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Test: Kawai ES-120, Stagepiano mit Bluetooth

Tolles Einsteiger-Piano

19. Oktober 2022
kawai es 120 test

Kawai ES-120, Stagepiano

Die Einsteiger-Pianos von Kawai gehören seit vielen Jahren zu den besten Produkten im unteren Preissegment und bieten in der Regel ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Nachdem der Einstieg in die Welt der Kawai E-Pianos die letzten Jahre über das Modell ES-110 führte, hat das Unternehmen kürzlich den Nachfolger vorgestellt, das Kawai ES-120. Dieses haben wir uns für euch näher angeschaut.

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Überblick zum Kawai ES-120

Das ES-120 ist mit 88 gewichteten Tasten mit Hammermechanik ausgestattet. Kawai setzt bei diesem Modell auf seine „Responsive Hammer Compact“, kurz RHC-Tastatur. Erhältlich ist es in den Farben schwarz und weiß, funktional wie auch preislich gibt es keinen Unterschied zwischen den Modellen. Für den Test hat uns Kawai das schwarze Modell zur Verfügung gestellt.

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Die Maße belaufen sich auf 1.305 x 280 x 120 mm. Mit einem Gewicht von 12 kg gehört das ES-120 zu den leichteren Vertretern seiner Zunft und lässt sich gut transportieren, auch wenn man es zum Schutz in eine Tasche oder ein Case packt. Als optionales Extra bietet Kawai das Untergestell HML-2 sowie die 3-fache Pedaleinheit F351 an, mit denen das mobile Piano optisch zum echten Digitalpiano für den Einsatz zu Hause wird. Zum Lieferumfang des ES-120 gehört das zum Betrieb notwendige Netzteil, ein Haltepedal, eine gedruckte Bedienungsanleitung sowie ein Notenständer. Ebenfalls enthalten ist ein 3-monatiges Probeabonnement von Skoove, ein Online-Kurs zum Thema Klavier spielen lernen.

Optisch gibt sich das ES-120 dezent und zurückhaltend, versprüht mit dem matt-schwarzen Gehäuse und der glänzenden Leiste in anthrazit einen sehr edlen Touch. In die Leiste integriert sind die Bedienelemente, so dass das Piano optisch wie aus einem Guss erscheint. Da stellt sich die Frage: Folgt die Bedienung hier dem Design oder funktioniert das in der Praxis wirklich?

Bedienung des E-Pianos ES-120 von Kawai

Aufgrund der Tatsache, dass Kawai die Bedienelemente des ES-120 in die schmale Leiste integriert hat, die sich komplett von links nach rechts über die Bedienoberfläche zieht und sich dazu auch auf relativ wenige Elemente beschränkt, ergeben sich einige Doppelbelegungen der einzelnen Buttons. Die Beschriftung der Buttons ist bei Tageslicht gut abzulesen, für dunklere Umgebungen wäre eine hellere Schrift aber besser gewesen.

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Insgesamt gibt es neun Buttons plus einen Schieberegler, über den die Lautstärke des ES-120 eingestellt wird. Von links nach rechts gesehen bietet das Piano einen Power On/Off, Function, Play/Stop, Recorder- und Transpose-Button sowie drei Buttons für die Soundsektionen (Piano, E-Piano, Others) und einen zur Aktivierung der Bluetooth-Funktion. Jeweils auf der unteren Seite der Buttons zu erkennen sind die Zweitfunktionen (Registration 1-4, Demo, Metronom). Zusätzlich gibt es einige Tastenkombinationen, über die weitergehende Einstellungen vorgenommen werden können. Hierfür hat Kawai praktischerweise ein DIN-A4-Blatt beigelegt, das zumindest in der Anfangszeit gezückt werden muss, um alles passend einzustellen. Einfach drauflos spielen, verschiedene Sounds nutzen etc. geht aber auch ohne diese weitergehenden Funktionen.

Da die Funktionsvielfalt bei solch einem E-Piano insgesamt überschaubar ist, funktioniert die Bedienung des ES-120 in der Praxis sehr gut. Entsprechend hat man bei Kawai also eine gute Kombination aus funktionalem und schönem Design gefunden.

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Kawai ES-120 B

Kawai ES-120 B

Kundenbewertung:
(6)

Welche Anschlüsse bietet das Kawai ES-120?

Für ein Einsteiger-Piano ist das ES-120 hinsichtlich der Anschlüsse gut ausgestattet. Rückseitig bietet es einen Stereoausgang in Form von 2x 6,3 mm Klinkenanschlüssen, einen USB-to-host-Anschluss, über den das ES-120 als Einspielkeyboard für die DAW dienen kann, sowie zwei Anschlüsse für Pedale (DIN-Stecker für das Kawai 3-fach Pedal) und Damper. Praxisnah auf der Vorderseite anzuschließen, bietet das Kawai zusätzlich zwei Kopfhöreranschlüsse. Einen im 6,3 mm Format, der zweite im kleineren 3,5 mm Format.

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Für die allermeisten Einsatzgebiete reichen die Anschlüsse vollkommen aus, denn so kann man bspw. entscheiden, ob man die internen Speaker nutzt oder das ES-120 über eine externe Beschallungsanlage verstärken möchte. Ein Pedalanschluss reicht in diesem Segment ebenfalls aus. Zum absoluten Glück würde ein MIDI-DIN-Ausgang fehlen, den ich bei Controllerkeyboards für sehr wichtig erachte, denn hiermit steuern doch viele einen Hardware-Synthesizer o. ä. an. Bei mobilen Digitalpianos wie dem ES-120 finde ich es dagegen vertretbar, auf diesen zu verzichten.

Welche Sounds bietet das mobile Digitalpiano ES-120?

Das ES-120 ist mit 25 Sounds ausgestattet, die sich vorwiegend auf die Bereich A- und E-Pianos sowie Orgeln fokussieren. Wie auch bei höherwertigen Kawai Digitalpianos setzt man hier auf Samples von Kawais eigenen EX-, SK- und SK-EX Flügel. Diese findet man in diversen Variationen im ES-120. Im Bereich der akustischen Pianos gesellt sich noch ein nicht näher bezeichnetes Upright-Piano hinzu.

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Die Flügel-Sounds des ES-120 klingen insgesamt sehr gut und durch die verschiedenen mit Concert, Mellow, Modern oder Pop bezeichneten Klangvariationen lässt sich ein großes Einsatzgebiet abdecken. Auffällig ist, wie schön brillant die Flügel-Sounds des Kawais klingen. Sie lassen sich schön dynamisch spielen, was natürlich auch an der für den Einsteiger-Bereich sehr guten Tastatur des ES-120 liegt. Die Tastatur gehört zwar eher zu den leichtgänigeren Klaviaturen und ich empfinde sie als guten Allrounder, über den sowohl akustische und elektrische Pianos, aber auch Orgeln oder Streicher gut gespielt werden können. Für eher auf Pianisten ausgelegte Tastaturen muss man tatsächlich im höheren Preisbereich Ausschau halten.

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Im zweiten Teil der Soundsektion (E-Piano) hat Kawai jeweils vier E-Pianos und Orgeln untergebracht. Qualitativ liegen diese etwas unter dem Niveau der A-Pianos, klingen aber dennoch gut. Die Rhodes- und Wurlitzer-Pendants klingen insgesamt rund und ausgeglichen und gehören zu den sanfteren Vertretern ihrer Zunft. Wer es romantisch und DX-glockig mag, wird mit dem Modern Electric Piano glücklich. Schade ist, dass Kawai dem ES-120 keinen Clavinet-Sound mit auf den Weg gegeben hat, der würde sich bei Soul- und Funk-Nummern gut einsetzen lassen.

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Die vier Orgel-Sounds des ES-120 hören auf die Namen Jazz- und Blues-Organ sowie Church-Organ und Diapason. Wie schon herauszulesen ist, ist keine richtig dreckig verzerrte B3 an Bord, aber die Jazz-/Blues-Orgeln machen ihren Job sehr ordentlich und vermitteln die passende Stimmung. Abgerundet wird die E-Piano-Kategorie mit einer klassischen Kirchenorgel in zwei Variationen.

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Die Others-Abteilung des Kawais bietet neun weitere, für ein Piano dieser Art, sehr typische Sounds an. Vibraphone, Harpsichord, E- und Kontrabässe, Pad, Chor sowie zwei Streicher-Presets. Im Gesamtkontext alles keine Überflieger-Sounds, aber hin und wieder wird man doch dazu greifen, sei es, um ein klassisches Stück mit dem passenden Harpsichord zu spielen oder A- und E-Pianos mit Pad oder Streichern zu untermalen. Entsprechend sollte man diese Kategorie oder eher im Zusammenhang mit den Split- und Layer-Funktionen des ES-120 sehen. Hierfür reichen sie auch allemal aus.

Virtual Technican und Smart Mode

Eine tolle funktionale Erweiterung des ES-120 bietet Kawai mit der App „Virtual Technican“. Die leider nur für iPad erhältliche App bietet die Möglichkeit, diverse Klangparameter der ES-120 Sounds zu editieren und so den eigenen Wunsch-Sound zu entwickeln. So lässt sich bspw. das Damper-Verhalten, Saitenresonanzen, die Stellung des virtuellen Flügeldeckels oder die Lautstärke einzelner Tasten einstellen. Eine tolle App, die hoffentlich auch bald für Android-Endgeräte verfügbar ist.

kawai virtual technican es 120 test

Wer solche Klangeinstellungen lieber direkt am Piano vornimmt, kommt beim ES-120 auch ohne iPad an das gewünschte Ziel. Zwar nicht ganz so detailliert, aber Dämpferresonanz, Dämpfergeräusche oder Voicing lassen sich auch direkt am E-Piano einstellen. Dazu bietet das Kawai ES-120 einen Smart-Mode. Auf Basis von Stichwörtern wie Historical, Rich, Soft, Noiseless etc. lassen sich Klangpresets aufrufen, mit dem man mehrere Parameter gleichzeitig verstellt und die wohlmöglich schon zum Wunschklang führen.

kawai es 120 test

Extra-Funktionen und Lautsprecher des ES-120

Das Kawai ES-120 bietet einige Zusatzfunktionen, die über unterschiedliche Tastenkombinationen aktiviert und eingestellt werden. So lassen sich zwei Sounds layern oder als Split auf der Tastatur verteilen, sechs unterschiedliche Reverb-Typen als Hall hinzufügen oder die Anschlagsdynamik der Tastatur auf die persönliche Spielweise anpassen. Transponieren, stimmen und verschiedene Skalen einrichten geht natürlich ebenfalls.

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Das Lautsprechersystem des ES-120 ist mit 2x 10 Watt ordentlich aufgestellt und reicht für die meisten Gelegenheiten sicherlich aus. Für zu Hause sowieso, aber auch beim kleineren Auftritt, in der Kirche oder beim Vorspiel der Musikschule. Praxisnah ist, dass man die internen Lautsprecher des E-Pianos deaktivieren kann. So kann man bei Verstärkung durch eine externe Beschallungsanlage selbst entscheiden, ob man die Speaker des ES-120 als persönlichen Monitor nutzt. Je nach Aufstellungsort sollte man mit dem Speaker Equalizer und den Einstellungen zu „Low Volume Balance“ des Kawais arbeiten. Hierdurch lässt sich der Klang beeinflussen.

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Zu guter Letzt bietet das ES-120 noch unterschiedliche Kopfhörer-Settings. Zunächst lässt sich die Einstellung für „Spatial Headphone Sound“ zwischen off, forward, normal und wide umstellen. Dazu kann der Kopfhörertyp über die Voreinstellungen closed, open, semi-open etc. angepasst werden. Tatsächlich führt das in der Praxis zu guten Ergebnissen, hier sollte man sich durch die Einstellungen arbeiten, um das Optimum für den Kopfhörerklang herauszuholen.

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Fazit

Mit dem ES-120 hat Kawai einen tollen Nachfolger des ES-110 entwickelt. Ein neues und schickes Design wird hier mit sehr guten Funktionen und schönen Sounds kombiniert. Klanglich bekommt man beim ES-120 sehr gut A- und E-Pianos, die auf Wunsch mit weiteren Sounds der Others-Kategorie kombiniert werden können.

Die Bedienung gestaltet sich einfach und man kommt beim ES-120 zielsicher an das gewünschte Ziel. Die Verarbeitung und die Tastatur sind auf hohem Niveau.

Insgesamt gibt es für das ES-120 klare drei Sterne. Im Einsteiger-Bereich und unterhalb der 1.000,- Euro Marke ist das Kawai ES-120 ein Instrument, das unbedingt angetestet werden sollte.

Plus

  • Tastatur
  • Sounds
  • Virtual Technican App
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • Virtual Technican App derzeit nur für iPad erhältlich

Preis

  • 795,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Flockig

    Danke für den Testbericht!
    Hab mal eine Offtopic Frage: Der Tisch auf dem Foto (auf dem das Piano steht), kann jmd zufällig sagen wie das Modell heisst?
    Der wäre perfekt (schmal) für unseren Proberaum…

  2. Profilbild
    vssmnn AHU

    ich habe es bis zum heutigen Tag nicht verstanden, warum bei Digitalpianos stets Soundsets drauf sind, die man zum größten Teil nicht gebrauchen kann.
    als ob die Mehrheit der Menschen es liebt, sich mit dem HartziCord durch den musikhimmel zu bewegen

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