Test: Inward Connections, Vac Rac TSL-4, Tube Stereo Limiter

Auf Grund seiner Opto-Beschaffenheit ist der TSL-4 natürlich nicht prädestiniert für schnelle Signale wie Bassdrums, Snares oder Highhats, für die in der Regel ein VCA- oder Fet-Kompressor verwendet wird. Das Hervorheben von Attacks ist nicht sein Aufgabenbereich, sondern vielmehr das Abrunden von Spitzen, was der TSL-4 in atemberaubender Qualität meistert.
Neben dem unglaublich warmen und weichen Röhrenklangbild, ist seine größte Stärke, dass man den Limiter auch bei höherer Kompression nicht wirklich arbeiten hört. Die Ergebnisse wirken stets angenehm und gleichmäßig laut, ohne dass ein Pumpen entsteht oder der Klang plötzlich zu aufdringlich erscheint.
Bei Gesangsaufnahmen glänzt der TSL-4 am meisten, da er eine Stimme im Mix nicht nur unauffällig und behutsam hervorhebt, sondern ihr durch seine Färbung auch edle Anmut verleiht.
Typische Schwankungen von E-Bässen werden schonend ausgeglichen, wobei das Hi-Pass Filter verhindert, dass die Fülle der tiefen Bässe verloren geht. Tendenziell ist allerdings ein langsamer und voller Basston besser zur Bearbeitung mit dem Vac Rac geeignet, als ein 16tel Rockbass mit viel Attack.

Die Anschlüsse

Die Anschlüsse

Für Aufnahmen von akustischen Instrumenten wie Konzertgitarre, Geige, Kontrabass oder Banjo kann der TSL-4 fast pauschal eingesetzt werden, da er klanglich meistens eine Bereicherung ist. Selbst wenn der Limiter nur minimal oder sogar gar nicht zum Einsatz kommt, wertet die Grundfärbung den Sound auf.
Auch Signale mit zu viel Attack rundet der TSL-4 wunderbar ab. Wenn zum Beispiel die Highhat einer Jomox XBase mit einem Verzerrer und Bitreducer bearbeitet wird und anschließend zu aufdringlich und harsch wirkt, sorgt der TSL-4 für einen deutlich weicheren und wärmen Sound.
Im Stereo-Modus eignet sich der Vac Rac wunderbar als Bus-Kompressor oder auch als Mastering-Tool, sofern sein vollmundiger und sanfter Klang erwünscht ist. Gerade bei der Summenkompression von Drums können die Ergebnisse, je nach Stilrichtung, schon mal zu gutmütig und lieblich ausfallen. Wenn aber wiederum bei einer Schlagzeugaufnahme nur die Overheads oder die Raummikrofone durch den TSL-4 geschickt werden, stellt der Klang abermals pauschal eine Bereicherung dar:
Die Becken erhalten eine wunderbare warme Brillanz und der Raumklang erreicht deutlich mehr Fülle und Druck.
Sobald bei Monosignalen beide Limiter in Kette geschaltet werden, läuft der TSL-4 in Hochform auf und liefert seine besten Kompressionsergebnisse ab. Im Gegensatz zu einem Limiter, der ein Signal um 6 dB verringert, hören sich zwei hintereinander gekoppelte Limiter, die jeweils eine Verminderung um 3 dB erzeugen, wesentlich ausgewogener und voller an. Bei dieser Technik werden bloß die Spitzen zwei Mal reduziert, während die einzelne Limiterinstanz schon wesentlich tiefer in die Audiospur eingreift.

Klangbeispiele
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