Test: JoeMeek gbQ, Effektgerät

Sound & Praxis mit dem JoeMeek gbQ

Wer ein extrem vielseitiges Zerrpedal sucht, der dürfte beim JoeMeek gbQ fündig werden. Obwohl der Begriff „Zerrpedal“ der Sache eigentlich nicht gerecht wird, denn die Möglichkeiten, die dieser Preamp bietet, gehen weit darüber hinaus. Abgesehen von dem extrem niedrigen Grundrauschen erwartet den Benutzer ein Arsenal an sauberen, angezerrten und an High-Gain-Sounds, die mit einer grandiosen Dynamik glänzen und mit dem MeeQualizer und dem Obertonmodul sehr nuancenreich ausstaffiert werden können.

Zudem ist der Grundsound auch ohne eines der beiden Module zugeschaltet schon recht fett und kann mit dem Output-Poti auf bis zu 20 dB verstärkt werden. Dummerweise liegt diese hohe Soundqualität nicht am DI-Out an, denn auf eine Speakersimulation wurde leider verzichtet. Das ist zwar für Instrumente wie Bass oder akustische Gitarren nicht so ausschlaggebend, bei Overdrivesounds für die E-Gitarre spielt das aber doch eine enorm große Rolle. Aus diesem Grund habe ich bei den Klangbeispielen auch von Sounds aus diesem Ausgang abgesehen, denn es kratzt schlicht fürchterlich. Schade, denn dieses Feature hätte dem JoeMeek gbQ sicher noch ein paar Prozentpunkte mehr in der Endbewertung gebracht.

Hören wir in Klangbeispiel 1 zunächst einen nur ganz leicht angezerrten Sound. Das JoeMeek gbQ befindet sich für dieses und die übrigen Klangbeispiele im Return des Effektwegs eines Orange Micro Dark. Zu hören ist also der reine Klang des Pedals ohne die Vorstufensektion des MD. Aufgenommen wurde mit einer H & K GL112 Box mit Celestion Vintage 30 Speaker, vor der ein AKG C3000 Mikro platziert wurde. Als Gitarre wurde meine Music Man Silhouette Special benutzt. Die Dynamik, also das Spielgefühl, ist verblüffend gut und wunderbar offen für ein „Verzerrerpedal“.

Im nächsten Klangbeispiel geht es etwas härter zur Sache, die Verzerrung wurde um gut ein Viertel erhöht, ebenso die Mitten und das Höhenspektrum des MeeQualizers. Überzeugend werden auch Akkorde sauber und matschfrei wiedergegeben.

Klangbeispiel 3 zeigt ein gepicktes Riff mit Overdrive. Die Mitten wurden bei rund 800 Hz  um gut 8 dB abgesenkt. Auch dieses Riff spielt sich alles andere als zäh und träge, die hervorgehobenen Obertöne bei Spielereien mit den Reglern EVEN, TUNE und Q bewirken ein schön lebendiges Klangspektrum im Höhenbereich.

Klangbeispiele
Forum
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    lerxt  

    Interessantes gerät! DI-out ohne cabsim finde ich aber genau richtig. Damit kann man sich seine trockenspur zum reampen aufnehmen. Und ausserdem gibt es ja schon viele stand alone cabsims mit feinstem sound auf dem markt die ihren job ausgezeichnet machen. Ein eingebauter ‚billig‘ sim macht da meiner meinung nach wenig sinn.

    Übrigens an welcher stelle im signalweg hat man den effektweg verpasst?

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