Test: IK Multimedia iRig Keys 2 Pro, MIDI-Keyboard

19. Februar 2020

Zwei Mal 37 Tasten in Mini- und Vollversion

ik multimedia irig keys 2 pro

IK Multimedia iRig Keys 2 Pro, MIDI-Keyboard

Die kleinen kompakten Keyboard-Controller vom italienischen Hersteller IK Multimedia gehen mit iRig Keys 2 und iRig Keys 2 Pro in die zweite Runde. 37 Tasten, einmal normal groß, einmal als Mini-Version, hinzu kommen Drehregler, Pitchbend- und Modulationsrad sowie einige Anschlüsse für die Verbindung mit der Außenwelt. Viele Keyboarder brauchen live oder im Studio oft gar nicht mehr Features, da sollte IK Multimedia mit der zweiten Generation doch voll ins Schwarze treffen, oder?

Ausstattung der Controllerkeyboards

Bis auf die Tastatur sind die beiden MIDI-Keyboards technisch identisch. Zwar verfügen beide über 37 Tasten zum Spielen, der Unterschied liegt aber in der Art der Tastatur. Während die iRig Keys 2 Version mit Minitasten ausgestattet ist, kommt die Pro-Version mit normal großen Tasten daher. Entsprechend erklärt sich die unterschiedliche Größe der Gehäuse. Die Version mit Minitasten bringt es auf 518 x 139 x 40 mm, die Pro-Version, mit den normal großen Tasten, ist mit 605 x 212 x 64 mm in allen Ausmaßen leicht größer. Auch beim Gewicht gibt es einen Unterschied, wobei beide Varianten mit 0,87 kg (Keys 2) und 1,87 kg (Keys 2 Pro) noch in die Fliegengewichtsklasse gehören.

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Zum Drehen, Drücken und Steuern bieten die beiden Keyboards jeweils vier Drehregler plus einen Push-Encoder. Oktavierungs-/Edit- und Program-Buttons sind ebenso wie ein Lautstärkeregler, Pitch Bend und Modulationsrad vorhanden. Fast alle Tasten der „Klaviatur“ sind mit Parametern und Befehlen beschriftet, hier wird also einiges über Kombinationen aus SET-Taste und Klaviatur aktiviert, deaktiviert bzw. eingestellt.

Die Gehäuse der beiden iRig 2 Keyboards sind aus Kunststoff gefertigt und machen einen stabilen Eindruck. Die Bedienoberfläche ist leicht nach vorne geneigt, alle Ecken sind sauber abgerundet. Farblich hat IK Multimedia die Keyboards von weiß auf schwarz getrimmt, hinzu kommen rote Linien und eine grau-rote Schrift. Alles ist ausreichend groß beschriftet und gut lesbar.

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Anschlüsse, Tastatur und Software

Neben einem Pedalanschluss bieten die beiden iRig Keys 2 Keyboards einen Micro-USB-Anschluss sowie einen Kopfhöreranschluss im 3,5 mm Klinkenformat und jeweils einen MIDI-Ein- und Ausgang. Letztere sind im Miniformat mit 2,5 mm Anschluss ausgeführt, ein (!) Adapter auf 5-polige DIN-Verbindungen liegt den Keyboards ebenso bei wie zwei jeweils 60 cm lange Micro-USB/Lightning- und Micro-USB/USB-A-Kabel. Dass man bei der kleineren Variante auf Mini-MIDI-Stecker setzt, kann ich aufgrund der kompakten Gehäusemaße nachvollziehen, hier wäre einfach kein Platz für 5-polige MIDI-Buchsen gewesen. Es hätte im Jahr 2020 aber durchaus ein USB-C-Stecker sein dürfen, das wäre deutlich aktueller und weiterverbreiteter gewesen.

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Aus Herstellersicht ist auch nachzuvollziehen, dass man die nächstgrößere und technisch identische Version mit den gleichen Anschlüssen ausstattet, das spart natürlich Kosten. Nicht nur ich hätte aber auch hier einen USB-C-Port und DIN-Buchsen für MIDI vorgezogen, ausreichend Platz wäre bei der Pro-Version allemal gewesen. Strom beziehen die Keyboards über USB, grundsätzlich lassen sich die Controller aber auch Standalone, also ohne angeschlossenen Computer, nutzen. Hierfür ist aber ein externes USB-Netzteil notwendig.

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Die anschlagdynamische Tastatur der Pro-Version gefällt mir ausgesprochen gut. Sie besitzt einen guten Druckpunkt, die Tasten federn sauber zurück und man erhält sofort ein gutes Spielgefühl. Die Tastaturgeräusche sind im mittleren Bereich angesiedelt und klackern leicht, wenn man mit vollem Anschlag spielt.

Die Mini-Tasten-Version, ebenfalls anschlagdynamisch, ist gegenüber dem größeren Bruder deutlich schwammiger. Die Tasten fallen mit knapp über 8 cm Länge zwar nicht kleiner aus als bei Mitbewerbern, aber irgendwie stellt sich für mich kein gutes Spielgefühl ein. Hinzu kommt, dass die schwarzen Tasten am vorderen Ende extrem früh und steil nach unten abknicken, so dass weitere 7-8 mm fürs Spielen fehlen. Das hört sich zwar nicht nach viel an, fällt aber bei solchen kurzen Tasten trotzdem ins Gewicht. Hierdurch muss man die schwarzen Tasten relativ weit oben spielen und da fehlt dann wieder Tastenhub, um die Tasten gut spielen zu können. Hätte ich die Wahl, würde ich also stets zur Pro-Version greifen. Aftertouch bieten beide Tastaturen im Übrigen leider nicht.

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Wie bei allen IK Multimedia Produkten üblich, bekommt man einiges an Software mitgeliefert. Bei den beiden iRig 2 Controllern umfasst das Paket SampleTank 4 SE  für Mac und PC sowie SampleTank, iGrand Piano, iLectric Piano und Cubasis LE für iOS-Devices und iGrand Piano und iLectric Piano für Android-Endgeräte. Das klingt zunächst einmal nach viel kostenlosem Content, aber eine Vielzahl der Apps bekommt man grundsätzlich auch kostenlos, ohne dass man bei IK Multimedia ein Produkt kauft. Allerdings enthalten die o. g. Apps zumeist ein paar mehr Sounds als die Versionen, die man im App/Play-Store herunterladen kann.

SampleTank 4 SE für Mac/PC ist definitiv eine schöne Beigabe, die kostet bei Einzelkauf nämlich stolze 169,- Euro, also schon mehr als die Keyboards selbst. Für all diejenigen, die noch keine ultimative virtuelle Sound-Workstation auf dem Rechner haben, ein schönes Extra, das brauchbare Sounds mit sich bringt.

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Einsatz der MIDI-Keyboards

Der Anschluss an Mac-Computer und iPhone gelingt ohne Probleme und wird im zum Download bereitgestellten englischsprachigen Handbuch ausreichend erklärt, ebenso wie die grundsätzliche Inbetriebnahme der Controller. Alle Funktionen und Bedienelemente werden gut erklärt, hier kommen auch Anfänger gut mit klar.

Bis auf Pitchbend- und Modulationsrad kommen bei beiden Keyboards die identischen Bedienelemente zum Einsatz, d. h. nicht nur die Anzahl stimmt überein, sondern auch Größe, Form und Typ. Die beiden links neben der Tastatur untergebrachten Drehräder fallen bei der kleineren Version auch kleiner aus, sind sogar noch etwas schwergängier als bei Pro-Version. Beide Arten lassen sich aber sehr gut bedienen.

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Zum Steuern samt MIDI-fizierung lassen sich bei den beiden iRig 2 Keyboards alle fünf Drehregler programmieren, wobei der DATA-Knob zusätzlich mit einem zweiten MIDI-Control-Change-Befehl programmiert werden kann, der beim Drücken ausgelöst wird. Durch eine Zweifach-Belegung bzw. Umschaltung lassen sich die vier Drehregler doppelt belegen. Ob die Belegung Knob 1-4 oder Knob 5-8 aktiv ist, verdeutlicht der danebenliegende Button mit der 5-8 Beschriftung. Die Programmierung geht schnell von der Hand. Nach Eintritt in den EDIT-Modus (durch gleichzeitiges Drücken der beiden Oktavierungstasten) entscheidet man durch Drücken der Taste KNOB oder DATA, ob man mit dem Push-Encoder oder einem der Drehregler editieren möchte. Danach ggf. die Nummer des Drehreglers drücken, MIDI-CC einstellen, Enter, fertig.

Insgesamt lassen sich auf diese Art und Weise vier komplette Setups im iRig 2 Keyboard speichern, so dass man sich für vier unterschiedliche Einsatzgebiete, Apps o. ä. eigene Settings programmieren kann. Die Setups 1-4 lassen sich per Knopfdruck auf SET durchschalten, die danebenliegenden LEDs zeigen stets das aktuell gewählte Setup an.

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Durch Drücken der Oktavierungstasten lassen sich die 37 Tasten der Controller entweder um bis zu drei Oktaven nach oben oder vier Oktaven nach unten verschieben. Auch Transponieren lässt sich die Tastatur.

Die beiden PROGram-Tasten können mit MIDI-Program-Change-Befehlen belegt werden, so dass man hiermit Hardware/Software-Presets umschalten kann.

Ausgabe von Sounds

Sicherlich ein kleines Highlight bei den beiden Controller: Durch den integrierten Kopfhörerausgang, an den natürlich auch Aktivboxen oder ein Mischpult angeschlossen werden können, entfällt ein extra Audiointerface, was vor allem beim mobilen Einsatz oder auf der Bühne von Vorteil ist. Sowohl in Cubase als auch in GarageBand wurden die beiden Controller dann auch sogleich erkannt und konnten als Audioausgabegerät genutzt werden. Der Kopfhörerausgang produziert eine ausreichende Lautstärke und der Klang ist absolut tauglich für Bühne und Studio.

Fazit

Mit den beiden iRig 2 Controllerkeyboards legt IK Multimedia nach rund fünf Jahren eine zweite Version seines iRig Keyboards auf. Der Funktionsumfang wurde durch Hinzufügen von Drehregler, Push-Encoder und mehr deutlich erweitert und auch optisch hat IK Multimedia nachgebessert.

Der Einsatz der Controller ist problemlos möglich und der Preis mit 133,- Euro bzw. 149,- Euro für die Pro-Version auch angemessen. Die Tastatur der Pro-Version lässt sich gut spielen, die der Mini-Version fällt dagegen leider etwas ab.

Kritik müssen die Keyboards für einige Anschlüsse einstecken. Grundsätzlich ist es schön zu sehen, dass man dank der Kopfhörerbuchse ein separates Audiointerface einsparen und dass man an beiden Keyboards ein Pedal anschließen kann. Warum man allerdings weiterhin auf Micro-USB-Anschlüsse und Mini-MIDI-Ports (zumindest bei der Pro-Version) setzt, ist nicht ganz nachzuvollziehen.

Dennoch bekommt man mit den beiden iRig 2 Keyboards solide Controller, die sowohl im Studio als auch auf der Bühne gute Dienste verrichten.

Plus

  • gute Tastatur (Pro-Version)
  • kompaktes Design für den mobilen Einsatz
  • integriertes Audiointerface

Minus

  • kein Aftertouch
  • Micro-USB-Verbindung/Mini-Anschlüsse für MIDI

Preis

  • iRig Keys 2: 133,- Euro
  • iRig Keys 2 Pro: 149,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    bluebell  

    Ich nehme dann kostenfrei ein iRig Keys 2 Pro ohne Sample Tank. Die Versandkosten begleiche ich mit den 20 EUR Guthaben.

  2. Profilbild
    oldwired

    Midi In/Out ist schonmal gut. Vielleicht kommt jetzt auch bald ein neues iRig Keys I/O mit Midi.

  3. Profilbild
    vssmnn  

    Ich begreife nicht, warum die immer noch bei neuen Produkten auf diesen frickel USB-Anschluss setzen

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