopfhörerverstärker schon ohne jegliche Korrektur sehr gut. Das Signal ist klar und kräftig. Auch bei hohen Lautstärken sind keine Verzerrungen wahrnehmbar.
Die Kalibrierung ist für mich der wichtigste Teil des IK Multimedia ARC On Ear Kopfhörerverstärkers. Da ich meinen Beyerdynamic DT-770 Kopfhörer schon sehr lange besitze, kenne ich seinen Klang sehr gut. Und doch war ich überrascht, was die Kalibrierung bewirkt. Der Bassbereich wirkt straffer und aufgeräumter, die Mitten werden klarer herausgestellt und die Höhen schimmern mehr durch, weil weniger maskiert wird. Die Anpassungen sind durchaus drastischer als erwartet, wie der folgende Screenshot zeigt. Die blaue Kurve zeigt den durch IK Multimedia aufwändig ermittelten Frequenzgang des Beyeredynamic DT-770 Pro vor der Bearbeitung, die orangefarbene Kurve den Frequenzgang nach der Korrektur.
Für Mischungen interessant ist die Studiosektion mit der Simulation verschiedener Abhörmonitore. Einige Modelle sind sehr gut getroffen und es bietet sich an, hier einfach für den eigenen Kopfhörer mehrere Profile mit unterschiedlichen Studiomonitoren anzulegen, zwischen denen man dann hin und her schalten kann, um die Mischung zu überprüfen. Allerdings bin ich der Meinung, dass auch eine solche Studiosimulation eine echte Lautsprecherwiedergabe nicht ersetzen kann. Man sollte deshalb nicht zu viel davon erwarten. Der folgende Screenshot zeigt die zusätzlich zur Kalibrierung der Kopfhörer erfolgte Frequenzganganpassung für die ausgewählte 3-Wege-Studioabhöre:
Erstaunlich ist jedoch, dass man mit eingeschalteter Kalibrierung deutlich ermüdungsfreier hören kann als ohne Kalibrierung.
Schön ist, dass man die Presets auch direkt an der Hardware umschalten kann. Dazu hält man den FN-Schalter gedrückt und drückt gleichzeitig kurz auf CAL. Die Preset-LEDs blinken und nun kann man, während FN weiter gedrückt bleibt, durch wiederholtes Drücken auf CAL das gewünschte Preset auswählen. Einfach, praktisch, gut.
Alternativen
Wirkliche Hardware-Alternativen zum IK Multimedia ARC On Ear sind mir nicht bekannt. Software-Alternativen gibt es hingegen einige.
Sonarworks SoundID Reference for Headphones
Sonarworks SoundID Reference for Headphones bringt ebenfalls für die bekanntesten Kopfhörer am Markt Profile mit. Da es sich hier um eine reine Software-Lösung handelt, ist der Preis deutlich geringer.
ESI eXtra 10
ESI eXtra 10 ist ein Bundle aus einem Kopfhörer und der Software dSONIC Realphone ESI Edition, die speziell auf diesen Kopfhörer abgestimmt ist. Neben der Frequenzanpassung des Kopfhörers wird hier auch eine Studioumgebung simuliert.
Sonarworks SoundID Ref. HP for Apollo X
Besitzer eines Apollo X Audiointerfaces können die oben beschriebene Sonarworks SoundID Reference Kalibrierung auf dem DSP des Apollo X berechnen lassen und somit ähnlich wie mit dem IK Multimedia ARC On Ear mit einer Hardware anstelle einer Software die Kalibrierung durchführen lassen. Preislich ist das System allerdings nur für Besitzer der Universal Audio Apollo X Interfaces interessant, da die Interfaces sehr teuer sind.
Waves Abbey Road Studio 3
Das Waves Abbey Road Studio 3 simuliert den genannten Regieraum der Abbey Road Studios und führt dafür auch eine Kopfhörerkalibrierung für ausgewählte Kopfhörermodelle durch. Drei verschiedene Abhörmonitore lassen sich ebenfalls auswählen. Das Erstellen von 7.1 und 5.1 Mischungen über Kopfhörer soll möglich sein. In Verbindung mit einem optionalen Headtracker wird der Klang den Kopfbewegungen entsprechend angepasst. Alternativ lässt sich dafür auch eine Webcam verwenden. Es gibt auch Varianten des Plug-ins, bei denen andere berühmte Studio-Regieräume abgebildet werden.










































„ermüdungsfreies Arbeiten auch über längere Zeiträume“ – klingt wie Werbung für die perfekt Arznei den kapitalistischen Arbeitsalltag zu meistern. Ich bezweifle, dass das eine sinnhafte Konklusion wäre, selbst wenn der Autor das Produkt mehr als zwei Tage genutzt hat. Da hat der schwankende Kaffeekonsum von Tag zu Tag und vieles Weitere mit Sicherheit mehr Einfluss, als der tolle „Klang“ des Gerätes. Das Teil hat also nicht einmal einen normalen Line-Out? Und dafür fast 300 Euro? Wenn das Dingens für den Preis auch noch mein Zimmer aufräumt, wäre ich mit Sicherheit dabei.
@beni Line Out? Es ist ein Kopfhörerverstärker.
Es ist bekannt, dass das Hören mit Kopfhörern schneller zur Ermüdung führt als das Hören über Lautsprecher. Das hat mit dem direkten Klang ohne Rauminformationen, der Im-Kopf-Lokalisation und vor allem auch der Wiedergabe bestimmter Frequenzen zu tun. Genau hier setzt die Korrektur an. Sie räumt den Frequenzgang auf und wirkt der Im-Kopf-Lokalisation dezent entgegen. Und genau aus dem Grund setzen Ermüdungserscheinungen des Gehörs deutlich später ein als ohne Korrektur.
@beni hast schon Recht.
aber als Hobbyuser arbeitet man vielleicht gerne 😂
kaum zu glauben. ich weiß😄
Ohne digitalen Ausgang macht die ARC-Hardware für mich keinen Sinn. Oder sollte ich den Kopfhörerausgang meines ADI-2 DAC FS damit ersetzen?
Da nehme ich lieber autoeq.app oder squig.link und lass mir einen 7-Band EQ für den RME EQ erstellen.
@jan1973 Hatte ich auch so gedacht. Auch im mobilen bereich ist dass fehlerhaft!? Vielleich verpasse ich da ein Lösung, höre ich dann gerne!😉
also 300€ damit ein 150€ Kopfhörer besser klingt?
@Numitron Es gibt bedeutend teurere Kopfhörerverstärker ohne DSP und Korrektur.
@Markus Galla stimmt.
aber dann sollte wohl der Kopfhörer hochwertiger sein.
@Numitron Ähnlches geht mir auch durch den Kopf.
So richtig Sinn kommt da für mich mit höherwertigrn Kopfhörer auf, das gilt ebenso für alle anderen Kopfhörerverstärker von wem auch immer,
Es gilt hier sicher auch, anhören ob es gefällt, ob man eine Unterschied Richtung Verbesserung festellen kann. Egal ob dieses Gerät, oder Kopfhörer Verstärker von Lake People, SPL, RME usw.
Was mir fehlt ist ein digitaler Eingang, der würde die zusätzliche ADDA Wandlung einsparen.
Also, ankören.
@TomH USB-C = digitaler Eingang. Das entspricht wohl 99 Prozent der Anwendungsfälle der Zielgruppe. Die wenigen Leute, die digital auf einem Digitalmixer mischen mal ausgenommen.
@Markus Galla Nun ja, aber ich habe auch AES
@TomH Nun ja, aber ich habe auch AES, oder auch Dante in den Interfaces, das empfinde ich als flexibler.
Bin ich halt 1%. 😉
@TomH Ja, das ist dann wohl so. Wobei ich den ARC On Ear dann trotzdem per USB am Rechner hätte, um Einstellungen vorzunehmen, Presets zu wechseln usw. Dann kann ich den Sound auch gleich per USB C ausgeben lassen.
Ich glaube einfach, dass die Zielgruppe eine andere ist:
Mobile Anwender mit Laptop, die unterwegs arbeiten, Live Recordings machen, Broadcasts, Videoton für Reportagen usw.
Deshalb auch der integrierte Akku. Für das professionelle Tonstudio gibt es andere Lösungen und jemand, der dort mehrere Abhören zur Verfügung hat und nur gelegentlich eine Mischung auf Kopfhörern kontrollieren möchte, kann auch auf die zahlreichen Software-Lösungen setzen. Der wird sich kaum die Kopfhörer aufsetzen, die virtuelle NS10 laden und seine Mischung darauf machen.
Heimstudioanwender im Mietshaus können den ARC On Ear ebenfalls gut einsetzen. Da spielen die von dir gewünschten Features auch keine Rolle.
Dante spielt im Heimstudio keine Rolle, weil es anders als im Live-Bereich keine Vorteile bringt. Auch AES/EBU oder S/PDIF nicht. Die stammen aus der Zeit vor USB und Thunderbolt. Allein Dante hätte den Preis locker wegen der Lizenzen um mindestens 300€ nach oben getrieben und auch das sehr kompakte Format gefährdet. Vom höheren Stromverbrauch (Akku) mal ganz abgesehen.
Man sollte deshalb das ARC On Ear schon vor dem Hintergrund der Zielgruppe bewerten, alles andere wäre sehr unfair.
Imteressanter Ansatz für professionellen Kopfhörereinsatz.
Schade, schon wieder klein support oder App für meinen iPad. Wäre so schön gewesen! Ich benütze Cubasis und Aum und der iPad ist die Lösung um unterwegs zu arbeiden. Übrigens auch zu Hause.
Entschüldigung für mein Deutch, ist nicht mein Mutterspache!😎
@Johannezz Hi,
du kannst den ARC problemlos mit dem iPad verbinden. Du musst vorher nur am Computer die gewünschten Einstellungen vornehmen und im ARC als Preset speichern. Du hast fünf Speicherplätze zur Verfügung. Danach läuft der Kopfhörerverstärker autark und alles wird auf dem DSP berechnet.
Interessantes Konzept … Werde ich, glaube ich, echt mal ausprobieren. Schade ist ein wenig, dass man selbst die Anpassungen dann nur mit einem 3-Band-Equalizer vornehmen kann.
Eine Sache, die ich mich aber schon lange frage, ist sowieso, inwiefern Monitor- und Kopfhörerproduktion wirklich so gut genormt sind, dass verschiedene Modelle auch wirklich gleich klingen. Könnte es nicht doch sein – gerade bei Kopfhörern –, dass der 1 Jahr später produzierte DT 770 Pro doch etwas anders klingt als das Modell ein Jahr zuvor? Klar, die Grundabstimmung wird schon gleich sein …
@uelef nachdem der dt770 pro schon seit 1988 glaub ich auf dem Markt ist, wäre das arg.. jedes Jahr anderer Sound?
@Numitron So abwegig ist das nicht: Alleine fuer den Slate Audio VSX (was ja ein Audix ist), gibt es hier 5 verschiedene Korrektur profile fuer die verschiedenen Seriennummern.
Und ja, auch die Beyerdynamics sind nicht 100% konstant ueber 30/40 Jahre Produktion. So gut wie kein Elektromechanisches Geraet (Mikrofon, Lautsprecher, Kopfhoerer) ist das jemals ueber einen Produktionszyklus.
Ich benutze DT770/990 seit 30 Jahren im Studio und habe sie einige male durch neue Modelle (der selben Reihe) wegen verschleiss ersetzt, und der Klang hat sich tatsaechlich immer etwas veraendert.
Selbst bei Sennheiser hatten wird das. Materialien/Lieferanten werden geaendert, Produktionsmittel und Pruefmittel verschleissen und werden erneuert, Hoergewohnheiten im Markt aendern sich und der Hersteller reagiert darauf…
Alles ganz normal.
@uelef Bei Audeze gab es in der Vergangenheit durchaus Abweichungen. Ich erinnere mich an einen Artikel von Bob Katz zum LCD-X. Er war vom Demomodell sehr begeistert, vor allem vom präzisen Bass, der besser gewesen sei als bei seinem Stax. Das gekaufte Modell hörte sich dann leider anders an. Die Story ist über zwei Artikel gesplittet.
https://www.stereophile.com/content/katzs-corner-great-headphone-shootout-part-3
https://www.stereophile.com/content/katzs-corner-great-headphone-shootout-part-5-revisions
Meine Erfahrungen mit dem LCD-3: Ich liebte den Klang des Demokopfhörers mit Alcantara-Ohrpolstern. Ich kaufte den LCD-3, um dann festzustellen, dass es ihn nur noch mit Ohrpolstern aus Glattleder gab, was den Klang höhenlastiger machte und mir nicht gefiel. Deshalb bat ich die Firma, mir den Demokopfhörer zu verkaufen.
Ein Posting von einem technisch versierten Toningenieur fasst zudem gut zusammen, was man von Frequenzkorrekturen erwarten kann und wo die Limitierungen sind:
https://forum.rme-audio.de/viewtopic.php?pid=224606#p224606
Es ist fraglich, wie dieses Produkt die Hörqualität für so viele Kopfhörer wirklich verbessern will, wo doch schon ein leicht anderer Sitz auf dem Kopf den Klang merklich beeinflusst. Die Frage ist, wie gemessen wurde oder von wo die Daten überhaupt stammen.
Dass es nur einen 3-Band EQ für eigene Anpassungen gibt, mag vielleicht sogar ein Vorteil sein, weil schmalbandige Korrekturen über 2–3 kHz schwierig sind.
@tubeheat Zu den Messungen machen leider die meisten Hersteller keinerlei Angaben, die Hersteller von Kopfhörern nicht, die Hersteller von Korrektur-Software/-Hardware nicht. Das hat natürlich vielfältige Gründe:
– nicht jeder Mensch hört über Kopfhörer exakt gleich, da Kopfform, Ohrmuschel und Gehörgang unterschiedlich geformt/lang sind.
– für Kopfhörermessungen wird in der Regel ein Kunstkopf verwendet, der natürlich in Sachen Sitz der Kopfhörer und auch Klang zwar einen ungefähren Vergleich von verschiedenen Kopfhörern untereinander für die Messung ermöglicht, aber eben nicht, was den Klang angeht
Eigentlich würde ein Anwender-EQ überhaupt keinen Sinn machen, wenn jeder Mensch gleich hören würde. Doch schon aufgrund der oben genannten physiologischen Unterschiede muss es auch Unterschiede beim Hören geben. Diese kann man dann zumindest subjektiv ausgleichen.
Der Fairness halber muss man aber sagen, dass auch zwei Menschen, die im selben Raum an der exakt selben Position/auf selber Höhe vor denselben Studiolautsprechern sitzen, auch nicht dasselbe Klangerlebnis haben (auch hier gilt das oben Gesagte). Darüber hinaus ist Hören sehr subjektiv und von Erfahrungen geprägt, die sich im Laufe des Lebens verändern.
Insofern muss man unterm Strich festhalten, dass all das „Verbessern“ immer maximal einen Durchschnitt erreicht und eine sehr theoretische Komponente enthält, die in der Praxis nicht für jeden Menschen gleichermaßen eine Verbesserung darstellt.
Hallo,
Sehr gut gemachter Testbericht, Herr Galla. Vielen Dank dafuer!
Ich kann dem Test und Ergebnis in allen Punkten zustimmen. Da ich seit Jahrzehnten bevorzugt mit Kopfhoerern arbeite, wollte ich so eine Hardwareloesung schon immer haben. Also habe ich mir das ARC on Ear zugelegt und arbeite nun seit 2 Wochen professionell damit.
Am Regietisch in meinen Studio benutze ich seit Jahren einen THX AAA HP Amp (zuvor auch ein SLP Phonitor mini) mit HD800, HD650, MM-100, DT-770 und diversen EQ Korrekturkurven im Control room feature von Cubase: Klingt prima und funktioniert recht gut. Allerdings klebt der Sound noch immer am Ohr. Das ARC on Ear hilft sogar auch hier schon besser.
Aber: Der Mehrwert des ARC on Ear kommt fuer mich noch mehr zum tragen, an anderen Orten: Im Broadcaststudio fuer TV Live mixes ersetzt es mir die Lautsprecher und meine Mixes klingen nun sogar besser!
Kopfhoerer zum spielen/Aufnehmen von Keyboards, Synths, Digital Pianos und Orgeln machen darueber so viel mehr Spass! Sound editing fuer Keyboard patches fuer Live bands gelingt besser einfach weil alles mehr „natuerlich“ klingt. Muss man halt mal ausprobieren, es klingt zunaechst ungewohnlich, aber nach einiger Zeit will man nicht mehr darauf verzichten.
Klingt nun mein billlger DT genau so gut wie mein 2000,- HD800? Natuerlich nicht. Frequenzgang ist nicht alles, aber es hilft die Schwaechen zu nivellieren und macht das Arbeitswerkzeug kopfhoerer etwas neutraler und somit mehr hilfreich.
Ich habe das Gerät unbedingt haben wollen…und bei Thomann bestellt. Abär…
Zuerst das Positive: sehr guter Sound bei günstigen Kopfhörern. Bei meinem AKG K812 nur räumliche Verbesserung!
Und nun zur Kritik:
1.) Ein gleichzeitiger USB Betrieb mit einem Interface ist nicht möglich!
2.) Der Arc belegt die USB Resourcen am Win PC so, dass Midicontroller abgemeldet und nicht in einer DAW verwendet werden können.
3.) Die Qualität des Sounds ist somit abhängig vom Signal des Interfaces (Anschluss über Klinke)
4.) Das Laden vom Accu vom PC aus legt alle anderen Verbindungen lahm. Hier müsste zusätzlich ein extra Ladegerät angeschlossen werden.
Das ist nicht das, was ich mir in meinem Studio vorstelle.
Und die USB Problematik findet man leider in keinem Test!
Grüße
Carsten
@CarstenL Hi,
das scheint dann aber ein Windows-Problem zu sein. Bei meinem Mac geht das. Auch die Ladezeiten sind gut. Hängt an einem Hub.