ANZEIGE
ANZEIGE

Test: Jomox Alpha Base MKII, Drummachine

Die Königin der Trommelmaschinen

22. August 2025
jomox alpha base mkII drumnachine drumcomputer

Jomox Alpha Base MKII, Drummachine

Die Jomox Alpha Base MKII ist die neuste Drummachine von Jürgen Michaelis, dessen
Grooveboxen, Synthesizer und Filtereffekte seit rund 30 Jahren wegen ihres besonderen Klangs ein hohes Ansehen genießen. 2017 erschien bereits das Vorgängermodell der Alpha Base, das nun generalüberholt wurde: Wie gehabt bietet sie die berühmte Jomox Bass-Drum und das MBrane Modul, Sample-basierte Instrumente mit analogen Filtern und VCAs, zwei Eingänge zum Aufnehmen eigener Samples und sogar einen kleinen FM-Synthesizer. Klanglich hat sich nicht wirklich etwas verändert, allerdings wurde die Bedienungsfreundlichkeit durch vereinfachte Menü-Strukturen, neue Drucktaster, ein OLED-Display und RGB-LEDs verbessert.

Kurz & knapp

    • Klangqualität: Druckvoller, vielseitiger Sound mit legendärer Bass-Drum und einzigartigem MBrane-Modul.
    • Neuerungen: OLED-Display, RGB-LEDs, erweiterte Sample-Library und zusätzliche Taster für ein besseren Workflow
    • Bedienung: Anfangs komplex und eigenwillig, aber nach Einarbeitung intuitiv und sehr kreativ nutzbar.
    • Workflow: Echtzeitprogrammierung, mutbare Instrumente und Effekte machen sie live- und bühnentauglich.
    • Fazit: Erstklassige Drummachine für Profis mit überragendem Analogsound – allerdings hochpreisig.

Bewertung

Jomox Alpha Base MKII

Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Bewertung des Autors
ANZEIGE

Geschichte der Jomox Drummachines

Mitte der 1990er-Jahre, in der Blütezeit elektronischer Tanzmusik, dominierte der Klang der TR-909 nicht nur die Clubszene, sondern auch die Charts. Jeder, der House oder Techno produzieren wollte, suchte nach einem der 10.000 Exemplare von Rolands ehemaligem Ladenhüter, der seit über 10 Jahren nicht mehr gefertigt wurde und nur noch zu stetig wachsenden Preisen auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich war.

Die Gunst der Stunde erkannte der studierte Elektrotechniker Jürgen Michaelis aus Berlin, so dass er anfing, seine eigene Drummachine zu entwickeln. Zuvor hatte er über Jahre viele Erfahrungen bei Reparaturen und Modifikationen der TR-909 gesammelt.

Als Ergebnis erschien 1996 die auf drei Instrumente reduzierte Jomox XBase09, deren Bass-Drum wesentlich vielseitiger nutzbar war und kraftvoller klang als die der TR-909. Damit traf Michaelis den Nerv der Zeit, die XBase09 war bis heute das erfolgreichste Produkt aus dem Hause Jomox.

In den 2000er-Jahren folgten zwei größere Drummachines, die 888 und 999, sowie die inzwischen legendäre Bass-Drum als Desktop- und Eurorack-Variante. Ein weiteres, innovatives Highlight stellte schließlich das MBrane Percussion-Modul dar, welches zwei Membrane einer Trommel emulierte und klanglich weit über gewöhnliche analoge Drumsounds hinaus ging.

Die Essenz all dieser Geräte vereinte Michaelis 2017 schließlich in der Alpha Base, die aber ebenso von den Jomox Filtern und Synthesizern, wie dem Mod FM, profitierte.

Wer gerne mehr zu dem Werdegang von Jürgen Michaelis erfahren möchte, sollte unbedingt auch das folgende Interview lesen:

Zwei Jomox Drummachines

Generationstreffen: Jomox XBase09 meets Jomox Alpha Base MKII

Übersicht der Jomox Alpha Base MKII

Die Alpha Base MKII gleicht in vielen Punkten ihrem Vorgängermodell, daher widmet sich dieser Testbericht in erster Linie den Neuerungen und dem verbesserten Workflow. Grundsätzliche Informationen und detaillierte Beschreibungen der einzelnen Instrumente können in dem ausführlichen Testbericht der Alpha Base MKI von Mike Hiegemann nachgelesen werden:

Unverändert hat die Jomox Alpha Base MKII ein großzügig gestaltetes Format (41 cm Breite, 24 cm Tiefe, 8 cm Höhe) mit einem Gewicht von rund 3,3 kg. Das Gehäuse besteht aus robustem Stahlblech und die Seitenteile aus einem schön gemaserten Holz. Rundum wirkt die Verarbeitung sehr hochwertig und auch alle Regler und Drucktaster hinterlassen einen soliden Eindruck.

ANZEIGE

Am unteren Rand der Bedienoberfläche befinden sich 11 große Taster zum Anwählen und manuellen Triggern aller Instrumente, darüber liegt der Sequencer mit 16 Step-Tasten. Jedes Pattern kann bis zu 64 Steps umfassen, die in vier Gruppen (A/B/C/D) aufgeteilt sind. Übergeordnet gibt es wiederum vier Bänke à 16 Sequenzen, also insgesamt 64 Patterns. Mit der Chain-Funktion lassen sich die Sequenzen bei Bedarf auch verknüpfen.

Jomox Alpha Base MKII drumcomputer

Jomox Alpha Base MKII

Den Mittelpunkt der Bedienung der Jomox Alpha Base MkII macht eine 4×4 starke Regler-Matrix aus, jeder der 16 Encoder hat einen endlosen Regelweg und verfügt über eine integrierte Drucktaste. Ihre Aufgaben sind multifunktional: Sie dienen zur Klangregelung des jeweils ausgewählten Instrumentes oder als kleines Mischpult zum Einstellen der Lautstärke, des Panoramas und des FX-Anteils der 11 Tracks. Ebenso lassen sich mit den Druckfunktionen Instrumente und Effekte muten oder solo schalten.

Eine detaillierte Übersicht des angewählten Menüpunktes und der Reglerwerte zeigt das Display an, während diverse Drucktaster und ein großer Encoder bei der generellen Steuerung der Jomox Alpha Base MKII helfen. Mittels drei normaler, analoger Potentiometer wird die Lautstärke des Stereoausgangs, des Kopfhöreranschlusses und der Eingänge des Samplers geregelt.

Auf der Rückseite befinden sich sämtliche Anschlüsse der Jomox Alpha Base MKII. Dazu zählen acht Einzelausgänge und ein Summen-Stereo-Ausgang im 6,3 mm Klinkenformat, die sogar alle symmetrisch nutzbar sind. Die Eingänge des Samplers lassen sich für Hi-Z- oder Line-Signale verwenden, wobei die Samples in 16 Bit mit 48 kHz im internen Flash-Speicher aufgezeichnet werden. Das Erstellen von Backups und das Auslagern von Samples erfolgt auf einer – im Lieferumfang enthaltenen – SD-Karte, für die es natürlich auch einen passenden Slot gibt.

Die Alpha Base MKII kommuniziert mit der Außenwelt wahlweise über ein klassisches MIDI-Trio oder USB-MIDI. Leider lässt sich mit dem USB-Port nicht der SD-Card-Reader mit einem Rechner verbinden, dafür muss die Karte extern gelesen werden. Ansonsten befindet sich auf der Rückseite nur noch der Ein- und Ausschalter sowie der Anschluss für das externe 12 V Netzteil.

Alle Anschlüsse der Jomox Alpha Base MKII

Die Rückseite der Jomox Alpha Base MKII

Die 11 Instrumente der Jomox Alpha Base MK2

Wie schon eingangs erwähnt, hat sich klanglich laut Jürgen Michaelis nicht wirklich etwas gegenüber der Alpha Base MK1 verändert, alle 11 Instrumente sind gleich geblieben:

Bass-Drum

Die Jomox Bass-Drum bedarf eigentlich keines weiteren Kommentars, allein bei Amazona.de wurde sie oft genug gehuldigt. Wer trotzdem gerne mehr über sie wissen möchte, findet im folgenden Testbericht alles Informationen zur ModBase 09 MKII:

MBrane

Fast so legendär wie die Jomox Bass-Drum ist das MBrane-Modul, das mittels zwei analoger T-Bridge Oszillatoren die Felle einer Trommel nachbildet. So können nicht nur allerlei Percussion, Toms, Bass-Drums und Snares erzeugt werden, sondern auch spannende Hybrid-Sounds, die klanglich irgendwo zwischen akustischen und synthetischen Drums pendeln. Den passenden Testbericht dazu gibt es hier:

8 Sample-Instrumente

Weiter geht es mit 8 Sample-basierten Instrumenten, die sich in drei Gruppen gliedern. Die zwei HiHat-Kanäle sind mit analogen Hoch- und Tiefpassfiltern bestückt, während die vier Clap-, Rim-, Crash- und Ride-Kanäle ein Multimodefilter (HP, BP, LP) mit Eigenresonanz bis zur Selbstoszillation besitzen. Diese sechs Kanäle lassen sich zusätzlich mit Rauschen oder dem Kaleidoskop ähnlichen Metallic-Noise speisen.
Zwei weitere X-Sample-Kanäle dienen zum Aufnehmen eigener Samples mit einer maximalen Länge von vier Sekunden, sie verfügen allerdings über keine analogen Filter und VCAs.

FM-Synth

Zu guter Letzt gibt es sogar noch einen kleinen FM-Synth mit vier Operatoren und maximal sechs Stimmen. Dieser diente Jürgen Michaelis auch als Vorlage für die Entwicklung des Mod FM, über den TobyB einen äußerst lesenswerten Artikel verfasst hat:

Helles Lauflicht des Sequenzers

Jomox Alpha Base MkII: der Step-Sequencer mit neuen RGB-LEDs

Die Neuerungen der Jomox Alpha Base MKII

Durch den Bauteilemangel in der Pandemie entstand für Jürgen Michaelis überhaupt erst die Notwendigkeit, die Alpha Base MKI neu zu gestalten. Die ursprünglich verwendeten Wandler waren nicht mehr erhältlich, so dass er einen Ersatz suchen und dementsprechend auch das komplette Betriebssystem neu programmieren musste. In diesem Zuge entschied er sich dazu, ebenfalls das Interface zu verbessern und letztendlich die Jomox Alpha Base MKII herauszubringen.

Zu den Neuerungen gehören folgende Features:

  • Sechs neue Druckknöpfe erlauben einen Direktzugriff auf die Anwendungen „Last Step“, „Roll/Flame“, „Store Kit“, „Store Pattern“, „Rec Parameter“ und „Rec Sample“ und müssen nun nicht mehr über das Menü angewählt werden.
  • Ein zeitgemäßeres, grafisches OLED-Display mit 256 x 64 Pixeln ersetzt das alte Display mit nur 2 x 24 Zeichen.
  • Der Sequencer ist nun mit echten RGB-LEDs bestückt, vorher waren sie nur zweifarbig.
  • Das Panorama der sechs hybriden Sample-Kanäle im Stereoausgang wird nicht mehr digital, sondern mit analogen VCAs realisiert. Wie schon bei dem Vorgängermodell erfolgt unverändert die Summierung aller Instrumente im Stereoausgang analog.
  • Die Factory-Sample-Library ist von 300 auf 500 Samples gewachsen.
  • Modulationen aller Parameter der 11 Instrumente lassen sich nun im Sequencer aufzeichnen und das Noise-Level der hybriden Sample-Kanäle ist steuerbar.
  • Die internen Hall- und Echoeffekte der Alpha Base MKII können, wie die Instrumente selbst, über die Druckfunktionen der Encoder „gemutet“ werden, was vor allem bei Live-Anwendungen von Vorteil ist.
Einer der neuen Drucktaster

Praktisch: Der neue REC PARA Button

Die neuen Features der Jomox Alpha Base MKII im Praxistest

Die Jomox Alpha Base MKII ist eine Drummachine, die eine längere Einarbeitungsphase benötigt und deren Bedienung erlernt werden muss, was angesichts des Funktionsumfangs und der universell genutzten 4×4 Encoder-Matrix auch nicht verwundert. Wohlgemerkt, allein das Inhaltsverzeichnis der 129 Seiten starken Bedienungsanleitung umfasst 10 Seiten.

Die Mühe lohnt sich, denn sobald das Grundprinzip und die Struktur des Betriebsystems verinnerlicht wurde, musiziert man mit einer fantastisch klingenden Drummachine mit einem großen kreativen Potential.

Wie so oft bei kleinen Herstellern muss in der Anfangszeit immer etwas Geduld an den Tag gelegt werden, bis das Betriebssystem so richtig ausgereift ist. Bei dem Test der Jomox Alpha Base MkII unter OS Version 1.09 gab es noch einige Problem mit Parametersprüngen der Encoder, die inzwischen aber unter OS 1.10 behoben wurden.

Ein Interface mit viel Platz

Ein großzügiges Format (41 cm Breite, 24 cm Tiefe, 8 cm Höhe)

Wer schon einmal mit den Vorgängern der Alpha Base gearbeitet hat, wird schnell die Vorzüge der neuen Drucktaster verstehen. Wie schon bei der XBase09, 888 und 999, müssen Menüpunkte mit Tastenkombinationen über die Steps des Sequencers angewählt werden. Das fällt nun, zumindest bei intuitiven Anwendungen wie zum Beispiel dem Aufzeichnen von Reglerbewegungen, weg und verbessert den Workflow deutlich.

Dank der neuen Möglichkeit, alle Parameter der Klangerzeugung aufzeichnen zu können, sind lebhaft modulierten Sequenzen auch keine Grenzen mehr gesetzt. Selbstverständlich lässt sich das alles bei laufendem Sequencer bewerkstelligen. So kann mit der Alpha Base MKII wunderbar gejammt werden, wobei die Mute-Funktionen der Instrumente beim Arrangieren in Echtzeit helfen. Das Gleiche gilt nun auch für die internen Hall- und Echo-Effekte, die sich mit den Drucktastern der Encoder aktivieren und stummschalten lassen und somit regelrecht für Breaks und Fill-ins prädestiniert sind.

Das neue OLED-Display erfüllt gut und zweckgemäß seinen Dienst. Die meisten Parameter stellt es zusätzlich in grafischer Form dar, so dass zum Beispiel Volume-Werte als einfache Balken oder Envelopes in einer sich verändernden ADSR-Ansicht gezeigt werden.

Die neuen RGB-LEDs der Jomox Alpha Base MkII leuchten äußerst farbenfroh und sind dabei vor allem sehr hell. In einem dunklen Club ist das sicherlich von Vorteil, im Studioalltag können sie schon als etwas grell wahrgenommen werden. Leider lassen sie sich nicht dimmen.

Äußerst umfangreich und vielseitig fällt inzwischen die Factory-Sample-Library aus. Neben einer großen Auswahl an klassischen Drummachine-Sounds hat Jürgen Michaelis viele selbsterstellte Samples hinzugefügt. Ein nicht unerheblicher Anteil, den man als „Best-of-Jomox“ bezeichnen könnte, stammt von den unterschiedlichen XBase-Modellen, der AirBase oder auch dem Mod FM.

Neben zahlreichen Synth-Chords gibt es auch einige monophone Bässe, wie zum Beispiel vom Minimoog, die sich mit den analogen Filtern der Sample-Instrumente lebhaft inszenieren lassen. Sehr gut klingen auch all die akustischen Samples, die von Drums, Percussion, über Gitarren bis hin zu E-Pianos reichen. Jürgen Michaelis hat sogar alle Gitarren-Licks selbst eingespielt. Andere Samples haben Freunde von ihm beigesteuert, wie zum Beispiel die Rhodes-Akkorde, die mit einem schönen Raumklang aufgenommen wurden.

Klang der Jomox Alpha Base MKII

Auch wenn das MKII Update keine Neuerungen an den elf Instrumenten beinhaltet, begeistert der Sound der Jomox Alpha Base MkII unverändert und wird nun noch einmal zusammenfassend beschrieben: Alle Instrumente liefern druckvolle und satte Ergebnisse, was bei der Kick-Drum und dem MBrane Modul natürlich schon zu erwarten war.

Die Bass-Drum hat ein unglaublich straffes und druckvolles Lowend, das für einen enormen Schub im Bassbereich sorgt, während sich die Attack-Phase durch den regelbaren Noise- und Puls-Anteil nach Belieben formen und mit dem EQ abrunden lässt.

Die klanglichen Möglichkeiten des MBrane Moduls sind für eine Drummachine, dank des analogen Modelings der Felle einer Trommel, außergewöhnlich. Wer schon einmal als Laie versucht hat, eine echte Snare oder Tom zu stimmen, kennt die komplexe Abhängigkeit der Membranen zueinander. Die zwei T-Bridge-Oszillatoren sind hingegen wesentlich einfacher zu bändigen. Ihr lebhafter und dynamischer Klang macht richtig Spaß und allein beim spielerischen Ausprobieren des Moduls können schöne, unkonventionelle Resultate entstehen.

Überraschend ist der enorme Punch der Sample-basierten Instrumente, zu dem die analogen Filter und VCAs ihren Beitrag leisten.

Richtig spannend sind die Multimodefilter der Clap-, Rim-, Crash- und Ride-Kanäle, da sie sich auch ohne Samples als Klangerzeuger verwenden lassen. Die Eigenresonanz der Filter, Noise oder das überaus vielseitige Metallic-Noise bieten dazu eine Vielzahl an Möglichkeiten, so dass die Jomox Alpha Base MkII bei Bedarf auch als rein analoger Drumsynthesizer verwendbar ist.

Drei Regler

Data-Encoder, Kopfhörer- und Mix-Volume-Potentiometer

Auch der FM-Synth beeindruckend mit einem großen klanglichen Potential. Neben kratzigen Chiptune-Sounds und den typischen FM-Glocken-Klängen, lässt er sich auch wunderbar für komplexere Pads verwenden. Gerade in Verbindung mit einem externen MIDI-Keyboard zeigt er sein Können als vollwertiger Synthesizer.

Die internen digitalen Effekte sind recht einfach konzipiert und natürlich weit entfernt von Highend-Qualitäten, dennoch klingen sie alles andere als schlecht. Der Hall hat einen recht modernen, schimmernden Sound und kann in extremen Einstellungen einen endlosen Nachklang erzeugen. Auch das Delay erfüllt gut seinen Zweck, es lässt sich zum Tempo synchronisieren und auch für Stereo-Echos nutzen. Selbst das Clipping der Effekte hat bei leichten Übersteuerungen einen ganz charmanten Klang.

Jürgen Michaelis Flaggschiff

Jomox Alpha Base MKII

Zu guter Letzt gibt es noch eine kleine, ergänzende Info für Jomox Bass-Drum Enthusiasten:
Während dieses Tests bestand die Möglichkeit, für einen kurzen Vergleich zwischen der ModBase 09 MKII und der Bass-Drum der Alpha Base.

Auch wenn die Bass-Drum der Alpha Base, mal abgesehen von der formbaren Pitch-Hüllkurve, in ihrem Funktionsumfang identisch ist mit der ModBase 09 MKII, klingen sie nicht exakt gleich. Die Mod Base ertönt sauberer und brillanter, während die Bass-Drum der Alpha Base etwas gesättigter und ein bisschen schmutziger wirkt. Der Unterschied ist nicht riesig, aber klar hörbar, wobei es schwerfällt, die Abweichungen in „besser“ oder „schlechter“ zu kategorisieren, beide haben klanglich ihre Vorzüge. Als Gründe für die Unterschiede nennt Jürgen Michaelis Bauteiletoleranzen, verschiedene Wandler und Netzteile.

Alle Klangbeispielen (siehe unten) wurden mit einem RME Fireface 800 in Logic aufgenommen und nicht weiter nachbearbeitet.

ANZEIGE
Klangbeispiele
Fazit

Mit der Jomox Alpha Base MKII bietet Jürgen Michaelis ein gelungenes Update seiner erstklassigen Drummachine an. Unverändert ist die Alpha Base klanglich über jegliche Zweifel erhaben:
Die Bass-Drum liefert den berühmten Jomox-Trademarksound, das unkonventionelle MBrane-Modul überzeugt durch seine enorme Vielseitigkeit, aber auch die Sample-basierten Instrumente beeindrucken mit einem überaus druckvollen und satten Klang. Selbst mit dem FM-Synth lassen sich für eine Groovebox erstaunlich komplexe Klänge formen.

Alle Neuerungen der Alpha Base MKII verbessern vor allem die Haptik und somit den Workflow: Das Display gewährt eine detaillierte Übersicht, die zusätzlichen Tasten ermöglichen eine einfachere Navigation durch das umfangreiche Menü und einen schnelleren Zugriff auf die gängigsten Funktionen. Die vergrößerte Factory-Sample-Libary umfasst zudem eine weit gefächerte Auswahl an elektronischen und akustischen Sounds.

Wer auf der Suche nach einer Drummachine mit einem atemberaubenden Analogsound ist und dafür bereit ist, auch etwas mehr Geld auszugeben, sollte die Jomox Alpha Base MKII unbedingt ausprobieren.

Plus

  • enorm druckvoller Klang
  • hot rodded 808/909 Bassdrum
  • vielseitiges MBrane Drum-Modul
  • analoge Filter und VCAs für Sample basierte Instrumente
  • analoges Panorama für den Stereo-Ausgang
  • 500 Factory-Samples
  • FM-Synthesizer

Minus

  • RGB-LEDs sind nicht dimmbar

Preis

  • 1.899,- Euro
Affiliate Links
Jomox Alpha Base MKII
Jomox Alpha Base MKII
Kundenbewertung:
(10)
ANZEIGE
Affiliate Links
Jomox Alpha Base MKII
Jomox Alpha Base MKII
Kundenbewertung:
(10)
Über den Autor
Profilbild

Chris Pfeil RED

Chris Pfeil ist Tontechniker und Musiker. Seit Juli 2005 testet er für AMAZONA.de Equipment in den Bereichen Guitar & Bass, Keys und Studio.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Roland v0ll

    Es gibt derzeit viele coole Drum-Maschines, die all ihre eigenen Stärken haben. Die Analog Rytm gehört zu meinen Favoriten, weil sie einfach so wunderbar bedienbar ist und in jeder Hinsicht ausgearbeitet ist. Die Perkons von Erika Synths ist ein wunderbares Konzept; einfach und auf den Punkt gebracht ohne Schnickschnack. Die Klassiker von Roland sind Klassiker. Die Vermona hat etwas schön erdiges. usw. Das Herausstellungsmerkmal der Jomox ist meiner Meinung nach, dass sie – zumindest für die elektronischen Genres – die bestklingenste auf dem Mark ist. Was möchte man denn mehr? Viel mehr muss man dazu auch nicht ergänzen, ausser vielleicht, dass ggbf. das ein oder andere Einsteiger-Interface mit dem Pegel, der aus der Jomox dröhnt, überfordert sein könnte. Ohne gute Wandler und ggbf. Preamps ist sie vielleicht nicht die optimale Wahl. Für Live ist sie ggbf. in der Bedienung ein wenig umständlich. Das gilt es zu bedenken.

  2. Profilbild
    Dayflight

    Ich nutze die Alpha Base MK1 seit längerer Zeit und hatte mal Probleme mit dem Display. Jürgen hat das sehr zügig behoben. Super.

    Für mich sehe ich keine Notwendigkeit, nun auf die MK2 umzusteigen. Das mehr an Samples oder weniger Shift + x Tastenkombinationen ist kein Argument für mich. Einzig die verbesserte Parameter-Modulation und das Display und die LEDs sind ein Plus.

    Ansonsten rockt die Alpha Base wunderbar und erfüllt das Drum Fundament perfekt.

  3. Profilbild
    Atarikid AHU

    Hatte nie Bedarf für die MKI, aber ich freu mich total, dass das weitergeht mit Jomox. Auf jeden Fall ne echt fette Maschine.

  4. Profilbild
    Johann the Bach

    Das ist so eine Sache mit der AlphaBase:

    Sie klingt wirklich überzeugend. Die Bedienung ist grundsätzlich verständlich. Hardware tolle Qualität.

    aber eben leider auch:

    Parametersprünge, eigenwilliges Parameter-Lock-Konzept (veränderter Parameterwert gilt ab dem veränderten Step für alle weiteren, man muss ihn im folgenden Step wieder auf den Ausgangswert zurücksetzen), Update-Prozedur sehr fehleranfällig (häufige Abstürze/Einfrieren des Geräts), keine Einzelsounds speicherbar (Kits können nicht aus Einzelsounds selber zusammengebaut werden bzw. nur über unhandliche Umwege des Multimode-Instruments), nur 64 Sequenzen speicherbar, eigene Samples speichern/aufnehmen ziemlich umständlich, Support leider sehr empfindlich (man muss seeeehr höflich sein und den Supportpartner = Inhaber von Jomox auf dem richtigen Fuß erwischen und sich dann unter Umständen auch mal herablassende oder zynische Bemerkungen gefallen lassen).

    Man merkt dem System an, dass Jomox ein Ein-Mann-Unternehmen ist. Da sind die Elektron-Geräte weitaus stabiler und einfacher einzustellen.

    Das sind für mich schon wirklich ernst zu nehmende Kritikpunkte, insbesondere der Umgang mit Supportanfragen. Hier kann ich aus eigener, leider leidvoller Erfahrung berichten.

    Wenn man das alles weiß und gegeneinander abwägt, kann man viele kreative Momente mit der AlphaBase (ich habe die MK2) erleben.

  5. Profilbild
    Anjin Sun AHU

    Mit der MBase 11 habe ich alles was „ich“ von Jomox benötige, die aufgerufenen Preise der großen Drummer finde ich definitiv zu hoch. Meine Erfahrung mit dem direkten Support war ruppige Berliner Schnauze, aber sehr schnell und hilfreich.

    *** Dieser Kommentar wurde von der Redaktion editiert. ***

  6. Profilbild
    dns370

    Nun ich habe seit gut 10 Jahren den AR Mk1 von Elektron. Die Kiste erfüllt meine Wünsche aber nach so langer Zeit habe ich Lust bekommen mal etwas neues zu spielen/hören und die AB scheint wohl hierfür geeignet zu sein. Schon die Kick die ich in vielen Videos gehört habe, zaubert ein ein breites Lächeln auf mein Gesicht. Ich glaube da mache ich nichts falsch wenn ich mir das Teil zulegen möchte.

  7. Profilbild
    Anthony Rother AHU

    Alpha Base MK1 oder MK2, eigenwilliger Drum Computer mit fettem eigenständigem Sound.
    Nutze ich seit 2017.
    Es gibt keinen anderen Drumcomputer der so klingt wie die Alpha Base, deshalb gilt hier wie bei vielen Charakter-Maschinen, das man mit dem Rest leider einfach leben muss. 🙂

    Mein Vorschlag für MK3, bitte das Snare Modul von der XBase09 mit neuen Erweiterungen einbauen.

  8. Profilbild
    Dayflight

    Dein Problem verstehe ich nicht. Aktiviere (MK1) „Edit/Trig“ und wähle das Instrument, was Du programmierst und/oder ändern möchtest. Zum Programmieren setze Steps/Trigger, zum Sound-Design nutze die Encoder auf Page A und B.

    Was ist daran schwer oder frustierend?

  9. Mehr anzeigen
Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Wir behalten uns die Löschung von Inhalten vor. Dies gilt insbesondere für Inhalte, die nach unserer Einschätzung gesetzliche Vorschriften oder Rechte Dritter verletzen oder Diffamierungen, Diskriminierungen, Beleidigungen, Hass, Bedrohungen, politische Inhalte oder Werbung enthalten.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
X
ANZEIGE X
ANZEIGE X