Test & Interview: OTO machines BAM, Hall-Effektgerät

Georg:
Trägst Du einen Bart?

Denis:
(lacht) Nein! Du beziehst Dich sicher auf das „Reverb Beard“ Posting auf dem Valhalla DSP Forum. Die Valhalla DSP Webpage ist eine großartige Quelle von Informationen und begeistert mich immer wieder. Die Plug-ins von Valhalla klingen wirklich gut und sind ihren Preis wert. Ich habe großen Respekt vor Sean Costello von Valhalla DSP.

Georg:
Ein Großteil der Magie der Vintage Reverbs wird auf dort verwendeten Modulationen zurückgeführt. Die Abgriffe der Verzögerungsleitungen werden zeitlich variiert, um metallisch klingende Resonanzen zu vermeiden oder ansonsten instabile Rückkopplungsschleifen unter Kontrolle zu bringen. Benutzt Du solche Modulationen in dem Algorithmen von BAM? Oder ist der vom User in 4 Stufen schaltbare Chorus einfach nur als normaler Chorus nach dem Hall geschaltet?

Denis:
Es gibt zwei verschiedene Arten der Modulation in jedem der BAM Algorithmen. Der User kann die Tiefe dieser Modulation mit dem Chorus-Parameter verändern (so wie man es auch beim Lexicon 224 und später findet). Es ist also kein Chorus-Effekt hinter das Reverb geschaltet, sondern es findet eine Modulation der Verzögerungsleitungen statt.

Georg:
Hattest Du ein spezielles Gerät als Vorbild für den Non-Linear Algorithmus verwendet? Für mich klingt er sehr speziell und unterschiedlich zu allem, was ich bisher so gehört habe.

Denis:
Nein, ich hatte kein Vorbild. Der Algorithmus basiert auf einem FIR (Finite Impulse Response) Filter und nachgeschalteten Diffusoren. Ich wollte für diesen Algorithmus etwas Neues und Spezielles haben. Ich weiß nicht, wie die Non-Linear Algorithmen von anderen Vintage Reverbs gebaut waren, aber ich nehme an, dass sie einen ähnlichen Ansatz verfolgt haben.

Georg:
Einer der Algorithmen heißt „Primitive“. Ich nehme an, dass dies eine 1:1-Umsetzung der Ideen von Schröder ist (oder ähnlich diesen). Hast Du jemals solche Algorithmen in einem kommerziellen Hallgerät gesehen oder gehört? Ich habe versucht, etwas ähnlich „primitives“ in den Hallgeräten zu finden, die ich hier im Studio stehen habe. Ohne Erfolg. Sie klingen meistens „besser“. Die besten Kandidaten wären noch die Dynacords DRS 78 und DPR 16, aber diese sind nicht so flexibel und klingen einfach nur dumpf und nicht „primitiv“.

Denis:
Der „Primitive“ Algorithmus ist eigentlich keine 1:1-Umsetzung der von Schröder vorgeschlagenen Struktur, aber er ist sehr ähnlich. Der Schrödinger Algorithmus hat einen schlechten Ruf bei DSP Entwicklern aus der Hallgeräteindustrie. Er stammt aus dem ersten Artikel, in dem eine digitale Hallstruktur beschrieben wurde. Der Artikel wurde 1961 veröffentlicht. Schröder hatte damals keine Möglichkeit, seinen Algorithmus zu hören. Die Computertechnologie war zu dieser Zeit einfach noch nicht so weit und sehr eingeschränkt. Aber es ist der Vater der digitalen Hallerzeugung.

Ich denke, dass die ersten Hallgeräte (EMT250, Quad-Eight CPR16 and Lexicon 224) als digitale Echtzeit-Audio-Computer entwickelt wurden, um mit ihnen den Schröder-Algorithmus auszuprobieren und zu hören. Aber da sich der Schröder-Algorithmus als nicht gut genug herausstellte, haben die Entwickler den Algorithmus verbessert (EMT250) oder ihre eigen Strukturen entwickelt (wie z. B. die Rückkopplung im Algorithmus vom Lexicon 224).

Eines Tages rief mich ein guter Freund an, er mischte gerade eine Band in einem alten Studio in Paris. Er benutzte ein sehr seltenes Hallgerät: einen Quad-Eight CPR-16. Er war in den Sound verliebt, obwohl (oder gerade weil) es ein grobschlächtiges Hallgerät war. Ich hatte nie zuvor ein CPR-16 gesehen, aber als ich es gehört habe, habe ich etwas Wichtiges erkannt: Ein gutes Hallgerät für Pop oder elektronische Musik muss nicht realistisch oder dicht klingen. Wenn man den Klang des Gerätes alleine hört, so ist er ungehobelt und nicht so gut wie der Klang eines EMT oder Lexicon Gerätes. Aber er fügt sich perfekt in den Mix ein. Die Kiste hat jede Menge Fehler, es kommt zu klingelnden Resonanzen, die Hallfahne ist metallisch gefärbt, aber überraschenderweise klingt es sehr musikalisch!

Aus diesen Gründen habe ich dann den „Primitive“ Algorithmus im BAM eingebaut.

BAM Negativ

Georg:
Wie lang ist die maximale Hallzeit der verschiedenen Algorithmen beim BAM? Das Lexicon 224 geht hier bis 70 Sekunden, das EMT 250 war hier limitiert. BAM kann sehr lange Hallzeiten erreichen.

Denis:
Das hängt vom Algorithmus ab, aber es sind wohl so um die 10 Minuten. Einige Anwender haben mich gebeten, das Verhalten des Reverb-Time-Reglers zu optimieren. Sie fanden die erste Hälfte des Regelweges interessant, aber dann mit einem großen Sprung zu langen Hallzeiten in der zweiten Hälfte. Ich werde also das Verhalten anpassen und die maximale Hallzeit verringern.

Georg:
Um was genau handelt es sich beim Chorus-Algorithmus? Ich finde ihn recht speziell, wenn man perkussive Signale damit bearbeitet. Ein wenig wie ein Non-Linear-Algorithmus mit einem Wackler (lacht).

Denis:
Der Chorus-Algorithmus ist ein 8-stimmiger Chorus (4 Stimmen gehen nach links und 4 Stimmen nach rechts) mit Rückkopplung, Tiefpass- und Allpass-Filtern. Wenn man den Reverb-Time-Regler ganz nach links dreht, so bekommt man einen 8-stimmigen Chorus, mit größerer Reverb-Time bekommt man eine Art Feder-Tonband-Phasing-Hall. Mir gefällt er gut mit Klavier oder Gesang, das bringt so einen künstlichen und aufgesetzten 70er Sound. Super, dass er Dir auch mit perkussiven Signalen gefällt.

Georg:
Wie hast Du die regelbaren Parameter bei BAM festgelegt? Folgst Du dort irgendeinem Vorbild? Weder das EMT 250 noch das Lexicon 224 haben einen SIZE-Parameter, aber das Quad Eight CPR-16 hatte einen solchen.

Denis:
Das CPR-16 hat einen SIZE-Regler mit 8 Stellungen. Ich glaube, er verändert die höchste Adresse der RAM Chips, die für die Kammfilter verwendet werden. Der SIZE-Parameter beim BAM regelt einfach die Taktfrequenz des DSP. Keine sehr seriöse Lösung, aber mir hat es gefallen. Es ist dem DELAY Regler beim BIM sehr ähnlich. Ich wollte nicht so viele regelbare Parameter für BAM haben. Die Regler sind mit den oft benutzten Funktionen belegt, das was über das Menu erreichbar ist, sind die eher selten genutzten Funktionen. Da BAM aus der Reihe von drei Geräten kommt (BIM, BAM & BOUM) war ich mit der Anzahl Regler und Menüparameter beschränkt. Aber genau diese Limitierung hat mir geholfen, nicht zu viele Funktionen in BAM reinzupacken.

Georg:
Kann man mit einem Upgrade die Verzerrung auch auf das trockene Signal anwendbar machen?

Denis:
Es ist leider nicht möglich, dem trockenen Signal Verzerrungen hinzuzufügen. Die Verzerrung ist analog realisiert und wird nur vom Hallsignal durchlaufen.

Georg:
Die Chorus-Modulation kann nur in vier Stufen geregelt werden. Hast Du schon über eine Verfeinerung dieser Stufen nachgedacht?

Denis:
Einige Anwender haben nach mehr Modulations-Abstufungen gefragt. Das ist leicht zu ändern. Ich werde es bei der nächsten Firmware einbauen.

Georg:
Rein aus technischem Interesse: Welcher Chip wird im BAM verwendet? Wie ist die Bit-Auflösung und die Taktfrequenz der AD/DA-Wandlung? Wie ist die interne Auflösung?

Denis:
BAM hat 2 Prozessoren. Der erste ist ein Microchip DSPIC33 (16 Bit) mit einem 24 Bit CODEC. Das Signal wird auf 16 Bit reduziert, dies klingt meiner Meinung nach fast genau so wie die alten Wandler, die in den frühen digitalen Hallgeräten verwendet wurden. Der DSPIC berechnet das Pre-Delay, die Eingangsfilter, die Diffusoren und einiges mehr. Der zweite ist ein SPIN FV-1 (dieser Chip wurde von Keith Barr entwickelt, dem Gründer von Alesis). Der FV-1 arbeitet mit 24 Bit, aber ich habe dies auf 20 Bit beschränkt, um so die CPUs der älteren Hallgeräte zu simulieren. In diesem Chip wird die Hallfahne berechnet. Nach dem FV-1 folgt noch einiges an analoger Bearbeitung. Im Vergleich mit anderen DSPs oder Mikrocontrollern war der Klang des FV-1 dem Klang der frühen digitalen Hallgeräte am nächsten. Es ist eine eher ungewöhnliche Methode, ein Hallgerät im Jahre 2016 zu entwerfen, aber ich war mit dem Klang sehr zufrieden (und unsere Kunden sind es auch).

Georg:
Habe ich richtig beobachtet, dass BAM zwar ein Stereo ist, aber kein True-Stereo?

Denis:
Genau. BAM ist kein True-Stereo Hallgerät.

Georg:
Du hast zwei Produktionschargen BAM schon verkauft (herzlichen Glückwunsch) und Charge drei ist angekündigt. Wieviele Geräte sind jeweils in einer Charge?

Denis:
Jede Charge besteht aus 250 Geräten, wir haben also 500 BAM bisher verkauft. Weitere 130 Geräte aus der nächsten Charge sind bereits verkauft (Stand Anfang Februar).

Georg:
Denis, vielen Dank für Deine Zeit und die großartigen und detaillierten Antworten.

Denis:
Keine Ursache. Es war mir eine Freude, diese Informationen mit einem Hardwarefreak wie Dir zu teilen.

Klangbeispiele

Erster Eindruck

Zum ersten Kennenlernen wurde ein Pattern der Korg Minipops 7 von 1973 durch den OTO machines BAM geschickt und alle zwei Takte das Preset am BAM umgeschaltet. Am Anfang hört man die Minipops trocken.

TR909 Vergleich mit Vintage Geräten

Hier stellt sich der OTO machines BAM dem TR-909 Beispiel aus dem sequencer.de Forum-Thread Hallende Hallen. Das TR-909 Pattern wurden immer durch Effekteinstellungen verhallt, die folgende Algorithmen verwenden: Raum, Halle, Inverse. Entsprechend sind beim BAM die Sounds mit den Types Room, Hall und Non-Linear erstellt. OTO bezeichnet die Algorithmen im BAM als Types. Lexicon 224 und EMT 246 dienen als Vintage-Referenz.

BAM vs. Quantec QRS (nur optisch)

Orgel Vergleich mit Vintage Geräten

Das Orgelbeispiel aus den Hallenden Hallen. Auch hier folgt das Beispiel den typischen Presets, die im Thread für das Orgelbeispiel verwendet wurden, diesmal sind die Types Room, Hall und Ambient am Start.

Klang des analogen Verzerrers

Wieder das Pattern der Minipops, diesmal durch den Room-Type. Jeden Takt wird der In Gain um 1 Dezibel angehoben. Wie im Handbuch steht: „In Gain. Sets the analog input gain of the reverb from 0 dB to +15 dB. Due to the built-in diode clipper, increasing gain can add a nice character to the reverb signal.“ Wie mir Denis im Interview bestätigt hat, ist die Verzerrung analog realisiert und kann nur auf das Signal vor dem Halltank angewendet werden.

Modulierter Hall

Der Modal 002 schickt einen strahlenden Stringsound in den Ambient Type des OTO machines BAM. Viermal unter einziger Variation des Chorus-Parameters Off – Light – Mid – Strong. Bitte auf die Modulation in der Hallfahne achten. Solche Modulationen waren typisch für die ersten Hallgeräte, so konnten metallische Artefakte aufgrund der eher kurzen Delay-Lines vermieden werden.

Sequencer Modulation des Size-Parameters

Der Modal 002 spielt über den internen Sequencer einen einfachen Sound, der durch den Reverb-Type vom OTO machines BAM geht. Der Sequencer moduliert über MIDI den Size-Parameter vom BAM. Erst werden einzelne Sequencer-Schritte aktiviert, später wird die Hallzeit erhöht und schließlich der Sequencer gestoppt. Man hört schön das Links-Recht-Pattern der Stimmenzuordnung vom Modal und auch, dass BAM zwar ein Stereohall ist, aber kein True-Stereo kann.

Low-cut- und High-cut-Filter

Eine Modal 002 Sequenz durch den Plate Type. Die Filter des BAM werden variiert. Erst geht das Low-cut Filter nach oben: 20 – 80 – 150 – 250 – 450 Hz, dann geht das High-cut-Filter nach unten: 15 – 9 – 7 – 4.5 – 1.8 kHz. Wieder kommt das Stereo Ping-Pong vom Modal schön zur Geltung.

Alle Reverb-Typen im Vergleich

Ein PPG-artiger Sound aus dem Modal 002 geht durch alle Typen des BAM bei gleichen Parameterwerten: Trocken – Room – Hall – Plate – Ambient – Chorus – Non-Linear – Primitive.

Die Freeze-Funktion

Demonstration der Freeze-Funktion. Der bekannte PPG-Sound erst eine Runde trocken, dann verhallt mit dem Ambient Type, die Freeze-Funktion wird in der dritten Runde aktiviert. Der Sequencer stoppt und die Hallfahne steht für acht Sekunden stabil im Raum, anschließend wird Freeze deaktiviert und der Hall klingt aus.

Sequencer-Modulation weiterer Parameter

Eine weitere Spielerei mit dem Modal 002 Sequencer. Wieder zuerst die trockene Sequenz, dann steigt der OTO machines BAM mit Type Plate ein. Der Modal moduliert das Pre-Delay und die Reverb-Time, manuell wird am Filter des Modal geschraubt und am Ende hat die Freeze-Funktion vom BAM erneut einen Auftritt.

Chorus auf Streicher-Sound

Die Streicherfigur wurde mit dem Wersi Expander EX10R (identische Klangerzeugung wie die Wersi Stage Performer MK1 Serie oder die Orgeln Prisma DX5 oder Omega DX10) eingespielt. Am OTO machines BAM ist der Chorus-Type aktiv, dort wird nun die Reverb-Time vergrößert.

BAM gegen den Rest der Welt – Hall auf Flügelklang

Am Beispiel eines Flügelklanges stellt sich der OTO machines BAM dem Vergleich mit großen Vintage Reverbs und modernen Vertretern. Das trockene Beispiel wurde mir freundlicherweise von Peter M. Mahr überlassen, es ist mit einem Yamaha CP1 eingespielt. Als Vertreter der Vintage Reverbs kommt ein Yamaha REV-1 zum Einsatz mit Room und Hall Presets sowie ein Lexicon Model 200 mit einer Room Einstellung. Die Moderne wird vertreten durch das T.C. Reverb 4000 und ein Behringer V-Verb.

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Sehr feiner Testbericht mit optimaler Ergänzung durch das Interview. Einfache Conclusio – der BAM ist definitiv einer noch näheren Betrachtung wert.

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    AMAZONA Archiv

    Ausgezeichnetes Gerät, der Hall kommt wirklich sehr musikalisch. Sehr gut auch zu hören bei den female Vocals des Herstellervideos (Link bei Schneiders Laden, ab ca. 0:45).

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    Tyrell  RED 11

    Hatte mich eigentlich von HW-FX verabschiedet, aber dieser Artikel hat mich wirklich angefixt. Gratulation zum sehr gelungenen Einstand ???

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    AMAZONA Archiv

    Ich habe den Artikel erst ignoriert aber nach dessen Lektüre war ich sofort überzeugt und habe zugeschlagen. Selten vereint ein einzelnes Gerät so viele Charakteristiken und ich bin dankbar den Rechner dafür ausgeschaltet lassen zu können. Als alter Alesis Midiverb MK1 Fan war das ohnehin keine Frage. Neben dem Ensoniq DP4+ mein letztes verbliebenes Outboard-FX. Wer kann den BIM empfehlen? :) Bitte als nächstes einen Phaser/Chorus namens „Bozer“.

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    Onkel Sigi  AHU

    Heiliger Schweizer,

    DAS ist ja ein Test! Dickes Lob, toll geschrieben. Mit dem für die Schweizer bekanntem feinen Ton in der Sprache.

    Auch die Klangbeispiele sind sehr aussagekräftig.

    Musikalische Grüße

    vom Ton-Onkel

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      swissdoc  RED

      Liebe Grüsse an alle und vielen Dank für die Blumen. BAM hat mein Herz erobert und somit konnte viel Herzblut in diesen Testbericht fliessen. Meine anderen Hallgeräte kommen in der Tat gerade etwas zu kurz und sogar die frisch gekauften BigSky und Space (so aus Neugier und zum Vergleich) schauen in die Röhre.

      Onkel Sigi liegt aber falsch. Ich bin gebürtigiger Hesse (Frankfurt/Main) und erst seit 1999 in der Schweiz.

      Aber dann ist das Ziel doch schon erreicht, ich konnte ein paar Musiker für den OTO BAM begeistern. Bisher ist mir das ein paar Mal mit dem Lexicon 200 gelungen. Mit dem BAM kommt ihr deutlich günstiger davon…

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        t.kopper  

        Georg, schon wieder hast du mich auf einen Hall scharf gemacht. Mein Lexicon M200 wird bald einen Franzosen als Arbeitskollegen haben.
        Gut geschriebener Test, gute Klangbeispiele.

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          swissdoc  RED

          Hi Till, wenn der kleine Pariser dann im Studio liegt, probier gleich mal den Primitive Type. Ganz was anderes als der Lexicon-Style…

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    costello  RED

    Danke für den schönen Test. Vor allem der direkte Vergleich mit den diversen Vintage Reverbs ist sehr aufschlussreich. Ich habe nie verstanden, warum man Vintage-Synths einsetzt, um sie dann durch Software-Effektsimulationen zu jagen. Das BAM hat definitiv einiges vom Mojo der alten Geräte.

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      Vintage Synths durch Plugin Effekte jagen? Wer würde denn sowas scheussliches machen? Hab ich auch nie verstanden den Ansatz.

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        A.Vogel  AHU

        Ist ein wenig so wie Vintage Synths zu digitalisieren.
        Am Besten klingen die Dinger halt immer noch von Tonband; bald werden auch wieder 1/2″-Spulen im Mediamarkt stehen…. :)

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    swellkoerper  AHU

    Grandioser Einstand, danke für den tollen Test! Diese neuen, hochwertigen Hall-„Pedale“, ob sie nun von OTO, Strymon oder Eventide kommen, muss man einfach gerne haben. Was mir aufgefallen ist, die meisten schwören auf das eine oder andere Gerät, aber Valhalla DSP haben alle gern! Ich werde auf jeden Fall bei meinem Space bleiben, der hat so tolle Sachen wie getrenntes HI/LO Decay und CV/Expression, die anderen Boxen sind mir aber auch sehr sympathisch. BTW: der eigentliche Vorgänger all dieser Desktop-Reverbs in Punkto LoFi-Sounds und Formfaktor ist wohl der mittlerweile sehr rare Alesis Wedge..

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      AMAZONA Archiv

      Der Wedge ist m.M.n. echt schlecht! Hatte ihn natürlich um das sagen zu können. Dagegen ist die Hallfahne der Midiverb Mk1 Tischhupe Lofi und dicht wie ein ganzer Club voller kiffender Rastafaris. Ich habe die „ideale“ Alesis Effektkette noch nicht raus aber FSOL sollen die tollen Hallfahnen in „Dead Cities“ mit Midiverb 2 und 3 in Serie gemacht haben. Auch das Quadraverb, der Akai S1100 und Yamaha SPX90 wären möglich. All diese Geräte (Nein, kein Lexicon PCM!) will keiner mehr bei sich stapeln, deswegen danke an OTO für so ein kompaktes Teil! :) Einen Akai S1100 würde ich noch nehmen, wenn denn endlich einer OLEDS als Display verbauen könnte.

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        costello  RED

        Hi Kyotonic, „All diese Geräte (Nein, kein Lexicon PCM!) will keiner mehr bei sich stapeln“. Nun ja, meine Wenigkeit möchte ich da ausnehmen: Habe gerade erst in einen Eventide 3000 investiert, ich liebe mein altes SPX-90 (aber nur Mk1) und hätte die Vangelis-Sounds beim SY-1-Report mit einem Strymon nicht so schön hinbekommen wie mit dem PCM70. (Das 224 ist mir doch etwas zu teuer und sperrig). Will sagen, diese Kisten haben schon noch ihre Fans.

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          AMAZONA Archiv

          Irgendwann muss aber auch mal Schluss sein! ;) Ein Eventide würde noch passen, bin aber mehr für die Underdogs. Meine Regel: Nie wieder über 10HE gehen. Insgesamt natürlich. Das OTO zählt quasi nicht. :)

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            costello  RED

            Genau das sage ich mir auch immer, wenn der DHL-Bote wieder mal ein Päckchen bringt. Diese Vintage-Leidenschaft trägt schon eindeutig die Züge einer Sucht. Bin für kalten Entzug aber noch nicht bereit.

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        swellkoerper  AHU

        Bei billigem Hall gibt`s kein „schlecht“, nur „kreativ“ :-) Ich z.B. liebe es, den Hall Return zusammen mit anderen Signalen auf eine Gruppe zu legen und dann durch einen Boss CS-3 Sustainer zu jagen. Da wird ganz viel Schmutz an die Oberfläche gespült, obwohl der Effekt schnell too much wird.

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    AMAZONA Archiv

    Danke für den ausführlichen Test und das tolle Hintergrundinterview! Für mich als Hallfan war das sehr spannend.
    Was man an Deinen Klangbeispielen gut hört ist wieviel Sternenstaub da doch noch in den alten Kisten steckt. Insbesondere Lexicon 224 und EMT 246 klingen viel, viel räumlicher als das BAM, das dagegen ziemlich flach wirkt. Im Mix kommt das dann nachher sehr stark zum tragen.
    Ich finde allerdings wirklich super, daß sich Enthusiasten mit dem Thema beschäftigen und versuchen das highend vintage digital Zeugs nachzuempfinden. Top ist auch der Preis und das praktische Format. Den grundsätzlichen Klancharakter trifft das BAM auch schon mal ziemlich gut. Aber die Funktion im des künstlichen Raumes im Mix würde ich Ihm nicht zutrauen da sehe ich es leider eher als ein Effektspielzeug. Von dem Standpunkt her ist es dann doch wieder nicht sooo preisgünstig. Mit etwas Glück bekommt man ein Lex224 für 1,5k€ oder ein AKG ADR sogar für unter 1K€…
    Du solltest übrigens unbedingt Dein 224 mal checken. Der Hall ist zu fast 70% links zu hören.

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      swissdoc  RED

      AKG ADR 68K ist schon eine andere Baustelle, aber eine sehr leckere. Wenn Du eines für unter 1K€ siehst, sag Bescheid. Zwei sind lustiger als eines.

      Das mit dem linkslastigen Hall bei diesen Beispielen ist bekannt. Ich muss dem echt mal nachgehen.

      Bei Sean Costello kann man viel Gutes über Alesis Algorithmen lesen, ich muss mich mal intensiver mit dem Quadraverb und Quadraverb 2 beschäftigen, die hier noch herumstehen.

      So viel Hall, so wenig Zeit.

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        AMAZONA Archiv

        :-) Klar, ich sag Dir bescheid. Das ADR68K Ist einer der wenigen verbliebenen Vintage Hall „Schläfer“. Ich brauche meins aber „leider“ derzeit noch… immer öfter :-)

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          swissdoc  RED

          Es gibt jede Menge Vintage Hall „Schläfer“, und viel kosten tun sie meist auch nicht. Gut, das ist relativ. So richtig schlecht klingt keines der Geräte, die mir so ins Studio laufen, aber das ADR 68K ist wirklich super, das haben die Herren von Ursa Major prächtig hinbekommen. Sehr fein auch das Stargate 323. Sternenstaub pur, mit der Magie von fein vermahlenen Diamanten obendrauf.

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    AMAZONA Archiv

    Ergänzung: Wie im Interview auch richtig gesagt wird: Die alten Kisten haben besondere Eigenschaften. Die Hallfahne für sich genommen klingt of grob und unrealistisch. Insbesondere auf Percussion fällt das auf. Aber Jeder der mit so einem Schätzchen mal gearbeitet hat weiss, daß vintage digital Hall in der richtigen Mischung absolut unglaublich klingen kann. Schon oft erlebt: Wenn alles passt hebt die Musik mit zumischung des Halls auf einmal richtig ab und bekommt Tiefe, das ist dann wie die entscheidene Würze in der Sterneküche :-)

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      AMAZONA Archiv

      Da kommen aber noch ein paar andere Faktoren dazu. Wer die alten Kisten anhimmelt, für den gibt es eh keine anderen Götter. ;) Mir fällt in der starren Studiostruktur oft auf, das viele Effekte Send-Return untauglich sind. Ich mache es da am liebsten wie die Gitarristen. Synth raus, FX rein. Keine Ahnung woran das liegt, hab mich schon totgepegelt und es klang nicht wie es sollte.
      Wer sich z.B. die Aufnahmeräume von „Kreativen“ wie FSOL mal anschaut, der weiß das viel umgesteckt und experimentiert wird. Ist nicht jedermanns Sache. Das OTO BAM passt schonmal gut auf eine Ecke des Synth. ;)

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        AMAZONA Archiv

        Hi Kryotonic, der Eindruck täuscht. Ich bin nicht auf altes Zeug festgelegt es klingt nur leider meistens erheblich besser. Hab ’ne große Patchbay und stöpsele was das Zeug hält. Experimente sind super. Das Binson Echorec auf den Aux weg und zwei alte Big muffs hinter das 480L…super!
        Hardware Synths z.B. klingen komplett unterschiedlich je nach Signalkette. Das gilt auch für die Kombi mit Hall. Zum Beispiel klingt ein Quantec Yardstick (siehste, neu) super auf dem EII und der Eventide Orville dafür meist besser auf dem DK Synergy. Experiment ist der Weg zum Genuss!

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          swellkoerper  AHU

          Darf ich fragen, wie du an deiner Patchbay mit der Mono/Stereo-Problematik am Effekt-Eingang umgehst? Ich habe bei mir nicht wirklich einen schönen Workflow hingekriegt. Aux vom Mixer ist immer mono, machmal braucht`s true stereo. Wie macht ihr das, wenn das Effektgerät an der Patchbay stereo vorverkabelt ist?

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            AMAZONA Archiv

            Bei mir lassen Sich die Kanalzüge und Aux-Wege stereo/mono schalten und direkt so beschicken. Wenn Dein Mixer das nicht kann, benutz doch einfach 2 Aux Wege jeweils für R/L. Habe ich Deine Frage richtig verstanden? Hilft Dir das weiter?
            Grüße,
            DDV

  10. Profilbild
    elektrock  AHU

    Wenn das Eventide Space nicht neben meinen Synths stehen würde, wär Platz für BAM.
    Sehr feines Gerät und wirklich sehr gute Hörbeispiele und was mich auch immer fasziniert, wenn ein Stück Hardware mit wenig Regler einen dermaßen fetten Sound ausgibt.

  11. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Erstmal ein dickes Lob an Schneiders Büro! Dat ging ja nett und flott. :) Ist das Hall oder Heroin? Ich bin gerade eine Stunde auf ’nem Marimba-Sound hängengeblieben und muss nun Schluss machen weil Herr Baby gebettet wurde. Dat kleine Ding ist der „Missing Link“ meiner kleinen Sammlung an Synths/FX. Ich musste gerade laut lachen weil einfach alles geil klingt und kein dünnklang Lexicon/Valhalla/Faltungs-VST an ist. Für dat Geld? Lächerlich! Passt optisch übrigens wunderbar neben den ebenfalls empfehlenswerten Arturia Keystep. ;) Die dicken Studiohallräume habe ich mir nie geleistet aber nun ich verstehe die Sternenstaub-Jäger sehr viel besser. Die Realität ist noch geiler als die ohnehin guten Klangbeispiele. Danke Swissdoc!!! :) Wo ist der Rotwein? Ich muss mich besaufen!

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      swissdoc  RED

      Dumm gelaufen für Dich, wenn Dir BAM so gut gefällt, dann musst Du bald die Dosis erhöhen. Das heisst dann in einen QRS, ein Lexicon 200, 224 oder 300, 480L investieren oder eine alte Kiste von EMT. Viel Spass bei der Sternenstaub-Drogen-Karriere…

  12. Profilbild
    moogist  

    Toller Test – vielen Dank!!! Wenn Du jetzt noch Deinen „Sternenstaub“-Hall Dynacord PRP20 ins Spiel gebracht hättest, wären für mich alle Fragen beantwortet gewesen :-). Das OTO Bam ist für mich nun ein hochinteressanter Antestkandidat geworden!

    • Profilbild
      swissdoc  RED

      Ich musste mich ja eh schon bremsen, so cool fand ich den OTO BAM, also habe ich die Lexicon und EMT Verweise verfolgt.

      Einige DRP20 Samples gibt es im „Hallende Hallen“ Thread bei Sequencer.de
      https://www.sequencer.de/synthesizer/viewtopic.php?f=75&t=76840&p=833989#p833989

      Sehr fein beim BAM ist einfach das User Interface und die dadurch mögliche Schrauberei. Könnte man bei anderen Geräten zwar auch via Remote oder Midi, aber die sind meistens so komplex, dass der Spass auf der Strecke bleib.

  13. Profilbild
    antiandi  

    Lieber swissdoc
    Danke sehr für diesen Testbericht und seinen Umfang. Ich interessiere mich sehr für musikalischen Reverb. Normalerweise würde ich sowas nie unbesehen kaufen. Da ich aber deine “wenigen” Artikel alle gelesen habe und mich deine ganze Herangehensweise sehr anspricht, wars diesmal anders.
    Ich hatte kurzfristig die Gelegenheit für ein neues BAM und hab mir zur Entscheidung deinen Artikel und die Soundbeispiele von OTO zu Gemüte geführt. Ganz subjektiv gefiel mir das Primitive auch sehr, obwohls nach “nix” klingt, irgendwie. So war der Entscheid dann gefallen mit deinen Bemerkungen und Fragen dazu. Weil, wäre ja schade, diesen neuen Klassiker zu verpassen. Nun freue ich mich auf s Recording, das Handbuch ist einfach kreativ.
    Dein Artikel schürte eine Erwartung, die ich jetzt schon bestätigen kann.
    Grüsse und nur weiter so!

    • Profilbild
      swissdoc  RED

      Freut mich und dann viel musikalische Freude mit dem BAM. BIM und BOUM sollen auch sehr lecker sein :-)

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