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Test: JBL PRX 7 Performance, Aktivboxen

Edler Klang gepaart mit hoher Lautstärke

JBL-PRX Turm

JBL Boxenturm

Einen ersten Praxistest habe ich zu Hause auf einer freien Wiese durchgeführt und mir quasi eine reichlich überdimensionierte HiFi-Anlage im Garten aufgebaut. Die Distanzstangen habe ich weggelassen, da der Turm aus PXR 718 und PXR 712 eine optimale Höhe für stehendes und sitzendes Hören besitzt. Als Klangquelle wurde ein einfacher CD-Player angeschlossen. Zugegeben, die Einstellung der Pegel an den Lautsprechern war ohne vorgeschalteten Master-Fader etwas knifflig, da ich die Lärmbelastung für die Nachbarn in Grenzen halten wollte. Aber was dann aus den Lautsprechern tönt, begeistert von der ersten Sekunde voll auf. Die Musik von Daft Punk und Pothead kommt ebenso wie Peter Gabriel mit rundem Bass, klaren unaufdringlichen Höhen und unverfärbten Mitten aus den JBL-Türmen. Die Transienten-Wiedergabe ist schön direkt und knackig. Von einer PA-Anlage erwartet man solch einen edlen Klang normalerweise nicht. Ich würde mich persönlich auch nicht scheuen, diese Lautsprecher für Mixing-Aufgaben als Far Field-Abhöre im Studio einzusetzen, wenn da nicht die Lüfter wären, die in solch ruhigen Umgebungen definitiv zu hören wären, im Live-Betrieb aber überhaupt nicht auffallen.
Selbst meine Frau war begeistert, vor allem als Vivaldis Flötenkonzert in G-Dur durch die Boxen tönt. Man glaubt gar nicht, was für ein Klang ohne die Reflektionen von Wänden und Decke möglich ist. Das zusammen mit den Qualitäten der JBL-Boxen hat schon einen gewissen Gänsehaut-Faktor. Selbst die leisen Atemgeräusche des Flötisten klingen greifbar nahe und auch die Darstellung räumlicher Tiefe gelingt außerordentlich gut.

Praxistest 2: Live-Konzert

Fleilandbeschallung

Freilandbeschallung

Auf einer Veranstaltung braucht man natürlich mehr Pegel in jeglicher Hinsicht und auch da müssen die Boxen guten Klang abliefern. Bei einem Hoffest befreundeter Musiker habe ich die Anlage bei Live-Bedingungen testen können. Auch hier hat mich das JBL PRX 7 Performance System nicht im Stich gelassen. Der Gesang klang klar und konturiert, die Bassdrum wuchtig, knackig und dynamisch, der Kontrabass rund und bei Bedarf auch drückend. So soll es sein. Die ganze Anlage hat genug Reserven, um auch mittlere Veranstaltungen angemessen beschallen zu können. JBL empfiehlt das Performance System bis zu einer Veranstaltungsgröße von 450 Personen. Das größere JBL PXR 7 Power System wird gar bis zu einer Größe von 650 Personen empfohlen, es gibt aber auch nach unten hin, mit Smart und Mini, zwei weitere Pa-Sets für kleinere Veranstaltungen.

Energiebedarf

Betrachtet man die Verstärkerleistungen in Zahlen, dann sind 6000 Watt eigentlich schon zuviel für eine 16A Sicherung. Dank Class D Endstufen gibt es da aber kaum Probleme, da auf Grund des hohen Wirkungsgrades der Endstufen eher selten solch hohe Leistung benötigt wird. Je höher der Lautstärkepegel, desto eher kann die Stromzufuhr aber zum Flaschenhals werden. Weitere große Verbraucher sollte man zusammen mit dem PXR System definitiv vermeiden.

Fazit

Das JBL PXR 7 Performance System ist ein sehr hochwertiges PA-System für kleine bis mittlere Veranstaltungen bis etwa 450 Personen. Die Klangqualität kann voll und ganz überzeugen, die Höhen sind klar und unaufdringlich, die Bässe rund und souverän. Die Handhabung ist dank Aktiv-Technik denkbar einfach und auch anschlussseitig bleibt nichts zu wünschen übrig. Die Lautsprecher sind sehr gut verarbeitet und für ihre Größe und Leistung auch verhältnismäßig leicht. Die Kombinations- und Aufstellungsmöglichkeiten sind erfreulich vielfältig. Das PXR 7 Performance System ist in der Lage, verschiedenste Musikrichtungen von Jazz über Klassik und Rock bis Elektro auf sehr hochwertige Weise wiederzugeben. Das System ist nicht billig, aber gemessen an der Leistung sein Geld definitiv wert.

Plus

  • sehr feinzeichnender, kraftvoller Klang
  • sehr gute Transientenwiedergabe
  • hohe Pegelreserven
  • anschlussfreudig
  • universell einsetzbar

Minus

  • PRX 712 nur mit einem Griff
  • DuraFlex Oberfläche neigt zu Streifenbildung bei Stößen

Preis

  • JBL PRX 712: 799,- Euro (pro Stück)
  • JBL PRX 718XLF: 1.359,- Euro (pro Stück)
Forum
  1. Profilbild
    syntach  

    Sehr viele Infos in sehr angenehmen Sprachstil führt einem die Anlage quasi plastisch vor die Augen bzw Ohren. Danke, wirklich guter sinnvoller Testbericht finde ich.

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Danke für deinen Kommentar,

      es freut mich, dass ich etwas plastisch darstellen konnte, was sich normalerweise nicht so leicht in Worte fassen lässt.

  2. Profilbild
    LittleGizzmo  

    Stimme meinem Vorredner zu… 3 Sterne für den Testbericht als solchen. Beim „Live Test“ vermisse ich ein wenig Infos, wie denn die Band den Sound so fand, die werden sicherlich eine Meinung gehabt haben. Preislich ist das Set gar nicht mal soooooo „teuer“ für das gebotene und dürfte sich bereits öfter im Bestand/Besitz einer Band befinden, die ihre Gage nicht permanent mit Verleihern teilen wollen/müssen. Und JBL kann auch Feingeist, zeigt ja die 7er Serie hier eindrucksvoll, nicht nur JBL-like „Auf die Fresse“ wenns über 80% Output geht. Was mich wundert…am Rande bemerkt…es gibt/gab ja eigentlich auch einen PRX718 „ohne“ XLF,, der soll ja ein paar dB mehr rauskloppen, dafür aber nicht Cinemasubmässig in den „Deep House“ Keller runter können…das Modell ist irgendwie „verschwunden“ …

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Danke für die 3 Sterne,

      die Band fand den Sound ebenfalls spitze. Der Schlagzeuger macht auch regelmäßig Veranstaltungen und wollte die Anlage gleich mitnehmen;-)
      Über den Sub ohne XLF hab ich auf die Schnelle nix gefunden, da kann ich nichts zu sagen.

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