Test: JBL EON 615, Multifunktions-Lautsprecher

Wie klingt die JBL EON 615?

Ebenso wie beim Test der EON 612 fiel mir bei der EON 615 der relativ weiche Klangcharakter auf. Dieser knochentrockene Punch, den JBL-Lautsprecher üblicherweise charakterisieren, ist bei der EON 615 deutlich zahmer. Das ist für einen Multifunktionslautsprecher aber nicht negativ zu bewerten, denn die angepeilte Zielgruppe (Entertainer, Sprachbeschallung, mobile DJs) wünschen sich meist einen etwas „weicheren“ Gesamtsound. Auch rein akustische Besetzungen dürften an diesem Klangverhalten ihre Freude haben. Für Rockbands ist die JBL EON 615 ebenso geeignet, wenn der Punch etwas weicher sein darf.

Alles eingespielte Musikmaterial klingt deutlich nach teurem Hi-Fi und die große 615 ist insgesamt noch ausgewogener als die 612er. Trotz des merklich „schönen“ Klangbildes matscht nichts zu. Angenehm ist auch, dass man bei kurzer Hördistanz zur Box selbst bei höherer Lautstärke diese nicht als schrill und nervig empfindet, sondern auch hier ein gewisses klangliches Wohlwollen vorhanden ist. Ein Subwoofer wird kaum vermisst, die Tiefen sind satt da, aber nicht übertrieben.

Mit der JBL EON 615 hat die amerikanische Lautsprecherschmiede einen guten Kompromiss gefunden: Die Rockband bekommt ihren „Punch“ (allerdings eher weich), der Alleinunterhalter und der mobile DJ mit Tanzmusik seinen Wohlklang, der Präsentator eine äußerst voluminöse Stimme ohne nervige Mitten und ohne einen vermatschten Tiefmitten-Bereich.

Insgesamt hat mir auch dieser EON-Lautsprecher klangmäßig sehr gut gefallen und er würde bei mir vom Soundcharakter her in die engere Wahl kommen, wollte ich einen kompakten Multifunktions-Lautsprecher mit satter Leistung und ohne Subwoofer.

 

Was besonders aufgefallen ist

Die Endstufen arbeiten auch hier lüfterlos, bei dieser satten Verstärkerleistung eine erstaunliche Entscheidung von JBL. Die Rückwandbleche werden allerdings deutlich aufgeheizt, abhängig von der abverlangten Leistung.

Es besteht die Möglichkeit, per Bluetooth-Verbindung einen parametrischer EQ anzusteuern und hiermit außerhalb der vier vorgegebenen EQ-Settings per Apple iPad oder eines Android-fähigen Tablets eigene Einstellungen zu erstellen.

Im Vergleich zur kleineren Schwester EON 612 klingt die EON 615 merklich voluminöser und insgesamt noch ausgewogener, allerdings ist die kleinere 612 eine deutliche Spur knackiger, da bei dieser der Tiefbass etwas weniger trägt. Mir fällt es schwer zu sagen, was mir nun besser gefällt. Das sollte jeder Musiker mit seinen Ohren selbst entscheiden.

 

Was gibt es zu meckern?

Wie schon bei der kleineren Schwester EON 612 heißt es hier: Eigentlich nichts. „Eigentlich“ deshalb, weil einzig das erhöhte Grundrauschen der JBL EON 615 die hervorragende Performance etwas eintrübt. Steht man bis zu drei Meter vor der Box und liegt kein Signal an, ist ein Grundrauschen deutlich wahrnehmbar, selbst dann, wenn die Gain-Regler der Lautsprecher komplett geschlossen sind. Es handelt sich hier somit um das Eigenrauschen der eingebauten Class-D Endstufen. Da zu diesem Grundrauschen sich auch noch ein gewisser Rauschteppich vom Mischpult dazugesellt, kann das in leisen Passagen schon störend werden. Das ist auch der Grund, weshalb wiederum die Bewertung ein „gut“ ist und nicht ein „sehr gut“.

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