Test: Keeley Vibe-O-Verb, Gitarreneffektgerät

11. September 2018

Die verlorenen Reverbs des Robert K.

Keeley Vibe-O-Verb titel

Die Sache mit dem perfekten Hallsound – it’s a never ending Story. Für viele von uns ist die Suche nach der „perfekten räumlichen Note“ im Gitarrensound fast schon zu einer Suche nach dem Heiligen Gral gereift, nicht anders ist das unüberschaubare, ja fast schon ausufernde Angebot der Hersteller zu erklären, die uns fast pausenlos mit neuem Futter versorgen. Klar, wie bei jedem anderen Effekt braucht es auch beim Reverb eine gewisse Zeit, um den Sound im eigenen Setup bzw. innerhalb des Bandgefüges genau auszutesten. Gefällt er nicht, dann geht er halt wieder und wird durch einen anderen, vermeintlich besseren ersetzt: In den entsprechenden Foren im Netz ist nicht nur das Tauschen von Hallpedalen mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Community geworden.

Neben den Reverb-Prozessoren, die sich einzig und allein mit einer möglichst realistischen Nachbildung von Raumgrößen befassen, existieren auf dem Markt noch eine ganze Reihe weiterer Halleffekte, die in ihrem Charakter eine ganz spezielle Nische bzw. Stilistik besetzen. Einer davon ist das Keeley Vibe-O-Verb, das mit seinem ambientlastigen Grundsound und den drei zuschaltbaren Modulationseffekten die Fans von aufwendigen Klangtexturen befriedigen soll. Kann es das? Schauen und vor allem hören wir rein!

Keeley Vibe-O-Verb side right

Keeley Vibe-O-Verb – Facts & Features

Auf bunte Bemalungen, aufwendige Gravuren und ähnlichen Schnickschnack, wie er bei vielen Boutiquepedalen üblich ist, hat Keeley beim Gehäuse des Vibe-o-Verb verzichtet. Stattdessen erwartet uns eine Behausung aus Aludruckguss, jedoch überzogen mit einer dicken Klarlackschicht, die das Metall vor Verfärbungen schützt und es zugleich sehr wertig aussehen lässt. Mit seinen Maßen von 112 x 68 x 51 mm und einem Gewicht von lediglich 277 g gehört das Vibe-O-Verb sicher zu den schlanksten und auch den leichtesten seiner Klasse und würde sicher auf dem Pedalboard nicht weiter auffallen – wenn nicht die Buchsen für den Ein- und Ausgang an den Seiten des Gehäuses sitzen würden. Je einen gibt es nur, für Spieler von Stereo-Setups ist also bereits an dieser Stelle vermutlich schon Schluss, die anderen dürfen aber gerne weiterlesen, denn auch mit seinen „nur“ in mono abgegebenen Sounds kann das Vibe-O-Verb seinen Benutzer durchaus in einen kreativen Bann ziehen, so viel sei an dieser Stelle schon mal verraten!

Die dritte Buchse an der Außenseite des Gehäuses sitzt an der Stirnseite und dient zur Aufnahme eines 9-Volt-Netzteils, das sich aber erwartungsgemäß nicht im Karton befindet. Da mit Batterien hier nichts zu holen ist, sollte man also entsprechend vorbereitet sein. Im Test ließ sich das Pedal jedoch problemlos an die zentrale Stromversorgung meines Boards anschließen und funktionierte, ohne zu murren.

Potis und Schalter

Vier Regler gibt es auf der Oberseite des Keeley Vibe-O-Verb, wobei die Potis auf der linken Seite zum Einstellen der drei Modulationseffekte dienen, die beiden auf der rechten Seite des Panels hingegen zum Justieren der gewünschten Hallsounds. Ausgewählt werden die drei Effekte mittels eines kleinen Dreiwegeschalters, der inmitten der vier Potis, gut geschützt gegen fehlgeleitete Fußtritte, seinen Platz gefunden hat. Folgende Effekte stehen zur Verfügung:

  • Harmonic – ein Tremoloeffekt, moduliert nach dem Sound des Tremolos eines Vintage Fender Brownface Amps.
  • Vibrato – in diesem Modus soll von milden Chorussounds bis zum wilden „Geeier“ alles drin sein.
  • Phaser – ein Klassiker für psychedelische Gitarrensounds schlechthin!

Mit den beiden Potis links lassen sich die Effekte in LFO-Frequenz (Rate) und ihrer Stärke (Depth) regeln. Die Halldauer sowie das Mischverhältnis zwischen dem Original- und dem Effektsignal insgesamt werden von den beiden übrigen Reglern (Decay und Blend) gesteuert. Eine kleine, blaue und nicht zu helle LED leuchtet auf, nachdem man das Keeley Vibe-O-Verb mit einem Tritt auf den Metallschalter aktiviert hat.

Die vier Regler und auch der kleine Dreiwegeschalter entsprechen den Erwartungen an ein Pedal aus dem Hause Keeley vollkommen, das war eine Zeit lang ja auch mal anders. Die Potis sind mit einer Sechskantmutter fest mit dem Gehäuse verschraubt und laufen wie Butter auf ihren Achsen. Zudem sind sie so positioniert, dass man sie auch mit zwei oder mehr Fingern sauber umgreifen kann. Einen ähnlich guten Eindruck hinterlässt der kleine Dreiwegeschalter, der mit einem sauberen Knacken jede Stufe sauber und gut spürbar schaltet. Schade nur, dass Keeley beim Vibe-O-Verb auf einen mechanischen Fußschalter setzt, hier knackt es also wieder ganz ordentlich beim Drauftrampeln.

Keeley Vibe-O-Verb mode switch

— Die drei Mod-Effekte im Keeley Vibe-O-Verb —

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Hehehe… mit dem Titel wird aus dem Vibe-O-Verb ein Bölloverb.

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Weiß zu gefallen, das Dingen. Schöne Klangbeispiele, Harmonic 2 ist allerdings ab und an etwas übersteuert.

    • Profilbild
      Stephan Güte  RED

      Ja, Kacke … höre ich auch gerade … das Ding hat aber echt ne Höllendynamik, manchmal kaum einzufangen.

  3. Profilbild
    jog

    Ich fand die Beispiele so interessant, dass ich mir heute ein Vibe-o-Verb kaufen musste. Bin gespannt, wie es sich auf meinem Board macht.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.