Test: Image-Line Sakura

12. März 2011

Image-Line Sakura

Sakura ist ein String-Synthesizer von Image-Lines Softsynth-Mann-für-alles Maxx Claster. Das Plug-in für alles gut, was mit der Synthetisierung von gezupften, gerissenen, geschlagenen und gestrichenen Saiten zu tun hat. Der Name Sakura wurde von der japanischen Kirschblüte entliehen, die für jenes Land das Symbol für Schönheit, Perfektion und Vergänglichkeit schlechthin ist. Während der Hanami-Feiern in der Kirschblütenzeit erreicht sie ihre Vollendung, indem sie in größter Schönheit zu Boden fällt und vergeht. Ob Maxxs Sakura nun dem hohen Ideal nun entsprechen kann oder als Mauerblümchen verwelkt, lesen Sie in diesem Test.

Kirschblüten bestäuben

Das Plug-in ist in den Formaten VST und AudioUnits für Mac und PC erhältlich und natürlich für das hauseigenen FL-Studio Format. Es kann ausschließlich über den Online Shop von Image-Line zu einem Preis von $99 erworben werden. Nach dem Kauf sollte die Aktivierung automatisch im Image-Line Konto des Käufers erscheinen. Sollte das nicht der Fall sein, hilft der Support über das Ticket-System der Rechnungs-E-Mail schnell weiter.
Danach lässt sich der Installer sowie die notwendige Registrierungsdatei herunterladen. Das Installationsprogramm installiert nicht nur das Plug-in, sondern auch den Image-Line Download Manager im Programmverzeichnis des Rechners. Diesen ruft man nun auf und wählt über „Options“  den Menüpunkt „Register from regcode file…“ aus und wählt dann die heruntergeladene „FLRegkey.Reg“-Datei aus. Damit ist das Plug-in autorisiert. Im Test des Sawer Plug-ins von Image-Line bei Amazona (Verweise am Ende) hatte ich schon die Unübersichtlichkeit des Autorisierungssystem stark kritisiert und verweise deshalb dorthin, um das Ganze nicht noch mal aufrollen zu müssen.
Dem Plug-in liegt auch ein englischsprachiges PDF bei, das mit sechs Seiten erfreulich kurz ist, aber sich auch nur auf das Allerwesentliche beschränkt. Ein paar Erläuterungen mehr hätten dem Verständnis der Materie sicherlich gut getan. Auf der anderen Seite stellt Sakura durch den Verzicht auf Untermenüs oder -seiten auch keine unüberwindbaren Anwendungshürden auf.
Als Systemkompatibilität wird OSX 10.4 und 10.5 sowie Windows XP, Vista und 7 angegeben.
Mac mit PPC Prozessor dürfen sich ebenfalls noch mit an der Kirschblüte erfreuen. Sakra lief aber auch einwandfrei und OS X 10.6.

Image-Line Sakura - keine Untermenüs

Image-Line Sakura – keine Untermenüs

Hanamiparameter
Für die Japaner bedingen diese Parameter üblicherweise den ausgiebigen Genuss von Sake und Biiru in geselligem Kreis auf einer ausgebreiteten Decke auf dem Boden, idealerweise unter einem Kirschbaum während der Kirschblütenzeit.
Bei Maxxs Sakura bezeichnet Hanami den String-Modelling Prozess, der sich in die Bereiche Touch, Vibration, String Integration, Resonanz und Akustik gliedert.

Touch bezeichnet mechanischen Erregungskontakt oder -impuls für eine Saite. Diese wird dadurch  zum Schwingen angeregt. Der Impulse simuliert Spielarten wie Zupfen, Reißen, Anschlagen, Streichen, Halten oder Antippen. Exciter ist der erste Parameter der Touch-Sektion, der die Stärke der Bedienweise der Saite simuliert, die Ursache der Saitenvibration. Der Click/Noise-Regler blendet zwischen den geschlagenen und gestrichenen Spielweisen um. Noise-Rate bestimmt den hohen Frequenzanteil des Rauschens und kann auch einzeln gehört werden.
Die nächste Sektion ist HiCut. Hier werden die Feinheiten der Spielweise eingestellt. Ob die Saite mit einem Plektrum oder mit den Fingern angeschlagen, gestrichen oder gekratzt werden soll, wird mit Hilfe des Cut-Off-Parameter des HiPass-Filter festgelegt. Resonanz und Overdrive bieten weitere Klangfarben an. Der HiCut bietet auch noch eine ADS-Hüllkurve. Die Release-Zeit wird in der Vibration-Sektion eingestellt. Der Low-Cut Filter mit Cut-Off- und Resonanzparameter bildet den Abschluss.

Vibration ist Sakuras duales Saiten-Modell. Die Parameter Dämpfung, Spannung, Kontaktposition und Saitenbeschaffenheit sowie das Übersprechverhalten werden hier geregelt.  
Die Vibration-Sektion teils sich in drei Hauptbereiche. Im String 1&2-Bereich wird die Decay-Zeit, die Phasenlagen beim Erregen der Saiten und deren anschließende Dämpfung festgelegt. Das Decay-Zeitverhältnis zwischen beiden Strings, dem Dämpfungs-Offset und dem Parameter zum Auswählen des ganzzahligen Frequenzverhältnisses von String 2 zu String 1, findet sich ebenfalls hier. Das Frequenzverhältnis ist ganzzahlig und kann zwischen 1:4 und 4:1 gewählt werden. Die Auswahl ist etwas versteckt und tatsächlich das einzige Untermenü.

Die Saiten-Übersprechung mixt die Dual-Saiten, verteilt sie im Panorama und belegt sie mit einer Lautstärkehüllkurve, um besagte Interaktion zwischen zwei Saiten zu simulieren. Die Stereobreite ist hier ebenso einstellbar wie die Lautstärke-Balance zwischen Saiten 1 und 2. Ein Distortion-Parameter nach analoger Art kann ebenfalls bei Bedarf eingesetzt werden und klingt sogar recht gut, wenn man es nicht übertreibt.

Klangbeispiele
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