Test: InEar StageDiver SD-4, Monitoring System

Praxis

Für den geübten Inear-Benutzer wird die erste Inbetriebnahme keinerlei Probleme mit sich bringen, dem Novizen sei empfohlen, die Ohrhörer mit einer kleinen Drehbewegung in der Ohrmuschel zu platzieren. In Kombination mit dem passenden Stück Gummi-Ohrpass sitzt das System wirklich ganz hervorragend und lässt kaum einen wahrnehmbaren Unterschied zu einer Maßanfertigung aufkommen. Auch durch wilde Kopfbewegungen in alle nur denkbaren Richtungen lassen sich die Ohrhörer nicht aus ihrer fixierten Position bewegen. Lediglich ein Gitarrengurt, der auf einem nicht fixierten Anschlusskabel aufliegt, schafft es, das System aus seiner optimalen Position zu bringen. Die Lösung: Kabelführung über dem Gitarrengurt.

Verarbeitungstechnisch gibt es bei dem InEar StageDiver SD-4 absolut gar nichts zu bemängeln, im Gegenteil. Jedes einzelne Element ist in deutscher Handarbeit penibel genau gefertigt und muss schlicht mit dem Adjektiv „perfekt“ tituliert werden.

Inear StageDiver SD-4 Zubehör

Inear StageDiver SD-4 Zubehör

 

OK, werfen wir noch mal einen Blick zurück und schauen inwieweit die Firma Inear ihr Ziel erreichen möchte. Da wäre zu einen die zu erreichende Lautstärke, die genügend Reserven bieten muss, um auch auf einer lauten Bühne bestehen zu können. Hier ist sofortige Entwarnung angesagt, da das System aufgrund der geringen Impedanz von 23 Ohm bei Bedarf einen Ausgangsschalldruck von 120 dB entwickeln kann. In Kombination mit einer Außengeräuschdämmung von circa 26 dB wird es hier zu keinerlei Problemen kommen.

Eine weitere Zielsetzung war die plastische Abbildung eines jeden Instrumentes innerhalb des Bandgefüges. Hier hat die Version 4 gegenüber seinen Vorgängern wohl am meisten zugelegt. Es ist unglaublich, wie hoch die räumliche Auflösung und Tiefenstaffelung mit diesem System fortgeschritten ist. In der Tat hat jedes Instrument seinen favorisierten Frequenzbereich, in dem es eindeutig zu orten ist. Zudem wird der räumliche Anteil des Signals in einer sehr hohen Qualität abgebildet, wie ich sie bisher nur von Kunstkopfaufnahmen her kannte.

Dabei wurde erneut darauf geachtet, den Mittenbereich aus „Billig-HiFi“ Gründen nicht zu stark abzusenken, um dabei den berüchtigten Badewannen-Frequenzgang zu generieren, wie es gerne bei Discount-Ohrhörern angewendet wird. Der Gesamtklang gestaltet sich wohltuend offen, ist frei von jeglicher Form der Peak-Kompression und ermöglicht es tatsächlich jedem Musiker, sein Instrument seinen persönlichen Vorlieben entsprechend aus dem Bandkontext zu lösen, ohne dabei den Bezug zur restlichen Band zu verlieren.

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