Erpressung der angenehmen Art!
Der JHS Pedals Series 3 Compressor ist ein Dynamik-Effektpedal für E-Gitarre mit rudimentär-simpler Bedienung, das von subtiler Kompression bis zu stark gequetschten Sounds reicht. Das in den USA gefertigte Pedal richtet sich gleichermaßen an Einsteiger wie an Profis, die einen vielseitigen Kompressor ohne unnötigen Schnickschnack suchen.
- Klangcharakter: Von subtiler Glättung bis zu stark komprimierten Squash-Sounds – deutlich hörbare Kompression mit Charakter.
- Bedienung: Drei Regler (Volume, Attack, Sustain) und ein Bright-Schalter machen das Sound-Shaping einfach und effektiv.
- Verarbeitung: Robustes Metallgehäuse, hochwertige Schaltung und solide US-Fertigung im kompakten Format.
- Besonderheit: Kann auch als Booster dienen – bietet Boutique-Qualität zu einem Preis im Budget-Segment.
Inhaltsverzeichnis
Vorgezogenes Fazit: Der JHS Pedals Series 3 Compressor
Firmengründer Josh Scott schwärmte schon immer von den günstigeren Produktlinien der bekannten und etablierten Firmen wie z. B. der Soundtank-Serie von Ibanez oder den preiswerten Arion-Pedalen, bemängelte aber gleichzeitig die Abstriche, die in Sachen Fertigungsqualität mit dem günstigen Preis einhergingen. Das soll bei der 3er-Serie anders sein, denn auch wenn Features und Design eher spartanisch wirken, kommen die Pedale im vertrauten JHS-Gehäuse aus Metall, denen man bedenkenlos den rauen Touralltag zumuten kann.
Für welche Käuferschicht eignet sich dieser Kompressor? Ganz klar für alle, die ihre Gitarrendynamik in den Griff bekommen möchten, ohne dafür ein halbes Vermögen hinzublättern oder ein Tonmeisterstudium absolvieren zu müssen. Anfänger werden die intuitive Bedienung schätzen, während erfahrene Spieler sich über den charaktervollen Sound und die solide Verarbeitung freuen dürfen. Wer allerdings ultratransparente, unhörbare Studio-Kompression à la „das perfekte Mixing-Tool“ sucht, sollte sich ggf. anderweitig umsehen..
Die Stärken des JHS Pedals Series 3 Compressor liegen eindeutig in den stark komprimierten Squash-Sounds, die an frühe Dire-Straits-Produktionen erinnern. Subtile Kompression ist zwar möglich, liegt aber nicht unbedingt im Fokus dieses Geräts. Der Bright-Schalter erweist sich als ausgesprochen nützlich, besonders bei Humbucker-bestückten Gitarren, und die Lautstärkereserven sind so großzügig bemessen, dass das Pedal problemlos auch als Booster funktioniert. Kurzum: Hier bekommt man amerikanische Boutique-Qualität zu einem Preis, der normalerweise nur im asiatischen Budget-Segment üblich ist.
Design und Verarbeitung: Weißes Blech mit Inhalt
Wie alle Pedale der 3er-Serie kommt auch der JHS Pedals Series 3 Compressor in einem weißen Standard-Metallgehäuse mit den Maßen 112 × 67 × 48 mm. Sämtliche Bedienelemente finden sich im vorderen Drittel der Pedale in Form von drei schwarzen Kunststoffpotis und einem Zweifach-Kippschalter. Bei diesem sei angemerkt, dass die Aktivierung des zusätzlichen Modes stets durch das Drücken in die vordere Position realisiert wird. Da die Beschriftung der Zusatzoption allerdings unterhalb des Switches angebracht wurde, kann dies unter Umständen zu Verwirrung führen. Dahinter zeigt sich der chromfarbene Fußschalter zum Aktivieren des Pedals, wobei der On-Zustand durch das Leuchten einer weißen LED signalisiert wird.
Die Verarbeitung des JHS Pedals Series 3 Compressor ist, wie man es von JHS kennt, absolut tadellos. Das Metallgehäuse macht einen robusten Eindruck und sollte auch gröbere Behandlung problemlos überstehen. Die Potis sitzen fest, ohne zu wackeln, und der Fußschalter vermittelt ein gutes haptisches Feedback. Kunststoffpotis statt Metall mag der ein oder andere bemängeln, aber hier wurden eben Prioritäten gesetzt und die liegen eindeutig beim Innenleben und der Schaltungsqualität.
Klangcharakter: Kompression mit Meinung
„Der beste Compressor ist der, den man nicht hört“ lautet eine weitläufig verbreitete Meinung zu dieser Art von Effektgeräten. Nun, diese Auffassung mag ihre Berechtigung haben, ist aber sicher nicht allgemeingültig (wo bliebe denn dann der Spaß?). Der JHS Pedals Series 3 Compressor ist einer der eher auffälligen Vertreter seiner Art. Während zwar auch subtile Kompression kein Problem darstellt, liegt die Stärke des Geräts eindeutig in stark komprimierten Squash-Sounds, wie wir sie beispielsweise von den frühen Dire-Straits-Alben kennen und lieben.
Mit drei Reglern für Volume, Attack und Sustain, ist dieses Pedal denkbar standardmäßig ausgerüstet, vermag aber besonders bei schnellen Attack-Settings und weit aufgedrehtem Sustain-Regler zu punkten. Die unkomplizierte Drei-Regler-Anordnung macht die Formung der Dynamik zum Kinderspiel. Nashville-Twang oder Gilmour-artiges Sustain? Kein Problem, beides ist in wenigen Sekunden eingestellt.
Als sehr wirksam entpuppt sich der Bright-Schalter des JHS Pedals Series 3 Compressor: Da mir der Ton bei einer meiner mit Humbuckern bestückten Testgitarre ein klein wenig zu dumpf war, konnte das Pedal dem Sound auf diesem Wege zu deutlich mehr Strahlkraft und Klarheit in den Höhen verhelfen. Allerdings muss man fairerweise sagen: Der Sprung von „Normal“ auf „Bright“ ist kein homöopathischer. Das ist ein klar hörbarer Unterschied, der von „dunkel“ zu „sehr hell“ reicht. Manch einer würde sich hier vielleicht einen stufenlosen Regler wünschen, aber das würde die Bedienphilosophie der 3 Series konterkarieren.
Die Lautstärkereserven des Geräts sind übrigens so groß, dass der Compressor auch ganz problemlos als Booster eingesetzt werden kann, um einem etwas träge verzerrenden Amp auf die Sprünge zu helfen. Besonders im Bright-Modus kommen hier, je nach verwendeter Gitarre, einem Treblebooster ähnliche Sounds zustande. Das ist ein nettes Feature, das über die reine Kompressionsfunktion hinausgeht und dem Pedal zusätzliche Einsatzmöglichkeiten eröffnet.
Praxis-Einsatz: Drei Regler, viele Möglichkeiten
Es ist letztendlich wirklich erstaunlich, wie man mit dermaßen rudimentär angelegten Editierungsmöglichkeiten gefühlte 90 % aller Bearbeitungsmöglichkeiten einer Gitarre im Bereich Dynamik in den Griff bekommt. Nichts gegen aufwändige Boutique-Pedale, aber es ist schon interessant, dass viele Hochpreispedale klanglich, wenn überhaupt, nur einen marginalen Mehrwert erzeugen, dafür aber mit einem Vielfachen an Preis um die Gunst des Käufers buhlen.
Der JHS Pedals Series 3 Compressor ist ein einfacher, intuitiver und leistungsstarker Kompressor, der von subtiler Kompression über eine smoothe Glättung bis hin zu einem super ‚gequetschten‘ Sound eine Vielzahl an Möglichkeiten bietet. Mit den Attack und Sustain-Reglern lassen sich die Ansprache und die Stärke der Kompression einstellen, während der Volume-Regler wahlweise Unity Level oder sogar einen Lautstärke-Boost ermöglicht.
Fingerstyle-Spieler profitieren von der Möglichkeit, leise Töne hervorzuheben, ohne dass laute Passagen übersteuern. Country-Gitarristen bekommen ihren charakteristischen „Snap“, während Rock-Gitarristen sich über endloses Sustain freuen dürfen.
Interessant ist auch der Einsatz in Kombination mit anderen Effekten. Vor einem Overdrive oder Distortion platziert, sorgt der Compressor für ein gleichmäßigeres Sustain und verhindert je nach Gain Einsatz, dass einzelne Töne aus dem Mix herausstechen. Nach Modulationseffekten eingesetzt, kann er helfen, wilde Chorus- oder Tremolo-Ausschläge zu zähmen. Das Pedal ist also kein One-Trick-Pony, sondern ein vielseitiges Werkzeug, das sich in unterschiedlichste Setups integrieren lässt.
Technische Details: Solide Basis ohne Überraschungen
Jedes Pedal der 3 Series wird von JHS Pedals in Kansas City, MO, hergestellt. Wie man es von JHS Pedals kennt, überzeugen auch hier hochwertige Teile, eine zuverlässige Qualitätskontrolle und die Liebe zum Detail. Das Pedal arbeitet mit 9‑V‑DC‑Netzteil (Hohlstecker 2,1 mm × 5,5 mm, Polarität minus innen) und zieht dabei gerade einmal 8 mA – ein Wert, den selbst ältere Netzteile problemlos liefern können. Batteriebetrieb wird nicht unterstützt, was bei der niedrigen Stromaufnahme schade ist, aber vermutlich der Kostenkalkulation geschuldet. True Bypass ist implementiert, sodass das Signal bei deaktiviertem Pedal unverfälscht durchgeschleift wird.
Alternativen zum JHS Pedals Series 3 Compressor
Würde man den Preis außer Acht lassen, ließen sich an dieser Stelle mit Sicherheit zahllose Alternativen zu den getesteten Pedalen aufführen. Der Clou liegt aber nun einmal darin, dass hier eine ganze Serie angeboten wird, die alles mitbringt, was man von einem US-Edel-Hersteller erwartet, allerdings zu einem Preis, der schon eher auf den Budget-Bereich abzielt. Daher sehe ich derzeit keinerlei Alternativen in diesem Preisgefüge, die ebenfalls aus dem Boutique-Segment stammen.
Natürlich kann man zu einem Boss CS-3 greifen, einem Klassiker, der seit Jahrzehnten seinen Job zuverlässig macht. Oder man schaut sich im Bereich der chinesischen Klone um, wo man für wenig Geld viel Technik bekommt. Aber weder der eine noch der andere Ansatz bietet die Kombination aus US-Fertigung, Boutique-Renommee und zugänglichem Preis, die der Hersteller hier mit dem JHS Pedals Series 3 Compressor auf den Tisch legt.































Der Titel ist topp !!! Das Pedal wohl auch.
@Spectral Tune warum nicht der dritten Art? 😂
ja, sehr interessante Serie.
der angry Driver (Boss Kooperation mit JHS) klingt auch sehr interessant.
aber eh schon einige Jahre am Markt.
Was ist eigentlich so toll an „US-Fertigung“? Kommen aus Kansas City tollere Sachen als aus Hamamatsu?
@moinho Das Beste an der „US-Fertigung“ ist der Strafzoll für die EU-Länder. ^^
Da kauft man dann doch lieber bei Boss ein.
Boss CP-1X z.B. 🤗
@plumperquatsch haha.
hast du den cp-1x gekauft?
der ist ja sehr umstritten zumindest laut diverser Youtuber. 😂
obwohl die Idee ist eigentlich nicht so schlecht finde ich.
aber über 200€?
Dann lieber 1 bis 2 „klassische“ Bosspedale
@plumperquatsch „Grab Them by the Pedal“ 🤣
@moinho es ist teurer.
bei einem Artikel dieser Preisklasse mittlerweile sehr selten.
und manche haben was gegen China.
ob die USA viel besser sind?
😉
da sind wohl viele Emotionen im Spiel.
@Numitron Hamamatsu ist in Japan. ;)
@plumperquatsch dachte ich mir. 😁
aber was ist noch Made in Japan?
nur die „edelserien“ wie prologue zb
Blind an der Lautstärke rumfuchteln ist wohl aus dem Buch : Wie macht man es nicht? 👎
„Nach Modulationseffekten eingesetzt, kann er helfen, wilde Chorus- oder Tremolo-Ausschläge zu zähmen.“
🤭
Was soll denn da aus den Bodentretern rauskommen? 🛑
Eklige Noise-Suppe soll ja nicht so allgemein beliebt sein, hab ich mir sagen lassen. 🫣