Test: IK Multimedia, iRig MIDI & SampleTank für iOS, MIDI Interface für iPhone, iPod Touch und iPad

Evoziert

Das iRig MIDI gibt sich im alltäglichen MIDI-Betrieb kein Blöße. Um jedoch das subjektiv positive Gefühlt zu bestätigen, wurden mit dem App Music Studio von Alexander Gross einige Messdaten ermittelt. Da Music Studio sowohl eine softe MIDI-Thru Option, als auch einen Niedrig-Latenz-Modus bietet, konnten einige praxisnahe Daten im bewährten Loop-Verfahren ermittelt werden. Dabei wurden mehrere Messdurchgänge durchgeführt, welche die Ergebnisse hinreichend bestätigten. Die Grundlatenz des Loops von 5ms bei dem verwendeten Focurite Saffire LE -Interface muss dabei von den Messergebnissen zum iRig abgezogen werden. Die Grafik zeigt diese Werte.

iRig MIDI Latenzen - Nullpunkt liegt bei der Saffire Messung

iRig MIDI Latenzen – Nullpunkt liegt bei der Saffire Messung

Daraus ergibt sich eine Latenz von ca. 4,5ms für das iRig im Soft-Thru Modus im Looptest. Da der Hard-Thru Port die Daten nur elektrisch weiterreicht und nicht verarbeitet, ist die Latenz mit ca. 0,4ms vernachlässigbar. Der Line6 MIDI Mobilizer I liegt zwar weit abgeschlagen, ist aber mit einer Latenz von 15ms im Looptest immer noch absolut praxistauglich. Für das separates Senden und Empfangen halbieren sich die Latenzen entsprechend. Auch was die Kompatibilität angeht, gibt es nichts zu bemängeln. Sämtliche getesteten CoreMIDI-Apps kommunizierten problemlos mit dem iRig. Auf ihrer Homepage stellen IKM auch eine immer länger werdende Liste von Apps zur Verfügung, die schon mit dem iRig getestet wurden.

Perzipiert

Es bleiben noch zwei wichtige Themen für den Einsatz im Studio. Das eine ist das Betreiben des iRigs, während es den iTouch mit Strom versorgt. Die allermeisten Laptops und Computer, USB-Hubs und -Ladegeräte mit Netzteil sowie die iTouches selbst haben keine zureichende Erdung ihrer USB-Ports. Deswegen wird bei gleichzeitigem Laden und Abgriff am Kopfhörerausgang der iTouches eine Brummschleife erzeugt, die deutlich hörbar ist. Dagegen hilft nur ein akkubetriebenes USB-Ladegerät oder eines mit ordentlicher Abschirmung im Netzteil. Das USB-Ladegerät des iPads ist bisher das einzige dem Autor bekannte, das keine störenden Nebengeräusche verursacht und kann daher nur empfohlen werden. Wenn man kein iPad sein Eigen nennt, ist es mit 30 Euro nicht gerade billig in der Anschaffung. Sollten unseren Lesern noch andere störungsfreie USB-Ladegeräte bekannt sein, wären wir für einen Kommentar dankbar.

iRig am iPod

iRig am iPod

Das andere Thema ist Kabelersatz. Das iRig verfügt zwar über drei MIDI-Ports, es werden aber nur zwei Kabel mitgeliefert. Woher also nehmen? Die einzige Antwort ist bisher, sich diese selber zusammenzulöten oder im IKM eigenen Online-Store zu kaufen. Hier kann ein MIDI-Kabel für 7,99 Euro nachgekauft werden. Durch die Registrierung des iRig kann sogar noch ein JamPoint-Rabatt von 50% bei Hardwarekäufen eingelöst werden. Allerdings kommt auf der anderen Seite  aber noch die italienische Mehrwertsteuer von 21% zusätzlich zum Grundversand von 15 Euro hinzu. Das bedeutet insgesamt ca. 25 Euro für ein MIDI-Kabel.
IKMs Engagement ist allein schon sehr lobenswert, denn es gibt bisher keine weiteren Anbieter. Doch leider sind die Bestellkosten so hoch, dass schon beim Nachkauf von einem Satz, d.h. drei neuer MIDI-Kabel (47,15 Euro) ein neues iRig MIDI eine überlegenswerte Alternative ist.

Fazit

Das iRig MIDI ist ein erstklassiges CoreMIDI-kompatibles iTouch MIDI-DIN Interface, das nicht nur voll und ganz in der Praxis überzeugt, sondern auch zeigt, dass sich IKM sinnvolle Gedanken gemacht haben. Ja, die kleine USB-Buchse macht den Unterschied, denn durch sie wird in dieser Preisklasse das uneingeschränkte Arbeiten mit dem iPad und MIDI-Hardware überhaupt erst möglich.
Der Mobilizer II und das I-MX1 sind dagegen nur Tech-Updates des Mobilizer I – ein Ausruhen auf Bewährtem, das sich nun gewaltig rächt. Der USB-Ladeanschluss des iRig MIDI sollte Line6 und Yamaha dazu veranlassen, den Mobilizer 3 und das I-MX2 herauszubringen, denn das iRig hat nun ihre derzeitigen Produkte in großem Bogen überrundet.

Plus

  • USB Ladeanschluss
  • Verarbeitung
  • harter MIDI-Thru
  • sehr flink
  • lange MIDI Kabel

Minus

  • -

Preis

  • UVP: 65,44 Euro
  • Straßenpreis: 49,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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        okaluza

        Dann sollte man bei einer so späten Veröffentlichung mehr auf die Aktualität achten…

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          Markus Schroeder  RED

          mal abgesehn davon dass Sampletank V1.1 keines der angesprochenen Probleme behoben hat, habe ich keinen Einfluss auf den Veröffentlichungsplanung von Amazona.

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            okaluza

            Das stimmt natürlich. Mein Kommentar war auch eher an AMAZONA gerichtet. Eine wesentlich Änderung hat es aber doch gegeben: es gibt jetzt ein iPad Version.

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    feelKlang

    Ich bevorzuge eine adhock MIDI Core Wifi Verbindung. Keine zusätzlichen Kabel, keine zusätzliche Kosten etc.

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      Markus Schroeder  RED

      Ja, für die Verbindung mit dem Computer ist ein iRig MIDI, iConnect etc. keineswegs notwendig.

      Für die direkte Anbindnung an Klangerzeuger die nur einen MIDI-DIN Eingang haben allerdings schon.
      :)

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