Tolle Modulation ganz einfach gemacht
Der J. Rockett Audio Designs Aqueous Chorus ist ein hochwertiges Modulationspedal, das klassischen Chorus-Sound mit modernen Klangformungsmöglichkeiten kombiniert.
Was ist es? J. Rockett Audio Designs Aqueous Chorus, hochwertiges Chorus-/Vibrato-Pedal mit Preamp und Tilt-EQ
- Sound: Musikalisch, organisch und vielseitig von Vintage bis modern
- Bedienung: Einfaches Layout mit schneller Soundfindung
- Features: Preamp, Tilt-EQ und Vibrato-Modus
- Flexibilität: Chorus, Rotary und Vibrato in einem Pedal
- Fazit: Hochwertiges Modulationspedal für sofort gute Sounds ohne viel Tweaking
Inhaltsverzeichnis
J. Rockett Audio Designs Aqueous Chorus – mein erster Eindruck
J. Rockett Audio Designs sind in der Welt der Gitarrenpedale längst keine Unbekannten mehr. Mit handgemachter Qualität „made in USA“ finden sich die Pedale schon lange auf den Pedalboards großer Gitarristen wie Phil X, Tim Pierce oder Allan Holdsworth. Im heutigen Test steht mit dem Aqueous Chorus ein Modulationspedal der Edelpedalschmiede auf dem Plan.
Gleich beim Auspacken macht sich die extrem wertige Verarbeitung des Pedals bemerkbar. Mit seinem stabilen Metallgehäuse macht es den Eindruck, für die Ewigkeit gebaut zu sein. Auch die fünf Drehregler können durch ihre hochwertige Haptik und die feine Einstellbarkeit überzeugen. Hier läuft alles butterweich, sitzt bombenfest und sammelt damit volle Punktzahl.
Das Layout des Pedals ist bewusst simpel gehalten und bietet neben den üblichen Parametern Speed, Depth und Mix noch einen eingebauten Preamp sowie einen sogenannten Tilt-EQ, der den Sound vom warmen Bucket-Brigade-Chorus bis hin zu modernen Chorus-Sounds formen soll. Wie gut das gelingt, erfahrt ihr weiter unten im Praxistest.
Alle Facts im Überblick
- Klassischer Chorus-Sound auf Bucket-Brigade-Basis plus Vibe- und Rotary-artige Modulationen
- Der Tilt-EQ greift ausschließlich ins Effektsignal ein und lässt das Dry-Signal unangetastet
- Über den Tilt-EQ lässt sich der Grundcharakter des Sounds schnell von warm und vintage bis modern und brillant formen
- Nach rechts gedreht: mehr Höhen, weniger Bass – ideal für durchsetzungsfähige Sounds
- Nach links gedreht: mehr Wärme durch angehobene Bässe und reduzierte Höhen
- Der Mix-Regler bestimmt, wie stark der Effekt dem Originalsignal beigemischt wird
- Ab voll aufgedrehtem Mix-Regler geht der Chorus fließend in einen reinen Vibrato-Sound über
- Speed und Depth regeln Tempo und Intensität der Modulation
- Fünf Regler insgesamt: Preamp, Tilt-EQ, Speed, Mix und Depth
- True-Bypass sorgt dafür, dass im ausgeschalteten Zustand nichts am Grundsound verändert wird
- Stabiles Metallgehäuse für den harten Pedalboard-Alltag
- Ein- und Ausgang als klassische 6,3-mm-Monoklinke
- Stromversorgung über 9 V DC
- Geringer Stromverbrauch von 28 mA
- Kompakte Maße: 11,4 × 6,4 × 3,8 cm
- Gewicht: rund 450 g
- Handgefertigt in Kalifornien, USA
In der Praxis
Beim Anspielen macht das Pedal direkt vor allem eines: eine Menge Spaß. In nahezu jeder Reglerstellung liefert der Chorus sehr gute und vor allem musikalische Sounds. Besonders gefällt mir hier der eingebaute Preamp, mit dem das Signal sowohl geboostet als auch abgesenkt werden kann.
In der Mittelstellung bleibt die Lautstärke im Vergleich zum Bypass unverändert. So lassen sich sowohl sehr cleane Chorus-Sounds vor einem angezerrten Amp realisieren als auch leicht angezerrte Rotary-Sounds vor einem cleanen Amp.
Auch der Tilt-EQ überzeugt und erweitert die Soundpalette des Pedals sinnvoll. Ähnlich wie beim Preamp ist der EQ in der Mittelstellung neutral, also deaktiviert. Dreht man den Regler nach rechts, werden Höhen angehoben und gleichzeitig Bässe reduziert – ideal für verzerrte 80s-Sounds.
Dreht man den Regler nach links, werden Höhen abgesenkt und die Bässe angehoben. Der Sound wird wärmer und bewegt sich stärker in Richtung Vintage-Chorus. Wichtig: Der EQ beeinflusst ausschließlich das Wet-Signal und ist in seiner Wirkung vom Mix-Regler abhängig.
Auch der Mix-Regler hat beim Aqueous Chorus einen kleinen Twist. Ab etwa der 3-Uhr-Stellung geht der Chorus-Effekt in ein reines Vibrato über. Das Klangbild wird dadurch weniger breit, da das Gitarrensignal nur noch in der Tonhöhe moduliert wird. Dreht man den Regler wieder etwas zurück, mischt sich der Chorus-Anteil wieder hinzu.
Insgesamt überzeugt das J. Rockett Audio Designs Aqueous Chorus im Praxistest durch ein sehr simples Layout bei gleichzeitig flexiblen Sounds, die wir uns im Folgenden noch genauer anhören.
Klangbeispiele
Als erstes Beispiel haben wir einen Fingerpicking-Soul-Part. Hier liefert das Pedal einen schönen Chorus-Sound mit langsamer Speed, um den Part etwas zu verbreitern und anzudicken. Mit dem Tilt-EQ etwas nach links lässt sich der Sound etwas wärmer machen, ein leichter Boost im Preamp sorgt für eine schöne Textur.
Weiter geht es mit einer schnellen Speed-Einstellung und einem Rotary-Effekt, also mehr Wet-Signal knapp unter der Grenze zum Vibrato. Besonders cool wird es hier, wenn man den Preamp noch weiter aufdreht. Das Pedal reagiert sehr gut auf Dynamik, sodass man den Zerrgrad des Rotary-Sounds wunderbar mit der Anschlagsdynamik steuern kann.
Als Nächstes möchte ich einen dünneren Chorus-Sound, um einer funky Rhythmusgitarre etwas Bewegung durch eine subtile Modulation zu geben. Der Tilt-EQ leistet hier tolle Arbeit dabei, den Effekt auszudünnen und ihn so besser um den Dry-Sound herumzulegen, ohne in den Bässen matschig zu werden.
Im letzten Beispiel habe ich den Mix-Regler komplett nach links gedreht, sodass die Modulation ausgeschaltet ist und das Pedal nur als Preamp genutzt wird. Auch mit der Preamp-Sektion allein lässt sich der J. Rockett Audio Designs Aqueous Chorus nutzen, um den Sound von Single-Note-Lines etwas anzufetten und ihnen mehr Druck und Textur zu verleihen.
Signalkette
Ibanez TQM 1-NT → Universal Audio Apollo Twin X Interface → Neural DSP Plug-ins → Logic Pro X
Es kamen keine EQs, Kompressoren oder andere Plug-ins zum Einsatz.































