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Test: Jackson American Series Virtuoso, E-Gitarre

Nicht nur für Virtuosen - Heißes Brett mit 80s-Flair

25. November 2025

Jackson American Series Virtuoso Aufmacher

Die Jackson American Series Virtuoso ist eine Vertreterin der Spezies „Modern Strat“ mit zwei Humbuckern, Floyd Rose und viel 80s-Flair. Wer eine hochwertige, moderne und flexible E-Gitarre sucht, die das Prädikat „Workhorse“ verdient, sollte sich diesen Testbericht in Ruhe zu Gemüte führen.

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Kurz & knapp

Was ist es? Eine moderne, vielseitige 80s-Style-Modern-Strat mit Floyd-Rose-Vibrato für Rock, Metal und Studio-Alltag.

    • Modern-Strat/Workhorse: Hochwertige, flexible E-Gitarre mit viel 80s-Flair für Bühne und Studio.
    • Spielkomfort: Dünner Hals, flache Saitenlage und ergonomischer Korpus sorgen für extrem leichte Bespielbarkeit.
    • Hardware & Stabilität: Floyd Rose 1500, Locking Nut und Locking-Tuner bieten stimmstabiles Vibrato und schnellen Saitenwechsel.
    • Soundvielfalt: Seymour Duncan JB und ’59 plus 5-Wege-Schalter decken Tele-ähnliche Cleans bis High-Gain-Leads ab.
    • Verarbeitung & Ausstattung: Tadellose Lackierung, durchdachte Details und üppiger Lieferumfang rechtfertigen den Preis.

Jackson American Series Virtuoso – Facts & Features

Die Specs in Kürze:

  • Typ: Modern-Strat/Workhorse
  • Korpus: Erle, modernes Shaping
  • Hals: 5-streifiger gerösteter Ahorn, 648 mm Mensur, Ebenholzgriffbrett, 24 Jumbo-Bünde, Compound-Radius
  • Pickups: Seymour Duncan JB (Steg) & ’59 (Hals), 5-Way-Switch mit Split-Optionen
  • Hardware: Original Floyd Rose 1500, Locking Nut + Locking-Tuner (schneller Saitenwechsel!)
  • Features: Luminlay-Sidedots, direkt ins Holz geschraubte Pickups, professionell abgeschirmte Elektronik, hochwertige Alu-Backplates
  • Gewicht & Ergonomie: Sehr ausgewogen, extrem komfortabler Hals.
  • Sound: Von modernen High-Gain-Leads über Vintage-Cleans bis Tele-ähnliche Zwischenpositionen – extrem vielseitig
  • Lieferumfang: Foam-Core-Koffer, Security Locks, Inbusschlüssel
  • Preis/Leistung: Premium-Verarbeitung, sehr moderne Features, klassischer Ton – echte „High-End-Arbeitspferd“-Gitarre

Was will die Jackson American Series Virtuoso denn nun sein? 80s-Hairmetal-Power-Strat? Arbeitspferd? Rock-Gitarre? Beste Freundin? Klare Antwort: alles. In dieser Gitarre ist so ziemlich jede Annehmlichkeit verbaut, die solch ein Instrument verlangt. Angefangen beim schlanken, modern geshapten Korpus aus Erle, über den 5-streifigen Hals aus geröstetem und naturbelassenem Ahorn und geradezu „klassischer“ Bestückung mit je einem Seymour Duncan JB- und einem 59er, bis zum originalen Floyd Rose 1500 Double-Locking-Vibratosystem.

Jackson American Series Virtuoso Body

Die für Jackson typische stark nach hinten abgewinkelte Kopfplatte, die von der Explorer inspiriert wurde, geht ansatzfrei aus dem recht flachen Hals hervor. Der eingeschraubte Hals mit einer Mensur von 648 mm trägt ein wunderschönes, gemastertes Ebenholzgriffbrett mit 24 Jumbo-Bünden und einem Compound-Radius. Das ist modern und bequem. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass das Instrument über Locking-Mechaniken verfügt, was dem einen oder anderen Leser zunächst ein verwundertes „What the fuck??“ entlocken dürfte, ist die Gitarre doch bereits mit einem Locking-System an Steg und Sattel ausgestattet. Was sollen dann also die zusätzlichen Locking-Tuner?

Locking-Tuner UND Sattelklemme? Was soll das?

Der Grund ist eigentlich so simpel wie logisch: Der Saitenwechsel ist’s! Saitenwechsel bei schwebend eingestelltem Vibratosystem macht überhaupt keinen Spaß, erst recht nicht, wenn es sich um ein Floyd-Rose-Style-Vibrato handelt. Hier erleichtern die Locking-Tuner die Prozedur enorm. Vibrato festsetzen, Saiten durch die Tuner fädeln, festklemmen, grob stimmen, Saiten kräftig überdehnen, erneut stimmen, Sattelklemme festspannen, fertig. Da ist keine Windung zu viel auf dem Schaft, die uns unnötig Ärger bereiten könnte, kein Schlupf, kein Übereinanderliegen von Wicklungen. Das ist nicht überflüssig, sondern höchst professionell!

Die hier beim Testmodell angewandte Lackierung in „Satin Shell Pink“ ist tadellos ausgeführt, die matte Oberfläche sieht rattenscharf aus und wirkt hochwertig und edel. Leider ist diese Farbe beim Hersteller bereits ausverkauft.

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Jackson American Series Virtuoso Headstock Back

Im Lieferumfang enthalten ist ein stabiler „Foam Core Koffer“, der die Jackson American Series Virtuoso adäquat zu schützen weiß. Die zum Einstellen und für den Saitenwechsel nötigen Inbusschlüssel liegen bei und können bei Bedarf an der Rückseite der Kopfplatte geparkt werden, damit sie nicht verloren gehen und gut erreichbar sind. Und jetzt der Knaller: Im Koffer liegen Security Locks! Ist das nicht fantastisch? Endlich mal ein Hersteller, der die Instrumentenversicherung mitliefert. Dafür gibt’s ein paar extra Herzchen.

Die Elektronik

Bei aller Modernität der Optik und Verarbeitung kommt die Bestückung der Jackson American Series Virtuoso mit zwei „altgedienten“ Seymour Duncan-Humbuckern geradezu anachronistisch daher. Ich hätte hier eher moderne Fishman Fluence oder EMGs erwartet. Doch möglicherweise liegt gerade hier das Geheimnis dieser Gitarre?

Der Jeff-Beck-Humbucker (JB TB-4) am Steg ist einer der beliebtesten Pickups in dieser Position und liefert diesen schmutzigen, sustainreichen, weiten und obertonreichen Sound, den wir so lieben und der uns in die Lage versetzt, der Gitarre quietschende, schreiende und durchsetzungsfähige Leads zu entlocken.

Jackson American Series Virtuoso Pickups

Der 59er (’59 SH-1N) in der Halsposition dagegen erzeugt gern diesen vintagelastigen, süßlich-klaren Ton, der uns satte Clean- und angenehmste Crunchsounds beschert. Hier trifft also der Zeitgeist die Vergangenheit, die moderne Optik den Klang einer anderen Ära. Grundsätzlich denke ich, dass es kaum einen Sound geben wird, den die Jackson American Series Virtuoso nicht liefern kann. Doch dazu später mehr.

Jackson American Series Virtuoso Neck Joint

Erfreulicherweise sind die beiden Pickups mit einem 5-Wege-Schalter verbunden, was zusätzliche Schaltungsoptionen verspricht. Die Positionen 1, 3 und 5 liefern jeweils den Sound der Humbucker an der Klinkenbuchse ab. Also Position 1 den Sound des Steg-Humbuckers, Position 3 beide Humbucker und Position 5 schließlich den Hals-Pickup allein. Doch was machen die Zwischenpositionen 2 und 4?

In Position 2 werden die Humbucker gesplittet und es sind jeweils die beiden dem Floyd Rose zugewandten Spulen aktiv, in Position 4 sind es die dem Hals zugewandten Spulen. Inwieweit sich die beiden Zwischenpositionen voneinander unterscheiden, hören wir im Praxisteil. Grundsätzlich lässt die Elektronik natürlich Modifikationen zu. Ich für meinen Teil würde in Position 2 die jeweils äußeren Spulen aktivieren (klingt „teliger“), und in Position 4 die dem Hals zugewandte Spule des Neck-Pickups allein betreiben wollen. Aber da kann ja jeder selbst herumlöten, wie er kann und mag.

Jackson American Series Virtuoso elektrikfach

Keine Platine, sondern klassisch verlötet. Das lässt Optionen zum Modifizieren offen.

Die Pickups sind übrigens direkt ins Holz geschraubt, was der resonanzfreudigen Übertragung der von uns liebevoll erzeugten Saitenschwingungen zugutekommen soll. Da das Floyd Rose generell als Sustainkiller verschrien ist, kommt uns das Mehr an Sustain ja ganz gelegen. Oder ist das alles nur mal wieder das allseits bekannte lautstarke Husten der Flöhe?

Je ein generelles Volume- und Tone-Poti runden den Elektronikbereich ab. Das rückseitige Elektronikfach ist mustergültig mit Grafitlack ausgepinselt. Die Backplates für Federkammer und Elektronik bestehen übrigens aus gebürstetem, schwarzem Aluminium und sehen verdammt heiß aus. Schade, dass das auf der Bühne keiner sieht. Beide Platten sind akkurat versenkt eingebaut, hier wusste der Programmierer der CNC-Fräse, wo der Bartel den Most holt!

In der Praxis

Die Jackson American Series Virtuoso ist im moderaten „Mittelgewicht“ angesiedelt. Auf dem Schoß tariert sie sich wunderbar aus, trotz des Mehrgewichtes durch die Locking-Tuner ist keine Kopflastigkeit zu vermelden. Am Gurt fällt das Instrument in die Kategorie „zusätzliches Körperteil“, ergonomischer geht’s kaum. Lediglich die Platzierung der Tuner macht mich wahnsinnig, deshalb war ich nie Freund dieser stark abgewinkelten Kopfplatten. Aber da wir zum schnellen Nachstimmen ohnehin auf die Feinstimmer des Floyds angewiesen sind, ist das Problem auf den Saitenwechsel beschränkt und ohnehin streng subjektiv.

Der modern geshapte, dünne Flitzfingerhals passt zur Ergonomie der Virtuoso wie der sprichwörtliche Arsch auf den Eimer. Die Werkseinstellung ist perfekt, das Vibratosystem steht schön parallel zur Decke und die Saitenlage ist flach, aber nicht so extrem niedrig, dass nur noch Flöhe aufrecht darunter hindurchgehen könnten. Nein, wir sind hier im Bereich der Ameisen und das fühlt sich vertraut und gut an. Der Compiund-Radius des Griffbrettes ermöglicht bequemes Spiel in allen Lagen, das Ziehen der Saiten geht locker von der Hand und es schnarrt und scheppert nichts. Zur Orientierung im Dunkeln verfügt die Virtuoso seitlich über recht stark leuchtende Luminlay-Dots. Wer auf einer dunklen Bühne schon mal den Einsatz um einen Halbton versemmelt hat, weiß dieses Feature durchaus zu schätzen.

Über das Floyd Rose Vibratosystem mit all seinen Vor- und Nachteilen muss ich nichts erzählen, wer mit so einem Teil zurechtkommt, hat ganz viel Spaß.  Leider sind die Feinstimmer dieses Exemplars extrem schwergängig, hier müsste mal ein Tropfen Öl dran. Da das Instrument mit einer gerissenen Saite bei mir ankam, habe ich direkt einen neuen Satz aufgezogen. Da ab Werk ein .009/.042-Satz aufgezogen war und ich solch dünne Drähte gerade nicht lagernd hatte, kam ein D’Addario‑.010/.046-Satz drauf, was bei einem Floyd Rose unweigerlich massive Nachstellarbeiten verlangt. Wenn man weiß, worauf man sich da einlässt, ist das aber alles kein Problem.

Jackson American Series Virtuoso Headstock

Der Trockentest

Intoniert man die ersten Akkorde, ohne das Biest per Kabel mit dem Röhrenboliden zu verbinden, fällt sofort die drahtige Tonansprache auf, allerdings auch ein recht verhaltenes Sustain. Kritiker des Floyd Rose-Vibratos werden sofort zustimmend nicken und wähnen den Schuldigen quasi schon im Knast. Der Tester bleibt skeptisch, ist allerdings gegen die Gesetze der Physik auch machtlos und so ein schwebendes System verliert natürlich Schwingungen im Gehege der Metalle und Federn.

Die Bespielbarkeit der Jackson American Series Virtuoso ist über jeden Zweifel erhaben, der ergonomische Hals-Korpus-Übergang macht das Spiel bis in die höchsten Lagen zum Kinderspiel. Das Floyd Rose vibriert butterweich, einschwingende Akkorde, drastische Dive-Bombs und typische Schwirreffekte sind schon trocken eine Freude.

Am Verstärker

Für den Test am Verstärker spiele ich die American Series Virtuoso direkt in meinen Hughes & Kettner Grandmeister Deluxe 40. Dieser unterhält die Nachbarn mithilfe eines 12″ Celestion Greenbacks, der in einem halb offenen Gehäuse wohnt und mittels eines MXL DX-2 Dual Capsule Mikros abgenommen wird. Über ein UA Volt 476 geht’s direkt in die DAW.

Ihr hört zunächst die fünf Stellungen des 5-Wege-Schalters in Zusammenarbeit mit dem Cleankanal des Grandmeisters, beginnend mit dem Humbucker in Halsposition. Etwas Reverb kommt aus dem Amp. Die Angst vor mangelndem Sustain kann ich guten Gewissens zerstreuen, die direkt ins Holz geschraubten Pickups machen einen verdammt guten Job. Die Zwischenstellungen sind irgendwo im Bereich einer Telecaster auf Steroiden und ergeben absolut Sinn, auch wenn sie sich recht ähnlich sind.

Zeit für ein wenig Crunch. Der zweite Kanal des Hughes & Kettner Grandmeisters wird aktiviert. Hier fehlt mir persönlich tatsächlich der Singlecoil als alleiniger Hals-Pickup, aber das darf nicht als Minuspunkt verstanden werden. Schließlich ist das keine Jan-Steiger-Signature-Gitarre, sondern ein potentes, universelles Arbeitspferd. Der Humbucker am Hals macht einen richtig guten Job, auch wenn er bauartbedingt nicht in der Position des 24. Bundes sitzen kann, bringt er genug „kehligen Nöcks“ rüber. Die Mittelstellung mit beiden Pickups klingt kraftvoll und „paulig“.

And now for something completely different … Highgain! Hier zeigen die Pickups, was sie können. Sowohl beim Rhythmus- als auch beim Solospiel tönt es kraftvoll, obertonreich und transparent. Ein Leadsound mit etwas Delay und Reverb macht richtig Laune.

Und nun zu etwas Floyd-Rose-Fun. Das System verhält sich, wie zu erwarten, absolut stimmstabil, auch bei mächtigem Vibrationsgemetzgere.

Alternativen zur Jackson American Series Virtuoso

In dieser Preisklasse ist die Konkurrenz erdrückend, hier fallen mir zuerst die Instrumente von Charvel oder ESP ein, die ebenfalls über ähnliche Features verfügen. Das Guthrie Govan-Modell von Charvel bietet einen zusätzlichen Singlecoil in der Mittelposition, was die Vielseitigkeit deutlich erhöht.

Das Jeff-Hannemann-Modell von ESP bietet als Alternative das Kahler Hybrid-Vibratosystem, das leider in Fachkreisen bzgl. Stimmstabilität nicht ganz unumstritten ist. Sauber eingestellt ist es dem Floyd Rose aber sicherlich ebenbürtig.

Die EvH-Wolfgang-Modelle bieten zusätzlich, je nach Ausführung, noch einen D-Tuna, auch das ist eine betrachtenswerte Alternative.

In Hinblick auf die Verarbeitung entscheiden hier weder Qualität noch Material über einen Kauf. Da geht es um persönliche Vorlieben, Farben, Kleinigkeiten, die schlussendlich kaufentscheidend sein werden. Wer rund 2.000,- Euro in ein neues Instrument investiert, dem sei geraten, sich die Zeit zu nehmen und ausgiebig zu vergleichen.

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Fazit

Ein feines Instrument hat Jackson mit American Series Virtuoso im Rennen, das mit perfekter Verarbeitung und Werkseinstellung sowie flexiblen Sounds punkten kann. Ein richtiges Arbeitspferd ist da am Start und vor allem die Kombination aus moderner Powerstrat und altbewährten Pickups überzeugt.

Für mich dürften die Zwischenpositionen des Pickup-Wahlschalters noch etwas an Flexibilität zulegen, aber das ist zum einen natürlich höchst subjektiv und zum anderen könnte ich mir dann gleich ein anderes Modell aussuchen. Well done, Jackson!

Plus

  • Sound
  • Verarbeitung
  • Optik

Minus

  • extrem schwergängige Feinstimmer
  • leider in Satin Shell Pink nicht mehr lieferbar

Preis

  • 1.999,- Euro
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