Test: Kawai ES-110, Stagepiano

15. März 2017

Gutes noch verbessern?

Knappt drei Jahre ist es her, dass ich das Stagepiano Kawai ES-100 getestet habe. Der japanische Hersteller wagte sich mit diesem Modell erstmals in den hart umkämpften Einsteigermarkt, der neben den günstigen Modellen der Platzhirsche Roland und Yamaha vor allem von den Eigenmarken der großen deutschen Musikhäusern dominiert wird. Diese sind meist preislich kaum zu schlagen, da muss man als Markenhersteller schon gute Argumente liefern, damit sich der Kunde für das eigene Modell entscheidet. Mit dem Kawai ES-100 ist das auf ganzer Linie geglückt, so war ich sehr gespannt, wie sich der Nachfolger Kawai ES-110 im Test schlägt.

Aufbau

Optisch gibt es beim Kawai ES-110 keinerlei Veränderungen zum Vorgänger. Das Stagepiano ist mit 1312 x 286 x 145 mm genauso groß wie das ES-110, lediglich beim Gewicht wurde erfreulicherweise etwas eingespart. 3 kg weniger bringt das Stagepiano nun auf die Waage, 12 kg lassen sich weiterhin einfach transportieren. Am Gehäuse hat sich nichts verändert, daher passen der optional erhältliche Holzunterbau HML-1 und die  Fußleiste F-350 auch zum aktuellen Modell. Wer auf das aktuelle Modelle umsteigt, kann sich also zumindest die Anschaffung dieser beiden Zubehörteile ersparen.

Die Bedienung des Kawai ES-110 ist aufgrund der wenigen Bedienelemente schnell durchschaut. Ein Power On/Off, ein Schieberegler zur Einstellung der Lautstärke, drei Tasten zum Anwählen der Soundkategorien Piano, E-Piano und Others sowie vier weitere Tasten für Function, Play/Stop, Rec und Lesson. Wie im Einsteigersegment üblich, werden die meisten Funktionen, die nicht über dedizierte Taster verfügen, über die Tastenkombination Function plus Taste der Klaviatur gesteuert. Dafür ist am Anfang auf alle Fälle das Handbuch notwendig, muss man ja zunächst herausfinden, auf welcher Taste der Klaviatur welche Funktion liegt. Auch wenn das am Anfang etwas zeitaufwändig ist, diese Kombinationen werden von den allermeisten Pianisten sicherlich nur selten genutzt. Die Sounds lassen sich ohnehin über die Kategorietasten anwählen und durchsteppen.

Die Verarbeitung des Kawai ES-110 ist sehr gut. Das Kunststoffgehäuse macht einen stabilen Eindruck, so dass man es neben dem Einsatz zu Hause auch durchaus zu Proben oder gelegentlichen Auftritten transportieren kann. Zwei Kopfhöreranschlüsse befinden sich praxisgerecht auf der Vorderseite, die restlichen Anschlüsse liegen auf der Rückseite des Geräts. Dazu zählen ein Stereo-Klinkepärchen als Line-Ausgang, ein MIDI Duo, der Anschluss für das Haltepedal sowie die Netzteilbuchse. Entgegen dem Vorgänger ES-100 kann man beim ES-110 somit das Signal auch an eine externe Beschallungsanlage ausführen, das wertet das aktuelle Modell deutlich gegenüber dem Vorgänger auf. Die internen Lautsprecher lassen sich dann entweder als Monitor nutzen oder abschalten. Besonders für Musikschulen, Klavierlehrer oder Chöre ist das ein klarer Vorteil.

Klangbeispiele
Forum
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    vssmnn  

    Mir ist es unverständlich, warum das Gerät „ur-alt“-Midi und Bluetooth, aber kein USB hat.
    Letzteres gibt es ja nicht gerade erst seit vorgestern. Sehr seltsame Schnittstellen-Politik. Für 700€ sollte das drin sein.
    Habe letztens auch vor der Wahl gestanden und für die schnelle Mugge zwischendurch + Einsatz zu Hause mit Anbindung zum Rechner nach einem ein Stagepiano gesucht und mich deshalb lieber für das Yamaha P-115 entschieden.

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      Numitron  

      Tja, so unterschiedlich sind die Bedürfnisse. Ich finde midi din viel besser. Als USB.
      Deshalb (u. A.) will ich keins der. Einsteiger Yamahas kaufen

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    YC45D  

    Zitat:“ Entgegen dem Vorgänger ES-100 kann man beim ES-110 somit das Signal auch an eine externe Beschallungsanlage ausführen, das wertet das aktuelle Modell deutlich gegenüber dem Vorgänger auf. Die internen Lautsprecher lassen sich dann entweder als Monitor nutzen oder abschalten. „Zitat Ende

    Nach meinen Informationen durch einen Bekannten,der das ES100 besitzt hat das ältere ES100 die gleichen Möglichkeiten,lediglich 3 kg weniger Gewicht und die leichten Veränderungen bei den Sounds sehe ich als Vorteil.beim neuen ES110.
    Was ist denn jetzt richtig bitte?

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      Felix Thoma  RED

      Hallo,
      entgegen dem ES-100 verfügt das ES-100 über Line Ausgänge. Die gab es beim ES-100 nicht. Man konnte eine externe PA zwar über den Kopfhörerausgang anschließen, mit Line Outs geht das aber deutlich besser. Zusätzlich kann man dann auch noch zwei Kopfhörer anschließen.

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        YC45D  

        Hallo Felix Thoma,danke,ich vermute mal einen Schreibfehler…?
        Aber bitte zur Richtigstellung noch einmal posten,danke.
        „entgegen dem ES-100 verfügt das ES-100 über Line Ausgänge. Die gab es beim ES-100 nicht. „

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          Felix Thoma  RED

          Tut mir leid, ein Schreibfehler. Es sollte heißen: Entgegen dem ES-100 verfügt das ES-110 über Line Ausgänge. Die gab es beim ES-100 nicht…

  3. Profilbild
    YC45D  

    “ Entgegen dem Vorgänger ES-100 kann man beim ES-110 somit das Signal auch an eine externe Beschallungsanlage ausführen, das wertet das aktuelle Modell deutlich gegenüber dem Vorgänger auf. Die internen Lautsprecher lassen sich dann entweder als Monitor nutzen oder abschalten. “

    Nach meinen Informationen durch einen Bekannten,der das ES100 besitzt hat das ältere ES100 die gleichen Möglichkeiten,lediglich 3 kg weniger Gewicht und die leichten Veränderungen bei den Sounds sehe ich als Vorteil.beim neuen ES110.

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