Test: iZotope BreakTweaker, Groove Plug-in

Sounddesign

Das Bearbeiten von Sounds gestaltet sich recht simpel. Neben einem der sechs Tracks wird das Wellenform Symbol gedrückt, worauf hin vom Stepsequencer in den Soundedit-Bereich gewechselt wird. Dann wählt man den Generator, quasi die Klangquelle der Spur. Zur Auswahl stehen je ein Synthesizer oder Samples als Rohmaterial.

Microedit generator

Microedit Generator

Insgesamt können drei Generatoren pro Spur gleichzeitig arbeiten. So stehen sechs Oszillatoren oder drei Samples bzw. eine beliebige Mischform zur Auswahl. Je zwei Oszillatoren können addiert und ringmoduliert werden. Außerdem können sie per Amplituden- oder Frequenzmodulation aufeinander einwirken. Als Wellenformen stehen zahlreiche Wavetables zur Auswahl, klassische wie auch ausgefallene Charakteristiken und vor allem geräuschhafte Quellsounds. Jedes Wavetable kann per Waveform Shape Slider durch beispielsweise die LFOs manipuliert werden.

An Stelle der Synthsektion können eben auch Samples geladen werden. Diese können vor- und rückwärts oder alternierend abgespielt werden. Es können Loops mit Start- und Endpunkten definiert werden, alles recht selbsterklärend, wem gängige Sampler geläufig sind. Mit dem Fragezeichen-Knopf oben rechts gelangt der Anwender jederzeit in das Handbuch von BreakTweaker.

Die einzelnen Generatoren können Solo geschaltet werden, was im Sounddesign Prozess sehr praktisch ist.

Die Lautstärke sowie die Tonhöhe können als Senken auf die Envelopes und LFOs geroutet werden.

Die nächste Sektion beherbergt eine Distortioneinheit mit zwei Verzerrern, die von „Warm“ bis „Aliasing“ quasi die ganze Bandbreite an nicht harmonischen Obertönen abdecken.

Die Filtersektion bietet klassisches Hoch- Tief und Bandpass mit unterschiedlichen Klangcharakteristiken.

Die Mixereinheit lässt Panorama- und Gaineinstellungen zu, diese können wieder auf Envelopes und LFOs geroutet werden.

Zu guter Letzt kommen die vier Envelopes und LFOs, alles in allem klassische Klangsynthese-Möglichkeiten.

Pro Spur steht übrigens ein Mixerrouting zur Verfügung, so kann jede Spur auf individuelle Kanäle der DAW geroutet werden, um mit weiteren Effekten oder Dynamics zu arbeiten.

Stepsequencer

Der Stepsequencer von iZotope BreakTweaker bietet insgesamt sechs Spuren. Jede Spur kann Solo und Mute geschaltet werden. Zur Erstellung von Pattern stehen bis zu 32 individuelle Steps pro Spur zur Auswahl. 24 Pattern lassen sich pro „Song“ erzeugen. Jede Spur kann auf Wunsch ein individuelles Tempo und eine individuelle Länge beinhalten, welche über einen Schieberegler pro Spur eingestellt wird. Damit lassen sich ziemlich verrückte und unrhythmische Loops erzeugen. Meistens wird man wohl jedoch auf Synchronität achten. Zumindest lassen sich die Geschwindigkeiten 1/2  bzw. doppelte und dreifache Geschwindigkeit öfter ausprobieren, um den Groove zu manipulieren.

LFO Modulation

LFO Modulation

Einzelne Steps können sehr einfach per Mausklick generiert, verlängert, gekürzt, kopiert, verschoben oder gelöscht werden. Die Lautstärke jedes Steps wird durch vertikales Ziehen am oberen Rand eines Steps eingestellt. Wird ein Steps durch Microedit manipuliert, erscheint ein kleines µ-Zeichen am Step.

Wer die Stepsequencer von FXpansions Guru oder Geist kennt, wird sich hier schnell zurecht finden.

Vermisst habe ich hier jegliche Groove-, Shuffle- und Swing-Funktion. Es bleibt zu hoffen, dass in einem zukünftigen Update diese Funktion nachgereicht wird.

MicroEdit

Im Zusammenspiel mit dem Stepsequencer können einzelne Schritte gezielt oder im Verlauf manipuliert werden, was lebendige und neuartige Klänge erzeugt. Steps können wiederum in Slices unterteilt und mit verschiedenen tonalen, rhythmischen oder frequenzbasierten Effekten verbogen werden. Dafür steht die MicroEdit Sektion bereit.

Der linke Bereich des Editfensters von iZotope BreakTweaker zeigt an, wie ein Step in Fragmente zerlegt und manipuliert wird. Rechts davon wird der Typ der Bearbeitung ausgewählt. Hier kann Einfluss auf z.B. die Anzahl der Fragmente, die Tonhöhe, Zeit (taktbasiert) oder Geschwindigkeit (frequenzbasiert) der Fragmente genommen werden. Über den Preview-Taster oberhalb des Displays kann die aktuelle Klangkreation vorgehört werden.

Über die Sektion Slope wird das Verhalten und der Offset der Type-Manipulation eines Steps gesteuert. Hier entstehen beispielsweise Geschwindigkeitsänderungen der Fragmente (z.B. mit dem Preset BT Curve) oder aber ähnlich der Parameter eines Arpeggiators können die Fragmente in der Tonhöhe skaliert werden (so genannte Musical Shapes).

Das Gate definiert den Abstand zwischen den einzelnen Slices bzw. wie lange ein Fragment erklingen soll.

Coarse Pitch Offset bestimmt die Tonhöhe jedes Steps. So können auch einfache Basslines und Melodien pro Spur kreiert werden. Dies funktioniert natürlich nicht nur mit tonalen Sounds, sondern auch mit Drumsamples zum Teil sehr gut.

Zu guter Letzt gibt es pro Step eine Fade In/Out-Funktion und eine Effekteinstellung. Die auswählbaren Effekttypen lauten Digital-, Raw- und Aliasing-Distortion, Chorus, Low- und High-Pass Tokyo Filter.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Joghurt  AHU

    Danke für den schönen Test. Das Teil ist der absolute Hammer. Den hätte ich gerne schon vor ein paar Jahren gehabt. So muss das heute klingen. Die Klangbeispiele deuten nur an, wo die Reise hingehen kann. Dies liegt aber vor allem an der Software, welche einfach mehr hergibt als sich hier vorstellen lässt.

  2. Profilbild
    ariston

    Was Breaktweaker vor allem auch interessant macht, ist die Zweckentfremdung: wenn man BT mit allen möglichen Samples füttert, kann man sehr interessante rhythmische Klangcollagen erstellen, die fast gar nichts mit herkömmlicher Percussion zu tun haben. Beim sound design hebt sich das plugin am meisten von der Konkurrenz ab. Genial ist auch die Integration verschiedener Synthesemöglichkeiten – einfach zu bedienen, aber weitreichend genug, um interessante Klänge zu programmieren. Mein Fazit: etwas Teuer, aber lohnt sich als Ergänzung auf jeden Fall (auch wenn man nicht auf Glitches und Micro Edits steht). Izotope hat aber auch öfters Sonderangebote.

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