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Test: Intel Atom Netbooks

(ID: 2740)

Um nun ein Netbook musikertauglich zu bekommen, sind zunächst alle Schritte notwendig, die auch bei jedem anderen PC notwenig sind:

1. Prozessorzeitplanung in der Systemsteuerung/System auf Hintergrunddienste stellen
2. Visuelle Effekte auf Optimale Leistung stellen
3. Nicht zwingend benötigte Dienste und Programme deaktivieren (z.B. Automatische Updates, Systemklänge)
4. Speedstep deaktivieren (z.B. mit Rightmark CPUClock)
5. ASIO4ALL WDM-Treiber oder richtiges ASIO-Audio-Interface installieren
6. Beim Akoya haben wir zusätzlich Bildschirmschoner, Hintergrundbild und Netzwerk deaktiviert und die Auslagerungsdatei auf eine feste Größe gesetzt

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Test: Intel Atom Netbooks

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Für unseren Test haben wir uns für ein EMU TrackerPre mit USB 2.0 Schnittstelle und alternativ für den ASIO4ALL Treiber entschieden, wobei letzerer bekannt ist, um über konventionelle WDM Devices ein Kernel-Streaming für niedrige Latenzen zu erreichen. Zusätzlich haben wir ein Feld-Wald-und-Wiesen USB Masterkeyboard angeschlossen.

Die Installation und der Betrieb des ASIO4ALL Treibers funktionierte tadellos, die Performace ließ allerdings zu wünschen übrig. Latenzen unter 512 Samples waren nur mit Audioaussetzern zu erreichen – für Echtzeitspiel von virtuellen Instrumenten schon etwas zu viel. Für ernsthaftes Recording sind die On-Board-Soundkarten qualitativ generell nicht geeignet, also scheidet diese Variante für uns aus. Die Treiber des TrackerPre konnten hingegen eine bessere Performance erreichen und liefen stabil mit 256 Samples, welche bei 44,1 kHz ungefähr 6 ms Ausgangslatenz bedeuten.

2_links.jpg

Zum Test haben wir Cubase SX 3 intalliert, welches sich mit der hier gebotenen Auflösung von 1024×600 Pixeln auch noch einigermaßen gut bedienen lässt. Simples Audio-Aufnehmen und Abspielen funktioniert genauso gut wie ein kleiner Hall, hier und ewas EQ dort, und das auch bei 16 bis 20 Monospuren. Beim Einsatz von Software-Instrumenten kommt der Atom aber sehr schnell ins Straucheln. Schon drei Stimmen des Freeware PlugIns TAL U-NO-62 bringen den Atom auf 90% Prozessorlast – Sie können ja mal mit Ihrem System vergleichen.

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Vor allem stellt sich bei unserem Test heraus, dass der Atom zwar unterm Strich bei vielen ’normalen‘ Anwendungen schneller ist als der Celeron ULV, er jedoch in der für Audioanwendungen so wichtigen Floating-Point-Leistung stark abfällt. So ist ein Centrino mit einem älteren 1,5 GHz Pentium M um Längen (etwa Faktor 2.0 bis 2.5) schneller was Audioperformance angeht und kann vom Stromverbrauch des Gesamtsystems mit etwas manuellem Tuning in ähnlichen Gefilden mitspielen.

3_rechts.jpg

Fazit
Es bleibt für den Musiker also doch empfehlenswert, noch auf die Centrino 2 Platform mit Montevina Platform zu warten und dort die Ultra-Low-Voltage Versionen der neuen Intel Prozessoren mit 45nm Fertigung zu nutzen, um eine für Audioproduktionen ausreichende Leistung bei gleichzeitig geringem Stromverbrauch zu erhalten. Alternativ wäre auch eine Kombination aus AMDs 790G Chipsatz mit dem AMD Athlon 64 2000+, die ebenfalls Leistung mit geringer Stromaufnahme verbindet. Ob sich diese beiden Chipsätze samt CPU allerdings auch in ein kleines Netbook dimensionieren lassen, steht noch offen.
Zum Anschluss externer Festplatten sollte ein modernes potentes Notebook nach Möglichkeit über einen eSATA Port verfügen, und auch ein DVI oder HDMI Port ist zum Betrieb eines zweiten Monitors ratsam.

PLUS
+ kompakt
+ leicht
+ helles 10″ Display
+ Tastatur
+ VGA und USB 2.0
+ 80 GB Festplatte
+ 1 GB RAM
+ für Internet und Office ausreichend
+ für einfaches portables Recording ausreichend
+ W-LAN
+ Windows XP

MINUS
– Atom Floating Point Audioperformance
– Chipsatz benötigt die meiste Leistung
– unterdimensionierter Akku (Lieferumfang)
– Mauspad ragiert ab und zu mit Sprüngen
– Lüfter ist für gute Mikrofonaufnahmen leiser Signale zu laut

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Über den Autor
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    „Prozessorzeitplanung in der Systemsteuerung/System auf Hintergrunddienste stellen“

    Immer wieder schön, diesen „Tipp“ zu lesen – dieser Mythos hält sich hartnäckig seit den 90ern ;-)

    Ich hatte die Gelegenheit, den Eee PC 901 einen Tag lang zu testen und bin, was Softsynths anbelangt, zu besseren Resultaten gekommen. Allerdings hatte das Gerät 2 GB. Wichtig: Als Defaulteinstellung laufen die Asus-Netbooks zunächst auf Sparflamme, muss man die maximale Geschwindigkeit schon explizit aktivieren.
    Im Übrigen fand ich den Ansatz des Artikel etwas praxisfremd: Wer um Himmels willen installiert denn Cubase SX auf einem Netbook? Hier sind schlanke Programme wie Reason, Reaper oder Energy XT angesagt. Jedenfalls konnte ich mit Energy XT, Stylus RMX und Atmosphere schon ein paar Spuren rausholen. Auch mit Reason kam man weit genug, um unterwegs Songideen mit Bass, Fläche, Drums und Melodie zu skizzieren. Dass man auf dem Netbook keine orchestralen Arrangements fahren kann, versteht sich von selbst. Aber für reduzierte Dinge sind die Dinger schon gut zu gebrauchen – jedenfalls der 901er.

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ich hätte auch cubase SX installiert, weil es einfach besser als reason ist ;) aber ich frage mich, wie man cubase auf legale weise ohne USB-dongle instlaliert bekommt ;) kleiner scherz am rande…
    guter test, da ich mir auch ein medion akoya zulegen werde!

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Wo ist denn der Dongle auf dem Bild, wo das Notebook zusammen mit Cubase zu sehen ist.. ts ts.. =)

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      na das ist ja mal wieder typisch … :-D

      wir haben lediglich vor dem foto alle kabel und stecker abgezogen um das foto zu machen. vorher war der dongle natürlich dran!!!

  4. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Die CPU unterstützt defako KEIN 64bit. Dieses Feature hat nur die Desktopvariante der CPU.

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Cubase LE kann man schon überall installieren, für Test reicht das…

    Aber für mich wäre interessant, wie solche kleine Computer mit USB-Audiointerface arbeiten kann, und zwar nur Aufnahme. D.h. virtuelle Instrumente sind mir egal, aber von 8 Mikro möchte ich gerne aufnehmen. Kann Netbook das oder wird sein CPU oder USB mit solchen Datenstrom überlastet? Leider gibt Artikel auf diese Frage keine Antwort…

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      Acht Spuren Aufnahme haben wir nicht getestet, aber das sollte eigentlich tendenziell machbar sein. Um sicher zu sein muss man es ausprobieren.

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