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Test: KME, Pano, Hybridsystem

Praxistest

Nach dem Aufbau, der mit zwei Mann einigermaßen bequem zu erledigen ist, schlossen wir das System an unseren alten Midex-Mischer an, der sonst die Gesangsanlage befeuert, die in unserem Aufnahmeraum steht. Er wird ab und zu für Rehearsals und kleine, seltene, aber um so exquisitere Konzerte genutzt. Der Raum stellt eine PA vor keine ernst zunehmenden Schwierigkeiten. Er ist sehr neutral, alle Frequenzen werden über einen weiten Bereich gleichmäßig gedämpft. So hatte das KME-System von an Anfang an leichtes Spiel. Ich benötigte kein zusätzliches Equalising. Mit dem ersten, bereits vorausgewählten Preset für zwei QH5045 war das System sofort startklar. Gesangseinlagen kamen wunderbar warm und druckvoll aus den Boxen, sehr schön und natürlich. Der Abstrahlwinkel ist deutlich begrenzt. Die QH5045 lässt sich scharf trennend  ausrichten. So ist es leicht, einen schönen Hörplatz vor der Bühne einzurichten. Der richtige Klang im Raum ist sehr schnell gefunden. Im Laufe des Abends haben wir eine ganze Backline über die PA gespielt. Der Vorteil, vier QLB 15 Subs im Raum zu verteilen, zahlt sich schnell aus. Auf diese Weise kann man ein schönes Stereobild weit in den Raum transportieren, ohne dass es dünn klingt. Die Lüfter der Endstufen sind aus nächster Nähe schon deutlich zu vernehmen, ebenso ein leichtes Rauschen aus den Boxen. Das sollte aber nicht abschrecken, es ist eine PA. Frei übersetzt heißt PA etwa „ans Volk gerichtet“, genauer „an die Öffentlichkeit gerichtet“, und das Volk lärmt nun einmal aufgrund seiner Masse und will übertönt werden. Das leistet die KME bravourös. Die Konkurrenz von JBL bspw. rauscht allerdings leiser, Kling & Freitag rauschen gar nicht. Aber wie gesagt, das ist irrelevant, wenn der Gesamtsound stimmt. Geringes Rauschen fällt nur in einer Laborsituation wie bei uns im Studio  oder bei leisen Theaterproduktionen auf. Ein weiterer Test bestand darin, Schlagzeugaufnahmen in der Art aufzunehmen, dass man das Schlagzeug nochmals durch die PA schickt. Das ist ein alter Trick, wird aber umso eindrucksvoller, je besser die Anlage ist. Und schon hat unser Studio ein neues Feature. Die PA ist für diesen Zweck ein wenig überdimensioniert. Das ist für Schlagzeugaufnahmen aber geradezu ideal.  Über das Design der Anlage ließe sich sicher trefflich streiten, aber unter dem Strich bleibt, dass eine PA möglichst unauffällig in der Bühne verschwinden soll – und das kann die KME recht gut, ohne dabei dem Kenner verborgen zu bleiben. Die ballwurfsicheren Abdeckungen sind fest verschraubt und lassen sich bei Bedarf austauschen. Dank vieler Griffe vor allem an den 215ern kann man die Anlage leicht verzurren und in jeder Lage transportieren. Die Topteile haben zwar ebenfalls viele Griffe, hier lässt sich jedoch leider kein Spanngurt oder Ähnliches irgendwo hindurchführen.

Fazit

KME bringt mit seinem neu konstruierten Hybridsystem ein universelles, top-of-the-line Beschallungswerkzeug auf den Markt. Mit wenig Aufwand hat der Tontechniker schnell ein toll klingendes PA-System eingerichtet. In der getesteten Konfiguration ist es ausreichend für ein lautes Konzert mit ca. 100 Gästen. Veranstaltungen mit geringerem Schalldruckbedarf können größer sein. Die Tieftöner haben schlicht begeistert. Der Klang ist klar und verzerrungsarm bei hohen Pegeln. Die Richtwirkung der Topteile ist seht gut nutzbar. Die Qualitätsanmutung ist auf professionellem Niveau.

Plus

  • Baßwiedergabe
  • Gesamtklang
  • Verarbeitungsqualität
  • präzises Abstrahlungsverhalten (QH5045)

Minus

  • -

Preis

  • QF 5045: 3848,99 Euro
  • Straßenpreis: 3290,- Euro
  • Die Preise der anderen Teile standen bei der Fertigstellung des Artikels noch nicht fest.
Forum
  1. Profilbild
    danielmertins

    Ist das mit der Dimensionierung für ein Konzert mit 100 Personen so ernst gemeint oder ist das ein Schreibfehler? Mir kommt das gefühlt etwas wenig vor. Hat hier irgendwer weitere Praxiserfahrung mit dem System sammeln können?

  2. Profilbild
    m.muenster  AHU

    Hallo Daniel,

    man bekommt durchaus mehr Menschen hinreichend beschallt. Kommt ganz auf die Art der Musik an, aber für bis 400 gemäßigt laute Gäste ist das System durchaus ausreichend. Kommt ganz auf die Ansprüche an.

    Lieben Gruß!

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