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Test: JBL EON 206P, Mini-PA

Wie klingt es? 

Richtig gut; amerikanisch halt: satt, warm und ohne Schärfe, konturiert und kräftig. Tiefbass fehlt logischerweise, aber mickrig kommen die Bässe keinesfalls. Was mich wirklich erstaunt hat, wie laut das Kerlchen mit seinen „bloß“ 2x 80 Wattbäuschen kann: Bis der Limiter anspricht, ist schon ganz schön was an Lautstärke geboten. Ich gehöre ja auch eher zu den Leuten, die eine PA unter 1000 Watt nicht recht ernst nehmen, aber man muss hier einfach umdenken: Ein guter Wirkungsgrad durch eine ausgeklügelte Lautsprechertechnik macht viel wett.

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Hübsch anzusehen und federleicht

Hübsch anzusehen und federleicht

 

Was ist denn nun die Schokoladenseite?

Was ist denn nun die Schokoladenseite?

 

Ich habe auch den „Brutaltest“ gemacht: Lautstärke hoch bis der Limiter fast auf Dauerrot war. Man hört diesen zwar dann schon, aber dennoch erstaunlich, wie sanft er runterregelt. Bei der nächsten Party um Mitternacht, wenn alle eh schon auf Alkoholwolke Sieben schweben und nur noch „LAUT“ wollen, wird niemand diesen Limiter ernstlich bemerken. Interessant ist die Arbeitsweise: Er klingt selbst im Extrembereich nicht „kaputt“, lediglich das Klangbild wird ein komplettes „Brett“ ohne jede Feinzeichnung. Die Musiker scheinen einem aus den Lautsprechern in den Hintern zu treten, so würde ich das in etwa beschreiben. Auch interessant: Die Endstufe wurde lediglich warm, das zeugt von einer guten Wärmeableitung, da hier keine Lüfter verbaut wurden.

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Muskulöse Klein-PA

Muskulöse Klein-PA

 

Die Verstärkungsstufe der Mikrofoneingänge reicht aus, um selbst das RE20 vernünftig auszupegeln, allerdings ist dann schon ein leichter Rauschteppich wahrnehmbar. Hier würde ich doch eher zu einem Mikrofon mit einer höheren Ausgangsspannung raten, am besten solche Typen, die einen Neodym-Magneten oder ähnliches verwenden. Kondensatormikrofone ohne eigene Versorgungsspannung können nicht angeschlossen werden, da keine Phantomspeisung vorhanden ist. Für den angepeilten Einsatzzweck empfinde ich dies aber nicht als Nachteil. Der stereophone Line-Eingang ist übrigens sehr rauscharm und man könnte dort auch ein größeres und/oder besseres Mischpult anstöpseln.

Der eingebaute Hall klingt schön, ist aber elendig lang (Hallfahne) und das sorgt schnell für Rückkopplungen. Für einen Liveeinsatz ist dieser Halltyp komplett verkehrt, also sparsam einsetzen, im Zweifelsfalle besser weglassen. Die zweibandigen EQs, so simpel sie auch sein mögen, lassen schnell eine vernünftige Grundeinstellung zu. Wenn also die Stimme wummert: Bässe raus und gut ist. Eine kleine Prise Höhen tut den Signalen oft gut, erhöht aber in ungünstiger Umgebung auch wieder die Rückkopplungsgefahr. Also auch hier: Vorsicht mit der Dosis, weniger ist mehr.

Insgesamt würde ich die kleine Mischsektion als solide Mittelklasse einstufen, die für den angepeilten Einsatzzweck ausreicht. Dennoch hätte ich mir für die Mikrofonvorstufen eine höherwertige Qualität gewünscht, da die Endstufen für die Lautsprecher sowie die Lautsprecher selbst wirklich sahnemäßig sind und die Mikrofonvorverstärker nicht deren Niveau erreichen. Aufgrund des überragenden Sounds und des überzeugenden Gesamtkonzepts bekommt die JBL EON 206P dennoch ein „sehr gut“ von mir. Wenn auch knapp, da auch das schwächste Glied einer Kette in die Gesamtbeurteilung einfließen muss.

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Forum
  1. Profilbild
    LittleGizzmo  

    Nein, gegen eine Yamaha Stagepas 400i und auch eine Samson XP 308i hat die Portable PA von JBL meiner Meinung nach keine klangliche Schnitte.

    Dazu gesellen sich weitere Punkte:

    2 Eingänge…… das ist eher das Backpanel eines typischen aktiven Tops, den Begriff Mixer hat der JBL Lieferant eigentlich gar net verdient :-)

    Ich habe mich auf der Suche nach einer ultra Portable PA vor 1 1/2 Jahren mit vielen Kandidaten befasst:

    Samson XP150 (habe ich heute noch), XP308i, Fender Passport Event, Yamaha Stagepas 400i, Superlux 108

    -Klanglich war die Yamaha ganz weit vorn, sehr deutlich vor JBL
    -Optisch sehr ansprechend
    -Mixer mit reichlich (!!) Inputs, sehr nette Effekte-Sektion ( Fender noch hochwertiger in der Mixersektion)
    -Ein gut funktionierender Feedback Destroyer
    -Limiter ist ggfs nicht so „sanft“, ein solcher soll imho die Hardware schützen und eher weniger den Ohren schmeicheln trotz der „105%“ die der Bediener gerade abrufen „möchte“

    -als Monitore ganz prima einsetzbar (gilt auch für Samson, Superlux)
    -Subwoofer out mit High Pass bei 125Hz für die „Tops“ sobald Kabel eingesteckt; wenn der ohnehin sehr anständige Bass aus den 8″ Tellern mal nicht reicht, ergänze ich mit einem Alto TS15, das System ist dann amtlich und das Gesamtsystem preislich immer noch weit unter 2.1 Sets von HK, LD Systems etc und dabei flexibler.

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