Test: Kawai MP10, Stagepiano

18. Januar 2012

Kawai MP10

Seit einiger Zeit bietet der Hersteller Kawai, der ansonsten eher für hochwertige Flügel und Klaviere bekannt ist, neben dem MP6 auch den größeren Stagepiano Bruder MP10 an. Sound und Tastatur Deluxe – so viel sei schon vorweggenommen –  kann man auf alle Fälle vom MP10 erwarten. Was das Piano ansonsten kann, soll der folgende Test zeigen.

Kawai MP10

Kawai MP10

Ausstattung & Optik

Der erste Eindruck des MP10 ist ein durchaus schwerer. Mit insgesamt 32 kg gehört das Stagepiano mit Sicherheit nicht zu den leichtesten Geräten seiner Zunft.. Aber das Gewicht kommt natürlich nicht von ungefähr. Ausgestattet ist das MP10 nämlich mit echten Holztasten und einer Bodenplatte aus Holz. Dazu kommt, dass viele Teile des Gehäuses aus stabilem Metall bestehen, und das bringt nun mal einiges auf die Waage. Aber spätestens nach dem ersten Anspielen des MP10 wird man für alles Tragen entlohnt. Die Tastatur lässt sofort ein sehr gutes Spielgefühl aufkommen, und es macht einfach Spaß, auf dem MP10 zu üben und spielen. Um genau zu sein passt das MP10 bestens zu allen Piano und E-Piano Klängen. Wo andere Hersteller oftmals (verständlicherweise) Kompromisse in Sachen Tastatur eingehen, so dass neben Pianos auch Synthesizer Sounds oder Orgeln passabel gespielt werden können, hat Kawai beim MP10 alles in Richtung Piano/E-Piano ausgelegt. Davon zeugt auch die maximale Polyphonie von 192 Stimmen. Soviel können nicht viele Stagepianos gleichzeitig wiedergeben – sehr gut.

Die Tastatur kann im Menü an verschiedene Dynamikstufen angepasst werden. Ein kleines Highlight ist sicherlich die Analyse des eigenen Spiels und die darauf folgende, genau passende Einstellung. Sehr schön und absolute Oberklasse.

Aufbau der Tastatur

Aufbau der Tastatur

Die Bedienung des Kawai MP10 ist sehr intuitiv und einfach. Die wichtigsten Parameter können direkt von der Oberfläche aus gesteuert werden, und die dazu notwendigen Bedienelemente machen einen sehr guten Eindruck. Die Oberfläche ist klar gegliedert und übersichtlich gestaltet. Mittig findet man das 128 x 64 Pixel große Display, was zunächst eher klein erscheint. Aber im Laufe des Tests stellte sich heraus, dass man ohne Probleme alle notwendigen Einstellungen machen kann, ohne lange in verwinkelten Menüs zu suchen. Insgesamt macht das MP10 einen sehr hochwertigen und edlen Eindruck. Die schwarze Oberfläche glänzt, und die rotbraunen Seitenteile verleihen dem Gerät eine schöne Optik.

Auf der Rückseite des Gerätes finden sich alle notwendigen Anschlüsse, die im Live- und Studio-Betrieb gebraucht werden. Ausgangsseitig ist das MP10 sowohl mit XLR- als auch Klinkenbuchsen bestückt, als Stereo-Eingang dient ein Stereo-Klinkenpaar. Der Line-In-Eingang kann auf der Vorderseite in der Lautstärke reguliert werden, so dass man mit Hilfe dessen auch weitere Keyboards, Audioplayer etc. anschließen kann. Ein Sub-Mixer würde somit zumindest für kleine Setups entfallen. Als externer Controller kann die F-20 Pedaleinheit, die lobenswerterweise bereits im Lieferumfang enthalten ist, angeschlossen werden. Zusätzlich bietet das Stagepiano noch den Anschluss eines Expression- und Foot-Switch-Pedals an. Abgerundet wird das Ganze auf der Rückseite mit einem MIDI-Trio (In/Out/Thru) sowie einem USB to Host Anschluss. Auf der Vorderseite befinden sich ganz links bzw. rechts noch ein Kopfhörerausgang sowie der Anschluss für einen USB-Stick.

Rückseite

Rückseite

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    t.bechholds  AHU

    Das „Problem“, welches ich sehe, dass mit den Digitalpianos kein persönlicher Sound zu erreichen ist. Ich habe sogar den subjektiven Eindruck, das die Dinger seit 1990 alle gleich klingen… irgendwie.
    Auf diesem Sektor fehlt mir die ganz große innovative Maschine. So ein virtuelles Monster… „bauen Sie sich Ihren Flügel selber – VST“ .. :)

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      Nostradamus

      Mit einem akustischen Klavier bekommst du auch keinen „persönlichen“ Sound, mit einem auf Samples basiertem Piano ebenfalls nicht. Auch wenn du das Wörtchen „Problem“ in Anführungsstriche setzt, verstehe ich die Zielrichtung deines Kommentars nicht so recht. Allenfalls mit dem Pianoteq Plugin wärst du aufgrund der vielen einstellbaren Parameter in der Lage, den Klang den eigenen Vorstellungen entsprechend anzupassen. Vorausgesetzt, du magst den Grundklang von Pianoteq.

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      Organist007  

      bin ich ganz Ihrer meinung
      Habe auch ziemlich lange gesucht
      V piano ist mir doch zu teuer
      Deshalb setze ich auf ein doepfer lmk2
      Und ein GEM rpx modul
      Zusammen rund 1000 euronen
      Und fuer e pianos nehme ich mein Fender rhodes baujahr 1972
      :-)

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    AMAZONA Archiv

    Und was ist mit dem V-Piano von Roland? Da kannst du ja z.B. das „Material“ der Saiten verändern..

  3. Profilbild
    Organist007  

    ich bleibe bei meinem doepfer lmk2
    Gebraucht rund 500 euronen
    Plus ein GEM rpx modul
    Das hält

    Fuer e pianos nehme ich mein fender rhodes baujahr 1972

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